Integration des Gender-Ansatzes in die marokkanische Wirtschafts- und Sozialpolitik

Intégration de l'approche genre dans les politiques de développement économique et social

Projektdetails

  • Projektnummer:2010.2198.9
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Marokko

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Geschlechtersensible Politiken und Programme in ausgewählten staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sind umgesetzt.

  • Auftraggeber:

    BMZ

  • Projektpartner:

    Ministère de Développement Social, Famille et Solidarité

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:2 912 664 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2006.2170.6

    Integration des Gender-Ansatzes in die marokkanische Wirtschafts- und Sozialpolitik

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    22.08.2002 - 31.03.2014
  • Aktuelles Projekt:01.01.2011 - 31.03.2014

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    15170 Frauenrechtsorganisationen und -bewegungen sowie staatliche Institutionen

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die marokkanische Gesellschaft ist stark von sozialer und ökonomischer Ungleichheit zwischen Männern und Frauen geprägt. Menschenrechte wie das Recht auf Bildung, Arbeit, Eigentum und das Recht auf ein Leben frei von Gewalt und Zwang gelten für Frauen häufig nicht. Bis vor kurzem waren Frauen auch von politischen Entscheidungsprozessen weitgehend ausgeschlossen. Bei der Bewertung der Genderentwicklung belegt Marokko lediglich Platz 149 von insgesamt 158 Ländern.

Seit 1999 befindet sich Marokko in einem gesellschaftlichen Modernisierungsprozess, in dessen Verlauf wichtige Reformen zur Gleichberechtigung der Geschlechter angestoßen wurden. 2004 wurde das Personenstandsrecht (Moudawana) modernisiert und die Stellung der Frau in der Familie aufgewertet. 2007 hat die marokkanische Regierung eine nationale Genderstrategie mit dem Ziel verabschiedet, für Männer und Frauen Gleichheit zu schaffen. Die Strategie soll von 2011 bis 2015 im Rahmen einer Nationalen Agenda umgesetzt werden.

Ziel
Durch gendersensible Planung von Wirtschafts- und Sozialpolitiken auf nationaler und regionaler Ebene wird die Überwindung sozialer und ökonomischer Ungleichheit zwischen Männern und Frauen unterstützt. Der Genderansatz ist in den Politiken und Programmen ausgewählter Institutionen des öffentlichen und privaten Sektors sowie von Nichtregierungsorganisationen (NRO) umgesetzt.

Vorgehensweise
Die Projektaktivitäten setzen auf allen Ebenen an und umfassen Politik- und Institutionenberatung sowie die Unterstützung von Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft.

Das Vorhaben begleitet die Umsetzung der nationalen Politik zur Gleichberechtigung der Geschlechter und des dafür entwickelten Aktionsplans 2011–2015 der marokkanischen Regierung. Insbesondere wird die Entwicklung und Nutzung geeigneter Systeme zum Monitoring und zur Evaluierung unterstützt. Fortbildungsmaßnahmen erhöhen die Fähigkeiten von Partnern und Mittlern im Hinblick auf methodische Ansätze und Umsetzungsschritte. Das Vorhaben ermöglicht den Austausch und die Netzwerkarbeit zwischen den verschiedenen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren und stellt fachliche Expertise zur Verfügung.

Neben dem Sozialministerium als Hauptpartner sind das Finanzministerium, das Arbeitsministerium, das Modernisierungsministerium sowie die Agentur für soziale Entwicklung und das NRO-Netzwerk Espace Associatif wichtige Projektpartner. Weitere Organisationen der Zivilgesellschaft werden ebenfalls unterstützt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Im Rahmen der mit der Reform des Familienstandrechts einhergehenden öffentlichen Debatte über die Gleichberechtigung der Geschlechter hat das Vorhaben seit Juni 2003 die Formulierung einer nationalen Genderstrategie unterstützt, die 2007 verabschiedet wurde. Diese wurde in einer Nationalen Agenda 2011–2015 konkretisiert, an deren Umsetzung 25 Ministerien beteiligt sind. Initiativen zur Geschlechtergleichberechtigung finden nun in einem abgestimmten strategischen Rahmen statt.

Das Projekt hat 2009 die Entwicklung und Umsetzung einer Ethik-Charta durch die politischen Parteien begleitet. Durch die erfolgreiche Einführung einer Quote stieg der Anteil der gewählten Frauen bei den Kommunalwahlen 2009 von 0,56 auf 12 Prozent.

Um dem Fachkräftemangel auf dem Gebiet Gender und Politik entgegenzuwirken, hat das Projekt die Einrichtung eines entsprechenden Masterstudiengangs an der Universität Mohamed V in Rabat unterstützt. Das Projekt konnte den Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (ONU Femmes) für die Förderung des Studiengangs gewinnen. Es konnte bereits der dritte Ausbildungszyklus begonnen werden und die Nachfrage unter Studienplatzbewerber/innen ist hoch.

Die vom Projekt begleitete Agentur für soziale Entwicklung (Agence Développement Social – ADS) hat weiteres Personal für Genderfragen eingestellt und verfolgt nun systematisch eine gendersensible Formulierung und Umsetzung ihrer Programme.

Fünfundvierzig der vom Projekt unterstützen Nichtregierungsorganisationen des Netzwerkes Espace Associatif haben Genderindikatoren bei Planung und Durchführung sowie Monitoring und Evaluierung ihrer Aktivitäten eingeführt.

Elf Großunternehmen sowie zwanzig kleine und mittelständische Unternehmen erfüllen die Kriterien zur beruflichen Gleichstellung der Geschlechter des CSR-Labels (Corporate Social Responsibility), das sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung bestätigt.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Moroccan society is characterised by marked social and economic inequality between men and women. Women are frequently unable to exercise human rights such as the right to education, employment, property and the right to a life free of violence and coercion. Until recently, women were also largely excluded from political decision-making processes. In terms of gender development, Morocco is ranked 149th out of 158 countries.

Since 1999, Morocco has been undergoing a social modernisation process, during the course of which important gender equality reforms were set in motion. In 2004, the civil status law (Moudawana) was modernised and the position of women in the family strengthened. The Moroccan government passed a national gender strategy in 2007 with the aim of bringing about equality between men and women. The strategy is to be implemented from 2011 to 2015 within the framework of a national agenda.

Objective
Gender-sensitive planning of economic and social policy at national and regional level helps to overcome social and economic inequality between men and women. The gender approach is implemented in the policies and programmes of selected institutions in the public and private sectors as well as of NGOs.

Approach
Project activities are aimed at all levels and cover policy and institutional advice as well as support for civil society and the private sector.

The project supports implementation of the national policy for gender equality and the corresponding Action Plan 2011 – 2015 developed by the Moroccan Government. In particular, it helps develop and use suitable monitoring and evaluation systems. Training increases the capacities of partners and mediators to develop methodological approaches and carry out implementation steps. The project facilitates exchange and networking between the various governmental and non-governmental actors and makes expertise available.

In addition to the social ministry as main partner, the finance ministry, labour ministry, modernisation ministry, the l’Agence de Développement Social (Agency for Social Development) and the NGO network Espace Associatif are important project partners. Other civil society organisations are also supported.

Results achieved so far
Since June 2003, against the background of public debate on gender equality in the reform of the marital status law, the project has helped draft a national gender strategy, which was adopted in 2007. This was specified in a National Agenda 2011 – 2015, which twenty-five ministries are involved in implementing. Gender equality initiatives now take place within a coordinated strategic framework.

The project assisted in developing and implementing an ethics charter by the political parties in 2009. Through the successful introduction of a quota, the proportion of women elected in the 2009 municipal elections rose from 0.56 % to 12 %.
In order to tackle the shortage of qualified personnel in the field of gender and policymaking, the project has helped set up a corresponding masters course at the Mohamed V University in Rabat. It was able to win the support of the United Nations Development Fund for Women (UNIFEM) for the course. The third training cycle has already kicked off and demand among applicants is high.

The Agency for Social Development, which receives support from the project, hired additional staff to deal with gender issues and now systematically pursues a gender-sensitive approach to formulating and implementing its programmes.

45 of the non-governmental organisations from the Espace Associatif network which receive assistance from the project have introduced gender indicators in planning and implementation as well as in monitoring and evaluating their activities.

11 large firms and 20 small and medium-sized enterprises fulfil the criteria of the Corporate Social Responsibility (CSR) label for gender equality at work, which endorses socially responsible management.