Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika II
Combatir la violencia contra las mujeres en América Latina II
Projektdetails
- Projektnummer:2013.2035.7
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Amerika NA, Bolivien, Ecuador, Peru, Paraguay
Zusammenfassung
- Ziele:
Staatliche, nicht-staatliche und privatwirtschaftliche Akteure in der Andenregion und Paraguay kooperieren bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerio de la Mujer y Poblaciones Vulnerables - MIMP
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:7 000 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2009.2019.9
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 24.09.2009 - 20.12.2018 - Aktuelles Projekt:01.01.2014 - 20.12.2018
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Hauptziel
- Mutter-Kind-Gesundheit
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
15170 Frauenrechtsorganisationen und -bewegungen sowie staatliche Institutionen
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen ist in Bolivien, Ecuador, Peru und Paraguay noch immer weit verbreitet. Schätzungen zeigen, dass 30 bis 50 Prozent der Frauen in der Region körperlicher Gewalt durch ihre Partner ausgesetzt sind (WHO 2010).
Alle Partnerländer haben sich der Prävention, Bekämpfung und Bestrafung von Gewalt gegen Frauen verpflichtet, maßgebliche internationale Konventionen ratifiziert sowie nationale Gewaltschutzgesetze und Aktionspläne in Kraft gesetzt. Der geringe Informations- und Erfahrungsaustausch sowie die mangelnde Artikulation zwischen staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren erschweren jedoch die Umsetzung bestehender Gesetze und Pläne.
Ziel
Staatliche, nichtstaatliche und privatwirtschaftliche Akteure in der Region kooperieren bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.
Vorgehensweise
Das Vorhaben arbeitet in zwei Handlungsfeldern:
1. Verbesserung des Erfahrungsaustausches und der Kooperation zwischen regionalen und nationalen Akteuren
2. Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft
Durch Kampagnen, die Durchführung von Studien und die Verbreitung von Informationen wird ein Prozess des gesellschaftlichen Umdenkens unterstützt, der Gewalt gegen Frauen ablehnt. Gemeinsam durchgeführte Präventionsmaßnahmen von staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Partnern sowie Universitäten und Medien wirken auch gleichzeitig innerhalb der Organisationen.
Wirkungen
Von wissenschaftlichen Studien zum Gütesiegel für gewaltfreie Unternehmen
Gemeinsam mit Partnern wurden in allen vier Ländern wegweisende Studien zu den Kosten für Unternehmen durch Partnergewalt an Frauen durchgeführt. Mit den alarmierenden Zahlen wurde nicht nur das Interesse von Unternehmen geweckt, sondern auch die Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren initiiert. Ein Ergebnis ist unter anderem die Einführung des staatlichen Gütesiegels „Sicheres Unternehmen frei von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen" in Peru und Paraguay.
Mit einer App Gewalt gegen Frauen verhindern
Mehr als 400 Unternehmen in der Region setzen zahlreiche Maßnahmen um, zum Beispiel Kampagnen und Fortbildungen, und erstellen Handbücher zum Umgang mit Gewalt an Frauen. Durch eine besonders erfolgreiche Kooperation zwischen Ecuadors größtem Telekommunikationsunternehmen und ComVoMujer entstand die in allen Mobiltelefonen des Unternehmens vorinstallierte Smartphone-App „Junt@s" („Zusammen"). Frauen können so mit nur einem Knopfdruck die Notfallzentrale oder eine vertraute Person alarmieren.
Mittels Online-Zertifizierung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortbilden
Die Online-Zertifizierung „Sicheres Unternehmen" hat sich als sehr effizientes Mittel bewährt, um möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen fortzubilden. In mehr als 35 Unternehmen, Organisationen sowie bei der GIZ in Peru und Ecuador haben sich bisher mehr als 7.200 Personen zertifizieren lassen.
Briefe von Frauen – wortgewaltig statt gewalttätig
Seit 2011 läuft die Anti-Gewalt-Kampagne „Cartas de Mujeres" in der Region. In mehr als 44.000 gesammelten Briefen haben betroffene Frauen, Männer und Kinder ihrem Schmerz Ausdruck verliehen und sich dadurch in der Öffentlichkeit und bei den politisch Verantwortlichen Gehör verschafft.
Der Kinder-Lern-Parcours „Mitmachen macht Mut"
ComVoMujer hat einen Parcours zur Gewaltprävention für Mädchen und Jungen von 6 bis 9 Jahren entwickelt, der nicht nur in den Partnerländern, sondern auch in Deutschland auf großes Interesse gestoßen ist. So wurden bisher rund 10.000 Kinder spielerisch an das Thema Gewalt gegen Frauen herangeführt sowie etwa 1000 Lernbegleiterinnen und -begleiter ausgebildet.
Das Schweigen brechen – Frauenmorde in Lateinamerika
Mord an Frauen, nur weil sie Frauen sind, hat einen Namen: Feminizid. In Lateinamerika kommen Feminizide besonders häufig vor. Gemeinsam mit der Deutschen Welle wurde deshalb die Reportage „Das Schweigen brechen" gedreht und seit 2014 jährlich auf Spanisch, Deutsch, Englisch und Arabisch international und in der Region ausgestrahlt.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Gender-specific violence against women is still very widespread in Bolivia, Ecuador, Peru and Paraguay. Estimates show that between 30 and 50 per cent of women in the region experience physical violence at the hands of their partners (WHO 2010).
All the partner countries have committed themselves to preventing, combating and punishing violence against women. They have ratified major international agreements, and implemented action plans and national laws on protection from violence. However, due to the limited dialogue and exchange of information and lessons learned between public, non-governmental and private-sector stakeholders, it is difficult to enforce these laws and action plans.
Objective
Public, non-governmental and private-sector stakeholders in the region are working with one another to implement measures to combat violence against women.
Approach
The project works in two fields of activity:
Improving cooperation and the exchange of information between regional and national stakeholders
Cooperating with the private sector
Campaigns, studies and the dissemination of information support a process of social change that rejects violence against women. In addition, preventive measures implemented through state, non-governmental and private partnerships, as well as by universities and the media, aim to change views within businesses and organisations.
Results
Using scientific studies to launch an accreditation process for violence-free companies
In conjunction with the project’s partners, groundbreaking studies on the financial consequences for businesses of violence against women by their partners have been conducted in all four countries. The alarming figures caught the attention of businesses, and motivated them to begin cooperating with public and non-governmental stakeholders. One outcome of this is the introduction of the state accreditation ‘Safe business free from violence and discrimination against women’ in Peru and Paraguay.
Combating violence against women with an app
Over 400 businesses in the region are now implementing numerous measures to combat violence, including campaigns and training programmes. They are also publishing guides on dealing with violence against women. A particularly successful cooperation arrangement between Ecuador’s largest telecommunications company and ComVoMujer has led to the app ‘Junt@s’ (‘together’) being pre-installed on all of the company’s mobile phones. With this app, women feeling threatened can alert either the emergency services or a trusted person by simply pressing a button.
Using online accreditation to train employees
The online accreditation ‘Safe Business’ has proven to be a very efficient means of training as many employees as possible from all business areas. So far, more than 7,200 people in over 35 businesses and organisations, as well as at GIZ in Peru and Ecuador, have been accredited.
Letters from women – powerful words instead of violence
The ‘Cartas de Mujeres’ (Letters from Women) campaign has been running in the region since 2011. The women, men and children affected by violence have expressed their pain in over 44,000 collected letters. This has provided them with a public platform, and brought the issue to the attention of the political authorities.
Programme for children: ‘Finding courage through joining in’
ComVoMujer has developed a programme for girls and boys aged between six and nine that focuses on preventing violence. This has attracted great interest not only in the partner countries, but in Germany as well. The playful programme has so far introduced around 10,000 children to the issue of violence against women, while some 1,000 learning facilitators have been trained.
Breaking Silence – Femicide in Latin America
Killing women just because they are women has a name: femicide. Femicide is particularly prevalent in Latin America. To combat this, the documentary "Breaking Silence" was filmed in cooperation with Deutsche Welle. Since 2014 this documentary has been broadcast every year throughout the region and internationally in Spanish, German, English and Arabic.
Projektbeschreibung (ES)
Situación de partida
La violencia de género específicamente dirigida hacia las mujeres todavía es muy común en Bolivia, Ecuador, Perú y Paraguay. Las estimaciones señalan que entre 30 y 50 por ciento de las mujeres en la región son víctimas de agresiones físicas por parte de sus parejas (OMS 2010).
Todos los países contraparte se han comprometido a prevenir, combatir y sancionar la violencia hacia las mujeres, han ratificado los principales convenios internacionales y han promulgado leyes nacionales de protección contra la violencia de género y planes de acción. Sin embargo, el escaso intercambio de informaciones y experiencias, así como la falta de articulación entre actores estatales, no estatales y del sector privado, dificultan la implementación de las leyes y los planes existentes.
Objetivo
Los actores estatales, no estatales y del sector privado en la región, cooperan en la implementación de medidas para prevenir y combatir la violencia hacia la mujer.
Procedimiento
El proyecto cuenta con actividades en dos campos de acción:
1) Fortalecimiento del intercambio de información y cooperación entre los actores regionales y nacionales
2) Cooperación con el sector privado
A través de campañas, estudios científicos y la difusión de información, el proyecto apoya un proceso de cambio de patrones de conducta en la sociedad, de modo que la violencia hacia las mujeres empiece a despertar rechazo. Las medidas de prevención -ejecutadas conjuntamente por actores estatales, no estatales y del sector privado, así como por universidades y medios de comunicación– inciden también simultáneamente al interior de las organizaciones.
Resultados
De los estudios científicos al sello de calidad para empresas libres de violencia
Junto con las contrapartes, se desarrollaron estudios innovadores sobre los costos generados para las empresas por los actos de violencia contra las mujeres por parte de sus parejas en los cuatro países. Estos estudios arrojaron cifras alarmantes, que no sólo despertaron el interés de las empresas sino que también dieron inicio a la cooperación entre actores estatales y no estatales. Entre otros, uno de los resultados consistió en la introducción del sello estatal de calidad"Empresa segura, libre de violencia y discriminación hacia la mujer" en Perú y Paraguay.
Una app que previene la violencia hacia las mujeres
Más de 400 empresas en la región implementan numerosas medidas, por ejemplo campañas, capacitaciones y también publican manuales sobre cómo tratar los casos de violencia hacia las mujeres. Gracias a una cooperación especialmente exitosa entre la empresa de telecomunicaciones más importante de Ecuador y ComVoMujer, se creó la aplicación (app) denominada "Junt@s", que viene preinstalada en todos los teléfonos inteligentes (smartphones) de la empresa. De esta forma, las mujeres pueden enviar una señal de alarma a la central de emergencias o a una persona de su confianza mediante un simple clic en la app.
Capacitar a los colaboradores a través de una certificación por Internet
La certificación por Internet mediante el curso "Empresa segura" ha demostrado ser un medio muy eficiente para capacitar a la mayor cantidad posible de colaboradores de todos los departamentos de una empresa. Hasta el momento, más de 7,200 personas han adquirido la certificación en más de 35 empresas y organizaciones, incluyendo a la GIZ en Perú y Ecuador.
Cartas de mujeres – agresión verbal en lugar de física
Desde 2011 se lleva a cabo una campaña regional contra la violencia denominada "Cartas de mujeres". A través de más de 44,000 cartas ya reunidas, las mujeres, los hombres y los niños afectados han expresado su dolor, atrayendo la atención de la opinión pública y de los responsables políticos.
Circuito de aprendizaje infantil "Participar nos hace valientes"
ComVoMujer ha creado un circuito de aprendizaje para la prevención de la violencia dirigido a niños de 6 a 9 años, que no sólo ha despertado interés en los países contraparte sino también en Alemania. Hasta la fecha, más de 10.000 niños han sido introducidos, en forma lúdica, al tema de la violencia contra las mujeres, y se ha capacitado a unos mil instructores.
Romper el silencio – feminicidios en América Latina
Los asesinatos de mujeres sólo debido a su sexo tienen un nombre: feminicidios. En América Latina, los feminicidios son especialmente frecuentes. Por este motivo, se filmó un reportaje junto con la Deutsche Welle que trata el tema bajo el título "Romper el silencio". Desde 2014, este reportaje se proyecta todos los años en español, alemán, inglés y árabe a nivel internacional y en la región.