Wassersektorreform
Projektdetails
- Projektnummer:2012.2062.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Albanien
Zusammenfassung
- Ziele:
Institutionelle, regulative und betriebswirtschaftliche Kapazitäten der Institutionen im Wassersektor sind verbessert
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für Öffentliche Arbeiten und Transport
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:2 424 585 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2010.2088.2
Wassersektorreform
Nachfolger-Projekt
2016.2095.4
Verbraucher- und leistungsorientierte Wasser- und Abwasserentsorgung
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 31.07.2009 - 30.06.2027 - Aktuelles Projekt:03.02.2013 - 31.12.2015
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
nicht verfügbar
CRS-Schlüssel
14010 Wassersektorpolitik und -verwaltung
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation:
Trotz reichhaltiger Wasserressourcen verfügt Albanien noch nicht über eine sichere und zuverlässige Trinkwasserversorgung. Menschen und Umwelt sind gefährdet, da das Abwasser nur selten aufbereitet wird. Die Mehrheit der Wasserbetriebe ist aufgrund maroder Infrastruktur, hoher Wasserverluste, finanzieller Defizite, schwacher Leistungsfähigkeit sowie geringer Einnahmen nicht in der Lage, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischen Sanitärdienstleistungen sicherzustellen.
Im Sommer 2014 wurde dem Land der offizielle Beitrittskandidatenstatus der EU verliehen. Damit verbunden ist die Annäherung an die aktuellen EU-Richtlinien. Das Land ist vom EU-Standard allerdings noch weit entfernt.
Ziel:
Die regulativen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen der Institutionen im Sektor Wasserversorgung und Abwassermanagement sind verbessert. Die Wasserbetriebe sind besser in der Lage, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischen Sanitärdienstleistungen sicherzustellen.
Vorgehensweise
Der Wassersektor ist ein Schwerpunkt der deutschen Zusammenarbeit mit Albanien. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind die GIZ und die KfW Entwicklungsbank gemeinsam in Albanien tätig. Die wesentlichen Interventionsfelder im Prozess der EU-Annäherung sind sauberes Trinkwasser für alle zu jeder Zeit, Sammlung und Behandlung möglichst aller Abwässer sowie Schutz der Umwelt hin zu einem guten Zustand aller Gewässer.
Das Vorhaben unterstützt das Ministerium für Transport und Infrastruktur (MTI) bei der Umsetzung der Reform des Wassersektors. Über zwanzig kommunale Wasserversorger sowie deren nationaler Verband werden bei der Steigerung der operativen Energieeffizienz unterstützt. Die albanische Wasserregulierungsbehörde (WRA) wird darin gestärkt, ihr Mandat effizient wahrzunehmen.
Das Vorhaben kooperiert eng mit den entsprechenden Programmen anderer Geber, neben der KfW Entwicklungsbank vorrangig mit der Austrian Development Agency (ADA), der Weltbank, der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.
Wirkungen:
Die Wassersektorstrategie wurde im September 2011 genehmigt. Darin wurde, mit Unterstützung des Vorhabens, unter anderem die gute Regierungsführung im Sektor verbindlich formuliert und das Menschenrecht auf Wasser- und Sanitärversorgung prominent integriert. Schlüsselelemente der EU-Wasserrahmenrichtlinie sind Teil der Strategie, etwa die umfassende Versorgungspflicht oder das Kostendeckungsprinzip.
Detaillierte Energiescans in bislang 12 Versorgungsunternehmen kommen zum Ergebnis, dass die Energieeffizienz der untersuchten Pumpsysteme im Durchschnitt bei lediglich 25-50 Prozent liegt. Zusammen mit häufig unterdimensionierten und/oder ursprünglich für andere Zwecke geplanten Transportleitungen ergibt sich ein sehr großes Potenzial für mehr Energieeffizienz und Energieoptimierung. In der Küstenstadt Himara können beispielsweise mit einer Investition von 60.000 Euro jährlich 13.000 Euro Energiekosten eingespart werden. Die Stadt Erseka kann jährliche Stromkosten von 35.000 Euro weitgehend einsparen, durch die Umstellung von Pumpen auf eine Versorgung per Gravitation. Mit einer weiteren Investition von 400.000 Euro könnte dieses System komplett erneuert werden und durch die Nutzung einer Rohrturbine sogar bis zu 0,4GWh Strom pro Jahr aus Wasserkraft produzieren, was einer zusätzlichen Einnahme von 30.000 Euro entspricht.
Die albanische Siedlungsstruktur begünstigt die Nutzung von Kleinkläranlagen. Das Projekt hat eine Pilotanlage – die Pflanzenkläranlage des SOS-Kinderdorfs in Tirana – mit aufgebaut und zum ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage beigetragen. Die Anlage arbeitet kostengünstig und erfolgreich, wie regelmäßige Abwasseranalysen belegen. Darauf aufbauend wurden nationale Standards und Handbücher für Kleinkläranlagen entwickelt und in Umlauf gebracht.
Durch intensive Beratung konnte die Wasserregulierungsbehörde ihre Arbeit fortlaufend professionalisieren, auch im Hinblick auf Maßnahmen, die zur Umsetzung des Menschenrechts auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung beitragen. 48 von insgesamt 58 Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen im Land sind bereits lizenziert, 45 Unternehmen wenden einen vom Regulierer genehmigten Tarif an. Das Regulierungsgesetz wird derzeit überarbeitet. Im Fokus stehen sozialverträgliche Tarife, die Lizenzierung aller Versorger und die Leistungsmessung der Versorger basierend auf verlässlichen Betriebsdaten.
Projektbeschreibung (EN)
Context:
Despite having plentiful water resources, Albania still lacks a safe and reliable drinking water supply. Wastewater is seldom treated, posing a risk to both people and the environment. The majority of the country’s water utility companies are not in a position to ensure access to clean drinking water or hygienic sanitation services on account of dilapidated infrastructure, high rates of water loss, budgetary deficits, weak service capabilities and low income.
In the summer of 2014, Albania was granted the official status of candidate country for EU accession. This new status requires compliance with current EU standards, a goal which Albania is still far from reaching.
Objective:
The regulatory and management capacities of institutions in the water supply and waste water management sector have improved. Water utility companies are in a better position to ensure access to clean drinking water and hygienic sanitation services.
Approach:
The water sector is one of the priority areas of German development cooperation with Albania. On behalf of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), GIZ and KfW Development Bank are jointly active in Albania. The primary areas of intervention within the EU convergence process include clean drinking water for everyone at all times, the collection and treatment of all waste water wherever possible, and environmental protection that includes keeping all bodies of water in good condition.
The project supports the Ministry of Transport and Infrastructure (MIT) in implementing reforms in the water sector. More than twenty municipal water supply companies and their national association are provided with support in increasing the energy efficiency of their operations. The Albanian Water Regulatory Authority (WRA) is being strengthened so that it can efficiently fulfil its designated functions.
In addition to KfW Development Bank, the project works closely with relevant programmes being carried out by other donors, especially the Austrian Development Agency (ADA), the World Bank, the Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC) and the Swiss State Secretariat for Economic Affairs (SECO).
Results:
An official strategy for the water sector was approved in September 2011. With support from this project, good governance in the water sector was included in the strategy as a binding obligation and the human right to water and sanitation services was also made a priority. Several key elements of EU Water Framework Directive are part of the strategy, such as the obligation to provide a comprehensive supply and the cost recovery principle.
The results of detailed energy scans carried out at twelve supply companies have found that the surveyed pump systems have average energy efficiency rates of only 25-30 per cent. In addition there are a large number of transport pipelines that are either undersized and/or were originally intended for other uses. Huge potential therefore exists for increased energy efficiency and optimisation. In the coastal city of Himara, up to EUR 13,000 in energy costs can be saved annually following an initial investment of EUR 60,000. The city of Erseka has the potential to save EUR 35,000 annually on electricity costs by switching from pumps to the use of supply equipment that utilises gravity. Through an additional investment of EUR 400,000, this system could be completely overhauled and made to produce 0.4 GWh of hydroelectricity annually through the use of pipe turbines – which would correspond to an additional income of EUR 30,000 per year.
Settlement patterns in Albania favour the use of small-scale wastewater treatment facilities. This project assisted in building a pilot facility – the SOS Children’s Village plant-based wastewater treatment facility in Tirana – and helped ensure the proper operation of the facility. Frequent waste water analyses confirm that this facility operates both successfully and cost-effectively. Based on this, national standards and manuals for small-scale wastewater treatment facilities have been developed and circulated.
Owing to intensive advisory services, the Water Regulatory Authority has been able to continually professionalise the work it does, including measures that contribute to implementing the human right to clean drinking water and sanitation services. A total of 48 of the 58 water service and waste water management companies in the country have already been licensed, while 45 companies make use of tariffs that have been approved by a regulator. Additionally, a regulatory law is currently being developed. The focus of this law includes socially acceptable tariffs, the licensing of all service providers, and performance reviews of the service providers based on reliable operations data