Stärkung der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit in Guatemala (CICIG)

Fortalecimiento de la Comisión Internacional contra la Impunidad en Guatemala (CICIG)

Projektdetails

  • Projektnummer:2015.2200.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Guatemala

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Voraussetzungen für eine wirksame rechtmässige strafrechtliche Verfolgung sind unter Beteiligung zivilgesellschaftlilcher Akteure verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    United Nations Development Programme (UNDP)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:3 007 009 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    07.12.2015 - 30.06.2019
  • Aktuelles Projekt:07.12.2015 - 30.06.2019

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    15130 Entwicklung von Recht und Gerichtswesen

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Ein funktionierendes Justizwesen ist wesentliches Merkmal guter Regierungsführung und die Voraussetzung dafür, dass demokratische Rechte und der Schutz der Menschenrechte effektiv garantiert werden können. Trotz Reformbemühungen und Fortschritte steht Guatemala hier weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Unabhängigkeit und Professionalität der guatemaltekischen Justiz stellt beispielsweise Transparency International stark in Frage.

Seit Unterzeichnung der Friedensverträge 1996 sind Anstrengungen zur Stärkung der Justiz unternommen worden, nicht zuletzt durch die Internationale Kommission gegen Straffreiheit in Guatemala. Ihre Einführung wurde 2006 von den Vereinten Nationen beschlossen und 2007 vom guatemaltekischen Kongress ratifiziert. Die Kommission hat das Recht, eigenständige Untersuchungen durchzuführen und Anzeigen gegen Dritte bei guatemaltekischen Gerichten zu erstatten. Vor allem die Beteiligung staatlicher Institutionen und öffentlicher Persönlichkeiten an Straftaten soll aufgedeckt werden. Die Internationale Kommission gegen Straffreiheit unterstützt die Generalstaatsanwaltschaft, die Nationale Zivilpolizei und andere Institutionen bei der Strafverfolgung. Darüber hinaus begleitet sie staatliche Akteure beim Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen und Mechanismen, um kriminelle Strukturen zu beseitigen oder ihnen vorzubeugen.

Ziel
Die Voraussetzungen für eine wirksame rechtmäßige Strafverfolgung, mit Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure, sind verbessert.

Vorgehensweise
Die Voraussetzungen für eine wirksame, rechtmäßige Strafverfolgung sind in Guatemala unzureichend. Das Projekt will die Voraussetzungen verbessern, um rechtstaatliche Strukturen zu stärken und die Straffreiheit zu verringern. Es arbeitet dazu mit nationalen und wenn möglich auch mit lokalen und staatlichen Institutionen sowie mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen.

Das Mandat der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit ist zeitlich begrenzt; über die Verlängerung des Mandats entscheidet alle zwei Jahre der Präsident. Die interinstitutionelle Zusammenarbeit muss deshalb gestärkt und die Wirksamkeit des Sozialaudits ausgebaut werden. Auch der Aufbau von Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Generalstaatsanwaltschaft für die Strafverfolgung ist von zentraler Bedeutung.

Anhand exemplarisch ausgewählter Fallanalysen sollen Schwachstellen im strafrechtlichen Prozessverfahren – Anzeige, Untersuchung, Anklage, Prozess, Urteil, Urteilsrevision – identifiziert werden, um Empfehlungen für die Behebung zu erarbeiten.

Die Kommission erhält eine weitere Untersuchungseinheit zur Aufdeckung von Korruption in Justiz und öffentlicher Verwaltung sowie von Steuer- und Zollvergehen. Das interdisziplinäre Team mit voraussichtlich neun Personen wird für anderthalb Jahre finanziert. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
A functioning justice system is a key component of good governance and a prerequisite for effectively safeguarding democratic rights and the protection of human rights. Despite reform efforts and some progress, Guatemala continues to face major challenges in this regard. Transparency International, for example, has raised serious doubts about the independence and professionalism of the Guatemalan justice system.

Since the signing of the peace accords of 1996, endeavours have been undertaken to strengthen the justice system, not least by the International Commission against Impunity in Guatemala, which was established in 2006 by agreement with the United Nations and ratified by the Congress of Guatemala in 2007. The Commission has the authority to conduct independent investigations and bring charges against third parties in Guatemalan courts. Above all, it aims to investigate the involvement of state institutions and public figures in criminal acts. The International Commission against Impunity in Guatemala supports the Public Prosecutor’s Office and the National Civil Police, as well as other institutions in bringing wrongdoers to justice. It also supports state actors in their efforts to build structures and mechanisms based on the rule of law which eradicate and prevent the re-emergence of criminal structures.

Objective
The conditions for effective and lawful criminal prosecution, with the involvement of civil society actors, have improved.

Approach
The conditions for effective and lawful criminal prosecution in Guatemala are inadequate. The project aims to remedy this situation, with a view to strengthening rule-of-law structures and reducing levels of impunity. In doing so, it works with institutions at national and where possible departmental and municipal level, as well as civil society organizations.

The mandate of the International Commission against Impunity in Guatemala is limited in duration; the President decides whether to extend the mandate every two years. Inter-institutional cooperation must therefore be strengthened and the effectiveness of the social audit function improved. Building the capacities and enhancing the performance of the Public Prosecutor’s Office are also of vital importance.

Based on selected case analyses, weaknesses in the criminal prosecution process (reporting, investigating, charging, trial, verdict, appeal) are to be identified in order to prepare recommendations on how these can be rectified.

The Commission will receive a further investigation unit tasked with exposing corruption in the justice system and in public administration, as well as tax and customs offences. The interdisciplinary team, which is expected to consist of nine people, will be funded for a year and a half.