Reform der Verwaltung in der Ostukraine

Projektdetails

  • Projektnummer:2011.2129.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3900 Deutschland, Europa, Südkaukasus
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Ukraine

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Lokale Selbstverwaltungen und staatliche Institutionen wenden verbesserte Instrumente und Verfahren für eine effizientere und nachhaltigere Erbringung kommunaler Dienstleistungen an.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministerium für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien der Ukraine

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:24 019 090 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2009.2220.3

    Verbesserung der kommunalen Dienstleistungen

Nachfolger-Projekt

  • 2016.2202.6

    Reform der Verwaltung in der Ostukraine II

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    28.10.2009 - 30.07.2020
  • Aktuelles Projekt:01.10.2013 - 03.05.2019

Sonstige Beteiligte

  • GFA Consulting Group GmbH
  • mgh ingenieure + architekten GmbH

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitewww.ims-ukraine.org

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    15112 Dezentralisierung und Förderung subnationaler Gebietskörperschaften

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Der Verwaltungsapparat der Ukraine ist stark zentralisiert. Reformen scheiterten bisher vor allem an den Rivalitäten innerhalb der politischen Elite. Mitte 2009 hat die ukrainische Regierung weitreichende Reformen angekündigt. Mit der neuen Regierung gewannen die Dezentralisierung und die Umsetzung der Reform der öffentlichen Verwaltung Anfang 2014 erheblich an Bedeutung. Die Reformbereitschaft ist aus der Einsicht heraus entstanden, dass die Kommunen die ihnen übertragenen Aufgaben nur unzureichend erfüllen. Die Kommunen stellen Dienstleistungen bereit, deren Qualität sich auf einem niedrigen Niveau befindet.
Die seit 2014 andauernden Krisen und schweren Kämpfe im Osten des Landes haben dazu geführt, dass große Bevölkerungsgruppen innerhalb des Landes vertrieben wurden. Die Kommunen, die die Flüchtlinge aufnehmen, sehen sich vor große Herausforderungen gestellt. Die schwachen Regierungsstrukturen und fehlende rechtliche Rahmenbedingungen für die intern Vertriebenen können dazu führen, dass weite Teile des Landes langfristig weiter destabilisiert werden.

Ziel
Lokale Selbstverwaltungen und staatliche Institutionen wenden verbesserte Instrumente und Verfahren für eine effizientere und nachhaltigere Erbringung kommunaler Dienstleistungen an.

Vorgehensweise
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die ukrainische Regierung bei ihrem Reformprozess. Erklärtes Ziel der gegenwärtigen Regierung ist es, die Ressourcen und das Know-how der Kommunen und der Regionen (Oblaste) zu stärken. Das Vorhaben berät die Durchführungspartner darin, administrative Dienstleistungen effektiver und effizienter anzubieten, fördert die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und führt Schulungen durch. Bei den technischen Dienstleistungen, so im Bereich der Wasserversorgung und -entsorgung und der Abfallbewirtschaftung, werden die zuständigen kommunalen Unternehmen von der GFA Consulting Group beraten, ihre Leistungen wirkungsvoller zu erbringen. Daneben stärkt das Vorhaben auch die Leistungsfähigkeit regionaler und nationaler Institutionen. Damit sollen die Kommunen ihre Dienstleistungen qualitativ verbessern. Erkenntnisse und Erfahrungen der Arbeit auf der lokalen Ebene werden in den Politikdialog zur Dezentralisierung eingespeist. Zudem unterstützt das Vorhaben die Kommunen dabei, Flüchtlinge unterzubringen.

Wirkungen
Nachhaltige Ergebnisse wurden in der Reform der Verwaltungsdienstleistungen erreicht. Vier Bürgerämter sind eröffnet worden, weitere werden aufgebaut. Bürgerdienstleistungen werden transparenter, schneller und effizienter erbracht. Umfragen zeigen, dass die dort angebotenen Dienstleistungen jetzt wesentlich positiver bewertet werden. Das Bürgeramt-Modell und die entsprechenden Veränderungen in den Verwaltungsverfahren sind seit Ende 2012 für die gesamte Ukraine verbindlich eingeführt geworden. Die durch die Arbeit der GIZ erzielten Leistungen dienen als nachahmenswertes Beispiel und zeigen Harmonisierungsmöglichkeiten mit europäischen Standards auf. Zudem sind die Erfahrungen der Pilotstädte wertvoll für andere Gemeinden, die in naher Zukunft ihre Dienstleistungen reformieren werden.
Darüber hinaus wurde das Konzept der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) als Instrument vorgestellt, öffentliche Dienstleistungen wirtschaftlicher zu erbringen. IKZ-Vorhaben wurden in den Bereichen Gesundheit, Verwaltung, Wirtschaftsentwicklung und Abfallbewirtschaftung umgesetzt.
Vertreterinnen und Vertreter von sieben Partnerkommunen wurden intensiv im Finanzmanagement geschult. Die neuen Businesspläne der kommunalen Betriebe tragen dem Rechnung und sind kostendeckend kalkuliert. Die beteiligten Akteure sind jetzt in der Lage, transparente und kostendeckende neue Projektideen finanzierenden Institutionen vorzulegen; sie haben bereits neue Gelder akquiriert.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Ukraine's administrative structures are highly centralised. Previous reform efforts have failed due primarily to rivalries within the political elite. The Ukrainian Government announced far-reaching reforms in mid-2009. With the new government, decentralisation and the implementation of public administration reforms took on a far greater significance at the beginning of 2014. The country's willingness to reform grew out of the recognition that municipalities were not performing their assigned duties satisfactorily, with the quality of service provision being low.
As a result of the crises and heavy fighting in the east of the country which have persisted since 2014, large groups of the population have been internally displaced. The municipalities taking in refugees are faced with major challenges. Weak government structures and the absence of a legal framework for internally displaced persons may lead to further destabilisation of large areas of the country in the long term.

Objective
Local self-governing administrations and state institutions use improved instruments and procedures for more efficient and sustainable provision of municipal services.

Approach
Working on behalf of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), GIZ is supporting the Ukrainian Government in its reform process. It is the declared intention of the current government to boost the resources and expertise of the country’s municipalities and regions (oblasts). The project advises implementing partners on how to increase the effectiveness and efficiency of administrative service provision, promotes cooperation between municipalities, and conducts training activities. The GFA Consulting Group is advising the responsible municipal utilities on how to provide technical services more effectively in areas such as water supply, sanitation and waste management. The project is also building the capacity of regional and national institutions. In this way, municipalities are expected to improve the quality of their services. Findings and experience from initiatives at local level are fed into the political dialogue on decentralisation. Additionally, the project is assisting the municipalities in organising accommodation for refugees.

Results
Lasting results have been achieved with the administrative service reforms. Four citizens' advice centres have been opened and others are being set up. Citizens services are being delivered more rapidly and efficiently, with a greater level of transparency. Surveys show that the services they offer are now rated far more highly. The citizens' advice centre approach and the corresponding changes in administrative procedures have been introduced on a binding basis for the whole of Ukraine since late 2012. The achievements of GIZ's work serve as a model for others and show ways of bringing regulations into line with European standards. The experiences gained by the pilot municipalities are also valuable to other communities which are planning to reform their services in the near future.
Furthermore, the inter-municipal cooperation concept has been introduced as an instrument for more cost-effective public service provision. Inter-municipal projects have been implemented in the areas of health care, administration, economic development and waste management.
Representatives of seven partner municipalities have undergone intensive training in financial management. This is reflected in the new business plans of the municipal utilities, which are calculated to ensure that all costs are covered. The relevant actors are now capable of submitting transparent and viable new project ideas to financing institutions and have already been successful in acquiring new funding.