Globalvorhaben Bodenschutz und Bodenrehabilitierung für Ernährungssicherung

Soil protection and rehabilitation for food security

Projektdetails

  • Projektnummer:2014.0156.1
  • Status:laufendes Projekt
  • Zuständige Organisationseinheit: G520 Ländliche Entwicklung
  • Ansprechpartner:Dr. Anneke Trux 
  • Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Burkina Faso, Benin, Äthiopien, Indien, Kenia, Madagaskar, Tunesien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Ansätze zu nachhaltigem Bodenschutz und Bodenrehabilitierung sind in ausgewählten Partnerländern breitenwirksam umgesetzt

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Projektwert

  • Gesamtvorhaben :206 731 596 Euro
  • Aktuelles Projekt:206 731 596 Euro

Kombifinanzierung

  • Europäische Union (EU): 8 000 000Euro

  • Bill & Melinda Gates Foundation: 2 963 784Euro

 

Vorgänger-Projekte

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekte

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben :21.11.2014 - 30.04.2026
  • Aktuelles Projekt:21.11.2014 - 30.04.2026

Sonstige Beteiligte

  • ARGE ECO-GOPA
  • Arge GFA Consulting Group GmbH-SustaiNET
  • Arge GOPA-AFC-ACTS-ADCL
  • Arge Gopa-AFC
  • GFA Consulting Group GmbH
  • ICON-Institut GmbH

 

Kontakt

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projektergebnis-Ebene: Projektkomponente zielt auf PD/GG
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjektziel-Ebene: Projekt zielt vor allem auf Umwelt- und/oder Ressourcenschutz
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt hat nachweislich positive Wirkung auf Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungSelbsthilfeorientierte Armutsbekämpfung

CRS-Schlüssel

  • Landwirtschaftspolitik und -verwaltung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangsituation:
Die Entstehung von Böden benötigt Jahrtausende. Gleichzeitig ist dieser Rohstoff endlich. Eine Übernutzung kann zur Nährstoffverarmung und Verlust von Bodensubstanz bis hin zur vollständigen Zerstörung führen. Der Klimawandel verstärkt diese Dynamik, zum Beispiel durch Dürreperioden oder vermehrten Starkregen. Pro Jahr werden auf diese Weise weltweit rund zehn Millionen Hektar Boden zerstört, das entspricht etwa einem Drittel der Fläche Deutschlands. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche nimmt ab, gleichzeitig aber steigt die Zahl der Menschen, die ernährt werden müssen.
Vor allem Kleinbäuerinnen und -bauern in Entwicklungsländern erleben die Folgen unmittelbar. Die sogenannte Bodendegradierung hat direkte Auswirkung auf ihr Einkommen und ihre Ernährung. Konnte eine Familie vor einem Jahrzehnt vielleicht noch drei Hektar Maniok anpflanzen, so kann sich die nutzbare Anbaufläche heute schon halbiert haben – und damit auch der Umfang und die Qualität der Ernte.
Böden sind außerdem, nach den Ozeanen, der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde. In ihnen befindet sich mehr CO2 als in allen Wäldern und der Atmosphäre zusammen. Bodendegradierung setzt jedoch große Mengen CO2 aus Böden frei. Jedes Jahr gehen rund 24 Milliarden Tonnen Boden allein über Abtragung verloren, zum Beispiel durch Wind und Wetter oder Wasser. Das hat massive Folgen für Landwirtschaft und Klima. Während Kohlenstoff als organische Materie in Böden zentral für deren Fruchtbarkeit ist, verstärkt es als CO2 in der Atmosphäre die Erderwärmung.

Gute Praktiken für eine nachhaltige Landnutzung sind bekannt. Sie sind wirtschaftlich sinnvoll. Trotzdem werden sie nur auf begrenzten Flächen angewandt. Die Verbreitung dieser Praktiken ist schwierig. Bodenschutz erhält in vielen Ländern nicht die notwendige politische Aufmerksamkeit. Die zuständigen Institutionen greifen das Thema oftmals nicht angemessen auf. Daher fehlen Anreize wie zum Beispiel sichere Landrechte für landwirtschaftliche Betriebe, damit sie Böden schonend und umweltverträglich nutzen. Vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verfügen häufig nicht über das Wissen um bodenschonende Anbaumethoden auf ihren Flächen anzuwenden oder ihnen fehlt das Geld für anfängliche Investitionen.


Ziel:
Ansätze zu dauerhaftem Bodenschutz und der Rehabilitierung von Böden sind in ausgewählten Partnerländern breitenwirksam umgesetzt.


Vorgehensweise:
Das Programm stimmt sich in den Einsatzländern mit den zuständigen Ministerien ab. Es fördert nachhaltige Landnutzung, vor allem durch eine Teilhabe der betroffenen Kleinbäuerinnen und -bauern. Diese sind die primäre Zielgruppe und erhalten Beratung in agrarökologischen Praktiken. Solche Praktiken tragen dazu bei, organische Substanz (Humus) aufzubauen sowie die Fruchtbarkeit und die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, zu erhöhen. Der unmittelbare Vorteil sind steigende Erträge. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessern damit ihre Ernährungssituation und erschließen sich neue Einkommensquellen.

Neben kleinbäuerlichen Betrieben und den zuständigen staatlichen Stellen sind weitere Akteure aus der Wissenschaft, der privaten Wirtschaft, der Zivilgesellschaft sowie von staatlichen Stellen an den Maßnahmen beteiligt.

Das Programm berät die Partnerregierungen bei der Verbesserung von politischen und institutionellen Rahmenbedingungen. Die Regierungen müssen Anreize für Landwirtinnen und Landwirte schaffen, damit diese eine schonendere Landnutzung praktizieren. Zur Unterstützung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs organisiert das Programm nationale und internationale Foren, bei denen die betroffenen Akteure zusammenkommen.

Über ein Klimamonitoringsystem werden die Beiträge des Bodenschutzes zu Klimaanpassung und Minderung gemessen. Dies ist ein erster Schritt, um über Klimafinanzierungen Bodenschutz zu fördern.


Wirkung:
- Das Programm konnte seit Beginn knapp 166.000 Hektar Land schützen oder wieder nutzbar machen. Damit stehen etwa eine Viertelmillion Fußballfelder wieder einer produktiven Landwirtschaft zur Verfügung.
- Auf dieser Fläche erzielten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern durchschnittlich 40 Prozent höhere Erträge. Die Ernährungssituation von fast 1,8 Millionen Menschen wird so verbessert. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
It takes millennia for soils to form. At the same time, this raw material is finite. Overexploitation can result in nutrient depletion and soil erosion, and even to complete destruction. Climate change exacerbates these effects, for example through periods of drought or more frequent heavy rainfall. Every year, some ten million hectares of soil are destroyed in this way worldwide, which corresponds to an area around one third of the size of Germany. The amount of land available for agricultural use is shrinking, while at the same time the number of people that require food is rising.

These developments have immediate consequences, in particular for smallholders in developing countries, because soil degradation has direct impacts not only on their income, but also on their food situation. A decade ago, a family might have been able to cultivate three hectares of cassava, but today the usable area will already have shrunk by half – and with it the size and quality of the harvest.

Soil is the second-largest carbon store on Earth after the oceans. Together, they contain more CO2 than all of the forests and the atmosphere together. Soil degradation, however, releases large quantities of CO2 from the soil. Every year, some 24 billion tonnes of soil are lost simply through erosion, for example by wind and weather, or water. This has massive consequences for agriculture and the climate. While carbon as an organic material in the soil is vital to the latter’s fertility, in the form of CO2 in the atmosphere, it exacerbates global warming.

Best practices for sustainable land use are well known and are economically viable. Despite this, they are applied only to a limited area. Disseminating these practices is difficult. In many countries, soil protection does not receive the political attention it needs. The responsible institutions often fail to tackle the issue in an appropriate manner. As a result, there is a lack of incentives, such as secure land rights for agricultural enterprises, to ensure that they use soils in a resource-friendly and sustainable way. Smallholders in particular frequently lack the know-how to apply soil-friendly farming methods to their land, or the money for initial investments.

Objective
Approaches to promoting lasting soil protection and rehabilitation are implemented and shared in selected partner countries.

Approach
The programme works in coordination with the relevant ministries in the partner countries. It promotes sustainable land use, based in particular on the involvement of the affected smallholders. These are the primary target group and receive advice on agroecological practices. These practices help in building up organic matter (humus), as well as in enhancing fertility and the soil’s capacity to absorb water. The immediate advantage is rising yields. This improves the food situation of smallholders and opens up new sources of income.

Besides small farming businesses and the relevant state institutions, other players from the academic and research communities, the private sector and civil society, as well as from other state bodies, are involved in these measures.

The programme advises the partner governments on how to improve the political and institutional framework. The governments need to create incentives for farmers to use land in a more sustainable way. To support the sharing of knowledge and experience, the programme organises national and international forums where the relevant stakeholders can meet.

The contributions of soil protection to climate change adaptation and mitigation are measured using a climate monitoring system. This is a first step towards promoting soil protection through climate finance.

Results:
Since its inception, the programme has protected or rehabilitated nearly 166,000 hectares of land. An area equivalent in size to around a quarter of a million football pitches has thus been returned to productive agriculture.
The yields achieved by smallholders on this land have been 40 per cent higher on average. This has improved the food situation of nearly 1.8 million people.