Reform der Beruflichen Bildung in Serbien
Projektdetails
- Projektnummer:2015.2108.7
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3700 Westbalkan, Zentralasien, Osteuropa
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Serbien
Zusammenfassung
- Ziele:
Das Angebot inklusiver, bedarfsorientierter kooperativer Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen als Bestandteil des formalen serbischen Berufsbildungssystems ist verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologische Entwicklung (MoESTD)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:3 886 725 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
2012.2226.4
Reform der beruflichen Bildung
Nachfolger-Projekt
2019.2180.8
Berufliche Bildung und Jugendbeschäftigung in Serbien
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 03.12.2002 - 31.12.2026 - Aktuelles Projekt:01.01.2016 - 30.01.2020
Sonstige Beteiligte
- Integration International
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitewww.kooperativnoobrazovanje.org
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
11330 Berufliche Bildung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Politische Umwälzungen und die Weltwirtschaftskrise haben in Serbien zu hoher Arbeitslosigkeit geführt. Besonders betroffen sind junge Menschen. Im zweiten Quartal 2015 lag die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren bei mehr als 40 Prozent, inaktiv waren mehr als 70 Prozent. Trotz dieser Situation können Arbeitgeber, vor allem für gewerblich-technische Berufe, kaum qualifizierten Fachkräfte finden.
Die dreijährigen gewerblich-technischen Ausbildungsgänge sind theorielastig und entsprechen nicht dem Bedarf der Wirtschaft. Praktische Fertigkeiten werden nicht ausreichend systematisch und effizient vermittelt. Obwohl die Unternehmen mangelnde praktische Kenntnisse der Schulabsolventen kritisieren, bieten sie kaum Ausbildungsmöglichkeiten an. Darüber hinaus wirkt sich das schlechte soziale Image der beruflichen Bildung, vor allem bei den dreijährigen Ausbildungsgängen für gewerblich-technische Berufe, auf die Nachfrage negativ aus.
Nötig ist eine bedarfsorientierte Bildungsreform, in die alle ausbildungsrelevanten Akteure einbezogen sind, allen voran die Unternehmen, deren Leistungsfähigkeit ausgebaut werden muss.
Obwohl berufliche Bildung prinzipiell allen Absolventen der Primarschule offensteht, ist der Zugang vor allem für junge Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen schwierig. Für ihre Inklusion werden zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen benötigt.
Ziel
Das Angebot inklusiver, bedarfsorientierter kooperativer Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen als Bestandteil des formalen serbischen Berufsbildungssystems ist verbessert.
Vorgehensweise
Im Zentrum des Projektes steht die Einführung eines kooperativen Ausbildungsmodells mit Elementen der dualen Ausbildung. Das Modell wird während der Umsetzung modernisierter dreijähriger gewerblich-technischer Ausbildungsgänge mit Beschäftigungspotenzial getestet. Berufliche Handlungsfähigkeit und Beschäftigungsaussichten der Schulabgänger sollen erhöht und damit für Arbeitgeber ein direkter Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften erreicht werden.
Die Inhalte der ausgewählten gewerblich-technischen Ausbildungsgänge wurden aktualisiert, um die Qualität zu verbessern und den Anteil der praktischen Ausbildung in Betrieben zu erhöhen. Zur Umsetzung von aktualisierten Lehr- und Lerninhalten werden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrer, Schulleiter und betriebliche Ausbilder angeboten.
Das Vorhaben unterstützt alle maßgeblichen Beteiligten bei der Umsetzung und Steuerung des kooperativen Ausbildungsmodells. Besonderer Schwerpunkt ist der Ausbau von Kompetenzen bei den Partnerinstitutionen zur Verbesserung des rechtlichen Rahmens. So sollen die Grundlagen für eine erfolgreiche, nachhaltige Umsetzung von beruflicher Bildung geschaffen werden, die auf Elementen des dualen Systems beruht.
Berufsorientierungsprogramme, Marketingmaßnahmen und Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft sollen das neue Modell der kooperativen gewerblich-technischen Ausbildung bekannt machen und das Interesse der Jugendlichen und ihrer Eltern wecken. Bei Unternehmen wird für die Beteiligung am kooperativen Ausbildungssystem geworben.
Wirkungen
• Ein kooperatives Ausbildungsmodell mit Elementen der dualen Ausbildung wurde an die serbische Situation angepasst.
• Sechs Ausbildungsgänge für Berufe mit großem Beschäftigungspotenzial – Schlosser-Schweißer*in, Elektriker*in, Industriemechaniker*in, Modeschneider*in, Kfz-Mechaniker*in und Elektroninstallateur*in für Netzwerke und Anlagen – werden derzeit nach dem kooperativen Modell umgesetzt. Rund 2700 Schülerinnen und Schüler werden für diese Berufe in 63 Berufsschulen ausgebildet.
• Die Curricula dieser Ausbildungsgänge wurden modernisiert. Die Schüler können sich umfassende Kompetenzen aneignen und mehr praktische Lernphasen, vor allem in Unternehmen, durchlaufen.
• Rund 80 Prozent der für die Gestaltung und die Umsetzung des kooperativen Modells zuständigen Mitarbeiter wurden weitergebildet, damit sie die modernisierten Lehr- und Lerninhalte vermitteln können.
• Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft wurden aufgebaut. Das Vorhaben arbeitet mit über 200 Unternehmen eng zusammen, um ein kooperatives Ausbildungssystem, im Einklang mit dem Bedarf des Marktes, zu entwickeln.
• Umfassende Marketingmaßnahmen zur Verbesserung des sozialen Images der beruflichen Bildung sind durchgeführt worden. Sie richten sich vor allem an künftige Berufsschüler, ihre Eltern und Betriebe. Schulen, Jugendbüros und die Wirtschafskammern übernehmen dabei die Vermittlerrolle.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Political upheaval and the global economic crisis have led to high unemployment in Serbia. In the second quarter of 2015, the unemployment rate among young people aged 15 to 24 was more than 40 per cent, with a more than 70 per cent rate of inactivity. Despite this situation, many technical positions remain unfilled because employers cannot find qualified staff.
The three-year technical vocation training programmes currently on offer are theoretical and do not meet industry needs. Training in technical skills is not systematic or efficient enough. While companies criticise the insufficient practical knowledge of school leavers, they offer very few training opportunities themselves. In addition, negative social perceptions also have an adverse effect on demand for vocational education, particularly on the three-year technical vocational training programmes.
Training needs to be reformed to reflect actual requirements and involve all the stakeholders in the training process, especially companies, which require assistance in building their own training capacities.
While in principle vocational education is open to all school leavers, access is particularly difficult for young people from disadvantaged population groups. Additional support measures are required to ensure the inclusion of these people.
Objective
The provision of inclusive demand-oriented cooperative training in technical professions as part of the formal Serbian VET system has improved.
Approach
The project is focused on introducing a cooperative training model that draws on elements of dual education. The model will be tested during the implementation of selected modernised three-year technical courses with employment potential. This is meant to improve the vocational skills and employment prospects of school leavers, thereby giving employers direct access to qualified staff.
The content of the selected technical vocational courses was updated in order to improve the quality and increase the proportion of practical training in companies. To implement the modernised teaching and learning content, training is being provided for teachers, school headmasters and company mentors.
The project is supporting all relevant stakeholders in the implementation and management of the cooperative training model. Particular emphasis is placed on building the capacity of the partner institutions to improve the legal framework conditions. This will create the foundations for successfully and sustainably implementing vocational education based on elements of the dual system.
Career guidance programmes, marketing activities and development partnerships with the private sector aim to raise awareness of the new model for cooperative technical vocational training and stimulate interest among young people and their parents. Companies are also being encouraged to participate in the cooperative training system.
Results
—A cooperative education model, with elements of dual training adjusted to conditions in Serbia, has been developed.
— Six occupational courses with great potential for employment (locksmith-welder, electrician, industrial mechanic, tailor, car mechanic and electro-fitter for networks and installations) are currently being implemented according to the cooperative model. Approximately 2700 students are being trained in these occupations at 63 vocational schools.
—The curricula for these courses have been updated and modernised. Students can acquire comprehensive skills and undergo more phases of practical learning, particularly in companies.
—Around 80 per cent of the staff responsible for designing and implementing the cooperative model have been trained in delivering the updated teaching and learning content.
—Development partnerships with the private sector have been established. The project is working closely with 200 companies on devising a cooperative training model that meets market needs.
—Extensive marketing activities have been carried out to improve the image of vocational education. These activities are particularly aimed at future vocational school students and their parents as well as companies. Schools, youth offices and chambers of commerce are taking on the role of intermediaries in this context.