Energieeffizienzberatung
Projektdetails
- Projektnummer:2013.2457.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Serbien
Zusammenfassung
- Ziele:
Der nationale Energieeffizienz-Aktionsplan für den Gebäudesektor ist umgesetzt.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für Bergbau und Energie
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:2 000 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2010.2096.5
Energieeffizienzberatung
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 13.12.2007 - 26.02.2018 - Aktuelles Projekt:01.04.2014 - 26.02.2018
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
23110 Energiepolitik und -verwaltung
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Serbien geht bisher wenig effizient mit Energie um. Pro Kopf wird vier Mal mehr Energie verbraucht als in Deutschland. Bei Heizwärme übersteigt der Bedarf den europäischen Durchschnitt um das Zweieinhalbfache. Grund für die hohen Energieverluste ist der schlechte technische Zustand vieler Gebäude. Serbien kommen diese Verluste teuer zu stehen: 40 Prozent der Energie müssen bisher importiert werden. Geringerer Energieverbrauch würde nicht nur die Handelsbilanz verbessern. Die Steigerung der Energieeffizienz trägt auch zum Klimaschutz bei.
Um die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen, fehlt bisher ausreichendes Wissen über Potenziale und Techniken zur Reduzierung des Verbrauchs. Private Haushalte sind über einen effizienten Umgang mit Energie zu wenig informiert. Staatliche und private Fördermaßnahmen werden nur punktuell und wenig koordiniert eingesetzt.
Die serbische Regierung will die Energieeffizienz von Gebäuden deutlich erhöhen. Laut dem 2. Nationalen Aktionsplan für Energieeffizienz (NEEAP) soll der Energieverbrauch von Gebäuden bis 2018 um neun Prozent gegenüber 2008 sinken. Serbien ist EU-Beitrittskandidat und hat sich verpflichtet, seine Gesetzgebung zur Energieeffizienz schrittweise an EU-Richtlinien und -Standards auszurichten.
Ziel
Die serbische Regierung setzt den nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan für den Gebäudesektor erfolgreich um.
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt Serbien bei der Einführung EU-konformer Energieausweise. Sie sind für den EU-Beitritt unabdingbar und ermöglichen es, den Energieverbrauch von Gebäuden zu vergleichen. In enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bauwesen, Transport und Infrastruktur werden dazu eine Richtlinie sowie Empfehlungen zu laufenden Gesetzesvorhaben erarbeitet. Außerdem wird eine interministerielle Steuerungsgruppe der beiden beteiligten Ministerien beraten.
Zur zentralen Erfassung der Energieausweise wird ein Datenmanagementsystem aufgebaut. Ingenieure werden in der Anwendung geschult. Das Vorhaben fördert außerdem die Entwicklung eines Weiterbildungsangebots für Energieberater, die Hauseigentürmer zu Energiekosten und -einsparpotenzialen beraten sollen.
Das Vorhaben entwickelt eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten für Energiesparmaßnahmen an Wohngebäuden. Eine Broschüre informiert Haus- und Wohnungseigentümer über die Schritte bei einer energetischen Gebäudesanierung. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem serbischen Städtetag verteilt.
Das Vorhaben berät Gemeinden, wie sie Daten zur Energieeffizienz von Wohngebäuden erheben und analysieren können. In einem Pilotprojekt wurde in einer Gemeinde eine lokale Energieeffizienzstrategie entwickelt, gemeinsam mit der Architekturfakultät der Universität Belgrad und dem Statistischen Bundesamt Serbiens.
Das Vorhaben unterstützt weitere fünf Kommunen dabei, regionale Energieeffizienz-Aktionspläne für Wohngebäude zu entwickeln. Ein Handbuch über das Vorgehen und die Ergebnisse ermöglicht es weiteren Gemeinden, eigenständig einen Aktionsplan für ihre Gemeinde zu erarbeiten.
Wirkung
190 Vertreter aus 114 Gemeinden besuchten Informationsveranstaltungen des Bauministeriums über das nationale Datenmanagementsystem für Energieausweise, die Gesetzgebung und die Richtlinien zur Energieeffizienz im Gebäudesektor. Zur Erfassung des Wohngebäudebestandes wurde eine einfache Methode vorgestellt. 23 Gemeinden setzten sie ein und erhielten dadurch eine erste Einschätzung der Energieeinsparpotenziale. Eine Gemeinde erarbeitete einen strategischen Ansatz zur Verbesserung der Energieeffizienz für Wohngebäude und einen Aktionsplan für 2017. Weitere fünf Gemeinden folgen diesem Ansatz.
Das Datenmanagementsystem zur zentralen Erfassung der Energieausweise wurde mit Unterstützung des Vorhabens aufgebaut und befindet sich in einer Testphase. Lizensierte Ingenieurbüros mit einer Zugangsberechtigung zum System haben 190 der insgesamt 1.000 in Serbien vorliegenden Energieausweise eingegeben. Eine erste Auswertung hat das Energieministerium mithilfe dieser Daten bereits vorgenommen.
In der von der GIZ geförderten Weiterbildung wurden 428 von mittlerweile 1.550 Energieberatern zu den EU-Regularien für Energieeffizienz von Gebäuden geschult.
Die GIZ fördert an der Universität Belgrad die Weiterbildung von Dozenten des einjährigen Postgraduierten-Studiengangs „Energieeffizienz von Gebäuden". 2016 haben 48 Teilnehmer den Studiengang erfolgreich abschlossen.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Energy efficiency in Serbia is currently at a low level. The country’s per capita energy consumption is four times that of Germany. The energy required to heat buildings is two-and-a-half times higher than the European average. The poor technical condition of many buildings is causing high energy losses. These losses are at great cost to Serbia as 40 per cent of its energy has had to be imported up until now. Reducing energy consumption would not only improve the balance of trade – enhancing energy efficiency would also contribute to climate change mitigation.
To date, the country has lacked sufficient knowledge about potentials and technologies for reducing energy consumption in order to make buildings more energy efficient. Private households are inadequately informed about how to use energy efficiently. Public and private support measures are only implemented sporadically and in an uncoordinated manner.
The Serbian Government aims to significantly increase the energy efficiency of buildings. Under the Second National Energy Efficiency Action Plan (NEEAP), buildings are to reduce their energy consumption by nine per cent by 2018 compared with 2008. As a candidate for accession to the EU, Serbia has committed to progressively bringing its energy efficiency legislation in line with EU directives and standards.
Objective
The Serbian Government is successfully implementing the National Energy Efficiency Action Plan for the buildings sector.
Approach
The project supports Serbia with the introduction of energy performance certificates that comply with EU requirements. They are a prerequisite for EU accession and allow the energy consumption of buildings to be compared. Pertinent guidelines and recommendations for proposed legislation are being elaborated in close cooperation with the Ministry of Construction, Transport and Infrastructure. An interministerial steering group involving the two participating ministries is also being advised.
A data management system is being established for the central registration of energy performance certificates. Engineers are undergoing training on how to work with the system. The project also supports the development of continuing training services for energy consultants who are to advise house owners on energy costs and ways of saving energy.
The project is preparing an overview of financing opportunities for energy-saving measures in residential buildings. A brochure informs house and apartment owners about the steps entailed in refurbishing buildings to make them more energy efficient. This brochure is being distributed in partnership with the Standing Conference of Towns and Municipalities of Serbia.
The project advises municipalities on ways to collect and analyse data on the energy efficiency of residential buildings. A local energy efficiency strategy has been developed in one municipality in a pilot project together with the Faculty of Architecture at the University of Belgrade and the Serbian Statistical Office.
The project is supporting a further five communities in preparing regional energy efficiency action plans for residential buildings. A handbook about the procedure and results allows other municipalities to work out an action plan for their municipality on their own.
Results achieved so far
Some 190 representatives from 114 municipalities have attended information events held by the Ministry of Construction about the national data management system for energy performance certificates, legislation and energy efficiency guidelines in the buildings sector. A simple method has been presented for documenting the residential building stock. So far 23 municipalities have used this method and obtained an initial assessment of their energy saving potential. One municipality devised a strategic approach to improving energy efficiency for residential buildings and an action plan for 2017. Another five municipalities are pursuing this approach.
The data management system for the central registration of energy performance certificates has been set up with project support and is in a test phase. Licensed engineering firms authorised to access the system have entered 190 of Serbia's 1,000 energy performance certificates. The Ministry of Energy has already performed an initial assessment with the help of this data.
In the continuing training activities supported by GIZ, 428 of the 1,550 energy consultants have now familiarised themselves with EU energy efficiency rules for buildings.
GIZ is supporting in-service training for lecturers of the one-year postgraduate course Energy Efficiency of Buildings at the University of Belgrade. A total of 48 participants successfully completed this course in 2016.