Beschäftigungsförderung durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Moscheen

Employment promotion through energy efficiency and renewable energies in mosques

Projektdetails

  • Projektnummer:2014.4109.6
  • Status:laufendes Projekt
  • Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
  • Ansprechpartner:Veronique Hirner 
  • Partnerländer: Marokko

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Auf Basis des marokkanischen Programms Energieeffizienz in Moscheen sind Geschäfts- und Beschäftigungsmöglichkeiten in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien geschaffen.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    MEMDD Ministerium für Energie, Bergbau und nachhaltige Entwicklung

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Projektwert

  • Gesamtvorhaben :8 500 000  Euro
  • Aktuelles Projekt:8 500 000  Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekte

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekte

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben :06.11.2014 - 31.05.2021
  • Aktuelles Projekt:01.01.2015 - 31.05.2021

 

Kontakt

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projekt ist nicht auf PD/GG ausgerichtet bzw. lässt sich (noch) nicht einstufen
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjekt nicht auf Umwelt-/Ressourcenschutz gerichtet bzw. (noch) nicht zu kennzeichnen
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt birgt nachgewiesen kein Potenzial zur Förderung der Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungÜbergreifende Armutsbekämpfung auf Makro- und Sektorebene

CRS-Schlüssel

  • Energiepolitik und -verwaltung

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Verbreitung energieeffizienter Technologien zählen zu den obersten Prioritäten der marokkanischen Politik. Bislang werden Geschäfts- und Beschäftigungspotenziale in diesen Bereichen nicht voll ausgeschöpft. Viele Entscheidungsträger, potenzielle Kunden und die Bevölkerung kennen die Vorteile erneuerbarer Energien und die bestehenden Energiesparpotenziale nicht. Die Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen ist daher bislang gering. Fachkräfte sind zudem vielfach nicht ausreichend qualifiziert.

Mit dem Programm zur Entwicklung „Grüner Moscheen" will die marokkanische Regierung die Verbreitung energieeffizienter Technologien ankurbeln. Das Programm wurde 2014 vom Ministerium für Energie und dem Ministerium für religiöse Angelegenheiten, in Kooperation mit der staatlichen Energieinvestitionsgesellschaft und der marokkanischen Agentur für Energieeffizienz (AMEE), gestartet. Seit Anfang 2015 wird es von der GIZ, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), unterstützt.

Ziel

Marokkanische Unternehmen profitieren von neuen Marktchancen. Zusätzliche Arbeitsplätze für Fachkräfte sind vorhanden. Die Bevölkerung ist für die Vorteile von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien sensibilisiert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben „Grüne Moscheen" trägt mit einem dreiteiligen Ansatz nachhaltig zur marokkanischen Energiewende und zum Klimaschutz bei:

1. Senken des Energieverbrauchs von Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden

Im Rahmen von Energiesparverträgen übernehmen marokkanische Firmen die energetische Modernisierung von Gebäuden. Sie refinanzieren sich anschließend über die erzielten Energieeinsparungen, die der Gebäudemanager für eine vereinbarte Laufzeit an sie zahlt. Dadurch tragen die Unternehmen das finanzielle und technische Risiko des Projekts, schaffen sich aber gleichzeitig neue Marktchancen. Moscheen werden vor allem durch Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sowie mit LED-Beleuchtung energetisch modernisiert.

2. Sensibilisieren der Bevölkerung

In Sensibilisierungsworkshops zum Thema Islam und Energieeffizienz werden Imame und Mourchidas, weibliche Religionsgelehrte, über Möglichkeiten zum Energiesparen und zum Einsatz erneuerbarer Energien informiert. Neben den Workshops hat das Vorhaben eine Sensibilisierungskampagne für die Bevölkerung entwickelt.

3. Neue Beschäftigungschancen

Für Firmen werden Marktmöglichkeiten und Wettbewerbsfähigkeit verbessert und so neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitssuchenden wird erhöht, um vorhandene und neue Stellen erfolgreich besetzen zu können. Vor allem im Rahmen von Audits öffentlicher Gebäude, der Wartung der installierten Anlagen und des Monitorings der Energieeinsparungen sollen neue Arbeitsplätze entstehen.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Rahmen stehen für Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit in den Jahren 2014 bis 2021 bisher mehr als 300 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Wirkung

Die energetische Modernisierung der ersten 100 Moscheen wurde über eine öffentliche Ausschreibung an ein Firmenkonsortium vergeben, das für die Vertragslaufzeit von 5 Jahren 40 Prozent Energieeinsparungen garantiert. Die beiden größten Moscheen in Marrakesch, Moulay Yazid und Koutoubia, und eine Moschee im ländlichen Tadmamt wurden als Pilotprojekte mit LED-Beleuchtung, Photovoltaik und Solarthermie ausgestattet.

Fast 400 Imame, Mourchidas und Funktionäre des Religionsministeriums, darunter 94 Frauen, nahmen an den Sensibilisierungsworkshops des Vorhabens teil. Aus dem partizipativen Prozess entstand ein Leitfaden mit religiös abgeleiteten Argumenten für Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Er wird 2017 vom Religionsministerium an alle Imame und Mourchidas Marokkos verteilt.

Durch die intensive Beteiligung regionaler Akteure an einem Konsultationsprozesses konnten in vier Regionen Marokkos unterschiedliche Aktivitäten zur Beschäftigungsförderung durchgeführt werden. So wurden etwa Uniabsolventen und Mitarbeiter von Ingenieurbüros zur Durchführung von Energieaudits fortgebildet und anschließend bei der Jobsuche unterstützt. In einer Pilotmaßnahme in Marrakesch wurden 15 junge Arbeitssuchende darin geschult, Energiesparprojekte zu entwickeln und zu vermarkten. Bislang hat das Vorhaben 117 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und die Beschäftigungsfähigkeit von über 250 Personen erhöht.