Schutz der Agrobiodiversität im ländlichen Raum

CABRA

Projektdetails

  • Projektnummer:2014.2199.9
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Albanien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen und landwirtschaftlich genutzten biologischen Vielfalt durch öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Akteure in ausgewählten Bergregionen Nordalbaniens sind verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Tourism and Environment

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:2 502 559 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2011.2195.3

    Schutz der Agro-Biodiversität im ländlichen Raum Albaniens

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    28.12.2011 - 30.04.2019
  • Aktuelles Projekt:23.05.2015 - 30.04.2019

Sonstige Beteiligte

  • Arge GOPA-DIAVA Consult

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Biodiversitätskonvention

    Hauptziel

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    41030 Biodiversität

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Albanien ist durch eine große biologische und landschaftliche Vielfalt gekennzeichnet. Obwohl das Land weniger als 0,3 Prozent der Fläche des europäischen Kontinents einnimmt, beherbergt es 30 Prozent aller bekannten europäischen Tier- und Pflanzenarten. Die teils schwer zugänglichen Bergregionen sind besonders artenreich. Auch die geografische Lage und die jahrzehntelange wirtschaftliche Isolation haben zu der enormen Artenvielfalt beigetragen.

Mit der politischen Öffnung des Landes nahm der Verlust der natürlichen wie auch der landwirtschaftlich genutzten biologischen Vielfalt (Agrobiodiversität) zu. Wildtierarten sind durch die Fragmentierung ihres Lebensraumes und nicht nachhaltige Jagd- oder Sammelpraktiken gefährdet. Heimische Nutzpflanzen und -tiere gehen wegen der Abwanderung der ländlichen Bevölkerung und fehlender Kontrolle des Handels mit Saatgut und Haustieren verloren – und mit ihnen das Wissen über ihre Bewirtschaftung und wirtschaftlichen Potenziale.

Ziel
Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sind verbessert.

Vorgehensweise
Das Programm verfolgt einen integrierten Ansatz der ländlichen Entwicklung. In diesem geht der Schutz der biologischen Vielfalt einher mit der Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft und Tourismus.

Auf nationaler Ebene berät das Programm das Umweltministerium dabei, die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen zum Schutz der Biodiversität, einschließlich der Reform der Schutzgebietsverwaltung, zu verbessern. Zugleich fördert es die Zusammenarbeit mit den für Landwirtschaft und Tourismus zuständigen Ministerien. Dazu werden die Fachkompetenzen sowohl der Ministerien als auch der nachgeordneten Behörden verbessert.

Auf regionaler und lokaler Ebene unterstützt das Programm Partnerschaften zwischen der öffentlichen Verwaltung, privaten Unternehmen und Zivilgesellschaft mit dem Ziel, gemeinsam gender- und vorteilsgerechte Entwicklungsperspektiven zu entwickeln. In diesen werden Natur- und Biodiversitätsschutz, Landwirtschaft sowie Tourismus gleichermaßen verankert. Lokale Aktionsgruppen im Sinne des LEADER-Ansatzes der EU – ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es Menschen vor Ort ermöglicht, regionale Prozesse mit zu gestalten – sowie informelle, temporäre und themenbezogene Gruppierungen bilden dafür die Kooperationsformen.

Wirkung
Die interministerielle Zusammenarbeit hat sich erheblich verbessert. So rückt die nationale Biodiversitätsstrategie 2014 erstmals die Bedeutung von Land- und Forstwirtschaft für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in den Vordergrund. Die nationale Tourismusstrategie widmet dem Thema nachhaltige ländliche Entwicklung und Natur-Tourismus ein eigenes Kapitel. Das Ministerium für Landwirtschaft gestaltet seine ländlichen Entwicklungsprogramme zunehmend unter Berücksichtigung der Tourismus- und der Biodiversitätsstrategie.

Die von dem Programm unterstützte Reform der Schutzgebietsverwaltung und die Neufassung der nationalen Biodiversitätsstrategie schaffen verbesserte institutionelle und politische Rahmenbedingungen für den Schutz der biologischen Vielfalt. Die zuvor der Forstverwaltung unterstellte Schutzgebietsverwaltung wird nunmehr als eigenständige Verwaltungseinheit geführt.

Zwei regionale Naturparks wurden in den Albanischen Alpen eingerichtet. Sie erweitern das Angebot an Destinationen für den Berg- und Wandertourismus. Davon gehen wichtige Impulse für die lokale wirtschaftliche Entwicklung und den Erhalt der Agrobiodiversität aus. Die regionale Vermarktung lokaler Produkte, wie Heil- und Wildkräuter, Kastanien oder Milcherzeugnisse, nimmt zu. Kleinbäuerliche Betriebe in den Bergregionen bauen vermehrt heimische Sorten an, die Bestände seltener Ziegenrassen haben sich fast verdoppelt.

Darüber hinaus wurde ein tragfähiges und nachhaltiges Marketing- und Markenkonzept für die Albanischen Alpen entwickelt, das sich gerade in der Umsetzung befindet. Dazu gehören die Erstellung von Richtlinien, die Etablierung und Förderung der Albanischen Alpen als regionale Marke und ihre Anerkennung als Natur-, Wander- und Outdoor-Destination. Hierbei besteht das Ziel darin, die tradierten Werte zu bewahren und gleichzeitig für einen nachhaltigen Tourismus nutzbar zu machen.

Mit der Einrichtung des Forums für Agrobiodiversität hat Albanien eine Verbindung zu europäischen Wissensnetzwerken hergestellt. Damit wurde der notwendige Rahmen für eine verbesserte Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit auf lokaler und nationaler Ebene geschaffen. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
Albania is characterised by great biological and landscape diversity. Although the country accounts for less than 0.3 per cent of the surface area of the European continent, it is home to 30 per cent of all known species of European animals and plants. Albania’s mountain regions, some of which are extremely remote, are especially rich in flora and fauna. This very high species diversity can be attributed to the geographical location and decades of economic isolation.

As the country has opened up politically, the loss of natural biodiversity and agrobiodiversity has increased. Wild species are threatened by fragmentation of their habitat and unsustainable hunting and gathering. Native crops and animals are lost due to relocation of the rural population and insufficient controls on trade in seed and pets. In the process, knowledge about their management and care and their economic potential is also lost.

Objective
Conservation and sustainable use of biological diversity are improved.

Approach
The programme pursues an integrated approach to rural development under which the conservation of biodiversity is combined with the promotion of sustainable agriculture and tourism.

At national level, the programme advises the Ministry of Environment in improving the overall legal and institutional conditions for conserving biodiversity, including reforming the management of the protected areas. At the same time it promotes cooperation with the ministries responsible for agriculture and tourism. In addition, expertise is being improved both in the ministries and other related authorities.

At regional and local level the programme supports partnerships with the public administration, the private sector and civil society, with the aim of jointly elaborating development prospects that are equitable in terms of gender and sharing of benefits. Nature conservation and protection of biodiversity, agriculture, and tourism are all mainstreamed in the activities. Cooperation takes place in the form of local action groups using the EU’s LEADER approach – a methodical approach to regional development enabling local people to be involved in shaping regional processes – and informal, temporary groups working on specific issues.

Results
Cooperation between the ministries has improved considerably. For example in 2014, for the first time the national biodiversity strategy stressed the importance of agriculture and forestry for the conservation of biodiversity. The national tourism strategy devotes a whole chapter to the topic of sustainable rural development and nature-conserving tourism. The Albanian Ministry of Agriculture increasingly takes the tourism and biodiversity strategies into account when designing its rural development programmes.

Reform of the management of protected areas, which is supported by the programme, and the revised version of the national biodiversity strategy improve the general institutional and political conditions for conserving biodiversity. The administration of protected areas was previously under the responsibility of the forest administration but is now an independent administrative unit.

Two regional nature reserves have been set up in Albania’s alpine region, broadening the range of destinations available to mountain-climbers and hikers. This greatly stimulates both local economic development and the conservation of agrobiodiversity. There is greater regional marketing of local products such as medicinal and wild herbs, chestnuts and dairy products. Smallholdings in the mountain regions are increasingly cultivating native varieties, and the stocks of rare goat breeds have almost doubled.
Additionally, a viable and sustainable marketing and branding concept for the Albanian Alps region has been developed and is being implemented. This involves creating guidelines, establishing and promoting the Albanian Alps as a regional brand recognised as a nature, hiking and outdoor destination. The aim is to unlock, enable and highlight the inherited value propositions.

By establishing the forum for agrobiodiversity, Albania has forged a link with European knowledge networks. This has created the necessary framework for improved public relations work and lobbying at both local and national level.