Nationales Abfallwirtschaftsprogramm

National solid waste management programme

Projektdetails

  • Projektnummer:2006.2121.9
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Ägypten

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Auf nationaler, Gouvernorats- und lokaler Ebene sind die institutionellen Voraussetzungen sowie die fachlichen und administrativen Kompetenzen fuer ein nachhaltiges Abfallwirtschaftssystem verbessert.

  • Auftraggeber:

    BMZ

  • Projektpartner:

    Ministry of Environment

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:9 442 871 Euro

Kombifinanzierung

  • Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO): 439 988Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • 2018.2158.6

    Nationales Abfallwirtschaftsprogramm

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    26.01.2007 - 31.03.2026
  • Aktuelles Projekt:26.01.2007 - 30.09.2019

Sonstige Beteiligte

  • ARGE CDM-CES-Kocks-AHT-AAW

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    14050 Abfallwirtschaft und -entsorgung

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Ägypten ist mit etwa 85 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land im Nahen Osten. Das häusliche Abfallaufkommen lag 2011 bei rund 21,1 Millionen Tonnen pro Jahr, bei einer geschätzten jährlichen Steigerung von 3,4 Prozent durch Bevölkerungswachstum und sich wandelnde Konsumgewohnheiten. Die Rahmenbedingungen und der Ausbau von Dienstleistungen und Infrastruktur halten mit diesen Wachstumsraten nicht Schritt.


Nur etwa 60 Prozent der erzeugten Abfälle werden eingesammelt, davon werden weniger als 20 Prozent ordnungsgemäß deponiert oder wiederverwertet. Während in einigen Städten die öffentlichen Räume sehr sauber sind, ist die Situation in anderen Teilen des Landes prekär. Ein beachtlicher Teil der Abfälle wird in Kanälen, Flüssen oder Straßen und auf offenen Flächen ohne umweltbezogene Vorsorgemaßnahmen entsorgt. Dies führt zu erheblichen Umweltrisiken für Wasser, Boden und Luft und verunstaltet die Landschaft. Hinzu kommen erhebliche Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier sowie die Beeinträchtigung der Wirtschaft, insbesondere des Tourismus. Eine Weltbankstudie aus dem Jahr 2002 beziffert den wirtschaftlichen Verlust, der durch die unzureichende Abfallwirtschaft entsteht, auf 0,4 bis 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Die für die Sammlung und Entsorgung von Abfällen zuständigen Institutionen kommen ihren komplexen Aufgaben trotz internationaler Unterstützung nicht nach. Es gibt keinen ausreichenden rechtlichen Rahmen und keine strategische Planung, die Zuteilung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben ist unklar. Der Sektor ist deutlich unterfinanziert und hat einen ernormen Bedarf an nachhaltigen Investitionen und Dienstleistungen.


Ziel
Auf nationaler, Gouvernorats- und lokaler Ebene sind relevante staatliche und nichtstaatliche Akteure in der Lage, ein bedarfsgerechtes und kostendeckendes Abfallwirtschaftssystem aufzubauen und nachhaltig zu betreiben.
Vorgehensweise
Das Programm wird als gemeinsames Vorhaben mit der KfW Entwicklungsbank umgesetzt und in Kooperation mit der Europäischen Kommission durchgeführt. Zum einen trägt es zum Aufbau der notwendigen Strukturen auf nationaler Ebene bei, zum anderen unterstützt es – ergänzend zu Beiträgen aus der finanziellen Zusammenarbeit – die Errichtung von abfallwirtschaftlicher Infrastruktur in ausgewählten Gebieten von vier Gouvernoraten. Modellansätze für Abfallwirtschaft werden in den Gouvernoraten auf Grundlage angepasster technischer Lösungen und nachhaltiger Finanzierung angewandt, die vor Ort vorhandene Kompetenz und Leistungsfähigkeit wird gefördert. Auf nationaler Ebene hilft das Vorhaben dabei, die notwendigen institutionellen, strategischen und rechtlichen Rahmen zu schaffen.


Das Vorhaben unterstützt den Aufbau einer neuen Institution, der Egyptian Solid Waste Management Affairs Agency (ESWA). Sie wird in Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren neue Leistungen für die Abfallwirtschaft anbieten, unter anderem Politik- und Strategieerarbeitung und -umsetzung, Unterstützung und Supervision der Gouvernorate sowie Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Finanzierungsmodelle. Die formelle Gründung der ESWA ist derzeit politisch nicht umsetzbar. Als Interimslösung hat das Umweltministerium einen Sektor (ISWMS) eingerichtet, der dem Ministerium unterstellt ist.
Die interinstitutionelle Koordination (auf den verschiedenen Ebenen der Umsetzung sowie zwischen ihnen) wird verbessert. Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor, Universitäten und Zivilgesellschaft sind in die Planung und Entscheidungsfindung sowie die Umsetzung von Prozessen eingebunden und besser miteinander vernetzt.
Neue, dezentrale Ansätze für Abfallsammlung und Recycling sollen „grüne Jobs" schaffen und eine effiziente Ressourcennutzung fördern. Für die Erweiterung von Dienstleistungen und die Steigerung der Qualität sollen neue Wege der Finanzierung erschlossen werden.


Wirkung

Mit Unterstützung des Vorhabens ist ein nationaler Dialog zur Entwicklung der strategischen und politischen Rahmenbedingungen etabliert. Eine nationale Abfallpolitik wurde durch einen Konsultationsprozess mit allen relevanten Akteuren erarbeitet und liegt dem Ministerium vor.
Eine Vernetzung aller Akteure im Abfallsektor Ägyptens wird durch ein alljährliches Forum gezielt unterstützt und gefördert. Eine internetbasierte Plattform befindet sich im Aufbau.
Modellansätze zur Abfallsammlung und -verwertung in den Gouvernoraten befinden sich in der Pilotphase.
Alternative Finanzierungsmodelle in der Abfallwirtschaft, wie die erweiterte Produktverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR), werden geprüft.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

With approximately 85 million inhabitants, Egypt is the most densely populated country in the Middle East. In 2011, the volume of municipal solid waste amounted to around 21.1 million tonnes per year and this figure is forecast to rise by 3.4% each year due to population growth and changing patterns of consumption. The regulatory framework and the expansion of services and infrastructure cannot keep pace with these growth rates.

It is estimated that only sixty per cent of the waste produced is actually collected, of which less than twenty per cent is recycled or properly disposed of. While public spaces in some municipalities are kept clean, the situation in other parts of the country is precarious. A significant portion of the waste is disposed into canals, rivers, streets or open areas without any treatment or preventive measures. This causes water, soil and air pollution and spoils the landscape. It also poses a serious risk to public and animal health and negatively impacts the economy, especially the tourism sector. A 2002 World Bank study put the cost of economic loss from inadequate waste management at between 0.4 and 0.7 per cent of the gross domestic product.

Despite international support, the institutions responsible for waste collection and disposal are not yet able to perform their complex tasks. The legal framework is inadequate, there is no strategic planning, and the allocation of responsibilities and tasks remains unclear. The sector is significantly underfinanced and there is an enormous need for sustainable investments and services.

Objective
Government and non-governmental actors have the capacity to set up and sustainably operate an effective and cost-covering waste management system at national, governorate and local level.

Approach
The programme is being implemented jointly with the KfW Development Bank and in cooperation with the European Commission. It is working to establish the structures required at national level and – in addition to the contributions provided within the framework of financial cooperation – supporting the construction of waste infrastructure in selected areas in four governorates. Based on adapted technical solutions and sustainable financing, model waste-management approaches are being implemented in the governorates; local expertise and skills will be developed. At national level, the programme is helping develop the necessary institutional, strategic and legal frameworks.

The programme is supporting the establishment of a new institution, the Egyptian Solid Waste Management Agency (ESWA). Together with existing actors, it will offer new waste management services, including policy and strategy development and implementation, support to and supervision of the governorates, and development and implementation of sustainable financing models. As the current political structures do not allow for the formal establishment of ESWA, the Ministry of Environment has set up the Integrated Solid Waste Management Sector (ISWMS) as an interim solution under the authority of the ministry.

Inter-institutional coordination (at and between the various levels of implementation) is being improved. Stakeholders from the public, private sectors, universities and civil society are involved in planning, decision-making and implementation processes, and networking between these groups has been improved.

New, decentralised approaches for waste collection and recycling will create ‘green jobs’ and promote the efficient use of resources. New financing options are to be explored in order to expand and improve the quality of services.

Results achieved so far
• With support from the programme, a national dialogue on the development of the strategic and political framework has been established. A national waste policy has been developed in consultation with all relevant stakeholders and submitted to the ministry.
• An annual forum underpins and promotes networking between all actors in the waste sector. An internet platform is under development.
• Operator models for collecting and recycling of waste are currently being piloted in the governorates.
• Alternative financing models for waste management are being examined, for example Extended Producer Responsibility (EPR).