Improvement of comunal water efficiency through cooperation with religious authorities
Improvement of comunal water efficiency through cooperation with religious authorities
Project details
- Project number:2014.4107.0
- Status:Projekt beendet
- Responsible Organisational unit: 3300 Naher und Mittlerer Osten 1
- Contact address: Transparency team transparenz@giz.de
- Partner countries: Jordan
Summary
- Objectives:
Conditions for the economical use of water by the Jordanian Population and Syrian refugees in host communities are created
- Client:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Project partner:
Ministry of Water and Irrigation-MWI
- Financing organisation:
not available
Volume of commission
- Financial commitment for the actual implementation phase:7 800 000 Euro
Cofinancing
not available
Previous project
not available
Follow-on project
- not available
Term
- Entire project:
(including all previous, current and following project implementation phases, if existing) 09.12.2014 - 06.02.2023 - Actual project implementation phase:01.01.2015 - 06.02.2023
other participants
- not available
Further information
- Project websitesnot available
Policy markers
- Gender Equality
Significant (secondary) policy objective
- Democratic and inclusive governance
Significant (secondary) policy objective
- Climate Change: Adaptation
Principal (primary) policy objective
CRS code
14015 Water resources conservation (including data collection)
Project description (DE)
Ausgangssituation
Jordanien gehört zu den wasserärmsten Ländern weltweit. Ein starkes Bevölkerungswachstum, die zunehmende wirtschaftliche Entwicklung sowie die Aufnahme von über 655.000 registrierten Flüchtlingen aus dem benachbarten Syrien erhöhen zusätzlich den Wasserverbrauch und damit den Druck auf die knappen Ressourcen des Landes. Neben der humanitären Katastrophe führt der rasche Anstieg der Bevölkerungszahl zu einer Überlastung der Trinkwasserver‑ und Abwasserentsorgungssysteme.
Trotz des spürbar knappen Wassers mangelt es sowohl in der jordanischen Bevölkerung als auch unter den syrischen Flüchtlingen an Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Wasser und natürlichen Ressourcen. Die sozialen Spannungen zwischen der jordanischen Bevölkerung und den syrischen Flüchtlingen nehmen zu.
Dem Land fehlt es an öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, die die jordanische Bevölkerung und die syrischen Flüchtlinge dazu anregen, sparsam mit Wasser umzugehen. Ein möglicher Ansatz besteht darin, sich die religiöse Überzeugung zunutze zu machen. Rund 94 Prozent der jordanischen Bevölkerung und über 90 Prozent der in Jordanien aufgenommenen syrischen Flüchtlinge bekennen sich zum Islam. Ihr Glaube dient als Referenzrahmen für das eigene Verhalten und bestimmt den politischen Diskurs. Religiöse Würdenträger haben daher einen entsprechend großen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung und einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft.
Ziel
Bei den syrischen Flüchtlingen und bei der Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden sind die Voraussetzungen für den sparsamen Umgang mit Wasser geschaffen.
Vorgehensweise
Gemeinsam mit dem jordanischen Ministerium für Wasser und Bewässerung sowie mit dem Religionsministerium arbeitet das Projektteam daran, die Bevölkerung mithilfe ihres eigenen religiösen Wertesystems und ihres Glaubens zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser anzuregen.
In Zusammenarbeit mit religiösen Würdenträgern und Bildungsexperten erarbeitet das Projektteam Informations- und Lehrmaterialien zum Thema Ressourcen- und Wasserschutz. Mit diesen Unterlagen schulen die Partner Imame und Waithat – männliche und weibliche Religionsgelehrte –, damit diese als Wasserbotschafter den Gläubigen in den Gemeinden vermitteln, wie sie sparsam mit Wasser umgehen können und warum dies so wichtig ist. Es wurde auch spezielles Lehrmaterial für christliche Würdenträger erstellt.
Für Schulen und Hochschulen werden auf den religiösen Überzeugungen basierende Lehrmaterialien entwickelt und im Religionsunterricht verwendet, um das Bewusstsein für das Thema Wasserknappheit zu stärken.
Neben den religiösen Unterweisungen nutzt das Projekt auch die Massenmedien, um dort über die Glaubensvorstellungen auf die Bedeutung des Wasser- und Ressourcenschutzes einzugehen und die Menschen zu sensibilisieren.
Im Norden und im Zentrum Jordaniens rüsten die Projektpartner einige ausgewählte Moscheen mit Anlagen zur Regenwassersammlung und für Grauwasserrecycling aus. Diese „Wasser-Plus-Moscheen" zeigen der Bevölkerung Einsparmöglichkeiten auf, die die Menschen auch in ihrem privaten Haushalt umsetzen können.
Der aus dem Projekt resultierende sparsamere Umgang mit Wasser und natürlichen Ressourcen verringert auch die Spannungen zwischen der aufnehmenden jordanischen Bevölkerung und den syrischen Flüchtlingen
Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Stabilisierung und Entwicklungsförderung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das BMZ dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen.
Wirkungen
Es wurden bereits über 2.500 religiöse Würdenträger zum Thema Ressourcen- und Wasserschutz geschult.
In den lokalen Gemeinschaften ist die Botschaft, dass ein sparsamer Umgang mit Wasser wichtig ist, angekommen: 22 Prozent der Personen, die regelmäßig eine Moschee aufsuchen, geben an, dass sie bei ihrem Besuch in der Moschee etwas über Wassereinsparmaßnahmen erfahren haben. Das ist ein Anstieg um 14 Prozent gegenüber der Quote zu Beginn des Projekts. Von den Menschen, die angeben, dass sie bei einer religiösen Versammlung etwas über Wasserknappheit erfahren haben, sagen 25 Prozent, sie hätten danach ihr Verhalten geändert.
Darüber hinaus betrachten mittlerweile 92 Prozent der lokalen Gemeinschaften Wasserverschwendung als unethisch – das ist ein Anstieg um 18 Prozent.
Zu Beginn des Projekts war noch eine Mehrheit von 60 Prozent der Befragten der Überzeugung, dass sie das Wasser, das sie erhalten, beliebig verwenden könnten. Die Größe dieser Gruppe ist mittlerweile auf 20 Prozent geschrumpft. Darin zeigt sich, dass Wasser nicht mehr als ein beliebiger Rohstoff betrachtet wird, sondern dass die Menschen verstehen, dass die Wassernutzung mit einer ethischen Verpflichtung verbunden ist.
Die Untersuchung hat auch ergeben, dass das Wassersparverhalten um über 15 Prozentpunkte zugelegt hat, mit einem besonders deutlichen Anstieg bei den Flüchtlingen aus Syrien.
Project description (EN)
Context
Jordan is one of the most water-deprived countries in the world. Strong population growth, increasing economic development and the intake of more than 655,000 registered refugees from neighbouring Syria are additionally increasing water consumption and putting greater pressure on the country's already scarce resources. In addition to the humanitarian disaster, the heightened population is straining the supply of drinking water and wastewater disposal systems.
Even though water is noticeably scarce, both Jordan’s population and Syrian refugees lack awareness of how to use water and natural resources sparingly. Social tension between the Jordanian population and Syrian refugees is growing.
The country lacks awareness-raising campaigns encouraging the Jordanian public and Syrian refugees to use water economically. Harnessing religious beliefs offers one potential approach. About 94 per cent of the Jordanian population and more than 90 per cent of the Syrian refugees admitted to Jordan profess Islam as their religious belief. Their faith serves as a framework of reference for their own behaviour and shapes political discourse. Religious leaders thus have a major influence on shaping public opinion and have an important place in society.
Objective
The prerequisites for using water economically are put in place for Syrian refugees and the people living in the host communities.
Approach
The project team works with the Jordanian Ministry of Water and Irrigation and the Ministry of Awqaf Islamic Affairs to encourage the population to use water responsibly by tapping into their religious value systems and beliefs.
The project team develops information and teaching materials on resource and water protection with religious leaders and education experts. Partners use these documents to train imams and waithat – male and female religious scholars – so that they can serve as water ambassadors teaching believers in communities how to use water economically and why this is important. Dedicated teaching materials have also been developed for Christian leaders.
Religion-based teaching materials are developed for schools and universities and then included in religious education to raise awareness of the issue of water scarcity.
In addition to religious instruction, the project also uses mass media to address the importance of conserving water and resources and raise public awareness through people’s beliefs.
Project partners are equipping selected mosques in northern and central Jordan with rainwater collection and grey water recycling systems. Theses water saving Blue mosques will show people ways of saving water that they can also put into practice in their own homes.
The more economical use of water and natural resources achieved by the project will also reduce tensions between the host Jordanian population and Syrian refugees.
The project is part of a special initiative designed to stabilise and promote development in North Africa and the Middle East run by Germany’s Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). Through the projects that make up this special initiative, BMZ is helping to open up economic and social prospects for people in the region.
Results
More than 2,500 religious leaders have been trained on resource and water protection until now.
The message of water saving has reached local communities: 22 per cent of those who regularly visit mosques say they have heard something about water saving measures while attending a mosque. This is a raise of 14 percentage points compared to the beginning of the project. Of those who have heard something about water shortage in a religious gathering, 25 per cent say they changed their behaviour after hearing about it.
In addition, 92 per cent of local communities now consider wasting water to be unethical – an increase of 18 percentage points.
At the beginning of the project a majority of 60 per cent of respondents believed that they can do what they want with the water they receive, this has melted down to only 29 per cent. This shows that water is not seen as a commodity but that water usage comes with ethical obligations.
According to the same survey, water saving behaviour increased by more than 15 percentage points with a particular increase among Syrian refugees.