Indigenous Intercultural University

Universidad Intercultural Indígena

Project details

  • Project number:2011.2244.9
  • Status:Projekt beendet
  • Responsible Organisational unit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
  • Contact address: Transparency team 
  • Partner countries: Fondo Indígena, Argentina, Bolivia, Brazil, Belize, Colombia, Costa Rica, Cuba, Ecuador, Guatemala, Honduras, Mexico, Nicaragua, Panama, Peru, Paraguay, El Salvador, Uruguay, Venezuela

Summary

  • Objectives:

    The Indigenous Intercultural University (IIU) disposes of a sustainable high quality, gender-equality promoting and indigenous knowledge including academic offer for qualifying indigenous technical and management staff

  • Client:

    BMZ

  • Project partner:

    Fondo para el Desarrollo de los Pueblos Indígenas de América Latina y el Caribe

  • Financing organisation:

    not available

 

Volume of commission

  • Financial commitment for the actual implementation phase:3 007 480 Euro

Cofinancing

  • not available

 

Previous project

  • 2008.2062.1

    Indigene interkulturelle Universität

Follow-on project

  • not available

 

Term

  • Entire project:
    (including all previous, current and following project implementation phases, if existing)
    21.02.2005 - 31.05.2017
  • Actual project implementation phase:01.01.2012 - 31.05.2017

other participants

  • not available

 

Further information

  • Project websiteswww.reduii.org

 

Policy markers

  • Gender Equality

    Significant (secondary) policy objective

CRS code

    11420 Higher education

 

Project description (DE)

Bezeichnung: Indigene Interkulturelle Universität (IIU)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Peru, Spanien
Politischer Träger: Fondo para el Desarrollo de los Pueblos Indígenas de América Latina y El Caribe mit Sitz in La Paz, Bolivien
Projektlaufzeit: 2013 bis 2015

Indigene Interkulturelle Universität. Interkulturelle Wissenskonstruktion und interkultureller Wissensdialog sind Grundpfeiler für die Arbeit der IIU, Studentin während eines Rituals, Santiago/Chile 2013 © GIZ
Ausgangssituation
In vielen lateinamerikanischen Staaten wird die indigene Bevölkerung in neu verabschiedeten Gesetzen als Teil der nationalen multikulturellen Gesellschaften anerkannt. Gleichzeitig werden Einfluss und Rechte indigener Organisationen gestärkt. Weiterhin fehlen jedoch Institutionen, die indigene Männer und Frauen für die effektive Beteiligung in staatlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen ausbilden und indigenes Wissen als integralen Bestandteil ihrer Lehrpläne vermitteln.
Die bestehenden Bildungssysteme werden den Ausbildungsanforderungen der indigenen Bevölkerungsschichten nicht gerecht. Indigene Frauen haben immer noch ein niedrigeres Bildungsniveau als indigene Männer und benötigen mehr und verbesserten Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen. Traditionelles indigenes Wissen fließt zudem kaum in die allgemeine Hochschulausbildung ein, sodass wertvolle Potenziale für den interkulturellen Austausch nicht genutzt werden.

Vorhandene Lehrangebote zu indigenen Themen sind nicht auf die Förderung der zunehmend wichtiger werdenden Rolle der indigenen Bevölkerung in aktuellen gesellschaftlichen und politischen Prozessen und bei der Umsetzung der international anerkannten indigenen Rechte ausgerichtet.
Ziel
Das Netzwerk der Indigenen Interkulturellen Universität hat nachhaltige Strukturen entwickelt. Die indigene Bevölkerung hat Zugang zu qualifizierter Hochschulausbildung, die indigenes Wissen gleichberechtigt einschließt.

Indigenen Organisationen und lateinamerikanischen Regierungen stehen für die Behandlung indigener und interkultureller Aufgabenfelder hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zur Verfügung.
Vorgehensweise
Zum virtuellen IIU-Netzwerk gehören vier Netzwerke: indigene Universitäten (RUIICAY), konventionelle Universitäten (RECAA), Graduierte (REUII) und der Indigene Lehrstuhl (CII). Dort organisieren sich unter anderem 25 konventionelle und indigene sowie interkulturelle Universitäten, hauptsächlich in Lateinamerika und eine in Spanien, außerdem indigene Weise, Männer wie Frauen, und die IIU-Graduierten. Angeboten werden drei- bis achtmonatige Weiterbildungskurse, einjährige Spezialisierungskurse sowie zweijährige Masterstudiengänge.

Das Projekt unterstützt die IIU-Netzwerke fachlich, organisatorisch und finanziell bei der Einrichtung und Durchführung der Postgraduierten-Studiengänge, die auf die Bedürfnisse indigener Studierender ausgerichtet sind. Gefördert werden außerdem interkulturelle und interepistemische Dialogräume, die Stärkung des indigenen Lehrstuhls, die Organisationsentwicklung des Projektpartners, das Wissensmanagement und die nachhaltige Ausrichtung der Netzwerkarbeit.
Die Kurse werden als Fernstudium mit Teilpräsenz durchgeführt, um Frauen und Männern das Studium zu ermöglichen, die auf Grund ihrer Arbeitsbedingungen, Wohn- und Einkommenssituation in der Regel keinen Zugang zu Universitäten haben. Der Hauptteil des Studiums wird dabei über ein Online-System absolviert. In den zwei Präsenzphasen vermitteln indigene Expertinnen und Experten des indigenen Lehrstuhls aus ganz Lateinamerika Lehrmodule zu indigener Geschichte und Weltanschauung, Traditionen und Wissen. Die Einbindung dieses Lehrstuhls in bestehende Universitäten ist die wichtigste Innovation des Vorhabens. Westlich sozialisierte und indigene Akademikerinnen und Akademiker arbeiten zusammen, was den interkulturellen Lernprozess intensiv fördert.

Momentan bietet die IIU Kurse zu folgenden Themen an: indigenes Recht, interkulturelle Medizin, interkulturelle zweisprachige Erziehung, Regierungsführung und öffentliche Politik, internationale Zusammenarbeit, selbstbestimmte Entwicklung, Erhalt indigener Sprachen, Stärkung der Führungskompetenzen indigener Frauen.
Die Stärkung und Begleitung der Graduierten im Rahmen eines spezifischen Netzwerkes trägt entscheidend zur Nachhaltigkeit der kollektiven Bildungsprozesse und zur organisationellen Stärkung der indigenen Führungskräfte bei.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Seit ihrer Einführung stoßen die Postgraduierten-Angebote auf großes Interesse bei Akademikern und indigenen Autoritäten. Dies belegen hohe Bewerberzahlen und fast 1.000 Graduierte in der neunjährigen Laufzeit des Projektes. Bewerber und Graduierte kommen aus 20 Ländern und repräsentierten mehr als 90 indigene Völker, mehr als die Hälfte davon sind Frauen. Eine Verbleibstudie unter fast 40 Prozent der Graduierten zeigte, dass diese bis Ende 2010 tatsächlich als Fach- und Führungskräfte eingesetzt wurden. 90 Prozent der befragten Personen arbeiten in indigenen und internationalen Organisationen, staatlichen Institutionen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Mehr als die Hälfte sind in Führungspositionen tätig.

Auch der indigene Lehrstuhl erfährt immer breitere regionale Anerkennung und ist inzwischen eine Referenz für alternative Hochschulbildungsmodelle. Das Netzwerk der indigenen Universitäten ist mittlerweile auch ein anerkannter Projektpartner europäischer Universitäten.
Das beispielhafte Sichtbarmachen des gesellschaftlichen Mehrwerts und Erkenntnisgewinns, der aus dem Wissensdialog zwischen modernem und traditionellem Wissen für die integrale Entwicklung der lateinamerikanischen Staaten erwächst, ist ein wichtiger Schritt, um plurale, interkulturelle Gesellschaftsmodelle zu stärken. 

 

Project description (EN)

Title: Indigenous Intercultural University (IIU)
Commissioned by: German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ)
Country: Bolivia, Brazil, Chile, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Colombia, Mexico, Nicaragua, Peru and Spain
Lead executing agency: Fondo para el Desarrollo de los Pueblos Indígenas de América Latina y El Caribe, headquartered in La Paz, Bolivia
Overall term: 2005 to 2014

Indigenous Intercultural University (IIU): Building intercultural knowledge and dialogue on intercultural knowledge are both cornerstones of the work at the IIU; a student during a ritual, in Santiago, Chile 2013 © GIZ
Context
Under new laws introduced in many Latin American countries, the indigenous population is now recognised as part of a multicultural society. At the same time, the influence and rights of indigenous organisations are being strengthened. However, there remains a lack of institutions that empower indigenous men and women through education to effectively participate in governmental, economic and social structures, and which teach indigenous knowledge as an integral component of their curricula.
The present education system does not meet the needs of the indigenous population for education and training. Furthermore, indigenous women still have a lower level of education than their male counterparts and need more and better access to higher educational establishments. Traditional indigenous knowledge rarely finds a place in general higher education, with the result that valuable potential for intercultural dialogue is not being exploited.

Exiting courses on indigenous subjects are not designed to support the increasingly important role of indigenous peoples in today’s social and political processes, and in the implementation of internationally recognised indigenous rights.
Objective
The Indigenous Intercultural University (IIU) network has developed sustainable structures. The indigenous population has access to qualified university education that includes indigenous knowledge on an equal basis.

Well-qualified experts and managerial staff capable of assuming tasks in indigenous and intercultural affairs are available to assist indigenous organisations and Latin American governments.
Approach
Four networks belong to the virtual IIU network: indigenous universities (RUIICAY), conventional universities (RECAA), graduates (REUII) and the indigenous faculty (CII). Twenty-five conventional, indigenous and intercultural universities are organised in this network, most of which are in Latin America and one in Spain, along with indigenous wise men and women and the IIU graduates. Continuing education courses lasting three to eight months are offered, along with one-year specialist programmes and two-year master’s courses.

The project provides these IIU networks with technical, organisational and financial support for establishing and executing postgraduate courses of study specifically geared to the needs of indigenous students. It also promotes intercultural and inter-epistemic spaces for dialogue, efforts to strengthen the indigenous faculty, the organisational development of the project partner, knowledge management, and the sustainable operation of the networks.
The courses are being run as distance learning courses with some attendance required, to enable those women and men to study who are generally unable to attend university because of their working, living or income situations. The main portion of each course of study is taken via an online system. In the two attendance phases, indigenous experts on the faculty from all over Latin America teach modules on the history, world view, traditions and knowledge of indigenous people. The project’s most important innovation is the integration of this faculty into existing universities. The collaboration between western-oriented academics and those from an indigenous background provide a major boost to the intercultural learning process.

The IIU currently offers courses on the following subjects: Indigenous Law, Intercultural Medicine, Intercultural Bilingual Education, Governance and Public Policy, International Cooperation, Self-Determined Development, Preservation of Indigenous Languages, and Strengthening the Leadership Skills of Indigenous Women.
Strengthening and supporting the graduates within the framework of a dedicated network contribute decisively to the sustainability of the collective educational processes and to organisationally strengthening the indigenous managerial staff.

Results achieved so far
Academics and indigenous leaders have shown great interest in the postgraduate courses since their introduction. The high numbers of applicants and the almost 1,000 graduates over the nine-year term of the project testify to this interest. These applicants and graduates, more than half of whom are women, come from 20 different countries and represent more than 90 indigenous peoples. A tracer study following the progress of 40% of the graduates showed that by the end of 2010 they had all found employment in technical, professional or managerial positions. Ninety percent of the respondents are working in indigenous and international organisations or in government or academic institutions. Over half hold managerial positions.
There is also growing regional recognition of the indigenous faculty, which has meanwhile become a reference standard for alternative models of higher education. The network of indigenous universities has meanwhile also become a recognised project partner of European universities.

The projects serve as a model for showing how the interaction between modern and traditional knowledge adds social value and increases knowledge acquisition for the integrated development of Latin American nations. It represents an important step towards strengthening plural, intercultural models of society.