Entwicklung von Kapazitäten zur Stärkung der Dürreresilienz der (agro-)pastoralen Bevölkerung im Tiefland von Äthiopien

TZ-Modul:Entwicklung v.Kapazitäten zur Stärkung d.Dürreresilienz der pastoralen u.agropastoralen Bevölkerung im Tiefland

Projektdetails

  • Projektnummer:2012.9761.3
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1500 Ostafrika und Horn von Afrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Äthiopien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Das Vorhaben trägt - über eine Sicherung ihrer natürlichen Lebens- und Produktionsgrundlagen und deren Inwertsetzung - bei zur Stärkung der Dürreresilienz der pastoraler Bevölkerung Äthiopiens.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Agriculture and Rural Development

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:9 433 333 Euro

Kombifinanzierung

  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/engl. SDC): 5 433 333Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    16.04.2013 - 30.07.2020
  • Aktuelles Projekt:15.04.2013 - 30.07.2020

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die Regionen Afar und Somali gehören zu den am wenigsten entwickelten Regionen des äthiopischen Tieflands, und ein großer Teil der pastoralen und agro-pastoralen Bevölkerung von etwa 7 Millionen Einwohnern lebt unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Aufgrund der extremen ökologischen Bedingungen mit den heißesten Temperaturen der Welt, geringen Niederschlägen, wenig Ackerland und dem knappen Zugang zu Wasser dient die semi-nomadische Viehhaltung dem Lebensunterhalt des größten Teils der Bevölkerung. Dieses Wirtschaftssystem, das früher gut an die herausfordernden ökologischen Bedingungen angepasst war, gerät zunehmend unter Druck. Die Auswirkungen des Klimawandels mit häufigeren Dürren und außergewöhnlichen Niederschlagsereignissen sowie das Bevölkerungswachstum führen zu einer Verknappung der natürlichen Ressourcen. Die bisherigen Entwicklungsstrategien berücksichtigten kaum die Besonderheiten der semi-nomadischen Lebensweise und die ökologischen Bedingungen der Region.

Ziel
Der Zugang der halbnomadischen, agro-pastoralen und pastoralen Bevölkerung zu den natürlichen Ressourcen wie Wasser, Land und Weidegründen ist gesichert und die Flächen können intensiver genutzt werden. Institutionen und örtliche Gemeinschaften sind besser in der Lage, Maßnahmen zur Dürreresilienz durchzuführen, die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Gemeinden bezüglich Dürren ist gestärkt.

Vorgehensweise
Die GIZ unterstützt die äthiopischen Partner, die sich mit pastoralen Themen befassen, die Kapazitäten ihrer Institutionen auf Bundes-, Regional-, Kreis- und Dorfebene zu verbessern. Die Maßnahmen zur Stärkung der Dürreresilienz konzentrieren sich auf die Planung der Landnutzung mit allen Nutzern und der Verwaltung, die Sicherung des Zugangs zu Land und Wasser, die Verbesserung der Weiden und die Förderung einkommensschaffender Maßnahmen. Neue Technologien zur Sicherung von Boden und Wasser für die Futter- und Nahrungsproduktion auf kommunalem Land werden getestet und für eine Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellt.
Innovativ für das äthiopische Tiefland mit seinen Trockentälern ist die Einführung von wasserverteilenden Flussschwellen und angepassten Trockensteinmauern. Sie halten die im Hochland abgetragenen fruchtbaren Boden und Wasser aus Sturzfluten zurück. Das verbesserte Land wird durch den Anbau von Futter- und Nahrungsmitteln genutzt, entsprechend dem pastoralen und ökologischen Kontext. Ihr Verkauf schafft weitere Einnahmen. Weiterhin werden Maßnahmen zur Verringerung des Wachstums von sich stark verbreitenden invasiven Pflanzen durchgeführt.
Die notwendigen personellen Kapazitäten werden aufgebaut. Für Pastoralisten wird eine Grundausbildung als Maurer angeboten. Sie können ihre neuen Fähigkeiten für den Bau und die Instandhaltung von Flussschwellen sowie zur Schaffung alternativer Einkommen durch Maurerdienstleistungen einsetzen.

Resultate
In neun Distrikten in Afar und Somali wurden in sechs Trockentäler 17 wasserverteilende Flussschwellen gebaut. Auf den entstandenen Flächen werden Elefantengras, Mais oder Sorghum erzeugt. Alle Maßnahmen wurden gemeinsam mit traditionellen Vertretern von Pastoralisten und Agro-Pastoralisten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Verwaltung geplant.
Bis Oktober 2019 wurden insgesamt 300 Männer in grundlegenden Maurerfertigkeiten einschließlich funktionaler Alphabetisierung geschult. Von den 300 Hilfsmaurern erhielten 140 eine weiterführende Ausbildung, die durch eine staatliche Prüfung mit offiziellem Zertifikat beendet wurde. Viele dieser Maurer verwenden ihre neu erlernten Fähigkeiten dazu, jetzt Maurerdienstleistungen gegen Bezahlung zu erbringen.
Auf regionaler und föderaler Ebene unterstützte das Projekt die äthiopische Regierung in 12 Dialogforen. Die Ergebnisse wurden in 5 politische Richtlinien und Strategien aufgenommen.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Challenge
The regions of Afar and Somali are among the least developed regions of the Ethiopian lowlands, and a large part of the pastoral and agro-pastoral population of about 7 million inhabitants lives below the absolute poverty line. Due to extreme ecological conditions with the hottest temperatures in the world, low rainfall, few arable land and scarce water access, semi-nomadic livestock farming is the livelihood of most of the population. This economic system, which was formerly well adapted to the challenging ecological conditions, is coming under increasing pressure. The effects of climate change, with more frequent droughts and exceptional rainfall events, as well as population growth, are causing a shortage of natural resources. The previous development strategies hardly considered the peculiarities of the semi-nomadic way of life and the ecological conditions of the region.

Objective
Access to natural resources such as water, land and pastures for semi-nomadic, agro-pastoral and pastoral populations is assured and the land can be used more intensively. Institutions and local communities are better able to implement drought-resilient measures, and the resilience of the communities affected to droughts is strengthened.

Approach
The GIZ supports the Ethiopian partners to improve the capacities of the institutions at the federal, regional, district and village level dealing with pastoral and agro-pastoral topics. Measures on drought resilience focus on planning land use with all users and the administration, securing access to land and water, improving pastures, and promoting income-generating measures. New technologies that secure soil and water for feed and food production on community or clan-owned land are tested and will be made available for upscaling through third parties. This allows to develop approaches of soil and water conserving technologies to be used in dry river valleys that are adapted to the prevailing natural conditions.
Innovative for Ethiopian lowland areas with their dry valleys is the introduction of water spreading weirs and lowland dry-stone measures that hold back fertile soil eroded from the highlands and water from flash floods. Further measures aim at utilizing the improved land through cultivating fodder and food crops suited to the pastoral and the ecological context. Their sale creates further income. Measures to reduce the growth of highly rampant, invasive plants are also carried out in some areas.
Human capacities are built up to construct water spreading weirs. The project developed for young pastoralists a basic masonry training, enabling them to learn new skills. They can use these skills for the construction and maintenance of soil and water conservation measures and to create alternative income through masonry services.

Results
In nine woredas in the regions of Afar and Somali within six dry valleys 17 water spreading weirs have been built. On the areas under rehabilitation, elephant grass, maize and sorghum has been produced. All measures have been planned jointly with traditional representatives of pastoralists and agro-pastoralists, civil society organizations and the administration.
As of October 2019, in total 300 young men have been trained in basic masonry skills including functional literacy for reading and writing figures and measurements. Out of the 300, 140 received a second training allowing them to undergo a governmental exam with official certificate for the graduated. Many of these masons have taken up their new skills to provide masonry services against payment in their communities.
At regional and federal level, the project supported the Ethiopian Government in 12 dialogue fora. The results have been included into 5 policies and strategies.