Kommunalentwicklung und Altstadtsanierung in Lviv

Projektdetails

  • Projektnummer:2013.2230.4
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3900 Deutschland, Europa, Südkaukasus
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Ukraine

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Sanierung der historischen Altbauquartiere von Lviv wird nachhaltig und effizient gesteuert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministerium für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien der Ukraine

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:4 528 773 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2007.2160.5

    Kommunalentwicklung und Altstadtsanierung in Lviv

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    07.01.2009 - 07.11.2018
  • Aktuelles Projekt:01.01.2014 - 07.11.2018

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitewww.urban-project.lviv.ua/de/index

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    43030 Stadtentwicklung und -verwaltung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Die Stadt Lviv (Lemberg) ist die wirtschaftlich wichtigste Stadt der Westukraine. Mit mehr als zehn Prozent aller ukrainischen Kulturdenkmäler ist sie gleichzeitig von großer kulturhistorischer Bedeutung. Seit 1998 gehört die mittelalterliche Innenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Viele Völker haben die wechselvolle Geschichte der Stadt geprägt. Baulich überdauerte die Stadt das 19. und 20. Jahrhundert unzerstört.
Für den Erhalt des Erbes sind verschiedene Herausforderungen bestimmend: Die rechtlichen Grundlagen in der Stadterneuerung bedürfen einer Anpassung. Das Bewusstsein der Bewohner für eine fachgerechte Sanierung hat sich verbessert, jedoch fehlen weiterhin Finanzmittel. Architekten, Handwerker und Baufirmen sind noch zu wenig mit behutsamen Sanierungsansätzen vertraut. Gleichzeitig sind andere ukrainische Städte sehr daran interessiert, sich die Erfahrungen der Stadt Lviv in der Stadtentwicklung und Stadterneuerung anzueignen.

Ziel
Die Stadterneuerung der historischen Altbauquartiere von Lviv wird nachhaltig und effizient gesteuert. Maßnahmen für eine partizipative, behutsame und effiziente Stadterneuerung werden umgesetzt. Die Lebensbedingungen der Bewohner sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt sind verbessert.

Vorgehensweise
Die städtischen Ämter werden beraten, wie sie ihre administrativen, rechtlichen, institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie Abläufe verbessern können. Instrumente zur behutsamen Stadtsanierung wurden entwickelt. Dazu zählen ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für den erweiterten Innenstadtbereich, eine Gestaltungssatzung und Wettbewerbsverfahren. Stadterneuerungsaufgaben werden innerhalb der Stadtverwaltung organisatorisch verankert und damit institutionalisiert.
Die GIZ berät die Stadtverwaltung Lviv zu innovativen Ansätzen in der Altstadtsanierung. Dazu zählen beispielsweise Förderprogramme für private Restaurierungsarbeiten an verschiedenen historischen Bauteilen, die – mit privaten und öffentlichen Mitteln kombiniert – finanziert werden. Weitere Maßnahmen sind unter anderem eine öffentliche Plattform für innovative Bürgerbeteiligung, die Stadtwerkstatt „Maisternja Mista" und regelmäßig öffentliche Bürgerdebatten zu wichtigen Stadterneuerungsthemen.
Neben den fortgeführten praktischen Schulungen für Handwerker für eine fachgerechte Sanierung werden an ausgewählten Sanierungsobjekten behutsame, denkmalgerechte Restaurierungen ausgeführt. Diese sind nicht nur beispielhaft für eine vorbildhafte Sanierung historischer Gebäude, sondern auch für andere Fachleute im Planungs- und Sanierungsprozess (Training on the Job).
Mittlerweile werden die Erfahrungen aus Lviv auf nationaler Ebene sowie innerhalb weiterer ukrainischer Städte verbreitet und verstetigt (Scaling up). Ein bereits erprobtes Format ist die Ukrainische Akademie für Integrierte Stadtentwicklung. Dort können Vertreterinnen und Vertreter lokaler und nationaler Verwaltungen und aus Fachverbänden Themen einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung diskutieren und später in ihrer Verwaltung erproben.
Wirkungen
Die GIZ unterstützt das Ministerium für Regionalentwicklung, Bau- und Kommunalwirtschaft dabei, das Thema Stadtentwicklung im Ministerium zu verankern. Auf der Basis von Befragungen und Analysen wurde mit der Stadtverwaltung diskutiert und festgelegt, wie die Verantwortlichkeiten für die Stadterneuerung verteilt werden, um damit das Thema zu verstetigen. Die Mitarbeiter der Verwaltung wurden sich darüber hinaus bewusst, wie wichtig partizipatorische Prozesse und Ansätze sowie ämterübergreifende Arbeit für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind.
An den Förderprogrammen für Restaurierung haben rund 2.000 Haushalte teilgenommen: dies betrifft Hauseingangstüren, Fenster, Balkone, Treppenhäuser, Innenhöfe und Fassaden. Dabei haben 20 geschulte ukrainische Kleinhandwerksfirmen die Aufträge ausgeführt.
Ein neuer Curriculum im Tischler- und Restaurierungsbereich wird seit September 2012 zusammen mit der Eberhard-Schöck-Stiftung umgesetzt – bisher als Modellvorhaben in einer Berufsschule, aber mit der Absicht, es landesweit einzuführen.
Bewusstseinsbildende Maßnahmen umfassen unter anderem Printmaterial, Filme, Handbücher und Internetauftritte. Die Stadtwerkstatt „Maisternja Mista" fand zum fünften Mal für zwei Wochen im Juni 2016 statt. 40 NGOs haben rund 80 Veranstaltungen organisiert, an denen mehr als 3.000 Bewohner und Besucher teilgenommen und sich eingebracht haben. Veranstaltungen zur Gründung von Hauseigentümerverwaltungen wurden aktiv unterstützt. Durch die Maisternja Mista werden Engagement und Partizipationsprozesse der Zivilgesellschaft im öffentlichen Diskurs zur Stadtentwicklung gestärkt. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
In economic terms Lviv is the most important city in western Ukraine. As home to more than ten per cent of all Ukraine's cultural monuments, it is also a city of great cultural and historical significance. The medieval city centre has been listed as a UNESCO World Heritage site since 1998. Many ethnic groups have shaped the eventful history of the city, whose architecture survived the 19th and 20th centuries virtually intact.
Preserving this heritage means dealing with a range of challenges. For instance, the legal framework for urban renewal needs to be adapted. Although residents are now more aware of the importance of a proper rehabilitation process, there continues to be a lack of funds. Architects, craftspeople and construction firms are still insufficiently familiar with sensitive rehabilitation approaches. At the same time, other Ukrainian towns and cities are keen on learning from Lviv's experiences with urban development and urban renewal.

Objective
The urban renewal of Lviv's historic districts with their old buildings is managed sustainably and efficiently. Measures aimed at a participatory, sensitive and efficient urban renewal process are implemented. The residents' living conditions and the city's economic development have improved.

Approach
The municipal authorities receive advice on improving their administrative, legal, institutional and financial procedures and operating environment. Instruments have been developed to facilitate the historically sensitive rehabilitation of the city. These include an integrated urban development concept for the wider inner city area, design guidelines and competitive bidding procedures. Urban renewal tasks are organisationally anchored within the city administration and thereby institutionalised.
GIZ advises the Lviv City Administration on innovative approaches for rehabilitating the Old City. These include funding programmes for private restoration work on various historical building elements, which are financed with a combination of private and public funds. Other measures include public platforms for innovative citizen participation, the Maisternia Mista urban workshop and regular public citizens' debates on major urban renewal issues.
Alongside the ongoing practical training courses for craftspeople designed to ensure the use of correct techniques in rehabilitation work, selected buildings are undergoing sensitive restoration in line with accepted conservation practices. These activities not only serve a pilot function in demonstrating how to restore historic buildings in an exemplary manner, but also provide opportunities for training on the job for other experts involved in the planning and rehabilitation process.
The lessons learned in Lviv are now being scaled up and consolidated at national level as well as within other Ukrainian cities and towns. A format that has already been tried and tested is the Ukrainian Academy for Integrated Urban Development, where representatives of local and national administrations and professional associations can discuss issues relating to sustainable and integrated urban development and subsequently try out potential solutions in their areas of responsibility.

Results
GIZ is supporting the Ministry of Regional Development, Building and Housing and Communal Services in efforts to mainstream the issue of urban development within the ministry. On the basis of surveys and analyses, the project worked with the city administration to discuss and determine how the relevant responsibilities should be allocated to ensure that urban renewal is placed on a firm foundation. The administration staff also became aware of the importance of participatory processes and approaches, as well as of interdepartmental work, to sustainable urban development.
Around 2,000 households have participated in the funding programmes for restoration, which have involved entrance doors of buildings, windows, balconies, staircases, inner courtyards and façades. Twenty Ukrainian small-scale craft firms participated in training and executed the renovation work awarded in this context.
Together with the Eberhard Schöck Foundation, the project has implemented a new curriculum in the field of carpentry and restoration since September 2012. To date, this has taken the form of a pilot project in one vocational school, but the intention is to roll it out across the country.
The awareness-raising measures have included the production of printed material, films, handbooks and websites. The Maisternia Mista urban workshop was held for the fifth time in June 2016 over a period of three weeks. A total of40 organisations staged over 80 events, in which over 3,000 residents and visitors participated and played an active role. Events aimed at founding apartment owners' associations were actively supported. The Maisternia Mista workshop reinforces the commitment and participation processes of civil society within public discourse on urban development.