Entwicklung des städtischen Wasser- und Sanitärsektors im Südsudan

Projektdetails

  • Projektnummer:2013.2278.3
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 1500 Ostafrika und Horn von Afrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Südsudan

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Basistrinkwasser und Sanitärversorgung der armen städtischen Bevölkerung ist verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Water Resources and Irrigation

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:14 321 838 Euro

Kombifinanzierung

  • Agence Francaise de Developpement (ab 01.01.2012): 524 467Euro

 

Vorgänger-Projekt

  • 2008.2036.5

    Entwicklung des städtischen Wasser- und Sanitärsektors im Süd-Sudan

Nachfolger-Projekt

  • 2017.2060.6

    Entwicklung des städtischen Wasser- und Sanitärsektors im Süd-Sudan

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    19.11.2008 - 30.01.2021
  • Aktuelles Projekt:01.01.2014 - 31.12.2017

Sonstige Beteiligte

  • Arge GFA / H. P. Gauff
  • Arge GFA-H.P. Gauff

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

  • Mutter-Kind-Gesundheit

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    14030 Grundlegende Versorgung im Bereich Trinkwasser und Sanitärversorgung und Abwassermanagement

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Die Wasserinfrastruktur im Südsudan unterentwickelt, in erster Linie wegen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs und wegen mangelnder Investitionen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und noch weniger haben Zugang zu angemessener Sanitärversorgung. Der jüngste Konflikt (seit Juli 2016) verschärfte die Situation für die Bevölkerung zusätzlich, vor allem für intern Vertriebene und die Aufnahmegemeinden.
Zudem fehlen im Wasser- und Sanitärsektor die institutionellen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung. Es herrscht gravierender Mangel an qualifiziertem Personal und Know-how auf allen Ebenen, von den Wasserbetrieben bis zu den verantwortlichen Verwaltungen und zuständigen Ministerien. Die Bevölkerung ist sehr arm und größtenteils auf die Nutzung von unbehandeltem Wasser aus Flüssen, Brunnen und Quellen angewiesen. Verstärkt werden die Herausforderungen durch starke Binnenwanderung; vor allem rückkehrende Flüchtlinge und auch Binnenvertriebene ziehen in die städtischen Zentren.

Ziel
Die Trinkwasser- und Sanitärversorgung der armen städtischen Bevölkerung ist verbessert.

Vorgehensweise

Die GIZ kooperiert auf allen Ebenen mit den Hauptakteuren des Wassersektors und unterstützt sie dabei, ihre Funktion auszuüben. So hat sie in der ersten Phase das Wasserministerium dabei beraten, ein Wassergesetz zu entwickeln, das einen umfassenden rechtlichen Rahmen zur institutionellen Reform des Wassersektors formuliert, sowie eine Investitionsplanung aufzustellen. Darüber hinaus wurden Partnerinstitutionen dabei unterstützt, erste Regulierungsinstrumente zu erarbeiten. Das Programm hatte bis Dezember 2014 eine Kombifinanzierung der Agence Francaise de Developpement (AFD).
Mit Unterstützung der GFA Consulting Group und in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Gebietskörperschaften unterstützt das Programm derzeit in drei Städten die Schaffung von Voraussetzungen für oder den Betrieb von Investitionen der KfW Entwicklungsbank in Wasser- und Sanitärinfrastruktur, wie Wasserkioske und öffentliche Sanitäreinrichtungen.
Auch der nachhaltige Betrieb der Wasser- und Sanitärinfrastruktur wird finanziell und technisch unterstützt. In Kooperation mit dem Vorhaben „Stärkung von Kompetenz und Resilienz lokaler Regierungen" wurden die Erfahrungen bei der Verbesserung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung im Sektor verbreitet. Zudem werden Voraussetzungen für den krisenresilienten Betrieb der Wasserversorgungsbetriebe in den Städten geschaffen.
Wie schon nach dem Beginn des Konflikts Ende 2013 wurden, aufgrund des jüngsten Konflikts im Juli 2016 und der wiederkehrenden Ausbreitung der Cholera, die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung besonders der Trinkwasserversorgung intensiviert und erweitert. Im Fokus steht der sichere Wasserkonsum für Haushalte.
Vom Vorhaben gegründete und unterstützte Wasserversorger verkaufen mehrheitlich über Wasserkioske sauberes Wasser an Haushalte. Während des Transportes oder im Haushalt selbst wird es häufig verunreinigt. Ausgebildete Frauen, die sogenannten Safe Water Champions, verbessern Wissen und Handhabung von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Mit Unterstützung der Nichtregierungsorganisation AMREF werden derzeit 560 Frauen als Multiplikatorinnen ausgewählt und trainiert. Sie erreichen in den drei Partnerstädten Yei, Torit und Yambio bis zu 11.200 Haushalte. Unterstützend erhalten die Haushalte dazu Wasserkanister, Seife und Chlortabletten. Gesundheitszentren werden beim Monitoring von Durchfallerkrankungen und Cholera unterstützt.

Wirkungen

Die städtische Bevölkerung ist für Hygienemaßnahmen und den Umgang mit Trinkwasser sensibilisiert. Seit Beginn der Konflikte (Ende 2013) wurden 15.000 Schüler und mehr als 1.000 Haushalte mit Hygienemaßnahmen erreicht. Etwa 4.000 Personen haben Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung in Juba und Yei.

Mindestens 30.000 Personen profitieren vom Zugang zu sicherem Trinkwasser. 3 Wasserversorger wurden gegründet und in Betrieb und Instandhaltung geschult. Voraussetzungen für Investitionen der KfW Entwicklungsbank liegen in 3 Städten vor. Das von der GIZ eingeführte Betreibermodell wird vom Wasserministerium als Reformmodell anerkannt.

Ein Wassergesetzt zur Ratifizierung liegt vor. Eine Strategie zur städtischen Wasser- und Sanitärversorgung und ein Investitionsplan für den Sektor wurden veröffentlicht. Damit sind wichtige Schritte zur institutionellen Reform des Wassersektors getan.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Decades of civil war have prevented the water infrastructure in South Sudan from developing beyond the initial stages. Still today, more than half the population has no access to clean drinking water and a decent sanitation system. The most recent conflict, which erupted at the end of 2013, has now exacerbated the situation. Most severely affected are the internally displaced persons and their host communities.
Furthermore, the institutional framework required to support the sustainable development of the water and sanitation sector is not in place. At all levels, from the water operating facilities to the responsible authorities and ministries, there is an acute shortage of skilled personnel and know-how. Most of the people are poor and currently rely to a great extent on untreated water from rivers, wells and springs. High levels of internal migration are increasing the pressure. In particular the returning refugees are moving into the urban centres.

Objective
Conditions have improved for the supply of drinking water and sanitation, especially to the poorer, urban population.

Approach
GIZ is cooperating with the main actors in the water sector at all levels, and supporting them as they perform their functions. The programme is advising the water ministry on the drafting of a water law that will set out a comprehensive legal framework for the institutional reform of the water sector. The partner institutions are also receiving support for the development of regulatory instruments, as well as advice on planning municipal investments in the sector and with respect to donor coordination. GFA Consulting Group provides advice and training for the management and operating staff of the water utilities established by GIZ.
In close cooperation with the counties and municipalities, the programme is supporting four towns in establishing the preconditions for investment measures by KfW Development Bank, such as water kiosks and public sanitation facilities.
Following the outbreak of conflict in December 2013 there was a need to adapt the activities, above all to provide support to the affected population. Cholera campaigns have been conducted in Yei and Yambio, including awareness-raising measures on domestic hygiene, and the distribution of water purification tablets and containers. Additional water kiosks and public toilets have also been built.

Results
The following results have been achieved through the development cooperation activities.
• A sector strategy on urban water supply and sanitation has been published.
• The sector investment plan has been coordinated with the water ministry and submitted to the cabinet for approval.
• An approved draft of the water law is now awaiting ratification by Parliament.
• Two water utilities have been founded, and their staff trained in operations and maintenance. The infrastructure is being managed sustainably.
• The operating model of the commercial service provider YTWSS Ltd. is now recognised by the water ministry as a model for reforms.
• Urban residents have been sensitised for hygiene measures and how to handle drinking water properly.
• Since the start of the conflict at the end of 2013, the programme has reached 15,000 schoolchildren and 500 households with short-term hygiene measures.
• Some 3,000 people now benefit from three new public toilet facilities at marketplaces in Juba.