Regionale HIV/AIDS-Bekämpfung in der Karibik

Projektdetails

  • Projektnummer:2009.2273.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Caribbean Community

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Rahmenbedingungen für den Zugang von MigrantInnen zu HIV-Prävention, -Behandlung und -Betreuung sind in mehreren Ländern der Karibik verbessert.

  • Auftraggeber:

    BMZ

  • Projektpartner:

    Caribbean Community Secretariat

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:4 500 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    02.10.2009 - 22.10.2015
  • Aktuelles Projekt:02.10.2009 - 22.10.2015

Sonstige Beteiligte

  • Arge EPOS / GOPA / CESO

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    13040 Bekämpfung von sexuell übertragbaren Krankheiten einschließlich HIV/AIDS

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Obwohl die Karibik nach Subsahara-Afrika zu den Regionen mit der höchsten HIV-Prävalenz gehört (1 Prozent), ist in den vergangenen 10 Jahren die Zahl der HIV-Neuinfektionen dort um etwa die Hälfte gesunken. Somit zeigt die Karibik die schnellste Abnahme von neuen HIV-Infektionen weltweit.

Ungeachtet dieser Erfolge weist die Region eine schlechte Bilanz auf, was die Rechte und den Zugang von besonders gefährdeten Gruppen zu HIV-Dienstleistungen betrifft. Stigmatisierung, sowie Diskriminierung und Kriminalisierung von Sexarbeiterinnen und -arbeitern, sexuellen Minderheiten und Menschen mit HIV ist bittere Realität. Die HIV-Prävalenz in diesen Gruppen liegt weit über dem Durchschnitt. Beispiele aus den Daten der Pan-Caribbean Partnership Against HIV/AIDS (PANCAP) 2012: Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) in Guyana 19 Prozent, Sexarbeiterinnen und -arbeiter in der Dominikanischen Republik 4 Prozent. Auch Migrantinnen und Migranten müssen vielfach als vulnerabel betrachtet werden, weil sie entweder einer der genannten Gruppen angehören und/oder darüber hinaus vor besonderen Herausforderungen stehen, wenn sie Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen: sprachliche und kulturelle Barrieren, Angst vor Abschiebung, Mangel an Informationen und andere.

Ziel
Die Rahmenbedingungen für den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu HIV-Prävention, -Behandlung und -Betreuung in mehreren Ländern der Karibik sind verbessert.

Vorgehensweise
Das Vorhaben strebt eine Verbesserung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen regional und in den Partnerländern an. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die Änderung von diskriminierenden Gesetzen. Regional wird die Partnerorganisation PANCAP (Pan Caribbean Partnership against HIV and AIDS) unterstützt, die bestehende Initiative für ein Antidiskriminierungs-Modellgesetz zu erweitern und sie in der Karibik national umzusetzen.

National und regional werden Finanzierungsmechanismen erarbeitet, deren Mehreinnahmen der Stärkung der Gesundheitssysteme zugutekommen sollen. Die Gesundheitssysteme sollen insgesamt gestärkt werden; sie sollen Migrantinnen und Migranten als Zielgruppe einschließen und entsprechende Dienstleistungen anbieten.

Zwei weitere Leistungspakete konzentrieren sich auf die Umsetzungsebene. Im Mittelpunkt stehen die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten sowie eine qualitative Verbesserung von HIV-Diensten in den Partnerländern, damit Sprachbarrieren überwunden und interkulturell sensibles Handeln ermöglicht wird.

Wirkung
Das Regionalvorhaben liefert wichtige Informationen über den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu HIV-Dienstleistungen in der Karibik, beispielsweise über die Ausweitung des nationalen HIV-Surveys in Guyana. Das Thema HIV und Migration wurde gemeinsam mit dem Partner auf hoher politischer Ebene regional, binational und national auf die Agenda und somit in die Diskussion gebracht. Dies hat zum Beispiel dazu geführt, dass im CARICOM-Gesundheitsministergremium eine regionale Touristenabgabe diskutiert wird, die für inklusive Gesundheitssysteme genutzt werden soll.

Auf Ebene der Gesundheitszentren werden gemeinsam mit den Ministerien gezielte Trainings durchgeführt, um HIV-Dienstleistungen migrantenfreundlicher und gendersensibler zu gestalten sowie Stigmatisierung und Diskriminierung entgegenzuwirken. So haben HIV-Test-und Beratungsaktivitäten in Hotspots inklusive flankierender Informationskampagnen zum Beispiel in Sint Maarten zu einem erheblichen Anstieg der Inanspruchnahme insbesondere durch Migranten geführt. In der grenzüberschreitenden Kooperation zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik hat die Beratung zur Verbesserung der Gesundheitsdienstleistungen für Migrantinnen und Migranten zunehmend Bedeutung gewonnen.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Although the Caribbean ranks just behind sub-Saharan Africa among the regions with the highest prevalence of HIV (1 per cent), the number of new infections in the region has decreased by about half over the past 10 years. This has allowed for the Caribbean to boast the sharpest rate of decline in new HIV infections in the world.

Apart from this success, the region has a poor record in terms of the rights and access to HIV services available to the highest risk groups. Stigmatisation along with discrimination and criminalisation of sex workers, sexual minorities and people infected with HIV are part of a bitter everyday reality. The prevalence of HIV among these groups is far above average, as data compiled by the Pan-Caribbean Partnership Against HIV/AIDS (PANCAP) from 2012 shows: the infection rate for men who have sex with other men (MSM) in Guyana is 19 per cent, while sex workers in the Dominican Republic suffer from a rate of 4 per cent. Migrants must also often be considered to be a highly vulnerable group, either because they belong to one of the previously mentioned groups and/or additionally face specific challenges when utilising health services – such as linguistic and cultural barriers, fear of deportation, lack of information, and many others.

Objective
The conditions related to accessing HIV prevention, treatment and counselling services for migrants has been improved across a number of Caribbean countries.

Approach
This project seeks to improve the legal and political parameters regionally as well as within individual partner countries; this includes a range of measures such as reforming laws against discrimination. At regional level, the project supports the partner organisation PANCAP (Pan Caribbean Partnership against HIV and AIDS) in advancing existing initiatives aimed at creating a model anti-discrimination law and implementing it at the national level across the Caribbean. Financing mechanisms are being developed both nationally and regionally, and the resulting extras revenues will be used to strengthen existing health systems. The main goal is to improve the health system as a whole so that the available services will also benefit migrants.

There are two additional service areas that focus on implementation. These centre on inclusionary measures targeted at migrants and the qualitative improvement of HIV services within the partner countries. These measures will help overcome language barriers and facilitate intercultural sensitivity.

Results achieved so far
This regional project currently provides crucial information about access to HIV services for migrants in the Caribbean – such as expanding the scope of national HIV surveys in Guyana. In cooperation with the project partner at top political levels, the issue of HIV and migration has been incorporated into the agenda at the regional, binational and national levels, thereby feeding it into the general debate. This has led to various achievements, including discussion by the CARICOM Ministers of Health regarding a tourist tax for funding an inclusive health system.

Targeted training courses at health centres are being carried out together with the responsible ministries. Their aim is to create more migrant-friendly and gender-sensitive HIV services while simultaneously counteracting stigmatisation and discrimination. In places such as Sint Maarten, HIV tests and counselling measures in certain hotspots were accompanied by informational campaigns that have led to a significant increase in the demand for these services, especially by migrants. In the context of trans-national cooperation between Haiti and the Dominican Republic, advisory services related to improving health services for migrants has markedly gained in importance.