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Im Afrika-Geschäft auf junge, afrikanische Talente setzen

Wer versteht afrikanische Märkte besser als afrikanische Nachwuchsführungskräfte? Die GIZ bringt Unternehmen im Rahmen eines Stipendienprogramms direkt mit ihnen zusammen.

Drei der Stipendiaten machen ein Selfie mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue. Alle grinsen ins Smartphone.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier posiert mit drei der AFRIKA KOMMT! Stipendiaten für ein Selfie.

Berlin, 22. Oktober 2026. Festlich gekleidete Stipendiat*innen versammeln sich im Schloss Bellevue, wo Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den 14. Jahrgang der Unternehmensinitiative AFRIKA KOMMT! persönlich verabschiedet. Nach einer spannenden Zeit in Deutschland beginnt nun der nächste Karriereschritt für die afrikanischen Nachwuchstalente. Das Stipendium ist ein Gewinn für alle Seiten: für die Stipendiat*innen, die Partnerunternehmen und Deutschland.

Ein Geschäftsmodell, kein Sponsoring

Im Auftrag großer deutscher Unternehmen bringt die GIZ seit 2008 afrikanische Nachwuchsführungskräfte und die deutsche Wirtschaft zusammen. Die beteiligten Firmen finanzieren die Initiative selbst und investieren damit in Menschen, die wichtige Kontakte mitbringen und den afrikanischen Markt kennen.

Aufbauend auf einem Deutschkurs und begleitet von mehreren Managementtrainings folgt für die Stipendiat*innen eine achtmonatige praktische Phase im Partnerunternehmen. Ziel ist, dass die Nachwuchsführungskräfte anschließend mit neuen Einblicken in den afrikanischen Arbeitsmarkt zurückkehren. Einige erhalten auch Arbeitsverträge in Deutschland und gestalten von dort die Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika.

"Junge, gut ausgebildete Managementtalente in Deutschland weiterzubilden und tiefgreifend mit Prozessen und Strukturen der aufnehmenden Firma vertraut zu machen, bietet uns zahlreiche Vorteile."

Jens Papperitz, Bereichsleiter Vertrieb für Lateinamerika, Naher Osten und Afrika bei B.Braun

Investition in Menschen

Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit konkret aussieht, zeigt der Werdegang von Petty Tanghanwaye. Der Togolese bewarb sich 2015 für ein AFRIKA KOMMT! Stipendium beim Medizintechnologieunternehmen B. Braun. Schon während dieser Zeit begann er gemeinsam mit Kolleg*innen, ein Konzept für den westafrikanischen Markt zu entwickeln. 2019 eröffnete B. Braun in Ghanas Hauptstadt Accra ein eigenes Büro – mit Tanghanwaye als Leiter. Heute steuert er als Geschäftsführer von B. Braun Medical Ghana ein Team, das über mehrere westafrikanischen Länder verteilt ist.

Ein Erfolg bleibt selten allein

Der Nutzen einer Partnerschaft mit AFRIKA KOMMT! liegt für Unternehmen selten nur im einzelnen Erfolg, sondern in dem, was daraus weiterwächst. So initiierte Tanghanwaye beispielsweise zudem ein gemeinsames Projekt der GIZ mit B. Braun und weiteren Unternehmen wie Delft Imaging, Dräger und Sysmex mit, das die Ausbildung biomedizinischer Ingenieur*innen in Ghana fördert. Seit 2023 unterstützt das Projekt modernisierte Praxislabore an Universitäten in Ghana. Unternehmen profitieren doppelt: Sie erhalten besser ausgebildetes Fachpersonal in einem Markt, den sie erschließen wollen und gleichzeitig verstärken sie die Bindung an lokale Institutionen.

Petty Tanghanwaye und Hannah Bäumgen (B.Braun SE) beim Projektbesuch des develoPPP-Projekts im Rahmen der AFRIKA KOMMT! Exposure Tour für AK!-Partnerunternehmen nach Ghana 2025
Petty Tanghanwaye und Hannah Bäumgen (HR Business Partner bei B.Braun SE) beim Projektbesuch eines Praxislabors zur Ausbildung biomedizinischer Ingenieur*innen in Accra, Ghana.

Langfristiger Gewinn

Dieses Beispiel steht für ein wiederkehrendes Muster bei AFRIKA KOMMT!. Unternehmen erhalten dank der Stipendiat*innen Marktwissen, das sich von Deutschland aus kaum erschließen lässt, tragfähige Netzwerke vor Ort und Impulse für zukünftige Investitionen. 

Seit der Gründung haben mehr als 400 Stipendiat*innen aus rund 30 afrikanischen Ländern die Initiative durchlaufen. Für die beteiligten Unternehmen ist die Teilnahme an AFRIKA KOMMT! eine strategische Investition in Nachwuchsführungskräfte, die afrikanische Märkte mitgestalten und in Partnerschaften, die über die Stipendienlaufzeit hinausreichen.

"Im Gegensatz zu Direktrekrutierung vor Ort schafft AFRIKA KOMMT! eine enorm hohe Loyalität und Identifikation mit Unternehmen und Marke, was eine langfristige Karriereplanung ermöglicht."

Jens Papperitz, Bereichsleiter Vertrieb für Lateinamerika, Naher Osten und Afrika bei B.Braun
Ein Gruppenfoto zeigt viele Personen vor einer blauen Wand
Gruppenfoto der Verabschiedung der Stipendiat*innen des 14. AFRIKA KOMMT! Jahrgangs im Bundespräsidialamt.
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