Targeting - Identifizierung armer Haushalte
Projektdetails
- Projektnummer:2015.2093.1
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2A00 Asien I
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Kambodscha
Zusammenfassung
- Ziele:
Die kambodschanische Regierung, nicht-staatliche Institutionen und Entwicklungspartner nutzen aufbereitete Identification of Poor Households (IDPoor) -Datensätze für ihre Armutsbekämpfungsmaßnahmen.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministry of Planning
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:16 857 993 Euro
Kombifinanzierung
Dep. of Foreign Affairs and Trade (DFAT) - ehemals AusAID: 4 857 993Euro
Vorgänger-Projekt
2011.2247.2
Targeting - Identifizierung armer Haushalte
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 16.02.2006 - 30.11.2022 - Aktuelles Projekt:01.03.2016 - 30.11.2022
Sonstige Beteiligte
- Arge Mainlevel Consulting AG-PRODYNA
- GFA Consulting Group GmbH
- Mainlevel Consulting AG
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
16010 Soziale Sicherung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Der Kampf gegen die Armut ist eine der größten Herausforderungen für Kambodscha. Damit die nationale Armutsminderungsstrategie greift, müssen Entwicklungsmaßnahmen, Dienstleistungen und soziale Sicherungsprogramme auf die arme Bevölkerung ausgerichtet werden. Dafür werden Verfahren zur Identifizierung der armen Haushalte benötigt.
Ein einheitliches, von allen anerkanntes und landesweit praktiziertes Verfahren fehlte zu Projektbeginn in Kambodscha. So konnten arme Haushalte sich ihres Anspruchs auf grundlegende soziale Dienste nicht sicher sein. Selbst wenn sie rechtlich gesehen einen Anspruch hatten, zum Beispiel auf eine kostenlose medizinische Versorgung, gab es keine Möglichkeit, dieses Recht einzufordern.
Ziel
Ein standardisiertes Verfahren zur Identifizierung armer Haushalte ist von der Regierung Kambodschas offiziell verabschiedet. Die verfügbaren Daten dienen als zentrale Informationsquelle für staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die Maßnahmen zugunsten der Armen durchführen.
Vorgehensweise
Nach einem intensiven Beratungs- und Abstimmungsprozess fiel während eines nationalen Forums im Jahr 2006 die Entscheidung, ein landesweit anwendbares Standardverfahren zur Erfassung armer Bevölkerungsgruppen zu entwickeln. Das Verfahren zur Bestimmung der Haushalte setzt auf Transparenz und Partizipation: In den Dörfern bestimmt die Gemeinschaft Vertreter aus ihrer Mitte, die an der Identifizierung der armen Haushalte mitwirken. In einem offenen Dialog mit den Dorfbewohnern wird dann für jedes Dorf anhand von Armutskriterien eine Liste mit armen Haushalten erstellt. Die gewählten Gemeinderäte prüfen sie, entscheiden über die aufzunehmenden Haushalte und veröffentlichen die Ergebnisse.
Das Vorhaben stärkt die Fähigkeiten der Mitarbeiter des Planungsministeriums, das Identifikationsverfahren in Zusammenarbeit mit regionalen Behörden zu koordinieren, wirkungsvoll umzusetzen und zu kontrollieren. Außerdem unterstützt die GIZ das Planungsministerium dabei, die Daten regelmäßig zu aktualisieren und das Verfahren weiterzuentwickeln. So soll nun auch ein Verfahren zur Erfassung armer Haushalte in Städten entwickelt werden. Bisherige Kooperationspartner waren die Europäische Kommission, die australische Entwicklungsorganisation AusAID und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
2011 hat die Regierung das Verfahren als Standard für die gezielte Erfassung armer Bevölkerungsgruppen bestätigt. Die Daten werden nunmehr in allen Provinzen erhoben und alle drei Jahre aktualisiert. Über 12.000 Dörfer im ländlichen Raum (rund 90 Prozent aller Dörfer landesweit) haben das Verfahren zur Identifizierung armer Haushalte angewendet. Insgesamt wurden rund 776.000 Equity Cards (Identifizierungskarten) an arme Haushalte verteilt. Mit diesen Karten erhalten Arme Zugang zu zahlreichen sozialen Dienstleistungen, zum Beispiel zur kostenlosen Behandlung in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Ab 2015 will das Planungsministerium das Verfahren eigenständig durchführen und ausschließlich aus dem Staatshaushalt finanzieren.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Effective poverty alleviation requires the targeted orientation of development activities towards the poor. In response, the Cambodian Ministry of Planning has developed the "Identification of Poor Households" (IDPoor) mechanism, with support from Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. It identifies poor and vulnerable households so that they can access benefits such as social transfers, healthcare and other targeted services.
Before the project began its work, there was no standardised, universally recognised and nationally applied procedure for recognising poor households in Cambodia. This meant that poor households were unable to assert their rights to basic social services, such as free medical treatment.
Objective
The Cambodian Government implements a standardised procedure for identifying poor households nationwide. Governmental and non-governmental institutions as well as development partners use the generated data for targeted poverty alleviation interventions.
Approach
To assess poverty via IDPoor, villagers elect representatives amongst themselves to interview households using standardised poverty criteria. The villagers then discuss the results openly before finalising a list of poor households for each village. This procedure is run recurrently throughout the country to provide up-to-date targeting data to the social sectors.
The project strengthens the capacity of IDPoor staff to coordinate and implement the identification process in cooperation with local authorities and implementers. GIZ also supports the Cambodian Ministry of Planning in improving its database system as well as further developing the poverty assessment procedure. After an initial focus on rural areas, coverage of urban areas began in 2016. Since 2018, an on-demand mechanism is being developed to improve coverage in-between regular data collection rounds.
GIZ implements this support to IDPoor on behalf of both the German and Australian governments.
Results
In 2011, the Cambodian government confirmed IDPoor by law as the country’s official poverty targeting mechanism to be used nationwide by the public and private social sectors. Through its yearly recurrent rounds, millions of poor and vulnerable Cambodians have participated and been given access to social services, such as free health care, social transfers, reduced government fees, school feeding programmes, assistance with shelter, running water, and more. Between 2015 and 2017, IDPoor reached over 550,000 poor households in rural areas.
By 2019, the poor living in Cambodia’s towns and cities were also included for the first time. Meanwhile, important efficiency gains were made by introducing better technology, such as mobile devices for data collection.
The programme’s sustainability is ensured as the Royal Government of Cambodia is progressively taking over responsibility for funding IDPoor’s operational costs.