Stärkung von Reformansätzen in der öffentlichen Verwaltung
Projektdetails
- Projektnummer:2015.4102.8
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Ägypten
Zusammenfassung
- Ziele:
Ausgewählte staatliche Institutionen nehmen ihre Rollen vermehrt effektiv und bedarfsorientiert wahr.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Ministry of Planning, Economic Development and International Cooperation
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:11 767 469 Euro
Kombifinanzierung
Europäische Union (EU): 2 500 000Euro
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 25.11.2015 - 02.03.2022 - Aktuelles Projekt:01.01.2016 - 02.03.2022
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Hauptziel
CRS-Schlüssel
15110 Politik und Verwaltung in Bezug auf den öffentlichen Sektor
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Ägypten steht seit 2011 vor großen gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die Bürgerinnen und Bürger fordern eine leistungsfähigere öffentliche Verwaltung, einen stärkeren Schutz und eine bessere Förderung von Menschenrechten sowie die effiziente Koordinierung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.
Bei der Reform der öffentlichen Verwaltung hat die Modernisierung des Personalwesens oberste Priorität. Obwohl die Gehälter der rund sechs Millionen Beamten ein Viertel der Staatsausgaben ausmachen, gilt es, den öffentlichen Dienst effizienter, transparenter und dienstleistungsorientierter zu gestalten. Mit der Egypt Vision 2030 und dem neuen Gesetz zum öffentlichen Dienst aus dem Jahr 2016 hat die Regierung ein umfassendes Programm für notwendige Reformen aufgelegt. Die zuständigen Institutionen benötigen jedoch Unterstützung beim Ausbau ihrer fachlichen und organisatorischen Fähigkeiten, um die Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.
Zwar garantiert die ägyptische Verfassung von 2014 den Bürgerinnen und Bürgern umfassende Menschenrechte, in der Gesetzgebung und der Verwaltungspraxis werden sie bisher allerdings nur unzureichend beachtet. Als staatliche Schlüsselinstitution für den Schutz und die Förderung von Menschenrechten vermittelt der Nationale Menschenrechtsrat (NCHR) zwischen Bürgerinnen und Bürgern, der Zivilgesellschaft und der Regierung. Der NCHR trägt laut Gesetz eine Überwachungsfunktion und soll über die Menschenrechtslage im Land berichten. Zu seinen Aufgaben zählt, die Regierung beim Entwurf neuer Gesetze und Vorschriften zu beraten, Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern zu prüfen und ein stärkeres Bewusstsein für Menschenrechte zu schaffen. Damit der NCHR diesem Auftrag nachkommen kann, müssen seine institutionellen Kapazitäten weiter gestärkt und die Fähigkeiten seiner Mitarbeitenden ausgebaut werden.
Das Ministerium für Investitionen und internationale Zusammenarbeit (MIIC) ist auf nationaler Ebene für die Koordinierung der Entwicklungszusammenarbeit zuständig und spielt in Bezug auf deren Wirksamkeit und Übereinstimmung mit nationalen Strategien eine entscheidende Rolle. Für die erfolgreiche Wahrnehmung dieser Funktionen bedarf es besserer institutioneller Fähigkeiten und einer gezielten Mitarbeiterentwicklung.
Ziel
Ausgewählte staatliche Institutionen nehmen ihre Funktionen effektiver und bedarfsorientierter wahr.
Vorgehensweise
Durch das Projekt „Stärkung von Reformansätzen in der öffentlichen Verwaltung" werden das Ministerium für Planung, Monitoring und Verwaltungsreform (MoPMAR) sowie die Zentrale Agentur für Verwaltung und Organisation (CAOA) dabei unterstützt, in der öffentlichen Verwaltung ein leistungsfähiges Personalmanagement einzuführen. Die Partnerinstitutionen haben intern und in vier weiteren öffentlichen Einrichtungen neue Strukturen und Prozesse getestet. Die Projektzusammenarbeit hilft ihnen beim Austausch von Erfahrungen, auf deren Grundlage das Personalmanagement der gesamten öffentlichen Verwaltung reformiert werden soll. Zudem unterstützt die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Beteiligten dabei, das neue Gesetz für den öffentlichen Dienst umzusetzen und berät bei Fragen zu Digitalisierung und E-Government.
Der Nationale Menschenrechtsrat (NCHR) wird darin unterstützt, durch verbesserte Außenkommunikation und Informationskampagnen ein stärkeres Bewusstsein für Menschenrechte in der Bevölkerung sowie in öffentlichen Einrichtungen zu schaffen. Die GIZ fördert den Menschenrechtsrat im regionalen und internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Sie hilft dem NCHR außerdem, Leistungsfähigkeit und Transparenz sowie den Zugang zu seiner Beschwerdestelle für Menschenrechtsverletzungen zu verbessern. Ausgewählte Abteilungen werden weiterentwickelt, das Personal wird fachlich und organisatorisch fortgebildet.
Die GIZ unterstützt das Ministerium für Investitionen und internationale Zusammenarbeit (MIIC) durch den Ausbau seiner organisatorischen und personellen Kapazitäten dabei, die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit effektiv zu koordinieren und die wirksame Verwendung der Mittel zu gewährleisten.
Wirkungen
Im Rahmen des Projekts wurde die Zentrale Agentur für Verwaltung und Organisation (CAOA) dabei unterstützt, das Leistungsmanagementsystem der öffentlichen Verwaltung umzugestalten. Mithilfe der GIZ konnten über 2.000 Staatsbedienstete in verschiedenen Disziplinen der Personalwirtschaft geschult werden, zum Beispiel in der strategischen Personalplanung. Auch Schlüsselkompetenzen wie Organisationsentwicklung wurden vermittelt.
Durch verbesserte Aufklärungskampagnen in neun ägyptischen Gouvernoraten gelang es dem NCHR, über 240 öffentlich Beschäftigte und mehr als 770 Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Kinder und Jugendliche, für die Achtung der Menschenrechte zu sensibilisieren. Über 120 Mitarbeitende des NCHR aus Kairo und neun Gouvernoraten belegten Workshops zu unterschiedlichen Menschenrechtsthemen, wie etwa der Menschenrechtsbildung für Kinder.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Since 2011, Egypt has been facing major socio-political, economic and societal challenges. Citizens are demanding a more efficient public administration, stronger protection and promotion of human rights, as well as sound coordination of development projects.
Modernising the human resource management is a top priority in reforming the public administration. While the wages of the estimated six million civil servants account for a quarter of public spending, the civil service still needs to become more efficient, transparent and service-oriented. With the Egypt Vision 2030 and the Civil Service Law of 2016, the government has initiated a comprehensive programme to pursue necessary reforms. However, the responsible institutions need support in enhancing their technical and organisational skills to implement them.
Although human rights are firmly enshrined in Egypt’s 2014 Constitution, many of them have yet to be translated into laws and government practice. The National Council for Human Rights (NCHR) is the key state institution for protecting and promoting human rights and acts as a bridge between citizens, civil society and the government. The NCHR is mandated to monitor and report on the human rights situation, advise the government on its laws and policies, examine complaints from citizens, as well as foster awareness in the society. To fulfil its mandate, further strengthening of the NCHR’s institutional capacities and human skills is necessary.
The Egyptian Ministry of Investment and International Cooperation (MIIC) is the national institution responsible for managing development assistance. It has a key role in ensuring alignment to national strategies and aid effectiveness. Fulfilling this mandate requires to further develop the MIIC’s institutional and human skills.
Objective
Selected public institutions perform their roles more effectively and in better response to needs.
Approach
The project Strengthening Reform Initiatives in the Public Administration supports the Ministry of Planning, Monitoring and Administrative Reform (MoPMAR) and the Central Agency for Organisation and Administration (CAOA) in introducing an efficient human resource management system in public administration. The partner institutions have piloted new structures and processes in-house and in four other public institutions. With support of the project, they are sharing their experience to reform the human resource management throughout the entire public administration. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH also provides support in the implementation of the new Civil Service Law as well as in digitalisation and e-government.
The project supports the NCHR in promoting greater awareness of human rights, both among the population and within public institutions, for example through improved outreach campaigns. It also supports the NCHR in international exchanges of experience, and assists in improving accessibility, effectiveness and transparency of its complaint mechanism. Moreover, the project provides institutional development measures for selected departments, as well as training in technical and organisational skills for NCHR staff.
GIZ supports MIIC to coordinate and monitor the effective implementation of official development assistance through enhancing its institutional and human skills.
Results
The project supported CAOA in redesigning the performance management system for all civil servants. With support of GIZ, over 2,000 civil servants have been trained in different human resource management skills, such as strategic personnel planning, as well as in key qualifications, such as organisational development.
Moreover, through improved awareness raising campaigns in nine governorates the NCHR sensitised over 240 public officials and over 770 citizens including children and youth on human rights. Over 120 staff of the NCHR from Cairo and nine governorates have been trained in different human rights topics, amongst them in human rights education for children.