Förderung der deutschen Minderheit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Fördermaßnahmen zugunsten der deutschen Minderheit in Kasachstan
Auftraggeber: Bundesministerium des Innern (BMI); Bundesverwaltungsamt (BVA)
Land: Kasachstan
Politischer Träger: Bundesministerium des Innern (BMI)
Gesamtlaufzeit: Seit 1996

Kasachstan. Nationalfeiertag © GIZ

Ausgangssituation

Seit Anfang der 1990er-Jahre siedelten etwa 2,1 Millionen Angehörige der deutschen Minderheit und ihre Familien aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland über. Heute leben noch rund 180.000 Angehörige der deutschen Minderheit in Kasachstan, davon etwa die Hälfte in ländlichen Gebieten unter erschwerten infrastrukturellen und wirtschaftlichen Bedingungen. Die Bundesregierung ist um Wiedergutmachung der Folgen des Zweiten Weltkriegs bemüht und setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der deutschen Minderheit in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu verbessern.

Ziel

Die deutsche Minderheit vertritt eigenständig ihre Interessen im Herkunftsland, entwickelt ihre ethnokulturelle Identität und gestaltet aktiv ihre Brückenfunktion zwischen Deutschland und dem Herkunftsland.

Kasachstan. Sommerlager © GIZ

Vorgehensweise

Um das Programmziel zu erreichen, organisiert die Assoziation der gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans (AgVDK) mit Sitz im Deutschen Haus Almaty Fördermaßnahmen für die deutsche Minderheit vorrangig in den Bereichen Kultur-, Sprach- und Jugendarbeit, soziale Hilfen und Stärkung der Selbstorganisation der Kasachstandeutschen.

Bis 2011 war die GIZ für die Projektdurchführung vor Ort verantwortlich, seit 2011 wurde die Umsetzung der Maßnahmen schrittwiese an die AgVDK übertragen.

20 sogenannte Wiedergeburtsgesellschaften mit vier Sozialstationen und ein landesweites Netzwerk von mehr als 50 Begegnungsstätten setzen die Programmarbeit um. Darüber hinaus leistet der Deutsche Sozialfonds individuelle soziale Hilfen.

Im Auftrag des Bundesinnenministeriums berät die GIZ den Dachverband AgVDK im Projektmanagement nach internationalen Standards und ist verantwortlich für die Finanzkontrolle sowie das Wirkungs- und Verlaufsmonitoring der Projekte.

Wirkungen

Der Dachverband AgVdK sowie die regionalen Strukturen der deutschen Minderheit wurden durch Fortbildungen und Beratung aufgebaut und qualifiziert, sodass sie die Umsetzung der Fördermaßnahmen nunmehr erfolgreich selbstständig planen und verwalten.

Ein umfangreiches Sprach-, Fortbildungs- und Freizeitangebot für Jugendliche soll die Basis dafür bilden, dass die Minderheit ihre eigene Identität bewahrt und weiterentwickelt. Bisher konnte auf diese Weise ein enges Netzwerk an Jugendklubs aufgebaut werden, die in ihr jeweiliges Umfeld gut integriert sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag im gesellschaftlichen Leben der Minderheit und über diesen Rahmen hinaus.

Kasachstan. Deutsch-kasachisches Partnerschaftstreffen © GIZ

Durch gemeinsame Kulturprojekte mit anderen Minderheiten sowie durch internationale Austauschprogramme wird die deutsche Minderheit in Kasachstan sichtbar und wirkt zugleich als Mittler zwischen dem Herkunftsland und Deutschland. Eine besondere Rolle kommt dabei den Führungskräften der deutschen Minderheit zu. Sie werden durch individuelle Förderprogramme in ihrer wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Aktivität unterstützt. Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Selbstorganisation leisten auch mehrere, teilweise hochrangige deutschstämmige Politiker.