Unterstützung für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Kenia
Projektdetails
- Projektnummer:2014.4069.2
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 1500 Ostafrika und Horn von Afrika
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Kenia
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Lebensbedingungen von Flüchtlingen sowie der lokalen Bevölkerung in Turkana West (Kakuma) und Garissa County (Dadaab) sind gendergerecht verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministry of Interior and Coordination of National Government
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:19 400 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 04.12.2014 - 15.04.2024 - Aktuelles Projekt:01.01.2015 - 15.04.2024
Sonstige Beteiligte
- GFA Consulting Group GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
73010 Kurzfristiger Wiederaufbau und Rehabilitierung unmittelbar nach Notsituationen
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Unterstützung für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Kenia
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Unterstützung für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Kenia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren"
Land: Kenia
Politischer Träger: Refugee Affairs Secretariat (Innenministerium und Koordination der nationalen Regierung), Kenya
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2022
Ausgangssituation
Infolge von Gewaltkonflikten im Südsudan, in Somalia und in anderen Ländern der Region ist die Zahl der Flüchtlinge in Kenia inzwischen auf rund eine halbe Million gestiegen. Flüchtlinge dürfen außerhalb der Flüchtlingslager keine Beschäftigung oder landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Ihre Fähigkeiten zur Selbstversorgung oder zur Reintegration in ihre Heimatländer sind deshalb wenig ausgeprägt.
Wegen des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen, vor allem aus dem Südsudan, in die Region hat die kenianische Regierung im Juni 2015 in einem 40 km von der Stadt Kakuma entfernt gelegenen Ort namens Kalobeyei Platz für eine neue Flüchtlingssiedlung ausgewiesen.
Die in den beiden Hauptaufnahmegebieten Kakuma and Dadaab ansässige Bevölkerung ist sehr arm. Nahrungsmittelknappheit, eine unzureichende Grundversorgung und ungleiche Einkommenschancen prägen die Lebensbedingungen, die für Flüchtlinge wie auch für die ansässige Bevölkerung prekär sind. Konflikte sind daher an der Tagesordnung.
Im Einklang mit dem integrierten Bezirksentwicklungsplan 2018–2022 hat die kenianische Regierung gemeinsam mit Partnern das Programm für die integrierte soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Kalobeyei erarbeitet. Dieses Programm fördert die Eigenständigkeit der Flüchtlinge und der aufnehmenden Gemeinden, indem es die Möglichkeiten der Existenzsicherung verbessert und die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe und Unterstützung verringert, und steht damit im Einklang mit dem Umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen, den das Land unterstützt.
Ziel
Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge sowie der lokalen Bevölkerung in Turkana West (Kakuma) und Garissa County (Dadaab) sind verbessert.
Vorgehensweise
Die Maßnahmen des Vorhabens richten sich gleichermaßen an die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in den Gebieten in und um die Flüchtlingslager Kakuma und Dadaab. Im Mittelpunkt stehen privatwirtschaftliche und unternehmerische Interventionen für Flüchtlinge und Mitglieder der Aufnahmegemeinden, die Verbesserung der Ernährung und der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Förderung friedlicher Konfliktlösungen. Das Vorhaben arbeitet unter anderem mit dem Don Bosco Development Outreach Network, dem St. Clare Training Institute, dem Xavier Project und dem dänischen Flüchtlingsrat zusammen und führt Projekte in ganz Turkana West durch.
Außerdem erwerben Flüchtlinge und Mitglieder der Aufnahmegemeinde in Aus- und Fortbildungen nützliche Kenntnisse für potenzielle Beschäftigungen. Sie werden zu landwirtschaftlichen Anbautechniken beraten, beispielsweise durch das Anlegen von Schulgemüsegärten in den Flüchtlingslagern und der Aufnahmegemeinde. Dank Cash-for-Work-Maßnahmen können Flüchtlinge und Ortsansässige ihre Einkommen verbessern.
Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Im Rahmen dieser Initiative werden kurzfristig Mittel zur Unterstützung von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden bereitgestellt. Längerfristig mindern nachhaltige Maßnahmen strukturelle Fluchtursachen wie soziale Ungleichheit oder Ernährungsunsicherheit.
Wirkungen
—Die Beschäftigungsfähigkeit von mehr als 900 Menschen ist verbessert.
—Vier Gemeinschafts-/Jugendzentren haben Zugang zum Internet, zu Bildungsangeboten und zu Online-Beschäftigung.
—Ein modularer Leitfaden zur Vermittlung von Lebenskompetenzen wurde erstellt.
—3.400 Personen haben Geflügel gezüchtet und Verkaufsstände für tierische Produkte eingerichtet.
—1.200 Schulkinder haben in Schulgärten gelernt, nahrhafte Lebensmittel zu erzeugen, zu verarbeiten und zu vermarkten.
—Ein kompetenzorientiertes Schulungshandbuch für die Futtererzeugung wurde erarbeitet.
—Impfkampagnen für Nutztiere und die Heuschreckenbekämpfung werden unterstützt.
—4.000 Jugendliche engagierten sich mit Rollenspielen, Liedern und Gedichten in zwei Kampagnen gegen Frühehen.
—Mehr als 1.600 Kinder nahmen an Schulungen für die Streitschlichtung unter Gleichaltrigen („Peer Mediation") teil und vermitteln in Konflikten in ihrem Alltag.
—Sieben Dialogforen für Flüchtlinge und Ortsansässige sind eingerichtet.
—Für die Schulung von Peer-Mediatoren wurde ein Handbuch zum Thema partizipative Mediation entwickelt.
—Mit mobilen Gesundheitsdiensten konnten mehr als 30.000 Kranke in schwer zugänglichen Gebieten erreicht werden.
—Über 5.500 Facharztbehandlungen (zum Beispiel durch HNO- und Augenärzte) wurden durchgeführt.
—288 Gesundheitskräfte wurden für die Behandlung von Menschen mit Mangelernährung geschult.
—Medizinische Ausrüstung und medizinisches Material wurden an Gesundheitseinrichtungen verteilt.
—Im neuen Krankenhaus im Lager Kakuma wurde eine Kinder- und Frauenstation eingerichtet.
—Ein Bohrloch wurde mit Solarstromversorgung ausgestattet und ein Generator bereitgestellt und in bestehende Wasserwirtschaftsstrukturen eingebunden.
Projektbeschreibung (EN)
Supporting refugees and host communities in Kenya
Project description
Title: Support to refugees and host communities in Kenya
Commissioned by: German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) Special Initiative ‘Tackling the root causes of displacement – reintegrating refugees’
Country: Kenya
Lead executing agency: Refugee Affairs Secretariat (Ministry of Interior & Coordination of National Government), Kenya
Overall term: 2015 to 2022
Context
As a result of violent conflicts in South Sudan, Somalia and other countries of the region, the number of refugees in Kenya has now risen to approximately half a million. The refugees are not permitted to pursue employment or agricultural activities outside the refugee camps. As such, they have developed little self-sufficiency or capacity for reintegration back in their home countries.
As a result of the continued influx of refugees especially from South Sudan into the region in June 2015, the Kenyan Government allocated space for a new refugee settlement, 40 km from the town of Kakuma in a nearby location, called Kalobeyei.
The local population in the two main host areas Kakuma and Dadaab is very poor. Due to food shortages, insufficient basic services and uneven income opportunities, the living conditions are insecure, both for the refugees and for the local people. As a result, conflicts are common.
Together with partners, the Government of Kenya developed the Kalobeyei Integrated Social and Economic Development Programme in line with the provisions of the County Integrated Development Plan 2018-2022. This programme promotes self-reliance of the refugees and host communities by enhancing livelihood opportunities and by reducing dependence on humanitarian aid and support. This is in line with the Comprehensive Refugee Response Framework to which the country subscribes.
Objective
Living conditions have improved for refugees as well as for the local people of Turkana West (Kakuma) and Garissa County (Dadaab).
Approach
The project measures equally target the refugees and the local population in the areas in and around the refugee camps of Kakuma and Dadaab. These focus on private sector and entrepreneurship interventions for refugees and host community members, as well as improving the nutrition, providing better medical care and access to water and sanitation as well as offering activities to improve peaceful conflict solutions. Among other partners, the project cooperates with Don Bosco Development Outreach Network, St. Clare Training Institute, Xavier Project and the Danish Refugee Council, implementing projects throughout the Turkana West Sub-county.
Moreover, refugees and members of the host community attend training courses to acquire useful skills for potential employment. They receive advice on agricultural growing methods, for example through the cultivation of school vegetable gardens in the refugee camps and the host community. Refugees and local residents can improve their incomes thanks to cash-for-work measures.
This project is part of the special initiative ‘Tackling the root causes of displacement, reintegrating refugees’. The German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) runs this initiative to provide funds at short notice to support refugees and their host communities. In the longer term, sustainable measures reduce the structural causes of displacement such as social inequality and food insecurity.
Results
—More than 900 people have increased their employability
—Four community/ youth centres have access to internet, training and e-employment
—A modular manual for teaching life skills has been developed
—3,400 people engaged in poultry rearing and established stalls to sell animal products
—1,200 pupils learned production, processing and marketing of nutritious foods in school gardens
—A competency-based training manual for fodder production has been developed
—Support to livestock vaccination campaigns and locust control is provided
—4,000 youth engaged in two ‘end-early marriages’ campaigns through role playing, songs and poems
—More than 1,600 children participated in peer mediation trainings and mediate conflicts in their everyday lives
—Seven joint dialogue forums have been initiated
—A participatory mediation handbook has been developed to train peer mediators
—Mobile health clinics reached more than 30,000 sick people in hard-to-reach areas
—Specialist care (e.g. ENT and eye specialists) with over 5,500 medical treatments provided
—288 health care workers were trained in malnutrition treatment
—Medical equipment and material was distributed to health facilities
—Construction of one paediatric and female ward in the new hospital in Kakuma camp
—Solarisation of one borehole and provision of one generator embedded in existing water management structures