Dezentralisierung und Rechenschaftspflicht in Südsudan

Decentralization and Accountability

Projektdetails

  • Projektnummer:2013.2199.1
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1500 Ostafrika
  • Ansprechpartner:Christian Gruenhagen 
  • Partnerländer: Südsudan

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Vorraussetzungen für die Funktionsfähigkeit des südsudanesischen Governance- und Verwaltungssystems in Hinsicht auf innerstaatliche Beziehungen, öffentliche Finanzen und die Erbringung staatlicher Leistungen auf lokaler Ebene sind verbessert

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Office of the President/ Präsidialamt

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Projektwert

  • Gesamtvorhaben :28 979 137  Euro
  • Aktuelles Projekt:11 440 000  Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekte

  • 2010.2211.0

    Unterstützung der Verwaltungsreform und Dezentralisierung im Südsudan

Nachfolger-Projekte

  • 2015.2098.0

    Stärkung von Kompetenz und Resilienz lokaler Regierungen im Südsudan

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben :03.01.2007 - 31.12.2019
  • Aktuelles Projekt:01.01.2014 - 31.12.2015

 

Kontakt

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projektziel-Ebene: Projekt zielt vor allem auf PD/GG
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjekt nicht auf Umwelt-/Ressourcenschutz gerichtet bzw. (noch) nicht zu kennzeichnen
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt hat nachweislich positive Wirkung auf Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungÜbergreifende Armutsbekämpfung auf Makro- und Sektorebene

CRS-Schlüssel

  • Dezentralisierung und Förderung subnatio Gebietskörpers

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die Republik Südsudan wurde am 9. Juli 2011 ausgerufen. In einem Referendum hatte die Bevölkerung im Süden Sudans im Januar 2011 dafür gestimmt, einen unabhängigen, souveränen Staat zu gründen.
Die Zeit der auf den jahrzehntelangen Bürgerkrieg folgenden Post-Konflikt-Phase war geprägt von sich stark verändernden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Staats- und Verwaltungsstrukturen fehlten weitgehend.
Seit Ende 2013 wird das Land erneut von Bürgerkrieg beherrscht. Die seit Dezember 2013 andauernde innenpolitische Krise, verbunden mit Staatsversagen und fehlender Legitimität der staatlichen Strukturen, behindert und erschwert den Staatsbildungsprozess. Dezentralisierungserfolge drohen in der aktuellen Situation verloren zu gehen.
Die Handlungs- und Gestaltungskompetenzen sowie die Ressourcen der nationalen Regierung, der zehn Gliedstaaten und der 79 Bezirke sind weiter unzureichend. Gründe dafür sind die schwierigen innenpolitischen Verhältnisse, eingeschränkte finanzielle Handlungsmöglichkeiten und hohe Qualifizierungsbedarfe der Verwaltungsbeamten. Diese sind ihren Aufgaben im Staatsentwicklungs- und Friedensprozess nicht gewachsen und können staatliche Dienstleistungen für die Bevölkerung nur unzureichend erbringen.
Ziel
Das ursprüngliche Ziel lautete: Die Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit des südsudanesischen Governance- und Verwaltungssystems in Hinsicht auf Kohärenz zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen, öffentliche Finanzen und die Erbringung staatlicher Leistungen auf lokaler Ebene sind verbessert.
Derzeit wird das Vorhaben teilweise neu ausgerichtet. Die Stärkung von Governance-Strukturen und ihre Funktionsfähigkeit bleiben jedoch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass friedensfördernde Maßnahmen wirksam werden können und der Südsudan dauerhaft stabilisiert wird.
Vorgehensweise
Bis Dezember 2013 konzentrierte sich die Maßnahme auf die politische, administrative und fiskale Dezentralisierung und Kompetenzverteilung.
Mitarbeitende der Institutionen wurden qualifiziert und beraten, damit sie eine Dezentralisierungspolitik formulieren und umsetzen können. Zudem wurde auf lokaler Ebene die bisher nur schwach ausgeprägte Zivilgesellschaft gestärkt; wichtige Aspekte guter Regierungsführung wurden gefördert. Dazu gehören die gender- und konfliktsensible Erbringung von Dienstleistungen, Bürgerbeteiligung, Transparenz und Rechenschaft.
Um den Staatsaufbauprozess nachhaltig zu fördern, wurde zudem das Finanz- und Fiskalsystem des Landes unterstützt. In diesem Rahmen wurde die Partnerregierung bei einer effektiven Haushalts- und Budget-Mittelbewirtschaftung begleitet. Zudem wurden Verwaltungs- und Finanzbeamte qualifiziert, um Institutionen zu stärken und eine gute finanzielle Regierungsführung (Good Financial Governance) zu erreichen.
Im Kontext der aktuellen innenpolitischen Krise im Südsudan, ist die GIZ derzeit vor allem im Bereich der Förderung von friedens- und dialogfördernden Initiativen als Beitrag zum Peace-Building-Prozess tätig.
Wirkungen
Als wichtige Voraussetzung für die Dezentralisierungspolitik wurde 2009 der Local Government Act verabschiedet. Dieser sieht vor, die Rollen und Verantwortlichkeiten zwischen Institutionen auf nationaler und auf subnationaler Ebene zu klären.
Die politische Teilhabe wurde durch öffentliche Diskussionen zur Vorbereitung der Übergangsverfassung gefördert. Die Ergebnisse der Diskussionen, ebenso wie die einer umfassenden Studie zur Bestandsaufnahme der Dezentralisierung, gelten als Basistexte, um die neue permanente Verfassung zu erarbeiten.
Die GIZ unterstützte die Regierung Südsudans dabei, einen Politikrahmen für Dezentralisierung zu erarbeiten. Ebenso half sie, die Umsetzungsstrategie daraus abzuleiten und einen entsprechenden Aktionsplan zu konzipieren.
Auf subnationaler Ebene wurden unter anderem partizipative Entwicklungspläne und strategische Zielsetzungen erarbeitet und lokale Peace and Conflict Assessments durchgeführt.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
The Republic of South Sudan was proclaimed on 9 July 2011. In a referendum held in January 2011, the population of South Sudan voted to establish a sovereign, independent state.
The post-conflict phase that followed the decades of civil war was characterised by radically changing political, social and economic circumstances. There were largely no state or administrative structures.
Since late 2013, the country has once again been dominated by civil war. The process of state-building is hindered by the internal crisis that has persisted since December 2013, combined with failure of the state and a lack of legitimacy of government structures. In the current situation there is a risk that all progress achieved with decentralisation will be lost.
The management and decision-making competences of the national government, the country’s ten states and the 79 districts are still inadequate, as are the resources available to them. This is due to the difficult domestic political situation, limited scope for financial manoeuvring and significant training deficits among administrative officials. These officials require greater skills to fulfil their tasks in the nation-building and peace process, and they are ill equipped to competently provide the government services that the people need.

Objective
The original objective was to ensure that conditions for the viability of the South Sudanese governance and administrative system in terms of coherence between various administrative levels are improved, along with public finances and the provision of state services at local level.
The project is currently undergoing a partial realignment. However, strengthening of governance structures and their viability remains a key prerequisite for the effectiveness of peace-building measures and the long-term stability of South Sudan.

Approach
Until December 2013, the project focused on political, administrative and fiscal decentralisation and allocation of competences.
Members of staff at institutions received training and advice on formulating and implementing a policy of decentralisation. Furthermore, civil society –only just beginning to emerge at local level – was strengthened; key aspects of good governance were promoted, including gender-sensitive and conflict-sensitive provision of services, civic participation, transparency and accountability.
In addition, support was given for the country’s financial and fiscal system with a view to sustaining the state-building process in the long term. In this context, the partner government was assisted with effective budgetary management. Administrative and financial officials also underwent training to strengthen institutions and bring about good financial governance.
In view of the ongoing domestic political crisis in South Sudan, GIZ is currently involved primarily in fostering initiatives that promote peace and dialogue as a contribution to the peace-building process.

Results
In 2009, the Local Government Act was passed as a necessary condition of decentralisation policy. This legislation provides for the clarification of roles and responsibilities between institutions at national and subnational level.
Political participation was promoted through public discussion on preparing the interim constitution. The results of these discussions, along with those of a comprehensive mapping study on decentralisation, are considered basic texts from which the new permanent constitution will be drafted.
GIZ supported the Government of South Sudan with drafting a policy framework for decentralisation. From this it also helped derive an implementation strategy and design an action plan.
At the subnational level, participatory development plans and strategic objectives were drafted and local peace and conflict assessments carried out.