Grenzüberschreitender Nutzung und Schutz natürlicher Ressourcen in der SADC-Region

Transboundary conservation and use of natural resources in the SADC-region

Projektdetails

  • Projektnummer:2014.2453.0
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1300 Südliches Afrika
  • Ansprechpartner:Dr. Dieter Nill 
  • Partnerländer: SADC, Botsuana, Malawi, Mosambik, Namibia, Eswatini, Tansania, Südafrika, Sambia, Simbabwe

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Umsetzung von SADC-Protokollen und Strategien für nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen in grenzüberschreitenden Schutzgebieten durch lokale, nationale und regionale Akteure ist verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    SADC Direktorat für Ernährung, Landwirtschaft und Natürliche Ressurcen (DFANR)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Projektwert

  • Gesamtvorhaben :25 305 000 Euro
  • Aktuelles Projekt:13 696 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekte

  • 2010.2260.7

    Grenzüberschreitende Nutzung und Schutz natürlicher Ressourcen in der SADC Region

Nachfolger-Projekte

  • 2019.2189.9

    Klimaresilienz und Management natürlicher Ressourcen in der SADC-Region

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben :13.02.2012 - 31.12.2023
  • Aktuelles Projekt:01.06.2015 - 30.04.2021

Sonstige Beteiligte

  • Arge IP / Seanama

 

Kontakt

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projektergebnis-Ebene: Projektkomponente zielt auf PD/GG
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjektziel-Ebene: Projekt zielt vor allem auf Umwelt- und/oder Ressourcenschutz
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt birgt nachgewiesen kein Potenzial zur Förderung der Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungÜbergreifende Armutsbekämpfung auf Makro- und Sektorebene

CRS-Schlüssel

  • Biodiversität

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die Mitgliedstaaten der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) sind reich an natürlichen Ressourcen. Mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der 16 Staaten wird in Land- und Forstwirtschaft, Bergbau und Tourismus erwirtschaftet. Durch fortschreitende Entwaldung, unangepasste Landnutzungssysteme und Wilderei – verbunden mit illegalem Handel mit Wildtieren – verschlechtert sich die Qualität der natürlichen Ökosysteme. Ihre biologische Vielfalt mit den einzigartigen Wildtierbeständen verringert sich. So ist beispielsweise in den letzten zehn Jahren die Zahl der afrikanischen Elefanten durch illegale Wilderei um fast 20 Prozent zurückgegangen. Die Wildtierbestände bilden jedoch die Grundlage des im südlichen Afrika wichtigen Naturtourismus.
Die SADC-Mitgliedstaaten haben deshalb eine Reihe regionaler Strategien zum verbesserten Schutz der Ökosysteme formuliert. Der regionale Entwicklungsplan der SADC benennt die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen als zentrales Anliegen der Region. Das SADC-Protokoll zum verbesserten Schutz von Wildtieren hebt die Bedeutung des grenzüberschreitenden Schutzes für die Erhaltung der gemeinsamen Wildtierbestände hervor.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die SADC-Mitgliedstaaten beim Aufbau und verbessertem Management grenzüberschreitender Schutzgebiete, den sogenannten Transfrontier Conservation Areas (TFCAs). TFCAs erstrecken sich über die Grenzen von zwei oder mehr Staaten. Sie enthalten unterschiedliche Landnutzungssysteme wie Siedlungen, Schutzgebiete für Wildtiere und Pflanzen, Landwirtschaft und Tierhaltung.
Derzeit gibt es 18 TFCAs in der SADC-Region, die mit einer Gesamtfläche von über einer Million Quadratkilometern größer als Frankreich und Spanien zusammen sind. Die TFCAs machen mehr als 50 Prozent der unter Schutz gestellten Fläche im südlichen Afrika aus. Sie befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

Ziel
Lokale, nationale und regionale Akteure setzen vermehrt die SADC-Protokolle und -Strategien für nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen in grenzübergreifenden Schutzgebieten um.

Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt das SADC-Direktorat für Ernährung, Landwirtschaft und natürliche Ressourcen (FANR) sowie andere regionale und nationale Akteure dabei, regionale SADC-Richtlinien besser umzusetzen. Zentrale Vorgaben für das Vorhaben sind das SADC-TFCA-Programm, das SADC-Tourismusprogramm und die SADC-Anti-Wilderei-Strategie. Um die Umsetzung zu erleichtern, werden regionale Richtlinien formuliert. Die Tourismus fördernden Aktivitäten werden seit Anfang 2019 durch das Konsortium von Agriculture and Finance Consultants GmbH (AFC) und GOPA Consulting Group umgesetzt.
Das Vorhaben hilft bei der Koordinierung und dem Monitoring der Umsetzungen in den Bereichen des TFCA- und des Tourismusprogramms der SADC und fördert die Umsetzung der regionalen Anti-Wilderei-Strategie. Es unterstützt das Sekretariat bei regionalen Prozessen zur Aushandlung gemeinsamer SADC Positionen für multilaterale Umweltabkommen wie die Biodiversitäts- und die Klimakonvention und das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES).
Darüber hinaus fördert das Vorhaben TFCA-Strukturen und Fachministerien dabei, regionale Strategien und Richtlinien zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für TFCA in nationale Standards und Gesetze zu integrieren.
Ein weiterer Bereich ist der Aufbau und die Entwicklung eines Netzwerks regionaler TFCA-Akteure, die sich über eine Internetplattform und verschiedene Arbeitsgruppen, Diskussions- und WhatsApp-Gruppen austauschen.
Auf lokaler Ebene arbeitet das Vorhaben in drei ausgewählten TFCAs. In diesen TFCAs wird das Management der natürlichen Ressourcen verbessert, der grenzüberschreitende Austausch zwischen Gemeinden und Behörden sowie die Mitwirkung der Gemeinden in den Entscheidungsgremien der TFCAs wird gefördert. In den lokalen Gemeinden werden Tourismusprodukte und andere alternative Einkommensquellen entwickelt.

Wirkung
• Fünf regionale Richtlinien sind zu den Themen Strafverfolgung und Wilderei-Bekämpfung, TFCA-Entwicklung, Tourismus, Monitoring und Evaluierung entwickelt und von den Mitgliedstaaten offiziell verabschiedet worden.
• Das SADC-Sekretariat wurde in seiner Koordinierungsfunktion in Bezug auf die Strafverfolgung und Wilderei-Bekämpfungsaktivitäten der Mitgliedsstaaten und Geber gestärkt.
• Im SADC-TFCA-Netzwerk tauschen sich über 300 Mitglieder aus staatlichen Behörden, Privatsektor, Forschung, Gebern und Nichtregierungsorganisationen intensiv über ein Internet-Wissensmanagementsystem sowie in Arbeitsgruppen aus. Das Netzwerk ist die Koordinations- und Kommunikationsplattform zwischen TFCA-Praktikern, Entscheidungsträgern, SADC-Strukturen und internationalen Partnern.
• 15 Projekte zu Tourismusentwicklung, Wilderei-Bekämpfung, Klimawandelanpassung, Gemeindepartizipation und Feuermanagement wurden in drei TFCAs umgesetzt: /Ai-/Ais-Richtersveld Transfrontier Park (Südafrika und Namibia), Lubombo TFCA (Mosambik, Südafrika und Eswatini) und Malawi-Zambia TFCA (Malawi und Sambia).
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
The member states of the Southern African Development Community (SADC) are rich in natural resources. More than half the gross domestic product (GDP) of the 16 states comes from agriculture, forestry, mining and tourism. Progressive deforestation, inappropriate land use systems and poaching – combined with illegal trade in wild animals – are having a detrimental effect on the quality of the natural ecosystems. Their biodiversity and unique wildlife populations are declining. To take one example, the number of African elephants has declined by almost 20 per cent over the last ten years due to illegal poaching. However, wildlife populations form the basis for nature tourism, an important sector in southern Africa.
The SADC member states have therefore formulated a series of regional strategies to protect ecosystems more effectively. The SADC’s regional development plan refers to the sustainable use of natural resources as a central concern in the region. The SADC protocol for the improved protection of wild animals highlights the significance of transboundary protection for the conservation of shared wildlife populations.
German development cooperation is supporting the SADC member states in establishing ‘transfrontier conservation areas’ (TFCAs) and improving the management of these areas. TFCAs extend across the borders of two or more states. They contain various land use systems such as settlements, protected areas for wild animals and plants, agriculture and livestock farming.
There are currently 18 TFCAs in the SADC region covering a total area of more than a million square kilometres, which is bigger than France and Spain put together. TFCAs make up more than 50 per cent of the area under protection in southern Africa. They are at different stages of development.
Objective
Local, national and regional stakeholders are increasingly implementing the SADC protocols and strategies for the sustainable management of natural resources in transfrontier conservation areas.

Approach
The project is supporting the SADC’s Food, Agriculture and Natural Resources (FANR) Directorate as well as other regional and national stakeholders in their efforts to improve implementation of regional SADC guidelines. Key guidelines for the project include the SADC TFCA programme, the SADC tourism programme and the SADC anti-poaching strategy. Regional guidelines are being formulated to facilitate implementation. A consortium consisting of Agriculture and Finance Consultants GmbH (AFC) and the GOPA Consulting Group has been implementing activities to promote tourism since the beginning of 2019.
The project is helping to coordinate and monitor implementation in the areas of the SADC’s TFCA and tourism programmes and is promoting implementation of the regional anti-poaching strategy. It is supporting the Secretariat on regional processes for negotiating common SADC positions for multilateral environmental agreements such as the Biodiversity Convention, the Climate Convention and the Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES).
Moreover, the project is assisting TFCA structures and line ministries in integrating regional strategies and guidelines to improve the general conditions for TFCAs into national standards and laws.
A further area is the creation and development of a network of regional TFCA stakeholders who communicate via an internet platform and various working groups, discussion groups and WhatsApp groups.
At local level, the project is working in three selected TFCAs. In these areas, it is improving the management of natural resources, promoting communication between communities and authorities across borders, and encouraging communities to get involved in the decision-making bodies for the TFCAs. In the local communities, tourism products and other alternative sources of income are under development.

Results
• Five sets of regional guidelines have been developed relating to the issues of law enforcement and anti-poaching, TFCA development, tourism, and monitoring and evaluation. These guidelines have been officially adopted by the member states.
• The SADC Secretariat has become better equipped to perform a coordinating role between member states and donors with regards to criminal prosecution and activities to combat poaching.
• In the SADC TFCA Network, more than 300 members from government authorities, the private sector, research, donors and non-governmental organisations communicate extensively using an internet knowledge management system and in working groups. The network is a platform for coordination and communication between TFCA practitioners, decision-makers, SADC structures and international partners.
• Fifteen projects on tourism development, combating poaching, climate change adaptation, community participation and fire management have been implemented in three TFCAs: /Ai-/Ais-Richtersveld Transfrontier Park (South Africa and Namibia), Lubombo TFCA (Mozambique, South Africa and Eswatini) and Malawi-Zambia TFCA (Malawi and Zambia).