Förderung ernährungssensitiver Kartoffel-Wertschöpfungsketten in Ostafrika
PNSP
Projektdetails
- Projektnummer:2016.0110.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: G510 Agrarsysteme und Agrarlieferketten
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Kenia, Uganda
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Potenziale einer ernährungssensitiven Förderung der Kartoffelwertschöpfungskette werden in ausgewählten Regionen in Kenia und Uganda genutzt.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:9 900 000 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 11.12.2015 - 30.07.2023 - Aktuelles Projekt:01.01.2016 - 30.07.2023
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
31161 Produktion von Feldfrüchten (menschlicher Konsum)
Projektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
In den Ländern Kenia und Uganda ist über ein Viertel der Bevölkerung unterernährt. Mehr als 35 Prozent der Menschen leben in Armut mit weniger als 1,90 US-Dollar am Tag. Die Landwirtschaft hat in beiden Ländern eine große wirtschaftliche Bedeutung. Bis zu 70 Prozent der Bevölkerungen finden dort Beschäftigung und Einkommen.
In Kenia ist die Kartoffel nach Mais das zweitwichtigste Grundnahrungsmittel und eine entscheidende Einnahmequelle für rund 800.000 Bäuerinnen und Bauern. Auch in Uganda ist die Kartoffel ein wesentliches Grundnahrungsmittel. Sie ist potenziell ertragreich, hat eine relativ kurze Wachstumsphase von 90 bis 120 Tagen, so dass zwei bis drei Mal im Jahr geerntet werden kann. Dadurch ist die Kartoffel sehr gut geeignet, die Einkommen kleinbäuerlicher Produzentinnen und Produzenten langfristig zu steigern. Als Lieferantin von Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen bedient sie die Nachfrage nach gesunden und reichhaltigen Nahrungsmitteln und trägt zur Ernährungssicherheit in beiden Ländern bei.
Ziel
Die Potentiale ernährungssensitiver Kartoffelwertschöpfungsketten werden in ausgewählten Regionen in Kenia und Uganda genutzt.
Vorgehensweise
Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger". Es arbeitet in ausgewählten Regionen in Kenia und Uganda mit den zuständigen Ministerien und einer Vielzahl von Personen und Institutionen zusammen.
Dabei unterstützt das Vorhaben die Verbesserung der Produktivität und Qualität der Kartoffelerzeugung in kleinbäuerlichen Betrieben und den Ausbau des Marktzugangs. Höhere Erträge und Einkommen werden langfristig sichergestellt, indem innovative, angepasste Anbau- und Erntepraktiken gefördert und unternehmerische Fähigkeiten gestärkt werden.
Um die Ernährungssituation von mangelernährten Menschen zu verbessern, lernen Familien in Praxiskursen alles Wissenswerte rund um eine ausgewogene Ernährung, gesunde Essenszubereitung, Lagerung von Lebensmitteln sowie Hygiene.
Damit innovatives Wissen und erfolgreiche Ansätze des Kartoffelanbaus institutionell verankert und langfristig genutzt werden, fördert das Vorhaben den fachlichen Dialog zwischen den Akteuren aus dem Anbau, der Verarbeitung und Vermarktung, der Wissenschaft und der Politik. Die Festschreibung in nationalen Strategien sowie deren Umsetzung führt so zu einer nachhaltigen Breitenwirksamkeit der geförderten Maßnahmen.
Wirkungen
Durch das Vorhaben wurden bisher 1.185 sogenannte Bauernfeldschulen durchgeführt. Dabei wurden 21.024 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in guten landwirtschaftlichen Fachpraktiken und wirtschaftlich sinnvollem Kartoffelanbau geschult. Regelmäßige Datenerhebungen zeigen, dass durch Anwendung der vermittelten Praktiken und verbessertes Saatgut Ertragssteigerungen in Kenia von acht (2016) auf 12,38 Tonnen pro Hektar (2021), und in Uganda von 12,5 (2017) auf 18,52 Tonnen pro Hektar (2021) erreicht wurden.
In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Agrarforschungszentrum für Kartoffel (Centro Internacional de la Papa, CIP) richtete das Vorhaben Demonstrationsfelder ein, auf denen landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater sowie auch Landwirtinnen und Landwirte geschult werden. Themen der Schulungen sind u.a. verbesserte Fruchtfolgen, Kontrolle von Kartoffelkrankheiten und Pflanzenschutz sowie Sortenvielfalt. Ferner werden in Zusammenarbeit mit dem CIP kleinbäuerliche Saatguterzeuger darin unterstützt, moderne Methoden der Saatgutvermehrung zu nutzen und somit zur Verbesserung des Angebots an Qualitätssaatgut beizutragen.
Im Bereich Ernährung und Gesundheit haben vom Vorhaben ausgebildete Beraterinnen und Berater in Kenia und Uganda bisher 31.556 Personen mit regelmäßigen Schulungen zu den Themen Kochen, Lagerung von Lebensmitteln, Anlegen von Küchengärten, Hygiene und Ernährung erreicht. Aktuelle Befragungen zeigen, dass über 80 % der geschulten Personen die erworbenen Kenntnisse anwenden und mehr Vielfalt in der Ernährung ihrer Haushalte ermöglicht haben.
Das Vorhaben unterstützt in Kenia den nationalen Kartoffelrat (National Potato Council of Kenya, NPCK) und in Uganda die nationale Kartoffelplattform (Uganda Potato Plattform limited, UPPltd) dabei, nationale und regionale Strategien für den Kartoffelanbau zu erarbeiten und umzusetzen.
Das Vorhaben koordiniert zudem eine länderübergreifende Arbeitsgruppe zum Thema Kartoffel, an der neben Kenia und Uganda Personen aus Partnerinstitutionen aus Indien, Kamerun, Mali, Nigeria und Tunesien mitwirken. Über Fachinputs, Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie technische Begleitung werden innovative Lösungen länderübergreifend verbreitet und Maßnahmen zum Aufbau bzw. Stärkung von nationalen Dialogforen gefördert.
Stand: Februar 2022
Projektbeschreibung (EN)
Context
In Kenya and Uganda, over one quarter of the population is undernourished. More than 35 per cent of the people live in poverty, surviving on less than USD 1.90 a day. The agricultural sector is very important in both countries. It provides employment and income opportunities for up to 70 per cent of the population.
Potatoes are the second most important staple food in Kenya after maize and are a major source of income for roughly 800,000 farmers. The potato is also an important staple food in Uganda. It has the potential to provide high yields, and has a relatively short growth season of 90 to 120 days, which allows for two to three harvests per year. This makes the potato very well suited to increasing the incomes of smallholder producers over the long term. As a source of carbohydrates, protein, vitamins and minerals, it meets the demand for healthy and rich foods and contributes to food security in both countries.
Objective
Nutrition-sensitive potato value chains are used in selected regions of Kenya and Uganda.
Approach
The project works with the responsible ministries in selected regions of Kenya and Uganda. It builds on bilateral programmes of German development cooperation and cooperates with private sector actors. This allows the results achieved to reinforce each other and the approaches to be integrated into the local structures on a sustainable basis.
As part of the One World – No Hunger Initiative, the project improves the yields and quality of potato production on smallholder farms and improves market access for the farmers. It ensures higher yields and incomes in the long term by promoting innovative and adapted cultivation and harvesting management, and by strengthening entrepreneurial skills.
In order to improve the nutritional status of malnourished people, family members learn all about a balanced diet, healthy food preparation, food storage, and basic hygiene in practical courses.
For innovative potato-farming knowledge to become firmly established over the long term and to give the sector a boost, the project promotes the exchange of expertise between producers, processors, academia, the private sector and policy-makers at national level.
Impact
Farmers and agricultural advisors trained by the project have already conducted 799 farming schools. In the process, 14,572 smallholders have been trained in good agricultural practices and profitable potato farming. Regular data collection has shown that application of the practices taught and improved seed have already achieved considerable yield increases, for example in Kenya from eight tonnes per hectare (in 2016) to 12.63 tonnes per hectare (in 2020).
In collaboration with the International Potato Centre (Centro Internacional de la Papa, CIP), the project has established demonstration plots with innovative farming practices, where advisors and farmers are trained. Here they learn about improved crop rotation, controlling potato diseases and crop protection as well as varietal options. Furthermore, the project assists smallholder seed producers with the implementation of modern seed propagation methods in collaboration with the CIP, thus improving the availability of high quality seed.
A large number of advisors have also received training in nutrition and health. The advisors have reached about 21,200 people in Kenya and Uganda through regular training sessions on the topics of cooking, food storage, establishing kitchen gardens, hygiene and nutrition. Current surveys have shown that the trained people are already applying the acquired knowledge and that a more divers diet has been achieved.
The project supports the National Potato Council of Kenya (NPCK) and the Uganda Potato Platform Limited (UPP Ltd) in developing and implementing national and regional potato sector strategies. An international working group also involving partners from Cameroon, India, Mali, Nigeria and Tunisia promotes the sharing of experiences and knowledge and the transfer of technology.
As at: February 2021