Integrierter Naturschutz und nachhaltige Naturressourcenbewirtschaftung in der Hin Nam No Region, Lao PDR II
Projektdetails
- Projektnummer:2012.2160.5
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2A00 Asien I
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Laos
Zusammenfassung
- Ziele:
Schutzgebietsverwaltung und lokale Bevölkerung schützen einvernehmlich (Co-Management Ansatz) die Biodiversität im HNN Schutzgebiet.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministry of Natural Resources and Environment
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:5 003 112 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2009.2263.3
Integrierter Naturschutz und nachhaltige Naturressourcenbewirtschaftung im Hin-Nam-No-Nationalpark u. in seiner Umgebung
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 05.10.2010 - 22.08.2018 - Aktuelles Projekt:01.12.2013 - 22.08.2018
Sonstige Beteiligte
- IP Institut für Projektplanung
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Biodiversitätskonvention
Hauptziel
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Signifikantes Nebenziel
- Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
41030 Biodiversität
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Laos hat 24 nationale Schutzgebiete und zwei Schutzkorridore, mehr als die meisten anderen südostasiatischen Länder. Zusammen bedecken sie 15 Prozent der Fläche des Landes. Überdies gibt es in den Provinzen und Distrikten viele kleinere geschützte Wälder, was die gesamte unter Schutz stehende Fläche sogar auf mehr als 20 Prozent des Landes erhöht.
Das an der Grenze zu Vietnam gelegene nationale Schutzgebiet Hin Nam No ist 82.000 Hektar groß und eine der ausgedehntesten Karstregionen der Welt. Die Landschaft ist von atemberaubender Schönheit mit einzigartigen Kalksteinformationen. Sie ist Heimat bedrohter Arten wie Affen, Hirsche und Leoparden und von mehr als 520 Pflanzenarten. In dem Schutzgebiet liegen mehr als 20 Dörfer mit insgesamt 7.000 Einwohnern (2005), die vielfach ethnischen Minderheiten angehören. Die meisten sind sehr arm und auf die natürlichen Ressourcen des Schutzgebiets und seiner Randzonen angewiesen, die an die 70 Prozent des Nahrungs- und Haushaltsbedarfs der Bewohner decken. Durch Wilderei, illegalen Holzeinschlag und eine mit wenig Nachdruck durchgesetzte Parkordnung gerät das sensible Ökosystem des Hin-Nam-No-Schutzgebiets unter Druck. Zwar wächst staatlicherseits das Bewusstsein, dass Biodiversität aktiv geschützt werden muss. Aber die technischen, finanziellen und personellen Ressourcen für das Management und den Schutz des Naturreservats an der Basis bleiben unzureichend.
Das Vorhaben in der Region Hin Nam No ist Teil des Programms „Klimarelevantes Umwelt- und Ressourcenmanagement in Laos".
Ziel
Die Schutzgebietsverwaltung und lokalen Gemeinschaften schützen die biologische Vielfalt des nationalen Schutzgebiets Hin Nam No. Dabei folgen sie einem auf Konsens ausgerichteten Komanagement-Ansatz. An der Planung des Managements natürlicher Ressourcen beteiligte Dorfbewohner schließen Schutzvereinbarungen ab und übernehmen damit Verantwortung für das Schutzgebiet. Ernährungssicherheit und alternative Einkommensquellen haben sich verbessert.
Vorgehensweise
Das Vorhaben setzt auf die Prinzipien des kooperativen Managements, das Mittler (Behörden) und Zielgruppe (lokale Bevölkerung) an einen Tisch bringt, damit sie die anstehenden Schutz- und Verwaltungsaufgaben gemeinsam meistern. Dieser Komanagement-Ansatz ist neu für Laos. Danach schließen sich Dorfbewohner in Komitees zusammen, deren Aufgabe es ist, die natürlichen Ressourcen in und um den Hin Nam No nach einem gültigen Komanagement-Plan zu beschützen und zu bewirtschaften.
Der Projektpartner erhält Unterstützung beim Auf- und Ausbau seiner Fähigkeiten in der Gebietsverwaltung. Gleichzeitig werden Instrumente eines kooperativen Managements entwickelt, die die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten erleichtern sollen, und auf staatlicher Ebene als Modell angeboten. So trägt das Vorhaben dazu bei, die Schutzgebietsplanung und die Distrikt- und Provinzpläne zu harmonisieren.
Um die wirtschaftliche Situation der lokalen Bevölkerung zu verbessern, werden im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft ökotouristische Angebote erarbeitet und ihre Kommerzialisierung im Schutzgebiet und seinem Umfeld gefördert. Außerdem fördert das Vorhaben einkommenschaffende und Naturschutzmaßnahmen. Der Status als ASEAN Heritage Park und UNESCO-Weltkulturerbe würde die internationale Sichtbarkeit erhöhen und so die Mobilisierung finanzieller Ressourcen und das Tourismusmarketing erleichtern.
Eine weitere wichtige Projektkomponente ist die Beratung des Partners in der Frage, wie die Strukturen der Schutzgebietsverwaltung nach der Verwaltungsreform und der Präzisierung der Rollen und Aufgaben der Provinzen und Distrikte verbessert werden können.
Wirkungen – Was bisher erreicht wurde
Im Februar 2014 wurden die Führungsstrukturen des Hin Nam No untersucht, gemäß den international anerkannten Richtlinien der International Union for Conservation of Nature (Union für die Erhaltung der Natur und der natürlichen Hilfsquellen, IUCN). In der Folge wurden 19 demokratisch gewählte dörfliche Komanagement-Komitees gebildet und entsprechende Vereinbarungen formuliert.
In Kursen lernten Dorfbewohner und Parkverwaltung die Inhalte der Parkordnung kennen. Inzwischen patrouillieren sie gemeinsam durch den Park. Die Flusshöhle des Xe-Bangfai wurde Besuchern zugänglich gemacht, und die Dorfbewohner stehen Touristen, zum Beispiel als Führer, zur Verfügung. Die Ökotourismusagentur Green Discovery bietet Touren in den Park an. Inzwischen sind weitere ökotouristische Produkte im Angebot wie Naturlehrpfade, der Mu-Gia-Pass und der Ho-Chi-Minh-Pfad im Norden des Parks. Außerdem wurden Gruppen gebildet und geschult, die verschiedene touristische Dienstleistungen übernehmen. Mit einem neuen Ticketsystem wird der Besucherstrom im Park überwacht, und es werden Einnahmen für den Park, die Dorfbewohner und die Tourismus- und Distriktbehörden erwirtschaftet.
Eine Machbarkeitsstudie enthüllte das Potenzial der Zuckerpalme als Quelle gewinnbringender Nichtholzprodukte. Die Früchte der Palme sind in ganz Südostasien als Zutat zu Süßigkeiten und Desserts beliebt. Sie wird zunächst von drei Dörfern angebaut, und man erwartet, dass lokale Gemeinschaften damit auf nachhaltige Weise Einnahmen generieren können. Diese Form von Einkommen ist für die Bevölkerung vor Ort ein Anreiz, sich für den Schutz der Natur stark zu machen. Auch die Einrichtung von Schutzzonen für Fische in zwei Dörfern leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.
Derzeit beantragt die Regierung von Laos die Aufnahme des Hin-Nam-No-Schutzgebiets in die Liste der UNESCO-Welterbestätten. Dies würde dem Land international mehr Beachtung bescheren und die Einkommensmöglichkeiten der Dorfbewohner weiter verbessern.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Laos has 24 national protected areas and two corridors, more than most other Southeast Asian countries. Together they cover 15% of Laos’ total surface area. Numerous smaller conservation forests also exist at provincial and district levels, which increase the total land area under protection to more than 20%.
Located on the Lao-Vietnamese border, the Hin Nam No National Protected Area covers 82,000 hectares and forms part of one of the largest karst regions in the world. Hin Nam No’s landscape is spectacular, marked by unique limestone formations. It is home to endangered monkeys, deer, leopards and more than 520 plant species. About 20 villages are located around this national protected area. They have a combined population of 7,000 people (2005), many of whom belong to ethnic minorities. Most of these people are very poor and rely on the natural resources from within the protected area and on its margins, which provide as much as 40% of their nutritional and domestic needs. Poaching, illegal logging and the weakness with which park regulations are enforced are putting pressure on Hin Nam No’s sensitive ecosystem. While there is increasing awareness at the national level of the need to actively protect biodiversity, at the local level the technical, financial and human resources for managing and protecting the nature reserve remain inadequate.
The project in the Hin Nam No region is part of the programme ‘Climate-relevant environment and resource management in Laos’.
Objective
The NPA Management Authority and local communities conserve the biodiversity of the Hin Nam No (HNN) National Protected Area through a mutually agreed, co-management approach. Villagers have participated in establishing natural resource management plans and they actively take responsibility for the protected area through conservation agreements. Food security and alternative sources of income have improved.
Approach
The project is based on the principles of collaborative management, bringing together the intermediaries (authorities) and the target group (local population) to deal with the protection and administrative tasks at hand. This co-management approach is an innovation in Laos. Villagers form co-management committees with a mandate to protect and manage the natural resources in and around Hin Nam No, in accordance with an approved co-management plan.
The project supports its partner in improving its expertise for district administration. At the same time, it is developing collaborative management instruments with which to facilitate cooperation among all the stakeholders in the project and to provide a model at the national level. In this way, it is helping to harmonise planning for the protected area with the district and provincial plans.
To improve the economic situation of the local population, the project is involved in development partnerships to establish ecotourism products and promote their commercial application in and around the nature reserve. It also promotes measures to conserve nature and generate incomes. Designation as an ASEAN Heritage Park and UNESCO world heritage site would raise international awareness, while making it easier to secure funding and promote tourism.
Another key project component involves the provision of advice to the partner on improving the protected area management structures. This follows the introduction of administrative reforms and the identification of roles and tasks at the provincial and district level.
Results achieved so far
In February 2014, a governance assessment of Hin Nam No was carried out based on the internationally recognised guidelines of the International Union for Conservation of Nature (IUCN). This led to the democratic election of nineteen village co-management committees and the drafting of co-management agreements.
Villagers and park authorities received training to familiarise them with the park regulations, and they now jointly patrol the park. The Xe Bang Fai Cave River was made accessible to visitors, with tourism services being provided by the villagers. Green Discovery, an eco-travel agency, now offers tours to the park. Additional eco-tourism products have been developed, such as the nature trails, Mu Gia pass and Ho Chi Minh Trail in the north of the park, and tourism service groups have been established and given training. A ticketing system has been introduced to control entry to the park, and to generate income for the park, the villagers and the tourism and district authorities.
A feasibility study has shown the potential of ‘maktao’ (sugar palm) as a profitable non-timber forest product. The fruits of the maktao palm are a popular ingredient in sweets and desserts throughout Southeast Asia. Starting in three villages, its production is expected to create revenue for local communities in a sustainable manner. This kind of income provides an incentive to local communities to engage in nature conservation. Meanwhile, the creation of fish conservation zones in two villages also contributes to the sustainable use of natural resources.
The Lao Government is currently applying for Hin Nam No to be included in UNESCO’s World Heritage List. This would attract greater international attention and further increase the income opportunities for the villagers.