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Von Kolumbiens Küste bis Armeniens Felder – lokale Ideen stärken den Klimaschutz weltweit

Menschen vor Ort schützen das Klima und die Biodiversität. Ihre Ideen unterstützt die GIZ über die Internationale Klimainitiative.

Alte Netze fischen wie Geister weiter

Nelly Ibargüen atmet tief durch, zieht ihre Taucherbrille über den Kopf und taucht in das türkisfarbene Wasser vor der Küste Kolumbiens. Als sie wieder auftaucht, wirft sie Angelhaken, abgerissene Netzteile und andere Angelutensilien ins Boot. Die Überreste von Fischereiausrüstung angeln wie Geister vor der Küste allein weiter. Das sogenannte Geisterfischen gefährdet nicht nur die Tierbestände und die marine Biodiversität, sondern auch die vom Fischfang abhängigen Menschen. 

Deshalb hat die lokale Bevölkerung die Initiative „Beschützer der Meere“ ins Leben gerufen, die mit zertifizierten Taucherinnen und Tauchern verlorene Fischernetze und andere Fischereigeräte aus dem Wasser bergen und das Geisterfischen stoppen. Nelly Ibargüen ist eine von ihnen:  "Ich bin hierhergekommen, um meinen Beitrag für diese wehrlosen Arten im Meer zu leisten", sagt sie. „Wenn wir die felsigen Riffe säubern, sichern wir auch unsere eigene Lebensgrundlage." 

Nelly Ibargüen ist Taucherin für die "Beschützer der Meere".
Nelly Ibargüen ist Taucherin für die "Beschützer der Meere".

Biodiversität braucht Schutz weltweit

Die Initiative wird aus Deutschland finanziell unterstützt – und zwar durch das Förderprogramm „IKI Small Grants". Das ist ein Teil der Internationalen Klimainitiative (IKI), mit der die deutsche Bundesregierung, genauer das Umweltministerium (BMUKN), Umwelt- und Klimaschutzprojekte in anderen Ländern fördert. Das Programm gibt kleinen, örtlichen Gruppen Geld für wirksame Projekte zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt. Denn Klimawandel und Biodiversitätsverlust machen nicht an Landesgrenzen halt. Sie erfordern gemeinsames Handeln weltweit. Umgesetzt werden die IKI Small Grants von der GIZ.

Und das mit Erfolg: Die „Guardians of the Sea" also die "Beschützer der Meere“ sind eine von über 200 Projektideen aus mehr als 60 Ländern, die die GIZ über IKI Small Grants in den letzten sieben Jahren unterstützt hat.  Rund 70.000 Menschen konnten dadurch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel stärken – 55 Prozent davon sind Frauen, 25 Prozent gehören indigenen Gemeinschaften an. Durch die Projekte sind außerdem 108.000 Hektar Land- und Meeresökosysteme besser geschützt, wiederhergestellt oder heute nachhaltiger bewirtschaftet – eine Fläche, die doppelt so groß ist wie der Bodensee.

Unter der Agriphotovoltaik-Anlage wachsen Brombeeren.
Die Agriphotovoltaik-Anlage spendet Schatten für Brombeeren.

Klimaschutz und Wirtschaft zusammendenken

Klimaschutz bedeutet nicht automatisch Verzicht oder wirtschaftliche Nachteile. Das zeigt ein Beispiel aus Armenien: Dort konkurrieren dringend benötigte Solaranlagen mit landwirtschaftlich genutzten Flächen. In Jermuk aber wird die Energieerzeugung einfach mit der Nahrungsmittelproduktion kombiniert. Die Agriphotovoltaik-Anlage verbindet klimafreundliche Stromerzeugung mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche. Während die Solarmodule jährlich rund 40.000 Kilowattstunden Strom erzeugen, wachsen darunter Brombeeren. Die Module schützen die Pflanzen vor intensiver Sonneneinstrahlung und verringern die Wasserverdunstung. So trägt das Projekt gleichzeitig zum Klimaschutz und zur effizienteren Nutzung knapper landwirtschaftlicher Flächen bei. 150 jungen Menschen und Frauen aus fünf Regionen profitieren von dem Projekt. Das neu gewonnene Wissen trägt dazu bei, ähnliche Ansätze auch in anderen Regionen umzusetzen. 

Weitere Informationen zu IKI Small Grants

Die GIZ arbeitet weltweit – für dieses Vorhaben hier: Passende Expertise der GIZ: Relevante nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs):
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