Migration für Entwicklung II

Programme Migration for Development II

Projektdetails

  • Projektnummer:2015.2011.3
  • Status:laufendes Projekt
  • Zuständige Organisationseinheit: G210 Flucht, Migration, Rückkehr
  • Ansprechpartner:Dr. Ralf Sanftenberg 
  • Partnerländer: Migration und Entwicklung, Afghanistan, Albanien, Kamerun, Kolumbien, Ecuador, Ägypten, Äthiopien, Georgien, Ghana, Indonesien, Indien, Irak, Jordanien, Kenia, Marokko, Moldau, Mongolei, Nigeria, Nepal, Peru, Pakistan, Palästinensische Gebiete, Serbien, Senegal, Tunesien, Ukraine, Vietnam, Kosovo

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Der entwicklungsrelevante Beitrag von Migranten und Migrantinnen in ihren Herkunftsländern ist gestärkt und die Rahmenbedingungen für legale Migration sind in ausgewählten Herkunftsländern verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Projektwert

  • Gesamtvorhaben : 314 768 461  Euro
  • Aktuelles Projekt: 181 390 461  Euro

Kombifinanzierung

  • Agence Francaise d'Expertise Technique Internationale (AFETI/EF):  390 461 Euro

 

Vorgänger-Projekte

  • 2012.2002.9

    Migration für Entwicklung

Nachfolger-Projekte

  • 2020.2045.1

    Programm Migration für Entwicklung III

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben :30.12.2011 - 31.07.2023
  • Aktuelles Projekt:17.12.2015 - 30.11.2020

 

Kontakt

  • Projekt-Webseitewww.startfinder.de

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projekt ist nicht auf PD/GG ausgerichtet bzw. lässt sich (noch) nicht einstufen
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjekt nicht auf Umwelt-/Ressourcenschutz gerichtet bzw. (noch) nicht zu kennzeichnen
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt hat nachweislich positive Wirkung auf Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungAllgemeine entwicklungspolitische Ausrichtung

CRS-Schlüssel

  • Multisektorale Hilfe

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Weltweit verlassen immer mehr Menschen ihre Heimat: Ende 2018 lag die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten oder Verfolgung auf der Flucht waren, bei über 70 Millionen. Neben Krisen und Konflikten gibt es noch andere Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen. So finden sie zum Beispiel in ihren Herkunftsländern keine Perspektive für sich und ihre Familien und sehen häufig den einzigen Ausweg in einer Migration. Dabei würden die meisten von ihnen gerne in ihrer Heimat bleiben oder später dorthin zurückkehren und neu beginnen. Alle diese Menschen benötigen Orientierung über die Möglichkeiten in ihren Herkunftsländern sowie Unterstützung bei der Reintegration. Die informierte Rückkehr und Reintegration von Geflüchteten aus Deutschland sowie die Beratung der lokalen Bevölkerung mit Migrationswunsch wird bisher nicht ausreichend unterstützt.
Für diese Menschen schafft das Vorhaben seit Anfang 2017 bessere Startchancen in ausgewählten Herkunftsländern. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt das Vorhaben bei der Rückkehr und Reintegration. Dabei bildet das Programm „Migration für Entwicklung" einen Teil des BMZ-Programms „Perspektive Heimat".


Ziel

Die Perspektiven von Rückkehrer*innen, lokaler Bevölkerung und Binnenvertriebenen für die wirtschaftliche und soziale Teilhabe in ausgewählten Herkunftsländern sind verbessert.


Vorgehensweise

Unterstützungsangebote in Deutschland:
Im Mittelpunkt des Programms steht die individuelle Beratung – von der Vorbereitung in Deutschland bis hin zum Neustart im jeweiligen Herkunftsland. Um Interessierten bereits in Deutschland die relevanten Informationen zu vermitteln, werden über die Internetseite „Startfinder" alle wichtigen Informationen zu Beratungsangeboten und Perspektiven in den Herkunftsländern zielgruppengerecht zur Verfügung gestellt.
Außerdem arbeitet das Vorhaben eng mit Städten und Gemeinden in Deutschland zusammen. Es unterstützt Angebote von Wohlfahrtsverbänden und Sozialträgern zur Rückkehrberatung oder Schulungen. Coachings können zum Beispiel den Einstieg in den Arbeitsalltag oder eine weiterführende berufliche Bildung im Herkunftsland erleichtern.
In ausgewählten Kommunen und bei kirchlichen und sozialen Trägern wie Caritas oder AWO schlagen Reintegrations-Scouts eine Brücke zwischen der Rückkehrberatung in Deutschland und bestehenden Angeboten in den Herkunftsländern. Die Reintegrations-Scouts unterstützen die Beratungsstellen, indem sie Kontakte zu Anlaufstellen in den jeweiligen Ländern herstellen sowie zu Beschäftigungsperspektiven und Unterstützungsangeboten, wie etwa Existenzgründungen, Trainings oder Aus- und Weiterbildungen vor Ort informieren.
Darüber hinaus bietet die GIZ in Zusammenarbeit mit privaten Trägern – darunter die Ingenieurkammer Stuttgart, der Deutsche Volkshochschulverband, Social Impact und KIRON – Rückkehrenden Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung an. Zu den Angeboten zählen unter anderem Kurse für Bauingenieur*innen und diverse Handwerksberufe, Existenzgründertrainings, Fremdsprachen- und IT-Kurse sowie Online-Studiengänge.

Erfolgreicher Neustart im Herkunftsland:
Eine erfolgreiche Rückkehr beginnt somit bereits in Deutschland und wird mit Angeboten im Herkunftsland weiter begleitet. Um Menschen bei der Reintegration zu unterstützen, betreibt das Vorhaben gemeinsam mit nationalen Partner*innen Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration. Derzeit gibt es Zentren in Albanien, Kosovo, Serbien, Tunesien, Marokko, Irak, Nigeria, Ghana und Senegal. In Afghanistan wird eine Beratung in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) angeboten. Beratungszentren in Ägypten und Pakistan sind in Planung.
Die Beratungszentren bieten individuelle Beratung und Information zu Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, veranstalten Job- und Karrieremessen sowie Informationsveranstaltungen und bieten Bewerbungstrainings an. Neben der Beratung werden Interessierte werden auch in verschiedene Trainings, berufliche Qualifizierungen und psychosoziale Unterstützungsangebote vermittelt, mit denen sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können. Menschen, die sich selbstständig machen wollen, können Trainings und eine Förderung zur Existenzgründung erhalten.
Die Beratungszentren werden gemeinsam mit den jeweiligen nationalen Arbeitsverwaltungen und Arbeitsagenturen betrieben. Sie arbeiten zudem eng mit verschiedenen anderen Projekten, die die GIZ für die Bundesregierung umsetzt, der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft, internationalen Organisationen und Institutionen vor Ort zusammen. Dabei verfolgen sie einen breiten Beratungsansatz: Neben Rückkehrer*innen aus Deutschland und Drittstaaten richten sie sich auch an


Wirkungen

- Seit dem Start des Programms wurden in den Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration bereits rund 53.300 Beratungsgespräche geführt. Außerdem wurden – gemeinsam mit anderen Maßnahmen, die zum Programm „Perspektive Heimat" gehören – über 160.000 Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Davon waren rund 5.000 Maßnahmen zur Wiedereingliederung für Rückkehrer*innen aus Deutschland.
- Mehr als 102.000 Menschen fanden mit Unterstützung von „Perspektive Heimat" einen Job oder wurden bei ihrer Existenzgründung unterstützt.
- Insgesamt hat das Programm rund 404.800 Perspektiven für Menschen geschaffen.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

More and more people all over the world are leaving their homes. At the end of 2018, the number of people fleeing from war, conflicts or persecution was more than 70 million. In addition to crises and conflicts, there are also other reasons for people to leave their home countries. For example, they see no prospects for themselves or their families in their countries of origin and often feel that migration is their only option. Most would actually prefer to stay in their home country or return later and start over again. All of these individuals need advice about the opportunities in their countries of origin and sup-port with reintegration. Up to now, adequate information regarding the return and reintegration of dis-placed persons from Germany and advice for local people wishing to migrate has not been supported sufficiently.
The programme has been creating better opportunities for a fresh start for these people in selected countries of origin since the beginning of 2017. On behalf of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), the programme is assisting with their return and reintegration. The Migration for Development programme is part of BMZ’s Returning to New Opportunities programme.


Goal

The prospects for economic and social participation in selected countries of origin are improved for returning migrants, the local population and internally displaced persons.


Methodolgy
Assistance available in Germany:

The programme focuses on individual advice – from preparation in Germany to a new start in the country of origin. In order to provide those interested in returning with the appropriate information while they are still in Germany, all the essential information on advisory ser-vices and prospects in the countries of origin can be found on the Startfinder website and is tailored to the specific target group.

The programme is also working closely with towns and communities in Germany. It supports services provided by charities and social agencies that offer training courses or advice on returning. Coaching sessions can make it easier to enter the world of work or take up further vocational training in their country of origin, for example.

In selected municipalities and at church and social agencies such as Caritas or the German Workers’ Welfare Association (AWO), reintegration scouts provide a link between returnee advice in Germany and existing services in the countries of origin. The reintegration scouts support the advice centres by establishing contacts in each country and by providing information on employment prospects and local support services, such as guidance on starting up a business or vocational education and training.

In cooperation with private sector organisations, including the Chamber of Engineers in Stuttgart, the German Adult Education Association, the non-profit organisation Social Impact and the social start-up Kiron Open Higher Education, GIZ also offers returnees the oppor-tunity to participate in courses to gain professional qualifications. They include courses for civil engineers and various skilled trades, business start-up training, foreign language and IT courses, and online degree programmes.

A successful fresh start in the country of origin:

A successful return therefore begins in Germany and is supported with services in the country of origin. To support people during reintegration, the programme is working together with national partners to operate advisory centres for jobs, migration and reintegration. There are currently centres in Albania, Ghana, Iraq, Kosovo, Morocco, Nigeria, Senegal, Serbia and Tunisia. Advisory services are offered in Afghanistan in cooperation with the International Organization for Migration (IOM). Advisory centres in Egypt and Pakistan are currently being planned.

The advisory centres offer individual advice and information on training and employment options, organise job and career fairs, hold information events, and offer job application training. As well as providing advice, the programme offers a range of courses, vocational training measures and psychosocial support services that enable interested parties to improve their chances on the labour market. People who opt for self-employment can benefit from training and support for starting up a business.

The programme is operating the advisory centres together with the respective national labour administration authorities and employment agencies. Moreover, they are working in close collaboration with various other projects that GIZ is implementing for the German Govern-ment, with civil society, with the private sector, with international organisations and with local institutions. They are taking a broad advisory approach, focusing not only on those returning from Germany or third countries, but also on internally displaced persons and the local population, allowing them to obtain advice on employment opportunities in the country concerned, on the requirements for regular migration and on the risks of irregular migration.


Effects

- Since the programme was launched, around 53,300 advisory sessions have already been held in the advice centres for jobs, migration and reintegration. In addition, together with other measures in the Returning to New Opportunities programme, more than 160,000 edu-cation and qualification measures have been implemented. Around 5,000 of these were measures for reintegrating those returning from Germany.
- With the support of the Returning to New Opportunities programme, more than 102,000 people have found work or received assistance in starting up their own businesses.
- In total, the programme has created prospects for around 404,800 people.