Städtische Verkehrssysteme für Smart Cities

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte nachhaltige Stadtverkehrssysteme für Smart Cities in Indien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Indisches Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung
Gesamtlaufzeit: 2017 to 2020

Ausgangssituation

Das anhaltende Wirtschaftswachstum in Indien geht mit einem steigenden Urbanisierungsgrad einher. Der wirtschaftliche Aufstieg der wachsenden Stadtbevölkerung führt zu veränderten Konsum- und Mobilitätsmustern nach dem Vorbild der Industrieländer – so kaufen sich viele Menschen beispielsweise ein eigenes Auto. Seit Anfang des neuen Jahrhunderts ist die Zahl der Pkw und motorisierten Zweiräder jedes Jahr um ca. 10 Prozent gestiegen. Damit hat sie sich seit 2000 vervierfacht und alle sieben Jahre verdoppelt.

Die indischen Städte sind mit diesen Veränderungen konfrontiert und müssen Mobilitätssysteme entwickeln, die in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht nachhaltig sind. Seit Verabschiedung der National Urban Transport Policy (NUTP) 2006 hat die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs Priorität. Trotzdem sinkt der Anteil der Menschen, die in den Städten öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In den mittelgroßen indischen Städten ist er zwischen Mitte 2007 und 2011 von ca. 50 Prozent auf weniger als 40 Prozent gesunken. Da der öffentliche Nahverkehr in Indien oft weder komfortabel noch attraktiv für die Bewohner ist, nimmt die Beliebtheit des motorisierten Individualverkehrs zu – mit schwerwiegenden Konsequenzen für Klimawandel, Luftverschmutzung und Verkehrsbelastung. Die Regierung Indiens unterstützt Maßnahmen und Projekte für einen nachhaltigen Stadtverkehr durch die Atal Mission for Rejuvenation and Urban Transformation, die Smart-Cities-Mission und Projekte für Stadtbahnen (z. B. U-Bahnen). Deren Umsetzung kann jedoch nur gelingen, wenn Städte und Bundesstaaten verstärkt auf systematische Planung und Fachkompetenz setzen und ihre institutionellen Kapazitäten ausbauen. Dies würde auch dazu beitragen, den Zustand der öffentlichen Verkehrsmittel zu verbessern.

Ziel

Die indischen Smart Cities erzielen Fortschritte in den Planungsprozessen und beim Aufbau von nachhaltigen, integrierten städtischen Verkehrssystemen und -lösungen.

Wirkungen

In Zusammenarbeit mit den drei Smart Cities Bhubaneshwar, Coimbatore und Kochi sowie den Regierungen der jeweiligen Bundesstaaten fördert das Projekt eine umfassende, klimafreundliche Mobilitätsplanung. Außerdem werden nachhaltige Stadtverkehrsprojekte in den Bereichen öffentliche Verkehrsmittel, nichtmotorisierter Verkehr und Integration verschiedener Verkehrsmittel geplant und durchgeführt. Das Vorhaben unterstützt die zuständigen Stadtverkehrsbehörden dabei, die erforderlichen institutionellen Strukturen aufzubauen und ihre eigenen Kapazitäten für eine effiziente Bereitstellung von städtischen Verkehrsdienstleistungen zu verbessern.

Auf nationaler Ebene erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung der indischen Regierung: Über innovative Formate im Bereich Peer-Learning und Wissensaustausch sollen die Erfahrungen der drei Partnerstädte an andere Smart Cities weitergegeben und ein Up-Scaling erreicht werden.

Wirkung

  • Die indischen Smart Cities erhalten fachliche Beratung und Unterstützung bei der Planung und Realisierung nichtmotorisierter, öffentlicher bzw. der Integration verschiedener Verkehrsmittel.
  • Das Projekt fördert Tools und Verfahren für eine umfassende, integrierte und klimafreundliche Mobilitätsplanung, damit individuelle Verkehrsprojekte mit einer übergeordneten Zielsetzung und Strategie für die Städte abgestimmt werden.
  • Die Partner werden im Hinblick auf Strategien und Mechanismen zur Verknüpfung der Stadt- und Raumplanung mit dem Stadtverkehr beraten. Beispiele sind Stadtentwicklungskonzepte mit Schwerpunkt auf liniengebundenen Verkehrsmitteln (Transit-Oriented Development – TOD), nichtmotorisierte Verkehrsmittel (NMT) und die Abschöpfung von Grundstückswertsteigerungen (Land Value Capture). So wird eine sektorübergreifende Koordination für kompakte und ressourceneffiziente Städte gefördert.
  • Ein weiteres Ziel besteht darin, zur Integration und effizienten Bereitstellung von städtischen Verkehrsdienstleistungen institutionelle Strukturen wie die Unified Metropolitan Transport Authorities sowie Fach- und Führungskompetenzen auf- und auszubauen.
  • Durch Peer-Learning und Zusammenarbeit mit internationalen Netzwerken und Initiativen wie Mobilise Your City und der Transformative Urban Mobility Initiative (TUMI) sollen nationale und internationale Best Practices zugänglich gemacht werden.