Regionale Rohstoffgovernance Westafrika
Projektdetails
- Projektnummer:2011.2274.6
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 1600 Westafrika 2 und Madagaskar
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Fragile Staaten Westafrika, Côte d'Ivoire, Guinea, Liberia, Sierra Leone
Zusammenfassung
- Ziele:
Die positiven Effekte des Bergbaus auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in ausgewählten Abbaugebieten sind erhöht.
- Auftraggeber:
BMZ
- Projektpartner:
Jeweilige zuständige Ministerien in den Partnerländern
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:7 520 501 Euro
Kombifinanzierung
AusAID - alt bis 31.12.2011: 1 420 501Euro
Vorgänger-Projekt
2009.2232.8
Regionale Rohstoffgovernance
Nachfolger-Projekt
2014.2058.7
Regionale Rohstoffgovernance in fragilen Staaten Westafrikas
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 10.07.2009 - 31.12.2025 - Aktuelles Projekt:01.10.2012 - 19.01.2017
Sonstige Beteiligte
- Particip GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
15110 Politik und Verwaltung in Bezug auf den öffentlichen Sektor
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Eigentlich sollte der Rohstoffreichtum Liberias, Sierra Leones, Côte d`Ivoires und Guineas eine gewaltige Chance für diese Länder sein. In Wahrheit sind die Schätze in ihren Böden jedoch oft mehr Plage als Segen. Es ist noch nicht lange her, da der Kampf um Diamanten und andere Rohstoffe die Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone anheizte. Und auch heute noch wirkt die Ausbeutung von Bodenschätzen wie Diamanten, Eisenerz, Erdöl und Gold in der Region destabilisierend. Der Staat kämpft nach wie vor mit institutionellen Schwächen und Korruption, während die sozialen und ökologischen Kosten des Rohstoffabbaus zu Unzufriedenheit und Konflikten unter der Bevölkerung beitragen.
Noch kommen die Einnahmen aus den Rohstoffen nicht bei der Bevölkerung an. Noch bedeuten sie kein Mehr an Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung. Ziel muss sein, dass diese Länder die Förderung ihrer Rohstoffe mittelfristig besser organisieren, um in Zukunft weniger von ausländischer Hilfe abhängig zu sein.
Ziel
Die von Staat, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft gestalteten Rahmenbedingungen für die gemeinwohlorientierte Nutzung der Bodenschätze in den fragilen Staaten Westafrikas sind verbessert.
Vorgehensweise
Das Projekt berät die Partnerländer, wie sie eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung ihrer natürlichen Ressourcen durch eine Veränderung der politischen, ökonomischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen erreichen können. So mindern höhere Transparenz der öffentlichen Einnahmen und Rechenschaftspflicht die Anreize für Korruption im Rohstoffsektor.
Das Projektteam schult Verantwortliche in Ministerien, Regional- und Kommunalverwaltungen, wie sie die Steuereinnahmen aus dem Rohstoffsektor erhöhen können. Diese Einnahmen kann der Staat dazu verwenden, die Armut zu mindern und das Land zu entwickeln. Das Projekt berät die Regierungen, wie sie ihre Bodenschätze für die nachhaltige Entwicklung ihres Landes nutzen können. Mitarbeiter von Regierung, Zivilgesellschaft, Privatsektor und regionalen Institutionen bildet das Projektteam aus und initiiert Netzwerke zwischen allen Beteiligten.
Auf lokaler Ebene unterstützt das Projekt den Dialog zwischen den Bergbauunternehmen und den ansässigen Gemeinden, um bestehende Konflikte zu mindern und in eine entwicklungsorientierte Zusammenarbeit umzuwandeln. Gemeinsam mit der Bevölkerung, den Kommunen und den Unternehmen erarbeitet das Projekt lokale Entwicklungspläne in einigen Abbaugebieten.
Ferner stößt das Projekt einen regionalen Dialog und Austausch über Rohstoffgovernance über die zwischenstaatliche Wirtschaftsorganisation in Westafrika, die Mano River Union, an.
In Liberia werden Teile der Projektarbeit über eine Kombifinanzierung mit Australien finanziert.
Wirkungen
Sierra Leone hat ein Bergbau-Katastersystem aufgebaut, mit einer angeschlossenen öffentlich zugänglichen Online-Datenbank, in der die Daten über insgesamt 857 Bergbaulizenzen verwaltet werden. Die staatlichen Einnahmen aus dem Rohstoffsektor sind so für jeden Bürger sichtbar und die Bevölkerung kann kontrollieren, wofür die Regierung diese Gelder verwendet. Allein im Fiskaljahr 2010/11 trieben die Behörden fünf Millionen US-Dollar ausstehende Lizenzgebühren von der Bergbauwirtschaft ein. Durch die positiven Entwicklungen im Bergbau in Sierra Leone stufte der Aufsichtsrat der internationalen Initiative für Transparenz in der rohstoffgewinnenden Wirtschaft (EITI) das Land als EITI-kompatibel ein.
Liberia modernisiert seine Bergbaugesetze grundlegend. Die Regierung führte ein Managementsystem bei der Behörde ein, die die Bergbaulizenzen vergibt, sodass die Vergabe seitdem besser funktioniert. In jedem Projektland entstand ein Informationszentrum, in dem Interessierte akademische Publikationen zur Bergbauindustrie finden. Zwölf lokale Entwicklungspläne in konfliktreichen Abbaugebieten wurden durch lokale Bergbaugemeinden erarbeitet. In Sierra Leone hat die Regierung auf dieser Grundlage ein Standardverfahren für lokale Entwicklungsplanung beschlossen. In Liberia wird diese Aktivität in Partnerschaft mit der Welthungerhilfe ausgeweitet. Entwicklungsrelevante Ziele für den Bergbausektor integrierte die Mano River Union in ihren Strategieplan 2010-2020.
Projektbeschreibung (EN)
Context
The resource wealth of Liberia, Sierra Leone, Côte d'Ivoire and Guinea ought to be an enormous opportunity for these countries. In reality, however, the treasures buried within their land are often more of a curse than a blessing. Not long ago, the struggle for diamonds and other raw materials was fuelling civil wars in Liberia and Sierra Leone. Even today, the exploitation of mineral resources such as diamonds, iron ore, oil and gold in the region still has a destabilising effect. The state continues to battle with institutional shortcomings and corruption, while the social and ecological costs of extracting raw materials contribute to dissatisfaction and conflicts among the population.
The revenue from the raw materials is not reaching the population or bringing about increased prosperity and greater sustainable development. The objective must be for these countries to organise the mining of their raw materials more effectively in the medium term so that they are less dependent on foreign assistance in future.
Objective
In the fragile states of West Africa, the conditions – as shaped by the state, the private sector and civil society – for using mineral resources in ways that benefit the population have improved.
Approach
The project advises the partner countries on how they can manage their natural resources efficiently and sustainably by altering the political, economic and legal conditions. For instance, a higher level of transparency with regard to public revenue and greater accountability reduce the incentives for corruption in the extractive sector.
Relevant actors in ministries and regional and local administrations receive training from the project team on how they can increase tax revenue from the extractive sector. The state can use this revenue to reduce poverty and stimulate development in the country. The project advises the governments on using their mineral resources for the sustainable development of their countries. The project team trains individuals working in the government, civil society, the private sector and regional institutions and initiates networks among all those involved.
At local level, the project supports dialogue between the mining companies and local communities with a view to reducing existing conflicts and encouraging development-oriented cooperation. In some mining areas, the project is drawing up local development plans together with the population, local authorities and companies.
In addition, the project is kick-starting a regional dialogue and exchange on resource governance in the extractive sector via the Mano River Union, the intergovernmental economic organisation based in West Africa.
In Liberia, elements of the project work are cofinanced by Australia.
Results
Sierra Leone has established a mining cadastre system linked to a publicly accessible online database in which data on a total of 857 mining licences are managed. This means that all citizens can see what public revenue is coming from the extractive sector and the population can monitor what the government is spending this money on. In the fiscal year 2010/11 alone, the authorities collected five million US dollars from the mining industry in outstanding licence fees. Following the positive mining developments in Sierra Leone, the Board of the international Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) declared the country EITI compliant.
Liberia is modernising its mining laws and making fundamental changes. The government introduced a management system for the authority that grants mining licences, and as a result the licensing process is functioning more effectively. In each project country, an information centre has been established in which interested parties can find academic publications on the mining industry. Twelve local development plans in conflict-prone mining areas have been developed by local mining communities. On this basis, the government in Sierra Leone has adopted a standard procedure for local development planning. In Liberia, this activity is being expanded in partnership with Welthungerhilfe. The Mano River Union has integrated development-related objectives for the mining sector into its Strategic Plan 2010-2020.