Friedenserziehung (ESC)
ESC
Projektdetails
- Projektnummer:2015.2086.5
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2A00 Asien I
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Sri Lanka
Zusammenfassung
- Ziele:
Schülerinnen und Schüler lernen, besser in der multireligiösen, multiethnischen und mehr-sprachigen Gesellschaft Sri Lankas friedlich zusammenzuleben.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministry of Education
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:4 250 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2012.2279.3
Friedenserziehung in Sri Lanka (ESC)
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 05.03.2013 - 31.03.2019 - Aktuelles Projekt:01.04.2016 - 31.03.2019
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
11110 Bildungspolitik und Verwaltung im Bildungswesen
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Sri Lanka hat die internationalen Bildungsziele weitgehend erreicht. Die Nettoeinschulungsrate für Kinder und Jugendliche im schulfähigen Alter von fünf bis vierzehn Jahren beträgt 98,8 Prozent; es gehen genauso viele Mädchen wie Jungen in die Primar- und Sekundarschule. Diese Erfolge trüben jedoch Mängel bei der Qualität der Bildung und die fehlende Chancengleichheit von Kindern aus bestimmten Bevölkerungsgruppen oder Regionen. Auch nach dem Ende des langen Bürgerkriegs schlummert in dem Land nach wie vor ein akutes Gewalt- und Konfliktpotenzial. Bislang ist es nicht zu einer Linderung des strukturellen Grundkonflikts zwischen der singhalesischen Mehrheit und der tamilischen Minderheit gekommen. Der Versöhnungsprozess in Sri Lanka steht noch am Anfang.
Dem Bildungsbereich kommt eine wichtige Rolle im Versöhnungsprozess zu und auch dabei, eine neue, gewaltfreie Wirklichkeit in Sri Lanka zu schaffen. Zwar hat das Bildungsministerium mit der „Entwicklung der Politik für den sozialen Zusammenhalt und Frieden" eine wichtige Voraussetzung für einen Versöhnungsprozess der ethnischen Gruppen geschaffen, allerdings steht eine umfassende Umsetzung noch aus.
Ziel
Schülerinnen und Schüler lernen friedlich zusammen zu leben - in der multi-religiösen, multiethnischen und mehrsprachigen Gesellschaft Sri Lankas.
Vorgehensweise
Regional konzentriert sich die Projektarbeit auf fünf von neun Provinzen im Norden und Osten des Landes. Das Projektteam berät das Bildungsministerium, die nachgeordneten Bildungsbehörden in den Provinzen und das nationale Bildungsinstitut bei der Weiterentwicklung und Umsetzung der nationalen Strategie „Bildung für den sozialen Zusammenhalt und Frieden". Dabei werden Kenntnisse aus vorangegangenen Vorhaben und der erfolgreichen Arbeit mit 200 Pilotschulen herangezogen.
Damit die zuständigen Behörden den Personaleinsatz, Lehrpläne und Ausstattung der Schulen im ganzen Land besser koordinieren können, arbeitet das Vorhaben mit den Verantwortlichen aus den Behörden eng zusammen. Neue Organisationsstrukturen, klare Zuständigkeiten und Rollen sowie fachliche Fortbildungen machen die Mitarbeitenden fit, ihre Aufgaben besser wahrzunehmen.
Nur gut ausgebildete Lehrkräfte können für einen guten Unterricht sorgen. Das Vorhaben bildet deshalb Dozenten an pädagogischen Hochschulen und Lehrkräfte für den Zweitsprachenunterricht aus.
Bildung für den sozialen Zusammenhalt und Frieden stellt besondere Ansprüche an die Lehrpläne und Lehrkräfte. Aus diesem Grund erweitertet das Projektteam mit seinen Partnern das Bildungsangebot an Schulen hinsichtlich, des Zweitsprachenunterrichts – die Tamilen lernen singhalesisch und die Singhalesen lernen tamilisch. Hinzu kommt die Unterstützung beim Ausbau methodischer Kenntnisse in der Friedenserziehung und die psycho-soziale Betreuung für traumatisierte Kinder.
Wirkungen
Es liegt eine nationale Strategie zu Bildung für den sozialen Zusammenhalt und Frieden vor. Um diese Strategie zu verwirklichen, haben die Partner im Vorgängerprojekt in fünf von insgesamt neun Provinzen 200 Pilotschulen gefördert sowie 343 Trainer, rund 2.900 Lehrkräfte, 1.300 Schuldirektoren und 512 Dozenten an pädagogischen Hochschulen qualifiziert.
Die Friedenserziehung ist inzwischen ein integraler Bestandteil in den Lehrplänen und Schulbüchern für die Klassenstufen 6 bis 10. Schüleraustauschprogramme zwischen singhalesischen, tamilischen und muslimischen Schulen sind anerkannter Teil der Friedenserziehung und werden zunehmend von Schulen und der Bildungsverwaltung nachgefragt. Außerdem bringen Schülertheater Kinder mit unterschiedlichem ethnischen, religiösen und sozialen Hintergrund zusammen. Ferner sind Schülerparlamente in den Pilotschulen weitgehend eingeführt. Sie steigern die Mitverantwortung von Schülern und lassen sie demokratische Spielregeln lebensnah erfahren.
Die Pilotschulen haben Lehr- und Lernmaterialien für den Zweitsprachenunterricht entwickelt, sowie 60 Fachlehrer qualifiziert, welche wiederum knapp 2000 Lehrer ausbilden konnten. Ein Großteil der 200 Pilotschulen in den ehemaligen Konfliktregionen und den armen Plantagengebieten verfügen inzwischen über qualifizierte Lehrkräfte für die schulnahe psycho-soziale Betreuung. Diese Betreuungslehrkräfte bilden zusammen mit den 125 Trainern ein Netzwerk, das für den Erfahrungsaustausch, zur gegenseitigen Unterstützung und für die Weiterbildung genutzt wird.
Die konfliktsensible und an die jeweilige Situation angepasste Bildungsförderung hat in den vergangenen zehn Jahren einen wichtigen Beitrag zur Konflikttransformation in Sri Lanka geleistet. Mit der bisherigen Fokussierung auf 200 Pilotschulen in den fünf Provinzen konnte allerdings nur eine begrenzte Verbreitung der Innovationen erreicht werden. Die derzeitige Herausforderung der Bildungsförderung besteht darin, die Breitenwirksamkeit der Maßnahme abzusichern und zum nationalen Versöhnungsprozess beizutragen.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Sri Lanka has largely achieved international education targets. The school enrolment rate for children and teenagers of school age (five to fourteen) is 98.8 per cent, with equal numbers of girls and boys attending primary and secondary schools. However, this success is juxtaposed with deficits in the quality of education and with the lack of equal opportunities for children from certain sections of the population and regions. Furthermore, even after the end of the long civil war, an acute potential for violence and conflict still exists in the country. To date the underlying structural conflict between the Sinhalese majority and the Tamil minority has not been alleviated. The reconciliation process in Sri Lanka is still in its infancy.
Education plays an important role both in the reconciliation process and in the creation of a new, non-violent society in Sri Lanka. By developing a policy for social cohesion and peace, the Ministry of Education has put in place an important prerequisite for a process of reconciliation between the ethnic groups, but the policy has yet to be implemented comprehensively.
Objective
Schoolchildren learn to live together peacefully – in Sri Lanka’s multi-religious, multi-ethnic and multilingual society.
Approach
The project’s work concentrates on five northern and eastern provinces out of a total of nine provinces in the country. The project team advises the Ministry of Education, the downstream education authorities in the provinces, and the National Institute of Education on refining and implementing the national strategy entitled Education for Social Cohesion and Peace, drawing on previous projects and the successful work with 200 pilot schools.
The project works closely with the relevant staff in the authorities to enable them to improve the coordination of their staff deployment, curricula and equipment in schools across the country. New organisational structures, clear responsibilities and roles, and specialist training seminars give the employees the skills they need to carry out their duties more effectively.
Only well-trained teachers can teach well. The project therefore trains lecturers at teacher training colleges and second language teachers.
Education for social cohesion and peace places specific demands on the curricula and the teachers. For this reason, the project team and its partners are extending the range of courses on offer at schools for learning a second language – the Tamils learn Sinhalese and the Sinhalese learn Tamil. In addition, the project supports the growth of methodological skills in peace education and psychosocial care for traumatised children.
Results
A national strategy on education for social cohesion and peace has been developed. To put this strategy into practice, the partners in the previous project assisted 200 pilot schools and trained 343 trainers, around 2,900 teachers, 1,300 head teachers and 512 lecturers at teacher training colleges in five out of the country’s nine provinces.
Peace education has now been adopted as an integral component in the curricula and textbooks for grades 6 to 10. Student exchange programmes between Sinhalese, Tamil and Muslim schools are a recognised part of peace education and are in increasing demand from schools and the education administration. Student theatres bring together children with different ethnic, religious and social backgrounds. In addition, school parliaments have been set up at most of the pilot schools. They give the children more responsibility and enable them to experience democratic rules in their own lives.
The pilot schools have developed materials for teaching and learning the second language and have trained 60 specialist teachers, who in turn have trained nearly 2,000 teachers. A large proportion of the 200 pilot schools in the former conflict zones and the poor plantation areas now have qualified teachers for psychosocial care at school level. Together with the 125 trainers, these counselling teachers form a network that is used for sharing experiences, providing mutual support and for in-service training.
During the last ten years, the conflict-sensitive promotion of education, adapted to the particular situation, has made an important contribution to conflict transformation in Sri Lanka. Due to the current focus on 200 pilot schools in the five provinces, however, dissemination of the innovations has been limited. The present challenges in promoting education are to secure a broad-based impact of the measure and to contribute to the national reconciliation process.