Programm zur Förderung nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Projektdetails
- Projektnummer:2013.2150.4
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Kirgistan
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung unter Berücksichtigung von Elementen der Green Economy führt zu höherem Einkommen und mehr Beschäftigung.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für Wirtschaft
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:15 794 761 Euro
Kombifinanzierung
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/engl. SDC): 4 694 761Euro
Vorgänger-Projekt
2011.2147.4
Programm zur Förderung nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 03.07.2012 - 30.07.2021 - Aktuelles Projekt:27.11.2014 - 30.07.2021
Sonstige Beteiligte
- Arge AFC-CAI
- GFA Consulting Group GmbH
- sequa gGmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
- Handelsentwicklung
Hauptziel
- Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
25010 Geschäftspolitik und -verwaltung
Evaluierung
- Projektevaluierung - Zusammenfassung. Programm zur Förderung nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Kirgisistan (NAWI)
- Projektevaluierung - Auf einen Blick. Programm zur Förderung nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Kirgisistan (NAWI)
- Central Project Evaluation - summary. Promotion of Sustainable Economic Development Kyrgyzstan
- Central Project Evaluation - at a glance. Promotion of Sustainable Economic Development Kyrgyzstan
- Central Project Evaluation. Promotion of Sustainable Economic Development Kyrgyzstan. Evaluation Report
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Die Unternehmenslandschaft in Kirgisistan besteht größtenteils aus Kleinst- und Kleinbetrieben. Die Landwirtschaft trug im Jahr 2015 zu 18 Prozent des Bruttoinlandproduktes in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar bei. Rund 30 Prozent der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Die niedrige Produktivität der Landwirte und der verarbeitenden Betriebe führt zu geringer internationaler Wettbewerbsfähigkeit und geringen Einkommen bei gleichzeitiger Übernutzung der natürlichen Ressourcen. Die Integration in regionale und globale Wertschöpfungsketten ist nur über qualitativ hochwertige Produkte erreichbar. Neue Möglichkeiten zur Exportförderung bietet der Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und die Aufnahme in das Allgemeine Zollpräferenzsystem GSP+ der EU. Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, muss das Land gesetzliche Rahmenbedingungen anpassen und Umweltrisiken vermindern. Darüber hinaus benötigen die Mitarbeitenden in Institutionen, Behörden und Unternehmen das erforderliche Wissen und die notwendigen Strukturen und Prozesse, um die notwendigen Veränderungen in der Praxis umzusetzen. So erfordert die EAWU-Gesetzgebung beispielsweise in der lebensmittelverarbeitenden Industrie die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen (QMS), die zugleich gesetzlicher Standard der EU für Lebensmittelsicherheit sind.
Politiken und Strategien zur Durchführung von Reformvorhaben, die auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit abzielen, sind bislang meist fragmentarisch und nicht konsistent. Zudem werden sie nur unzureichend umgesetzt und häufig nicht an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Privatwirtschaft ausgerichtet. Die Privatwirtschaft ist somit kaum in der Lage, sich an die neuen Anforderungen anzupassen. Sie kann die Potentiale für mehr Beschäftigung und höhere Einkommen ihrer Mitarbeitenden nicht realisieren, die durch Berücksichtigung von Elementen der Green Economy und sauberer Produktion entstehen könnten.
Ziel
Die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung unter Berücksichtigung von Elementen der Green Economy führt zu höherem Einkommen und mehr Beschäftigung in Kirgisistan.
Vorgehensweise
Das Projektteam fördert Wertschöpfungsketten verschiedener Branchen und erhöht so deren Wettbewerbsfähigkeit. Im Bereich Agro-Ökotourismus, Viehzucht, Obst und Beeren, Walnüsse, Zuckerrüben vermittelt es durch Schulungen und Trainings Know-how. Technische und kaufmännische Weiterbildungen für Mitarbeitende der Handelskammer, von Fachverbänden und Akteuren aus Produktion, Logistik und Handel erhöhen deren Kompetenzen auch im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Bio-Qualität. Messeauftritte ausgewählter Unternehmen, wie bei der Bio-Fach in Nürnberg, werden durch die Plattform Import Promotion Desk gefördert. Die Consulting AFC unterstützt die Wertschöpfungskettenförderung und Lebensmittelsicherheit.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der Schweiz unterstützt die Projektaktivitäten finanziell in der Provinz Dschalal-Abad. Dadurch ist es möglich, die wirtschaftliche Entwicklung in der Provinz zu fördern. Trainings und Schulungen für staatliche, zivilgesellschaftliche und privatwirtschaftliche Akteure erhöhen deren institutionelle und individuelle Kompetenzen. Das Projektteam organisiert unterschiedliche Dialogformate zwischen diesen Akteuren bis auf Gemeindeebene, auf denen auch Themen wie ökologische Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz angesprochen werden. Darüber hinaus fördert das Team Unternehmensdienstleistungen sowie „grüne" Start-up Initiativen. Die Consulting GFA unterstützt diese Aktivitäten in Dschalal-Abad.
Das Projektteam berät Banken, auf die Bedürfnisse der Kleinst- und Kleinbetrieben und landwirtschaftlichen Produzenten zugeschnittene Finanzdienstleistungen zu entwickeln. So können sie kleine Kredite aufnehmen, um zu expandieren oder um ertragserhöhende landwirtschaftliche Produktionsmittel zu kaufen. Zudem wird die Umsetzung der nationalen Strategie für finanzielle Grundbildung unterstützt. Landwirte und Landfrauen werden in grundlegendem betriebs- und haushaltswirtschaftlichen Denken und Rechnen geschult.
Mit dem Wirtschaftsministerium erarbeitet das Projekt Reformen zugunsten ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Wachstums, um die Transformation von einer konventionellen Wirtschaftsform zu Green Economy zu unterstützen. Dabei wird die Agentur für Investitions- und Exportförderung beraten und die Umsetzung der Nationalen Exportstrategie und der OECD-Wettbewerbsempfehlungen begleitet.
Wirkungen
Die vom Projekt erzielten, sozial und ökologisch nachhaltigen Wirkungen leisten einen Beitrag zum Übergang zu Green Economy. So wurden im Agrotourismus 60 bäuerliche Haushalte geschult, internationale Gäste aufzunehmen und ressourcenschonende Dienstleistungen anzubieten. Das Konzept wurde gemeinsam mit einem kirgisischen Anbieter auf der internationalen Fachmesse für Reise und Touristik in Berlin präsentiert und eine Internetseite zum Agrotourismus in Kirgisistan etabliert. Ein kirgisischer Walnuss Zulieferer erhielt mit Unterstützung des Projekts eine Fairtrade Zertifizierung und beliefert einen niederländischen Käufer jährlich mit 20-30 Tonnen getrockneten Walnüssen. Zuckerrübenanbauer konnten mit verbessertem Saatgut des deutschen Unternehmens KWS Saat AG und moderner Produktionstechnik ihre Erträge im Schnitt von 32 auf 58 Tonnen pro Hektar steigern. Durch den Vertragsanbau mit einer Zuckerfabrik bietet Zuckerrübenanbau ein sicheres Einkommen. Die Verträge dienen als Bürgschaft für die Aufnahme des mit der KfW Entwicklungsbank entwickelten Kredits „Sweet Loan".
Zudem hat das Projekt 400 Bauern hinsichtlich Tiergesundheit und Hygienestandards geschult, um das in der Region stark nachgefragte Rindfleisch aus Hochweidehaltung für den Export zu qualifizieren. Zudem werden in 30 Bauernbetrieben international anerkannte Standards eingeführt. Ein Halal Schlachthof nach internationalen Normen hat bereits eröffnet und zwei weitere sind in Planung, so dass das Fleisch in den islamisch geprägten Ländern der Region abgesetzt werden kann.
Projektbeschreibung (EN)
Since gaining independence in 1991, Kyrgyzstan has set a clear course towards market economy reforms. In the private sector, however, only a few industries and a small number of efficient companies are able to compete at regional and international level.
As a result of political instability and a lack of legal security, the country currently remains relatively unattractive to foreign investors. Accession to the Eurasian Economic Union with Russia, Belarus and Kazakhstan in 2015 will bring further challenges as well as new opportunities.
In addition, Kyrgyzstan is facing increasing environmental and climate problems. Pressure is mounting on the already fragile natural ecosystems. Neither the private sector nor society has done enough to introduce environmental protection and climate change mitigation measures.
Objective
Promoting sustainable economic development while taking into account elements of the green economy leads to higher incomes and greater employment in Kyrgyzstan.
Approach
To achieve its objective, the programme is divided into four interconnected areas of activity.
The reform policy component concentrates on the implementation of strategies for economically, environmentally and socially sustainable growth. The project cooperates with the Investment Promotion Agency and advises partners on the basis of macroeconomic modelling and prognoses. It is helping to monitor and coordinate implementation of the national export strategy and the OECD recommendations on competitiveness.
The aim of the value chains component is to improve the productivity of selected value chains and export sectors. Know-how is provided along the value chains for clothing, livestock farming, mineral water, fruit and berries, sugar beet, valerian, agrotourism and ecotourism and walnuts. Support is also provided to the chambers of commerce and professional associations, as well as to stakeholders involved in production, logistics and trade.
The area of activity focusing on local economic development aims to establish tried-and-tested strategies for local economic promotion in the priority regions of Osch and Naryn, mainstream them at national level, and in so doing create opportunities for their dissemination.
The fourth area of activity addresses access to financial services, with the goal of introducing financial services for companies and agricultural producers along the promoted value chains and implementing the national strategy to foster financial literacy.
All components include approaches that promote the green economy.
Results
The national export strategy was developed using a participatory approach and is now being implemented. The Investment Promotion Agency has been set up, a brochure entitled ‘Invest in the Kyrgyz Republic’ has been published and a website has been created.
In the supported value chains, over 5,000 farmers – almost half of them women – have increased their income by on average 42 per cent. 500 enterprises that received support from the project in the clothing, processing and mineral water sectors have increased profits by an average of 24 per cent. Various companies have successfully developed export markets, for example around 550 farmers supplied 20 tonnes of dried valerian to the German pharmaceutical manufacturer Schwabe. A cooperative of walnut collectors and the processing company Vega Plus have been awarded a Fairtrade certificate, and the first delivery of walnuts has been dispatched to Intersnack in the Netherlands.
In the regions, the project has contributed to local economic promotion. Over 600 young people took part in short-term training courses on topics such as clothing, veterinary medicine and car repairs. Over 100 people set up small businesses as a result.
Kyrgyz advisors have been trained in international quality standards, including HACCP and ISO 22000. The first wave of companies they advised have already been awarded the certification needed to export food and can now tap into global markets.