Mit E-Bussen und neuen U-Bahnen: Wir bewegen Städte neu
Emissionsarme und inklusive Mobilität funktioniert auch in den rasant wachsenden Weltstädten des Globalen Südens. Das beweist die Transport and Urban Mobility Initiative (TUMI). Zum zehnjährigen Jubiläum blickt die Initiative auf Erfolge in 120 Städten zurück und läutet das nächste Kapitel ein: mehr Verkehr auf die Schiene.
Zufrieden stellt A. Javed seinen Bus auf dem Hof ab. Der 25-jährige Busfahrer aus Bengaluru, der viertgrößten Stadt Indiens, denkt nur ungern an die Zeit zurück, als er noch Diesel fuhr: „Wegen der Abgase waren die alten Fahrzeuge eine Belastung für andere Menschen auf der Straße.“ Jetzt sieht er den Unterschied, den die modernen Busse für seine Stadt bedeuten. Die Luft ist messbar sauberer geworden.
Elektrisch auf Erfolgskurs
Javed steuert einen von knapp 1.800 Elektrobussen in Bengaluru. Auf den Straßen von Indiens Technologiemetropole spart ihr Betrieb täglich rund 140 Tonnen CO2 ein. Bengaluru ist eine von weltweit 120 Partnerstädten in einem von der GIZ geleiteten Netzwerk. Insgesamt haben wir seit 2021 bei der Anschaffung von 100.000 E-Bussen unterstützt.
Die Vereinten Nationen schätzen, dass Städte bis zu 75 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verursachen. Für die aufstrebenden Zentren des Globalen Südens besteht die Chance, die Weichen frühzeitig auf Klimaschutz zu stellen. Finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und mit neun weiteren Partnern treiben wir die Verkehrswende voran.
Türöffner für nachhaltige Investitionen
Damit mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen, ist ein attraktives und inklusives Angebot wichtig. 40 Städte haben wir bei der Entwicklung von Konzepten für zuverlässigen und innovativen Nahverkehr unterstützt. Daraus sind Folgeinvestitionen von über fünf Milliarden Euro entstanden. Beispielsweise in São Paulo: Hier profitieren 500.000 Fahrgäste und das Klima von der Modernisierung zweier U-Bahn-Linien. Mit im Projekt stecken Signaltechnik von Siemens Mobility und Bremsen von Knorr-Bremse – so füllt das Projekt in Brasilien auch die Auftragsbücher deutscher Unternehmen.
Neue Partnerschaften für regionale Mobilität
Nun geht die Initiative auf die Schiene. TUMI-Projektmanager Jens Giesdorf sagt: „Immer mehr Menschen bewegen sich über Stadtgrenzen hinweg. Allein in Afrika wird sich die städtische Bevölkerung bis 2050 verdoppeln. Daher wollen wir durch unser Netzwerk und unsere Erfahrung neue Partnerschaften für eine starke Schiene ermöglichen.“ Der Dialog zwischen europäischen und afrikanischen Vertreter*innen der Eisenbahnindustrie auf der InnoTrans 2026, der international führenden Messe für Verkehrstechnik, ist dafür ein erster Schritt.