Implementierung von partizipativer Waldbewirtschaftung (PFM) in oder angrenzend an Flächen des SLM-Programm Äthiopien

Projektdetails

  • Projektnummer:2012.9766.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1500 Ostafrika und Horn von Afrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Äthiopien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Partizipative Waldwirtschaft ist in und angrenzend an kritische Wasserein-zugsgebiete unter dem SLM Programm pilothaft eingeführt und wird u umgesetzt

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Agriculture and Rural Development

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:3 022 962 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    25.03.2013 - 15.03.2019
  • Aktuelles Projekt:25.03.2013 - 15.03.2019

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Biodiversitätskonvention

    Hauptziel

  • Desertifikationsbekämpfung

    Signifikantes Nebenziel

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    31220 Forstentwicklung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die verbliebenen Waldgebiete Äthiopiens sind durch die fortschreitende Umwandlung von Waldflächen in Agrarland und eine zunehmende Degradierung in ihrem Bestand akut bedroht. Der Verlust von Wäldern hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen der ländlichen Dorfgemeinschaften, vor allem weil weniger Feuerholz, Bauholz und andere Waldprodukte zur Verfügung stehen. Darüber hinaus beeinträchtigt die Zerstörung der Wälder indirekt die Verfügbarkeit von Wasser sowie die Fruchtbarkeit der Böden, insbesondere in Hanglagen – ein gefährlicher Teufelskreis, der die Entwaldung beschleunigt. Die schnell fortschreitende Zerstörung der Wälder ist eine große Gefahr für die Biodiversität.
Wichtige Voraussetzungen wurden bereits geschaffen, um diese Entwicklung zu stoppen. Dazu gehören beispielsweise nationale Richtlinien für eine partizipative Waldbewirtschaftung (PFM) sowie rechtliche Maßnahmen zur Übertragung von Waldnutzungsrechten auf lokale Gemeinden. Allerdings ist es immer noch notwendig, die für die Einführung der PFM relevanten Kompetenzen und Ressourcen aufzubauen, insbesondere bei der Gemeindeentwicklung. Die Rolle der Wälder im Rahmen einer nachhaltigen Landbewirtschaftung und die Funktion der lokalen Gemeinden bei der Bewirtschaftung der Wälder sind bisher nur wenig beachtet worden. Die äthiopischen Wälder werden deshalb zurzeit nicht nachhaltig genutzt.

Ziel
In ausgewählten Gebieten wird im Rahmen des nationalen Programms für eine nachhaltige Landbewirtschaftung eine partizipative Waldbewirtschaftung in und in der Nähe von Wassereinzugsgebieten praktiziert. Dies stärkt die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Kleinbauern gegenüber dem Klimawandel.
Vorgehensweise
Um eine langfristige, nachhaltige Waldbewirtschaftung zu erreichen, ist es entscheidend, die Bewohner vor Ort in die maßgeblichen Prozesse einzubinden. Gleichzeitig müssen die lokalen Gemeinden lernen, wie sie die Wälder nachhaltig nutzen können. Fachkräfte der GIZ führen dazu Schulungen durch, arbeiten mit den Gemeinden in und in der Nähe von ausgewählten Wassereinzugsgebieten und vermitteln ihnen, wie sie sich im Sinne einer partizipativen Waldbewirtschaftung organisieren können.
Bei der Einführung des Konzepts der partizipativen Waldbewirtschaftung orientiert sich das Projekt an den nationalen PFM-Richtlinien und greift auf frühere Erfahrungen auf diesem Gebiet zurück, die folgende Maßnahmen umfassen:

1. Zunächst werden geeignete Wälder mithilfe entsprechender Landnutzungskarten identifiziert. Anschließend legt das Programm in Zusammenarbeit mit den Einwohnern einen sozioökonomischen und waldbezogenen Datenbestand an.

2. Als Vorbereitung auf den Aufbau von Kompetenzen und Ressourcen zur Einführung einer partizipativen Waldbewirtschaftung werden vorhandenes Wissen und Kompetenzen der Dorfgemeinschaften und der lokalen Waldbesitzer analysiert. Anschließend bieten Fachkräfte aus dem Programm Beratungsleistungen an, beispielsweise im Hinblick auf die Gründung und Führung gemeindebasierter Organisationen und den Aufbau von Strukturen für einen gerechten Vorteilsausgleich zwischen Männern und Frauen sowie zwischen dem Staat und den Gemeinden.

3. Das Programm fertigt Studien an und führt Schulungs- und Beratungsmaßnahmen durch, um die Kompetenzen der Dorfbewohner zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie das vorhandene Wissen zu erweitern. So lernen die Gemeinden, wie sie ihre Wälder langfristig nachhaltig und unabhängig bewirtschaften können. Inzwischen werden auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Behörden zum PFM-Konzept geschult. Das Programm berät die Institutionen auf allen Ebenen, um ein breites Verständnis für partizipative Maßnahmen und deren systematische Umsetzung zu schaffen.

4. Mithilfe des Programms geben die Dorfgemeinschaften ihre Erfahrungen weiter. Außerdem unterstützt das Programm den Aufbau von Organisationsstrukturen zur Förderung einer partizipativen Waldbewirtschaftung. Es berät zur Entwicklung nachhaltiger Strategien und Bewirtschaftungspläne, die verschiedene Arten von Wäldern sowie deren Zustand berücksichtigen. Damit diese Pläne umsetzbar sind, konzentriert sich das Programm auf die Nutzung und Vermarktung von holzfremden Waldprodukten sowie auf eine langfristige Waldbewirtschaftung. Die Gemeinden werden zu praktischen Maßnahmen beraten, beispielsweise zum Aufbau und zur Bewirtschaftung von Baumschulen, zum Anpflanzen und zur Pflege von Bäumen sowie zur Holzernte.

Wirkung – was bisher erreicht wurde
In den Regionen Oromia, Amhara und Tigray wurden etwa 24 gemeindebasierte Organisationen gegründet, die zusammen fast 4.500 Mitglieder haben.
Die Gemeinden in den drei Projektregionen haben bis jetzt 52.000 Hektar Waldland für die Einführung des Konzepts der partizipativen Waldbewirtschaftung identifiziert (12.000 Hektar in Oromia, 22.000 Hektar in Amhara und 18.000 in Tigray). Die Evaluierung von Ressourcen und Beständen läuft zurzeit noch.
In den Gemeinden wurden Schulungen zur Bewirtschaftung von drei Baumschulen durchgeführt; dadurch konnten bereits rund 4.000 Sämlinge angepflanzt werden.
Das Projekt hat die Partnerorganisationen und teilnehmenden Gemeinden auf lokaler Ebene mit wichtigen Werkzeugen, Büromaschinen und anderen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet, darunter Handwerkzeuge für die Baumschulen, Messinstrumente, Computer und Motorräder.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Ethiopia’s remaining forest areas are acutely threatened by their ongoing conversion for farmland and worsening degradation. Forest losses have a direct impact on the livelihoods of rural village communities, above all through the declining supplies of firewood, timber and non-wood forest products. Severe adverse effects also occur indirectly with respect to the water availability and soil fertility, especially on steeper gradients. In a vicious circle, this accelerates deforestation. The rapid rate of deforestation poses a huge threat to biodiversity.
Important prerequisites for improving this situation have already been put in place, such as national guidelines on participatory forest management (PFM) and legal measures for transferring user rights to local communities. However, it is still necessary to build up the relevant capacities for implementing PFM, especially in terms of community development. The role of forests in sustainable land management is largely overlooked, and the part local communities play in managing forests has received little attention to date. This is why Ethiopia’s forests are not used sustainably.
Objective
In selected areas, participatory forest management is practised in and near watersheds, as part of the national Sustainable Land Management Program (SLMP). This is contributing to greater resilience on the part of smallholder farmers, in the face of climate change.
Approach
It is essential to include local people in the relevant processes for the sustainable, long-term management of forests. At the same time, local communities need to learn sustainable ways of using the forests. GIZ experts provide training to this end, and they work with the communities in and near the selected watersheds, showing them how to organise themselves for PFM.
The introduction of participatory forest management adheres to the national PFM guidelines. It draws on earlier experiences in the field in a process that includes the following steps.
1. Suitable forest areas are identified, using appropriate land-use maps. Working with local people, the programme then gathers an inventory of socioeconomic and forest data.
2. Preparatory to the PFM capacity building measures, the knowledge and skills available to the village communities and among local forest owners are analysed. Experts from the programme then provide advice, for instance, on forming and running community-based organisations, and on establishing structures for benefit-sharing between men and women, and between the state and communities.
3. The programme carries out studies and provides training and advice to enhance the villagers’ skills for sustainable forest management, while adding to their existing knowledge. In this way, the communities learn to manage their forests sustainably and independently in the medium and long term. Meanwhile, employees of various government institutions also receive additional training in PFM. The programme provides advice to these institutions at all levels, to ensure a broad understanding of participatory measures and their systematic implementation.
4. With the assistance of the programme, village communities share their experiences. The programme then supports the creation of organisational structures for PFM. It advises on the development of sustainable strategies and management plans that take into account forest types and status. To ensure their viability, these plans focus on using and marketing non-wood forest products, and on the long-term forest management. The communities receive advice on practical measures, such as setting up and managing nurseries, planting and tending trees, and harvesting timber.
Results achieved so far
Some 24 community-based organisations have been established in the regions of Oromia, Amhara and Tigray, amounting to a total membership of almost 4,500 people.
Communities in the three project regions have so far designated 52,000 hectares of forested land for the introduction of participatory management (12,000 hectares in Oromia, 22,000 in Amhara and 18,000 in Tigray). Resource assessments and inventories are currently ongoing.
The communities have received training in running tree nurseries, and have already planted approximately 4,000 seedlings.
The project has provided its partner organisations and participating communities at the local level with important field and office equipment, such as nursery hand tools, measuring equipment, computers and motorbikes.