Innovations- und Führungskräfteentwicklung – Neue Perspektiven für globale Veränderungsprozesse

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Global Leadership Academy
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Überregional / weltweit
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Ausgangssituation

Die Welt steht vor grundlegenden Herausforderungen. Um dem Anspruch nachhaltiger Entwicklung unter immer schwierigeren Bedingungen gerecht zu werden, sind zukunftsfähige Innovations- und Führungskompetenzen gefragt. Verantwortungsträger sind heute gefordert, global zu denken, zu handeln und zu führen. Systemisches Denken, Kooperation und Innovation waren nie wichtiger als in der heutigen, interdependenten Welt. Doch nur wenigen Institutionen gelingt es, die systemischen Ursachen, die akuten Krisen zugrunde liegen, zu identifizieren, innovative Antworten zu finden und diese erfolgreich umzusetzen.

Ziel

Innovations- und Führungskompetenzen von Führungskräften, Change Agents und Schlüsselinstitutionen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind verbessert.

Vorgehensweise

Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Auftrag gegebene Global Leadership Academy gibt Verantwortungsträgern aus allen Bereichen der Gesellschaft die Möglichkeit, neue Lösungen für globale Herausforderungen zu entdecken und innovative Ansätze in ihren Wirkungsbereichen zu entwickeln. Gemeinsam mit renommierten Kooperationspartnern, wie dem Presencing Institute, dem Deep Democracy Institute oder der Nelson Mandela Foundation, bietet die Global Leadership Academy dialogorientierte und politikfeldübergreifende Leadership-Development-Programme an, zum Beispiel das „Global Wellbeing and Gross National Happiness Lab“, die „Mandela Dialogues on Memory Work“ oder das „Passion and Politics Lab“. Die Global Leadership Academy ist verantwortlich für die Erarbeitung der Formate, steuert die Durchführung und sichert die Qualität gemeinsam mit den Kooperationspartnern.

Jeweils ausgehend von einer bestimmten globalen Herausforderung werden Menschen aus Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern, die einen signifikanten Beitrag zur Lösung dieser Herausforderung leisten können, identifiziert und in den Dialog gebracht. Das Vorgehen in den „Leadership and Innovation Labs“ basiert auf neuesten Erkenntnissen aus der Dialog- und Veränderungsforschung. Die konsequente Vernetzung der teilnehmenden Personen und ihrer Organisationen erweitert nachhaltig deren Wirkungskreis und deren Veränderungsmöglichkeiten. Die im Verlauf der Dialogprozesse von den Teilnehmern entwickelten Projekte sowie das veränderte Führungs- und Kooperationsverhalten sorgen für wichtige Impulse in den Wirkungsbereichen und Heimatsystemen der Teilnehmer.

Wirkungen

Die Teilnehmenden des bereits abgeschlossenen Pilotvorhabens „Passion and Politics Lab“ bestätigten in Umfragen, dass sich ihre Führungs- und Innovationskompetenzen spürbar verbesserten. Das Spektrum der insgesamt 17 aus dem „Lab“ resultierenden Veränderungsprojekte der Teilnehmer reicht von einer Initiative zur Förderung ethischer Grundsätze in Politik und Gesellschaft Ägyptens bis hin zu einem Projekt zum Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zwischen Bürgern und kommunaler Verwaltung im Westjordanland.

Im Rahmen des „Global Wellbeing and Gross National Happiness Lab“ wurden über Veränderungsprojekte der einzelnen Teilnehmenden hinaus zahlreiche gemeinsame Projektvorschläge erarbeitet, die teilweise länderübergreifend und jeweils von mehreren Teilnehmenden aus unterschiedlichen Institutionen durchgeführt werden: „Genuine Progress Indicators in the United States“, „Transformation Hub, Brazil“, „Whose Development? Focusing on an Economy for India that meets people’s needs“, „Gross National Happiness in Business“ und „GNH Centre Bhutan Prototype“. Im Rahmen des „Transformation Hub“ beispielsweise entsteht in Brasilien ein Zentrum, das dabei helfen soll, den Wandel hin zu einer nachhaltigeren und gerechteren Gesellschaft in die Praxis umzusetzen.

Die Teilnehmenden der „Mandela Dialogues on Memory Work“ haben ihre methodischen Kompetenzen im Bereich Innovation und Dialogführung erweitert. Auch hier wurden zahlreiche Initiativen erarbeitet, zum Beispiel Medienprojekte zur Erinnerungsarbeit und ein mobiles „Center of Memory“ der Inuit in Kanada, die Einbeziehung von Tätern in die Vergangenheitsaufarbeitung in Kambodscha, die Planung eines regionalen Dialogs zu Erinnerungsarbeit in Lateinamerika oder auch die Entwicklung von Gesprächsformaten in Bosnien, die jüngere Generationen in die Aufarbeitung der Vergangenheit integrieren.

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