Globalvorhaben Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherung

Soil protection and rehabilitation for food security

Project details

  • Project number:2014.0156.1
  • Status:laufendes Projekt
  • Responsible Organisational unit: G520 Nachhaltige Landnutzung
  • Contact person:Dr. Anneke Trux
  • Partner countries: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Burkina Faso, Benin, Ethiopia, India, Kenya

Summary

  • Objectives:

    Nachhaltige Ansätze zur breitenwirksamen Förderung von Bodenschutz und Rehabilitierung degradierter Böden sind in ausgesuchten Partnerländern umgesetzt
  • Client:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
  • Project partner:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Financing organisation:

    not available

Project description (DE)

Ausgangsituation:
Böden sind eine nicht erneuerbare und nicht vermehrbare Ressource. Übernutzung oder falsche Nutzung der Böden führen zu Nährstoffverarmung, Erosion und anderen Formen der Degradation. Der Klimawandel verstärkt diese Dynamik, zum Beispiel durch Dürreperioden oder vermehrten Starkregen in manchen Weltregionen. Pro Jahr werden auf diese Weise weltweit rund sechs Millionen Hektar Boden zerstört, das entspricht etwa der zweifachen Fläche Belgiens. Konkret verringert sich die Produktivität der Böden, sodass die landwirtschaftlich nutzbare Fläche abnimmt. Gleichzeit aber steigt die Zahl der Menschen, die ernährt werden müssen. Dies führt zu enormem Druck auf die noch vorhandenen Acker- und Weideflächen.

Vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Entwicklungsländern erleben die Folgen dieser Entwicklung unmittelbar, denn die Bodendegradierung hat direkte Auswirkung auf ihr Einkommen und ihre Ernährung. Konnte eine Familie vor einem Jahrzehnt vielleicht noch drei Hektar Maniok anpflanzen, so kann sich die nutzbare Anbaufläche heute schon halbiert haben – und damit auch die Ernte.

Trotzdem erhält der Bodenschutz in vielen Ländern nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Politische Institutionen greifen das Thema oftmals nicht adäquat auf. Außerdem fehlen wirtschaftliche Anreize für Firmen oder Kleinbäuerinnen und -bauern, damit sie Böden nachhaltig – also schonend und umweltfreundlich – nutzen. Gute Praxisbeispiele für eine nachhaltige Landnutzung, die erprobte Technologien nutzen, gibt es bereits. Leider ist die Verbreitung schwierig. Und so fehlt den Kleinbauern das Wissen oder das Geld, manchmal beides, um solche bodenschonenden Anbaumethoden in ihren Kleinbetrieben anzuwenden. Landwirtschaftliche Beratungsdienste, die es in vielen Entwicklungsländern gibt, sind technisch schlecht ausgestattet und die verantwortlichen Akteure oftmals nicht gut ausgebildet, um das Wissen über Bodenrehabilitierung und Bodenerhalt zu verbreiten.

Auch der Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln ist ein Problem in vielen ländlichen Gebieten. Um Böden wieder nutzen zu können, sind vielfach hohe Investitionen erforderlich. Doch in der Regel verfügen weder die Landwirte und Agrarbetriebe noch die jeweiligen Regierungen über die nötigen finanziellen Ressourcen.

Ziel:
Nachhaltige Ansätze, um Bodenschutz und Rehabilitierung degradierter Böden zu fördern, sind in fünf Partnerländern bekannt gemacht und umgesetzt.

Vorgehensweise:
Das Programm arbeitet in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien sowie Kenia und stimmt sich vor Ort mit den zuständigen Ministerien ab. Um schnellere Erfolge zu erzielen, ist das Programm jeweils an bestehende bilaterale Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit angebunden.

Das Programm fördert einen nachhaltigen Ansatz der Landnutzung. Dieser Ansatz beruht im Wesentlichen auf der aktiven Teilnahme und Teilhabe der betroffenen Kleinbäuerinnen und -bauern, die Hauptzielgruppe sind. Aber auch weitere Akteure aus dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft sowie von staatlichen Stellen sind an den Maßnahmen beteiligt. In Kenia und Burkina Faso implementieren wir mit der deutschen Consulting-Wirtschaft (GOPA). Weitere großvolumig Finanzierungsverträge zur Umsetzung mit Partnern wurden in verschiedenen Ländern abgeschlossen (z.B. NABARD, WOTR, FES und BAIF in Indien, AFC und ODI in Äthiopien/Afar, HUNGER Projekt e.V. in Benin, WHH in Kenia). Darüber kooperiert das Programm mit den internationalen Agrarforschungszentren in der anwendungsorientieren Wissenschaft (CIAT, CIMMYT, ICRISAT, TEAGASC, Uni Bern). Aktivitäten mit der Zielgruppe erfolgen partizipativ, werden also gemeinsam geplant und umgesetzt. Ziel ist, die Selbsthilfekapazitäten der Kleinbäuerinnen und -bauern unmittelbar zu stärken. Diese Stärkung erfolgt dadurch, dass die Landwirtinnen und Landwirte Unterstützung dabei erhalten, bewährte Praktiken des Bodenschutzes zu nutzen.

Nichtstaatliche Akteure sind ein wichtiger Teil fachlicher Wissensnetzwerke, die ebenfalls durch das Programm gefördert werden. Sie bringen über ihre Fachleute entsprechendes Wissen ein. Hier spielen vor allem die Wissenschaft und die Begleitforschung der Programme eine zentrale Rolle.

Auf politischer Ebene berät das Vorhaben die Partnerregierungen bei der Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Die Regierungen müssen Anreize für Landwirtinnen und Landwirte sowie kleinere Betriebe schaffen, damit diese eine nachhaltigere Bodennutzung verfolgen. Zur Unterstützung dieser nationalen Aktivitäten organisiert das Programm internationale Foren, die dem systematischen Austausch von Lernerfahrungen dienen.

Wirkung:
Insgesamt sind bisher circa 48.000 ha Bodenfläche rehabilitiert oder geschützt worden. Mit einer Laufzeit bis September 2021 plant das Vorhaben 164.000ha zu erreichen. Auf den behandelten Flächen sollen die Erträge um über 26% steigen, was am Beispiel von Hauptanbaukulturen des jeweiligen Landes gemessen wird.
Wir arbeiten zivilgesellschaftlichen Organisationen in der landwirtschaftlichen Beratung und stärken gemeinsam soziale Organisationen auf der lokalen Ebene.
Weiterhin arbeitet das Programm daran, Bodenschutz und Rehabilitierung in relevanten nationalen Politiken zu verankern. Durch Politikberatung werden nachhaltig Strategien und Anreizmechanismen mit unseren Partnern gestaltet, die Landdegradation abbauen und vermeiden. Durch einen konsequenten Einbezug der Wissenschaft sowie die Förderung der nationalen und internationalen Vernetzung unserer Partner, verhelfen wir dem Thema Bodenschutz zu Sichtbarkeit auf der globalen Agenda.
 

Project description (EN)

Context
Soil is a non-renewable and non-replicable resource. Overuse and inappropriate use of soil result in nutrient depletion, erosion and other forms of degradation. Climate change exacerbates these effects, for example through periods of drought and increased heavy rainfall in some regions of the world. Every year around six million hectares of soil are destroyed in this way worldwide, which corresponds to an area roughly twice the size of Belgium. Soil productivity declines, reducing the area available for agricultural use. At the same time, however, the number of people who have to be fed is rising. This places enormous pressure on the arable and grazing land still available.

These developments have immediate consequences, in particular for smallholders in developing countries, because soil degradation impacts directly on their income and diet. A decade ago, a family might have been able to cultivate three hectares of cassava, but today the usable area will have shrunk to half that – and with it the size of the harvest.

Yet in many countries too little attention is given to the issue of soil protection. Political institutions often do not tackle the topic on a sufficient scale. Furthermore, there is a lack of economic incentives for firms and small-scale farmers to use the soil sustainably – that is, in an environmentally friendly manner that conserves it. There are already many good practical examples of sustainable land use, which draw on tried-and-tested technologies. Unfortunately it is difficult to disseminate them. And so the smallholders lack either the knowledge or the money – and sometimes both – to apply soil-conserving cultivation methods in their small-scale enterprises. Agricultural extension services – which exist in many developing countries – are poorly equipped, and those responsible for providing advice often do not have enough training to spread knowledge about soil rehabilitation and conservation.

Access to agricultural supplies is an additional problem in many rural areas. In many cases high levels of investment are required to make the soil usable again. Yet for the most part, neither the farmers and agricultural enterprises nor their governments have the necessary financial resources available.

Objective
Sustainable approaches to promoting soil protection and rehabilitation of degraded soil are shared and implemented in five partner countries.

Approach
The programme works in Benin, Burkina Faso, Ethiopia, India and Kenya, and coordinates its activities locally with the ministries responsible. To accelerate its success, in each country the programme is linked in with existing bilateral programmes run by German development cooperation actors.

The programme promotes a sustainable approach to land use. This approach is largely based on the active participation and involvement of the smallholders concerned, who represent the main target group. But other players from the private sector, civil society and government offices are also involved in the measures. In Kenya and Burkina Faso we implement with German consulting companies (GOPA/ AFC). Other significant financing agreements for implementation with partners were concluded in several countries (for example NABARD, WOTR, FES and BAIF in India, AFC and ODI in Ethiopia/ Afar, Hunger Project e.V. in Benin and WHH in Kenya). Additionally the programme cooperates with the international (agricultural) research in applied science (CIAT, CIMMYT, ICRISAT, TEAGASC, University of Bern).

Activities are run on a participatory basis, which means the target group is involved in planning and implementation. The objective is to directly strengthen the smallholders’ capacity to help themselves. This is achieved by giving the farmers support in applying proven soil protection practices.

Non-governmental players form an important part of the technical knowledge networks, which are also promoted by the programme. Their experts contribute relevant knowledge. Here a key role is played above all by the academic and research community and accompanying research carried out within the programme.

At the political level the programme advises the partner governments on improving the general political conditions. The governments have to create incentives for farmers and smaller enterprises to use the soil in more sustainable ways. To support these national activities, the programme organizes international forums that encourage the participants to share lessons learned.

Results:
In total, around 48,000 hectares of soils have been rehabilitated or protected so far. With a running period until September 2021, the programme plans to reach 164.000 hectares. In the treated areas, yields are expected to rise by more than 26%, which is measured using the example of main staple crops.
We work with civil society organizations in agricultural extension and strengthen common social organizations at the local level.
Furthermore, the programme is working to anchor soil protection and rehabilitation in relevant national policies. Through policy advice, strategies and incentive mechanisms are designed with our partners in such way to reduce and prevent land degradation. The consistent inclusion of science and the promotion of national and international networking of our partners, we help to lever the visibility of soil protection on the global agenda.
 

Project value

  • Total financial commitment: 109 552 927  Euro
  • Financial commitment for this project number: 109 552 927  Euro

Cofinancing

  • Bill & Melinda Gates Foundation: 1 285 115 Euro

Term

  • Entire project:21.11.2014 - 31.12.2022
  • Actual project:21.11.2014 - 31.12.2022

Previous projects

  • not available

Follow-on projects

  • not available

 

Contact

  • Project websitesnot available

 

Policy markers

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projekt ist nicht auf PD/GG ausgerichtet bzw. lässt sich (noch) nicht einstufen
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjektziel-Ebene: Projekt zielt vor allem auf Umwelt- und/oder Ressourcenschutz
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt hat nachweislich positive Wirkung auf Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungSelbsthilfeorientierte Armutsbekämpfung

CRS code

  • Landwirtschaftspolitik und -verwaltung