Entwicklung der Natur- und Wirtschaftsräume Tai und Comoé
Projektdetails
- Projektnummer:2012.2513.5
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 1600 Westafrika 2 und Madagaskar
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Côte d'Ivoire
Zusammenfassung
- Ziele:
Akteure der geförderten Wertschöpfungsketten wenden innovative Ansätze für nachhaltige und biodiversitätsfördernde Landwirtschaft an. Die ökologische und die nachhaltige Nutzung der Natur- und Wirtschaftsräume Taï und Comoé ist gesichert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministère de l' Agriculture et du Développement Rural (MINADER) Landwirtschaftsministerium
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:11 526 861 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2009.2468.8
Ländliche Wirtschaftsentwicklung und Biodiversität
Nachfolger-Projekt
2014.2492.8
Entwicklung der Natur- und Wirtschaftsräume Tai und Comoé in der Côte d´Ivoire
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 11.06.2010 - 31.12.2025 - Aktuelles Projekt:27.03.2013 - 30.06.2016
Sonstige Beteiligte
- Arge GFA-IDC-PROMAK
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Biodiversitätskonvention
Hauptziel
- Desertifikationsbekämpfung
Signifikantes Nebenziel
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Handelsentwicklung
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Signifikantes Nebenziel
- Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
31120 Landwirtschaftsentwicklung
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Nach der mehrere Jahre andauernden politischen und sozio-ökonomischen Krise befindet sich die Elfenbeinküste im Umbruch. Während des Konflikts ist die landwirtschaftliche Produktion in manchen Gebieten auf Subsistenzniveau zurückgefallen, da die Bauern weder Betriebsmittel kaufen, noch ihre Produkte vermarkten konnten. Viele Schutzgebiete und staatliche Wälder sind stark geschädigt worden. Zwei der wichtigsten Schutzgebiete sind der Taï-Nationalpark, der größte intakte Regenwald Westafrikas, im Südwesten und der Comoé-Nationalpark im Norden des Landes. Sie tragen beide die Prädikate „Biosphärenreservat" und „Weltnaturerbe" der UNESCO. Die Parks bilden die Grundlage für ein stabiles Mikroklima entscheidend für die lokale Agrarproduktion. Der Taï-Park unterliegt einem erheblichem Druck: in seinem Umfeld werden 15 % der Weltproduktion an Kakao, sowie Palmöl und weitere Kulturen angebaut. Um den Comoé-Park herum spielen vor allem Baumwolle und Cashewnüsse eine wichtige Rolle. Durch extensive Anbaumethoden, den geringen Modernisierungsgrad der Landwirtschaft und geschwächte staatliche Institutionen sind die Produktion und das Einkommen der Produzenten zurückgegangen.
Ziel
Der Schutz der Biodiversität und die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in den Natur- und Wirtschaftsräumen Taï und Comoé sind verbessert. Die ländliche Bevölkerung wendet Anbaupraktiken an, die die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig ihr Einkommen erhöht.
Vorgehensweise
Mit den verantwortlichen Ministerien erarbeitet das Projekt politische Strategien, in denen nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Methoden verankert sind. Gleichzeitig soll der Erhalt der Artenvielfalt berücksichtigt werden.
Das Projekt baut in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren die Wertschöpfungsketten Kakao, Palmöl, Cashew, Mais, Zwiebeln und Schweinzucht aus. Darüber hinaus entwickelt es gerechte Geschäftsbeziehungen zwischen der Agro-Industrie und Familienbetrieben. In der Waldwirtschaft arbeitet es mit der Holzindustrie zusammen, um Waldressourcen in den Wirtschaftsräumen Taï und Comoé nachhaltig zu managen.
Im Südwesten des Landes steht die Entwicklung der Wirtschaft um den Nationalpark Tai und dessen Schutz im Zentrum der Aktivitäten. Dazu entwickelt das Programm mit seinen Partnern eine Strategie, wie illegal genutzte landwirtschaftliche Fläche wieder in den Nationalpark zurück geführt werden kann. Mit der Parkdirektion entstehen Systeme, um den Park besser zu managen. Netzwerke und Dialogplattformen mit der Wirtschaft dienen ebenfalls dem Schutz und der Entwicklung des Parks.
Neben dem Nationalpark Taï konzentriert sich das Programm auf den Park Comoé und sein wirtschaftliches Umfeld. Hier berät das Programm die Umwelt- und Agrarbehörde dabei, die finanzielle und technische Unterstützung für eine nachhaltige ländliche Wirtschaftsentwicklung und Naturschutzpolitik zu verbessern. Weiterhin schult das Programm die Parkschutzbehörde beim Management, damit die Mitarbeiter ihre Aufgaben genau kennen und sie besser wahrnehmen können. Bestehende Konflikte um Bodenrechte zwischen Kleinbauern und Viehhaltern sollen durch gezielte Beratung und Sensibilisierung vermindert werden. Landwirtschaftliche Beratungsdienste und Branchenverbände werden dabei unterstützt, das Angebot an Schulungen für Kleinbauern zu erweitern. Der Fokus der Schulungen liegt hierbei auf nachhaltigen und umweltfreundlichen Anbaupraktiken. Durch erleichterten Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Krediten in der Peripherie des Nationalparks Comoé sollen Produktivität und Investitionsbereitschaft erhöht werden.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Insgesamt haben in den vergangenen Jahren 450 kleine Aktivitäten in den Bereichen Reis, Gemüseanbau, Kunsthandwerk und Tierhaltung das Einkommen von etwa 8000 Haushalten um 300 € jährlich gesteigert. Lokale Wirtschaftskreisläufe kamen in Schwung, so dass weniger Konflikte zwischen der Bevölkerung entstanden. In der Zwiebelproduktion testeten die Partner eine neue Sorte, die die Bauern auch außerhalb der Anbausaison anpflanzen und vermarkten können. Dadurch erhöht sich das Einkommen der Produzenten und Produzentinnen.
Gemeinsam mit Unternehmen führte das Programm Sozial- und Ökostandards wie die Rainforest Alliance oder UTZ Certified in der Kakaoproduktion ein. Die bisher zertifizierten 1500 Produzenten verzeichnen ein bis zu 60 % höheres Einkommen gegenüber dem Landesdurchschnitt, wovon insgesamt 20.000 Personen in kleinbäuerlichen Haushalten profitieren. Weiterhin integrierten 70 % der geförderten Betriebe insgesamt über 130.000 Schattenbäume in ihre Produktionssysteme, wodurch zahlreiche Bäume wieder aufgeforstet wurden. Da Projekt führte Schulwälder ein und forstete so 22 Hektar Wald wieder auf. 3000 Schüler hatten dadurch die Chance, sich über den Wert des Waldes und die Notwendigkeit von Schutzgebieten zu informieren.
Trotz zunehmendem menschlichen Nutzungsdrucks hat das Management des Taï-Nationalparks den Erhaltungsstatus des Parks mit Hilfe seiner Partner sichern können. Die vorher illegal landwirtschaftlich genutzten Flächen hat das Parkmanagement zu 98% wieder zurückgewonnen.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Following several years of continuous political and socio-economic crisis, Côte d’Ivoire is undergoing a period of transformation. During the conflict, agricultural production fell to subsistence level in some regions because the farmers were unable to buy supplies and equipment or market their products. Many protected areas and state forests were badly damaged. Two of the most important protected areas are the Taï National Park, which is the largest intact rainforest in West Africa, in the southwest of the country, and the Comoé National Park in the north. They have both been designated as UNESCO biosphere reserves and natural World Heritage sites. The parks provide the foundation for a stable microclimate which is crucial to local agricultural production. Taï National Park is under considerable pressure as 15 per cent of the world’s cacao and palm oil is produced in its vicinity, along with other crops. In the region surrounding Comoé National Park the important crops are cotton and cashew nuts. Extensive cultivation methods, the low level of agricultural modernisation, and weakened state institutions have reduced production and the incomes of producers.
Objective
Biodiversity conservation and the sustainable management of natural resources are improved in the Taï and Comoé nature conservation and economic areas. The rural population uses cultivation practices that encourage biodiversity and simultaneously increase their income.
Approach
The programme works with the relevant ministries to develop political strategies that mainstream sustainable methods for use in agriculture and forest management. At the same time, the strategies take biodiversity conservation into account.
In close cooperation with local stakeholders, the programme is expanding the value chains for cacao, palm oil, cashew nuts, maize, onions and pig farming. It is also developing fair business relations between the agricultural industry and family enterprises. In addition to this, it is working with the wood industry to ensure that forest resources in the Taï and Comoé economic areas are managed sustainably.
In the southwest of the country, programme activities focus on developing the economy in the areas surrounding Taï National Park and on park protection. To this end, the programme is drawing up a strategy with its partners for re-integrating illegally used agricultural areas into the national park. Working with the park managers, it is creating systems to improve the way the park is run. Networks and platforms for dialogue with the private sector also promote the protection and development of the park.
In addition to Taï National Park, the programme concentrates on Comoé National Park and its economic environment. Here the programme is advising the environmental and agricultural authority on improving the financial and technical support for sustainable rural economic development and nature conservation policies. The programme is also providing employees from the park protection authority with management training, so they understand exactly what their role involves and are better able to carry it out. The programme aims to mitigate existing conflicts between smallholders and livestock farmers over land rights by offering targeted advice and cultivating awareness. In addition, agricultural extension services and sector associations receive support to expand the range of training courses they offer to smallholders. The training focuses on sustainable and environmentally friendly cultivation methods. Facilitating access to agricultural supplies and loans for people living on the periphery of Comoé National Park should raise both productivity and willingness to make investments.
Results
A total of 450 small activities relating to rice, vegetable cultivation, handicrafts and animal husbandry have been carried out over the past few years, increasing the annual incomes of around 8,000 households by 300 euros. Local business cycles have swung into action, so fewer conflicts have arisen among the population. Partners also tested a new variety of onions that the farmers are able to grow and market even outside the normal growing season. This raises the incomes of the producers.
Working jointly with companies, the programme has introduced social and eco-standards such as the Rainforest Alliance Certified and UTZ Certified seals for cacao production. The incomes of the 1,500 producers who have been certified so far are now up to 60 per cent higher than the national average, and this benefits a total of 20,000 people in smallholders’ households. In addition, 70 per cent of the promoted enterprises have supported afforestation by integrating over 130,000 shade trees into all into their production systems. The project has introduced educational forests and in doing so has replanted 22 hectares of forest. This has given 3,000 schoolchildren an opportunity to learn about the value of forests and the need for protected areas.
Despite the pressure from increasing use, the management of Taï National Park has been able to secure the park’s conservation status with the aid of its partners. The park management has reclaimed 98 per cent of the area that was previously illegally used for agriculture.