Förderung der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz
Promotion des énergies renouvelables et de l'utilisation rationelle de l'énergie au Maroc
Projektdetails
- Projektnummer:2011.2158.1
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Marokko
Zusammenfassung
- Ziele:
Die institutionellen und fachlichen Kapazitäten zur verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sind gestärkt - ein entsprechendes Fördersystem liegt vor.
- Auftraggeber:
BMZ
- Projektpartner:
Ministère de l'Energie, des Mines, de l'Eau et de l'Environnement (MEMEE)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:3 169 438 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2006.2167.2
Förderung der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz
Nachfolger-Projekt
2014.2516.4
Unterstützung der marokkanischen Energiepolitik
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 02.01.2008 - 30.01.2025 - Aktuelles Projekt:01.01.2012 - 31.12.2014
Sonstige Beteiligte
- Como Consult GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
23210 Energieerzeugung, erneuerbare Quellen – verschiedene Technologien
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Der Energiebedarf, insbesondere der Strombedarf, steigt in Marokko stetig an. Die Gründe dafür sind Wirtschaftswachstum mit zunehmender Industrialisierung und Wohlstand bei gleichzeitigem Wachstum der Bevölkerung. Der jährliche Zuwachs beim Strom betrug seit 2004 durchschnittlich sieben Prozent. Für die Erzeugung werden in erster Linie fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Schweröl eingesetzt.
Marokko verfügt über nahezu keine eigenen fossilen Rohstoffe und muss seine Energieträger zu 95 Prozent importieren. Die Energieimporte belasten die Handelsbilanz, die Energiesubventionen belasten den Staatshaushalt. Die derzeit noch niedrigen marokkanischen Treibhausgasemissionen werden angesichts des prognostizierten Bedarfs deutlich zunehmen.
Nachhaltigere Energieversorgung und Verringerung der Importe können erreicht werden, indem die enormen Potenziale für erneuerbare Energien (RE) genutzt und eine höhere Energieeffizienz (EE) erzielt wird. Die 2009 vorgestellte Energiestrategie kündigt einen deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien von heute 4 auf 28 Prozent des Stromverbrauchs im Jahr 2020 an.
Im Frühjahr 2010 wurden die Gesetze für erneuerbare Energien sowie zur Gründung der Agence pour le Développement des Energies Renouvelables et de l’Efficacité Energétique (ADEREE) verabschiedet. Im Herbst 2011 folgte das Gesetz zur Energieeffizienz. Der neue rechtliche Rahmen ist allerdings noch nicht wirkungsvoll, da er noch nicht weit genug gefasst ist. Außerdem fehlen Durchführungsdekrete, Zuständigkeiten sind unklar und eine geeignete Umsetzungsstrategie mit entsprechenden Förderprogrammen wurde noch nicht entwickelt.
Ziel
Marokko verfügt über verbesserte rechtliche, institutionelle und fachliche Rahmenbedingungen, qualifizierte Fachkräfte und ein Fördersystem, um erneuerbare Energien verstärkt zu nutzen und die Energieeffizienz zu erhöhen.
Vorgehensweise
Gemeinsam mit ihrem Partner ADEREE verfolgt die GIZ in diesem Projekt ein integriertes Konzept, das Politikberatung, fachliche Unterstützung und Institutionenförderung umfasst, einschließlich Wissenstransfer und Vernetzung von angewandter Forschung zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Es konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:
Unterstützung des Energieministeriums (MEMEE) bei der Erarbeitung und Umsetzung von Verordnungen und Gesetzesänderungen sowie untergeordneter Regelwerke und Förderprogramme
Stärkung der institutionellen Leistungsfähigkeit und der Managementkompetenz von ADEREE und MEMEE, strukturell-organisatorisch wie fachlich
Ausbau von Wissen bei öffentlichen und privaten Akteuren über Energiepotenziale und mögliche Anwendungen bei erneuerbaren Energien und Energieeffizienz; Unterstützung der ADEREE für die Entwicklung lokaler Projekte
Schulung von Professoren und Bildung von Netzwerken zwischen Universitäten und Ingenieurhochschulen innerhalb Marokkos sowie zwischen Europa und Marokko für eine verstärkte Kooperation in Lehre und angewandter Forschung
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die Energiestrategie von 2009 und die Gesetze von 2010 und 2011, deren Erarbeitung durch die GIZ unterstützt wurde, sind eine gute Basis für eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Wesentliche Elemente fehlen aber noch, die gegenwärtig erarbeitet werden: Netzzugangsbestimmungen, Öffnung des Niederspannungsnetzes und Förderstrategien für einzelne Technologien.
Aus einem Technologiezentrum für erneuerbare Energien soll eine vollwertige nationale Energieagentur werden, deren Mandat neben RE nun auch EE abdeckt. Die Agentur hat 2012 ihre Tätigkeit aufgenommen. Der von der GIZ unterstützte Organisationsentwicklungsprozess des ehemaligen CDER zur ADEREE ist jetzt in der zweiten Phase: Nach der Entwicklung eines neuen Organigramms (2010) wird an den Managementprozessen und der fachlichen Fortbildung gearbeitet. Durch Fortbildungsveranstaltungen konnten die Fachkenntnisse in der ADEREE, insbesondere zur Energieeffizienz, verbessert werden.
Seit Mitte 2009 hat das Vorhaben das Ministerium bei der Einführung eines Managementmodells unterstützt: Mehr als 300 Mitarbeiter haben an Kursen zur prozessorientierten Arbeitsweise einer öffentlichen Institution teilgenommen.
Die Ergebnisse der Biomasse-Potenzialstudie für die Regionen Souss-Massa-Drâa und Oriental wurde den regionalen Partnern vorgestellt. Darauf aufbauend führt die ADEREE, in Kooperation mit den lokalen Akteuren, derzeit Machbarkeitsstudien für die interessantesten Potenziale durch, die in Investitionsprojekten münden sollen. Die Potenzialstudie zur dezentralen Photovoltaik hat die Wahrnehmung dieser Technologie in Marokko grundlegend verändert: Heute wird über eine Novellierung des Gesetzes für erneuerbare Energien unter Einbeziehung von Photovoltaik nachgedacht.
2009 wurde eine Bestandsaufnahme über Lehr- und Forschungsaktivitäten im Bereich der RE und der EE an marokkanischen Wissenschaftseinrichtungen gemacht. Im April 2010 fand eine erste nationale Konferenz unter Beteiligung aller Institutionen zur Gründung eines marokkanisch-europäischen Kompetenznetzwerkes statt. Aufbauend auf den Ergebnissen wird seit Frühjahr 2012 eine Fortbildungsserie für Professoren durchgeführt: In sieben Seminaren zu verschiedenen Energietechnologien und zu Fragen wie Netzintegration und Energiespeicherung werden die Kenntnisse der Professoren vertieft sowie dauerhafte Forschungsnetzwerke und Kompetenzzentren aufgebaut.
Projektbeschreibung (EN)
Context
The demand for energy is rising steadily in Morocco, in particular the demand for electric power. The causes driving this development include economic growth, advancing industrialisation, greater prosperity and a growing population. Since 2004, annual growth rates in electricity consumption have averaged 7%. Power generation is primarily fuelled by fossil energy sources such as coal, natural gas and heavy fuel oil.
The country possesses virtually no fossil fuels of its own and therefore relies on imports for 95% of its fuel supply. These energy imports negatively affect Morocco’s trade balance, while energy subsidies are a burden on the national budget. Forecasted demand will cause Morocco’s greenhouse gas emissions, currently still low, to rise considerably.
Nevertheless, the nation can succeed in reducing its dependence on energy imports and fostering a more sustainable energy supply by tapping into its enormous potential for renewable energy use and by targeting greater energy efficiency. The energy strategy unveiled in 2009 provides for the proportion of renewable energies in Morocco’s overall energy mix to be increased from 4% to 28% by 2020.
In early 2010, the Renewable Energy Act was passed and the Agency for Development of Renewable Energy and Energy Efficiency (Agence pour le Développement des Energies Renouvelables et de l’Efficacité Energétique – ADEREE) was founded. The Energy Efficiency Act followed in late 2011. The new legal framework remains ineffective, however, as it is still too limited in scope. In addition to this, no implementing decrees have been issued, roles and responsibilities remain inadequately defined, and there is no appropriate implementation strategy setting out how funding programmes will be administered.
Objective
Morocco has more effective legal, institutional and technical instruments and capacities at its disposal, as well as qualified personnel and a funding system, which will help the country make greater use of renewable energy and improve energy efficiency.
Approach
Together with its partner ADEREE, GIZ is pursuing an integrated concept that combines policy advisory services, sectoral and technical support and capacity building, and includes knowledge transfer and networking of applied research on renewable energy and energy efficiency. Its efforts focus on the following priority areas:
supporting the Moroccan Ministry of Energy, Mines, Water and the Environment (MEMEE) in developing and implementing ordinances, legislative amendments, regulatory frameworks and funding programmes;
strengthening the institutional capacity and management competence of ADEREE and MEMEE, both in terms of organisational structure and sectoral expertise;
helping public and private actors gain greater knowledge of energy potentials and possible applications in the fields of renewable energies and energy efficiency; supporting ADEREE in the development of local projects;
training professors and networking Moroccan universities and schools of engineering both with each other and with their European counterparts so as to increase cooperation in teaching and applied research.
Results achieved so far
Through the energy strategy of 2009 and the energy acts of 2010 and 2011, which were developed with the support of GIZ, the foundations have been laid for expanding the use of renewable energies. However, some key elements of the strategy are still in the development phase. These include regulations on grid access, the opening of the low-voltage grid and strategies for promoting individual technologies.
The existing renewable energies technology centre is to become a fully-fledged national energy agency with a remit covering not only renewable energies but also energy efficiency. The agency started operating in 2012. The process of transforming the former Centre for the Development of Renewable Energy (CDER) into ADEREE is now in its second phase. A new organisation chart was drawn up in 2010, and work is currently under way to establish efficient management processes and technical training. ADEREE staff have already been able to increase their technical know-how by participating in training events, in particular in the field of energy efficiency.
Since mid-2009, the project has been assisting the Ministry in introducing a management model. More than 200 members of staff have taken part in courses on process-oriented working methods in state institutions.
The results of the study on biomass potential in the Sous Massa Drâa and Oriental regions have been presented to the project’s regional partners. Based on these results and in cooperation with the local actors, ADEREE is currently carrying out viability studies on the most interesting potential projects, which are intended to become investment projects. The study on the potential of decentralised photovoltaic systems has fundamentally changed Moroccan attitudes towards photovoltaics. An amendment to the Renewable Energy Act to incorporate photovoltaic electricity generation is currently under consideration.
In 2009, a review of teaching and research activities at Moroccan scientific institutions in the fields of renewable energy and energy efficiency was carried out. In April 2010, the first national conference on the foundation of a Moroccan-European competence network took place, attended by all the institutions. Based on the outcomes of this conference, a series of training events for professors was developed, which has been running since early 2012. The seven seminars, focusing on various technologies and on issues such as grid integration and energy storage, provide professors with the opportunity to increase their knowledge and help the institutions set up strong research networks and competence centres.