Beratung von Institutionen des Straßenverkehrswesens
Projektdetails
- Projektnummer:2011.2095.5
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 1300 Südliches Afrika
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Namibia
Zusammenfassung
- Ziele:
Ökonomisch nachhaltige und sozial ausgewogene Planung, Organisation und Entwicklung der menschlichen Ressourcen im Straßentransport-Sektor s ind verbessert
- Auftraggeber:
BMZ
- Projektpartner:
Ministry of Works and Transport
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:17 758 729 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2003.2216.4
Beratung von Institutionen des Straßenverkehrswesens
Nachfolger-Projekt
2015.2210.1
Verkehr, Mobilität und Logistik in Namibia
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 22.07.2004 - 20.04.2022 - Aktuelles Projekt:01.12.2011 - 30.11.2016
Sonstige Beteiligte
- Arge Dornier / LRTC
- Arge Gopa-Egis-International
- Arge Gopa-International Industrial
- Rheinland-Pfälzische Technische
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
21020 Straßenverkehrswesen
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Die Straßen Namibias sind die Lebensadern des großen Landes. 1999 übertrug die namibische Regierung bestimmte Zuständigkeiten des Bau- und Verkehrsministeriums auf neu gegründete halbstaatliche Institutionen. Sie sind seitdem für Planung, Bau und Instandhaltung des Straßennetzes sowie die Sicherheit im Straßenverkehr verantwortlich.
Namibia verfolgt ehrgeizige Ziele hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklung und Industrialisierung. Diese Ziele sind durch stetige Herausforderungen im Verkehrssektor belastet: Geringe Effizienz durch hohe Transportkosten, hohe Anzahl von Unfällen und Verkehrstoten, nicht erfüllte Transportbedarfe aufgrund unzureichender Straßeninfrastruktur in ländlichen Regionen und mangelndem Angebot in den Städten sowie Ungleichheit aufgrund von Geschlecht, Gesundheitsrisiken und Armut. Diese Herausforderungen bedürfen der Verbesserung, Entwicklung und einer Erweiterung der institutionellen und personellen Leistungsfähigkeit, Kompetenzen und Ressourcen.
Ziel
Im Straßenverkehrssektor wird vermehrt ökonomisch nachhaltig und sozial ausgewogen geplant und organisiert. Personalressourcen und -kompetenzen sind verbessert.
Vorgehensweise
Die Ziele sollen durch mehr qualifizierte Experten im Sektor und die Entwicklung von urbanen und ländlichen Verkehrssystemen erreicht werden. Gleichzeitig sollen die Akteure des Verkehrssektors technische Unterstützung erhalten.
Das Vorhaben unterstützt das Bau- und Verkehrsministerium und andere Institutionen vor allem dabei den Verkehrssektor effizient zu steuern und zu regulieren. Es berät das Ministerium bei der Richtlinienentwicklung und bei der Steuerung der staatseigenen Unternehmen. Durch Fortbildungen und internationale Beratung werden Personal- und Organisationsentwicklung gefördert.
Die GIZ unterstützt den nationalen Verkehrssicherheitsrat (NRSC), die Polizei und andere Stakeholder bei der Entwicklung einer Rahmengesetzgebung zur Straßensicherheit sowie durch Sicherheitskampagnen und Fortbildungen.
Die Stadtverwaltung Windhuk, das Bau- und Verkehrsministerium sowie die GIZ entwickelten gemeinsam einen Masterplan für nachhaltigen Stadtverkehr (2013). Er ermöglicht Entscheidungsträgern ein bezahlbares, zugängliches, attraktives und effizientes öffentliches und nicht motorisiertes Verkehrssystem für Windhuk für die nächsten 20 Jahre zu entwickeln. Das Projekt begleitet die Umsetzung des Plans und ist an der Entwicklung eines nachhaltigen Stadt- und Regionalverkehrs für die nördlichen Regionen Namibias beteiligt.
Die GIZ unterstützt die Fachbereiche für Bauingenieurwesen der University of Namibia (UNAM) und der Polytechnic of Namibia (PoN). Sie berät in der Weiterentwicklung der Bachelor- und Masterstudiengänge, hilft, die Ausstattung mit Studien- und Forschungsmaterialien sicherzustellen und fördert Studienaustausche, die Akademiker deutscher Universitäten und Fachhochschulen zu Lehrzwecken nach Namibia bringen.
Neben der Steigerung der universitären Leistungsfähigkeit sollen zwei weitere Ziele erreicht werden:
1. Gut ausgebildete Universitätsabsolventen finden eine Beschäftigung im Straßenverkehrssektor.
2. Mehr Schüler entscheiden sich nach ihrem Abschluss für ein Bauingenieurstudium an namibischen Universitäten.
Wirkungen
Die Erstellung eines neuen Weißbuches des Verkehrswesens wurde angestoßen, ein Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung des Straßenverkehrssektors. Das Weißbuch soll einen modernen Politikrahmen für den gesamten Transportsektor beschreiben und dabei alle Transportarten sowie übergreifende Themen behandeln.
Als erstes namibisches Ministerium schließt das Bau- und Verkehrsministerium bei der Überwachung und Steuerung der nachgeordneten halbstaatlichen Unternehmen Service-Level-Vereinbarungen ab. Seit Einführung dieser Verträge hat sich die Leistung der Unternehmen messbar verbessert. Das Monitoring ist mittlerweile Bestandteil der Managementprozesse innerhalb des Ministeriums.
Seit Anfang 2016 setzt die Stadt Windhuk 26 moderne Nahverkehrsbusse auf einem neuen Streckennetz im Stadtgebiet ein – der erste Schritt bei der Umsetzung des Masterplans für nachhaltigen Stadtverkehr. Die Kosten tragen jeweils zur Hälfte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Stadt Windhuk. Nicht motorisierte Mobilität wurde erfolgreich beworben, beispielsweise durch die Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen bei der Organisation von Veranstaltungen wie dem jährlichen „Cycle to Work Day". 2014 erstmalig veranstaltet wurde „Windhoek on Bike", es kamen rund 200 Teilnehmende.
Eine vom Verkehrssicherheitsrat entwickelte Unfalldatenbank befindet sich in der Pilotphase. Sie soll zukünftig als wichtiges Instrument für Straßenverkehrssicherheit dienen. Polizisten wurden zur Unfallaufnahme, Beweissicherung, und Verkehrskontrolle fortgebildet.
An der University of Namibia (UNAM) und der Namibian University of Science and Technology (NUST) wurden Bachelor- und Masterstudiengänge für Bauingenieurwesen entwickelt und akkreditiert. Seit Beginn des Verkehrsprojekts ist die Anzahl der Hochschulabsolventen in Bauingenieurkursen auf 500 gestiegen. Ein Viertel der eingeschriebenen Studenten sind Frauen. 2014 wurde der erste Masterstudiengang im Bauingenieurswesen mit dem Schwerpunkt Verkehrswesen gegründet.
Das neu entwickelte, bisher einzigartige Modul „Der Ingenieur und die Gesellschaft" ist ein wichtiger Bestandteil der Bachelorstudiengänge an beiden Hochschulen. Es behandelt Themen wie HIV/Aids und Gender; alle Teilnehmenden haben das Modul bestanden.
Die Labore der Ingenieursfakultäten können unterschiedlichste Mess- und Testverfahren durchführen und sollen zu akkreditierten Prüfinstituten weiterentwickelt werden, um zusätzliche Einkünfte für die Ingenieurfakultät zu sichern.
Projektbeschreibung (EN)
Teaser
The programme advises the Namibian Ministry of Works and Transport and transport sector institutions. Planning and organisation of the road transport network should be economically sustainable and socially equitable; HR resources should be improved.
Context
The roads of Namibia are the lifelines of this vast country. Since the sector reform of the Ministry of Works and Transport (MWT) in 1999, newly established parastatal institutions have been responsible for planning, constructing and maintaining the nation's road network, and for ensuring road safety.
Namibia is pursuing ambitious goals of economic growth and industrialisation. However, it is hindered in these ambitions by constant challenges in the transport sector. These include inefficiencies resulting from high transport costs, a large number of accidents and fatalities, unfulfilled transport needs due to inadequate road infrastructure in rural areas and a lack of services in urban areas, and inequalities based on gender, health and poverty. To overcome these challenges there is a need to improve, develop and expand the institutional and management capacities.
Objectives
Planning and organisation in Namibia’s road transport sector are conducted in a more economically sustainable and socially balanced manner. Human resources and competences have improved.
Approach
The objectives are to be achieved by increasing the number of qualified experts in the sector and developing urban and rural transport systems. At the same time, the programme provides relevant technical support to stakeholders in the transport sector.
The programme mainly assists the Ministry of Works and Transport and other transport institutions in their efforts to manage and regulate the transport sector efficiently. It advises the Ministry on developing guidelines and on the management of the state-owned enterprises. It organises training courses and international consultancies to promote HR and organisational development.
GIZ is supporting the National Road Safety Council (NRSC), the police and other stakeholders in the development of a legal framework for road safety, and is running road safety campaigns and further training.
In a joint project, the City of Windhoek, MWT and GIZ developed a Sustainable Urban Transport Master Plan for the city in 2013. This enables decision makers in the transport sector to develop an affordable, accessible, attractive and efficient public and non-motorised transport system for the next 20 years. The programme assists with the implementation of this plan and is contributing to the development of sustainable urban and regional transport in the northern regions of Namibia.
The programme supports the civil engineering departments of the University of Namibia and the Polytechnic of Namibia. It provides advice on the development of the bachelor and master degrees, while helping to ensure the universities are adequately equipped with study and research materials, and promoting study exchanges that bring academics from German universities to Namibia.
Besides increasing the capacity of the universities, the programme also wants to achieve another two objectives: firstly that well-trained university students can find employment in the road transport sector, and secondly that more school-leavers choose to enrol for civil engineering at Namibia’s universities.
Results achieved so far
The development of the new White Paper on Transport Policy and of the Namibian Planning and Construction Council Bill have begun, which will be important milestones in the sustainable development of the road transport sector.
With significant support from the programme, the National Road Safety Council has developed a database for accidents, which is currently in a pilot phase and will become an integral instrument for road safety in Namibia in the future. Police officers have received training in dealing with accidents, securing evidence and controlling the traffic.
The City of Windhoek has decided to expand its local public transport system and has made funds available for the procurement of additional busses. The programme has promoted the use of non-motorised transport with success, for instance by supporting non-governmental organisations in holding events like the annual ‘Cycle to Work Day’. In 2014, the event ‘Windhoek on Bike’ was held for the first time, attracting about 200 participants.
The GIZ-supported Construction Industry Federation has doubled its service provision to members, while raising its membership from 80 in 2007, to approximately 400 in 2014.
MWT has become the first Namibian ministry to sign service level agreements for the monitoring and management of its affiliated parastatal enterprises. The companies’ performance has improved measurably since the introduction of these contracts. Performance monitoring has now become an integral part of the management processes in the ministry.
Bachelor and master degrees in civil engineering have been developed and accredited at the University of Namibia and the Namibian University of Science and Technology. The number of bachelor students enrolled in civil engineering courses increased from 128 in 2011 to 174 in 2013. A quarter of those students are women.
The recently developed and still unique module ‘The engineer and society’ is an integral part of the bachelor courses of both universities. This addresses topics such as HIV/AIDS and gender. So far, all of the participating students have passed the module.
The first 18 students at the University of Namibia’s Engineering Faculty in Ongwediva have completed bachelor degrees in civil engineering. In 2014 a MSc. course focusing on transport systems was launched, with five part-time students.
The laboratories at the faculties of engineering are able to conduct numerous technical assessments and tests. They are to be further developed into accredited testing facilities for the country.