Stärkung ukrainischer Gemeinden für die Aufnahme von Binnenflüchtlingen
Projektdetails
- Projektnummer:2015.1832.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3900 Deutschland, Europa, Südkaukasus
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Ukraine
Zusammenfassung
- Ziele:
Kommunale und zivilgesellschaftliche Institutionen werden dem gestiegenen Bedarf nach grundlegenden Dienstleistungen durch den Zuzug von Binnenvertriebenen besser gerecht.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien der Ukraine
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:20 951 904 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 08.07.2015 - 30.05.2020 - Aktuelles Projekt:30.07.2015 - 30.05.2020
Sonstige Beteiligte
- GFA Consulting Group GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
72050 Nothilfekoordinierung und Unterstützungsmaßnahmen
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Wegen des Konflikts im Osten der Ukraine haben etwa 2,8 Millionen Menschen die umkämpften Gebiete verlassen. Etwa 1,4 Millionen Menschen sind als Binnenvertriebene registriert, darunter circa 255.000 Menschen in den unmittelbar westlich gelegenen Verwaltungsbezirken (Oblasten) Charkiw, Dnipropetrowsk und Saporischschja (Stand: August 2019). Die große Zahl von Binnenvertriebenen und die sich stetig verändernde Situation stellen die aufnehmenden Gemeinden vor große Herausforderungen. Kommunale und zivilgesellschaftliche Institutionen können dem gestiegenen Bedarf nach grundlegenden gesundheitlichen und sozialen Dienstleistungen aus diesem Grund nicht gerecht werden.
Ziel
Kommunale und zivilgesellschaftliche Institutionen werden dem gestiegenen Bedarf nach grundlegenden Dienstleistungen besser gerecht.
Vorgehensweise
Das Vorhaben stärkt Kompetenzen von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren in den Aufnahmegemeinden. Es ist vor allem in den Oblasten Charkiw, Dnipropetrowsk und Saporischschja tätig. Seit 2017 hat das Vorhaben seine Aktivitäten auf ausgewählte Gemeinden in den unmittelbarer vom bewaffneten Konflikt betroffenen, regierungskontrollierten Gebieten der Oblaste Donezk und Luhansk ausgeweitet.
Das Projekt möchte den Zugang zu administrativen, sozialen und psychosozialen Dienstleistungen verbessern und diese Angebote bedarfsorientierter gestalten. Das Vorhaben unterstützt dafür Weiterbildungen, neue Ausstattungen und ist beratend tätig. Gleichzeitig möchte das Vorhaben die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Planung und Umsetzung bei öffentlichen Dienstleistungen erhöhen. Parallel wird der Austausch zwischen Binnenvertriebenen und der ortsansässiger Bevölkerung gefördert. Dadurch sollen sich Konflikte verringern. Das Vorhaben setzt sich für eine aktive Beteiligung am Gemeindeleben ein.
Kerngedanke des Projekts ist die Verbesserung der Zusammenarbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Strukturen zugunsten der Binnenvertriebenen und der aufnehmenden Bevölkerung. Das betrifft vor allem die arme hilfsbedürftige Bevölkerung. Das Vorhaben baut belastbare Strukturen mit entsprechenden Kompetenzen und Personal auf. Es schafft die Grundlage für deren weitere Entwicklung.
Wirkungen
- Die politische Teilhabe von Binnenvertriebenen wurde gestärkt. So wurden 23 Beschlüsse aus Bürgerbeteiligungsformaten in kommunalen Entscheidungsfindungsprozessen berücksichtigt.
- In dreieinhalb Jahren wurden 392 Einrichtungen ausgestattet, darunter Bürgerbüros und Sozialämter. Über 3.300 Mitarbeiter*innen wurden für bessere kommunale Dienstleistungen geschult.
- Über 35.000 Kinder und Jugendliche profitieren von einer besseren Lernumgebung. 550 Lehrer*innen und Erzieher*innen wurden in der Inklusion von Kindern mit Behinderungen weitergebildet. Die Integration von Kindern aus Konfliktregionen wird durch mobile Theatergruppen an Schulen zusätzlich gefördert.
- Das Vorhaben hat mehr als 120 medizinische Einrichtungen mit modernen Geräten, Möbeln und Arzttaschen ausgestattet. 1.600 Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenschwestern und Krankenpfleger erhielten Weiterbildungen. Zu den Themen zählten die Arzt-Patienten-Kommunikation sowie der Umgang mit Computern.
- 50 Fachkräfte unterschiedlicher Disziplinen aus insgesamt zwölf Rehabilitationszentren für Kinder mit Behinderungen wurden in fachübergreifenden Therapiemethoden geschult. Die Ausstattung in bisher fünf Zentren wurde modernisiert. Von den Maßnahmen profitieren über 2.000 Kinder mit Behinderungen und ihre Eltern.
- Gemeinsam mit Gemeinden und freiwilligen Jugendarbeiter*innen konnten mittlerweile 25 Jugendzentren eröffnet werden. Über 50.000 Kinder und Jugendliche nehmen jährlich an selbst organisierten Trainings, kulturellen Veranstaltungen und anderen Freizeitaktivitäten teil. Sie werden damit zu einem aktiven Teil des Gemeindelebens.
- Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen aus über 60 lokalen Sozialzentren (Gemeinden, Rayons) erhielten Schulungen im Bereich Konfliktmanagement und darauf aufbauend eine vertiefte Weiterbildung in Mediation mit dem Schwerpunkt auf Familienmediation.
Projektbeschreibung (EN)
Context
The conflict in the eastern part of Ukraine has forced around 2.8 million people to flee the disputed territories. Approximately 1.4 million people are registered as internally displaced persons (IDPs), of whom some 255,000 are living in the administrative districts (oblasts) immediately to the west, namely Kharkiv, Dnipropetrovsk and Zaporizhzhya (as of August 2019). The large number of internally displaced persons and the constantly changing situation present the host communities with major challenges. For this reason, municipal and civil society institutions are unable to meet the increased demand for basic health and social services.
Objective
Municipal and civil society institutions are better able to meet the increased demand for basic services.
Approach
The project strengthens the capacities of governmental and non-governmental actors in the host communities. It is primarily active in the Kharkiv, Dnipropetrovsk and Zaporizhzhya Oblasts. Since 2017, the project has expanded its activities to selected municipalities in the government-controlled areas of the Donetsk and Luhansk Oblasts directly affected by armed conflict.
The project aims to improve access to administrative, social and psychosocial services and make them more demand-oriented. This is achieved through professional development processes, new equipment and advisory services, as well as through the increased participation of citizens in the planning and implementation of public services. At the same time, conflict-alleviating exchange between internally displaced persons and the local population is being promoted, as is active participation in community life.
The core idea of the project is to strengthen cooperation between governmental and non-governmental structures to the benefit of internally displaced persons and host communities, especially poor, vulnerable sections of the population. The project builds resilient structures with sufficient capacities and staff and lays the foundations for their further development.
Impact
- The political participation of internally displaced persons has been strengthened. For example, 23 decisions from citizen participation formats have been taken into account in municipal decision-making processes.
- Over a three-and-a-half-year period, 392 institutions have been provided with equipment, including citizens’ bureaus and social services offices. More than 3,300 employees have been trained to provide better municipal services.
- Over 35,000 children and young people are benefiting from an improved learning environment. 550 teachers and educators have received training in the inclusion of children with disabilities. The integration of children from conflict regions is also being promoted by mobile theatre groups in schools.
- The project has equipped more than 120 medical facilities with modern devices, furniture and medical bags. 1,600 doctors as well as nursing staff have taken part in further training courses. The topics covered included doctor-patient communication and working with computers.
- 50 experts in different fields from a total of twelve rehabilitation centres for children with disabilities have received training in cross-disciplinary therapy methods. The equipment has been modernised in five centres so far. More than 2,000 children with disabilities and their parents are benefiting from these measures.
- Together with communities and volunteer youth workers, 25 youth centres have now been opened. More than 50,000 children and young people participate in independently organised training courses, cultural events and other leisure activities each year. They thus play an active part in community life.
- Psychologists and social workers from more than 60 local social centres (at community and rayon level) have received training in the area of conflict management and, building on this, more in-depth training on mediation with a focus on family mediation.