Förderung von Sozial- und Umweltstandards in der Industrie

Projektdetails

  • Projektnummer:2016.2140.8
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2B00 Asien II
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Bangladesch

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Staatliche, privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure nutzen ihre verstärkten Kapazitäten für nachhaltiges Wirtschaftswachs- tum in der Textil-, Bekleidungs- sowie lederverarbeitenden Industrie Bangladeschs.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Commerce

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:7 800 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2014.2111.4

    Förderung von Sozial- und Umweltstandards in der Industrie

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    18.11.2009 - 30.07.2020
  • Aktuelles Projekt:01.07.2017 - 30.07.2020

Sonstige Beteiligte

  • GFA Consulting Group GmbH

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

 

Projektbeschreibung (DE)


Ausgangssituation
Die Bekleidungsindustrie boomt: In Europa wird designt, die Baumwolle kommt aus Afrika oder den USA, in China wird der Stoff gewebt. Anschließend wird dieser nach Bangladesch gebracht, wo daraus T-Shirts und andere Kleidungsstücke hergestellt werden, die Verbraucher in Europa in den Geschäften kaufen.
Als einer der großen Player in der Branche steht Bangladesch im Zentrum dieser Globalisierung und im Zentrum des öffentlichen Interesses. Die dortige Textil- und Bekleidungsindustrie ist nach China die zweitgrößte der Welt. Ihr Exportvolumen betrug im Wirtschaftsjahr 2016-2017 28,15 Milliarden USD. Die rund 4.500 Textil- und Bekleidungsfabriken beschäftigen ca. 4 Millionen Menschen, die meisten davon Frauen.
Weiteres Wachstum ist das erklärte Ziel der Regierung von Bangladesch. Es ist geplant, die Erlöse der Bekleidungsexporte bis 2021 auf 50 Milliarden USD zu steigern. Die Zeiten des schnellen Wachstums um jeden Preis sind allerdings vorbei. Nicht zuletzt sorgt der wachsende soziale Druck der Verbraucher – und infolgedessen auch der Einkäufer – in Europa und den USA für ein Umdenken in der Branche.
Es gibt klare gesetzliche Vorgaben zur Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards; viele Betriebe sind jedoch immer noch nicht in der Lage, diese umzusetzen. Staatliche Akteure brauchen Know-how und Personal, um ihre Gesetze durchzusetzen und die Fabriken und Gerbereien benötigen entsprechendes Wissen und qualifiziertes Personal, das sich mit Sozial- und Umweltstandards auskennt.
Ziel
Das Projekt „Förderung sozialer und ökologischer Standards in der Industrie (PSES)" unterstützt die Regierung, Akteure der Privatwirtschaft sowie die Zivilgesellschaft in Bangladesch auf ihrem Weg zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum in der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie.
Es ist von zentraler Bedeutung, dass:
• Regierungsvertreter in der Lage sind, ihre Gesetze durchzusetzen.
• Fabriken und Gerbereien imstande und willens sind, die Umwelt- und Sozialstandards zu verbessern, und dabei gleichzeitig ihre Produktivität steigern können.
• Arbeiter ihre Rechte kennen und in den Fabriken dafür eintreten.

Vorgehensweise
Um die Sozial- und Umweltstandards in den Textilfabriken zu verbessern, arbeiten die Experten des Projekts mit allen Interessensgruppen zusammen: mit Ministerien, Unternehmerverbänden und Fabriken, mit internationalen Einkäufern sowie Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. So werden beispielsweise gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) staatliche Arbeitsinspektoren ausgebildet, die anschließend Fabriken inspizieren. Die Arbeiterinnen werden über Frauencafés erreicht, in denen sie über ihre Rechte informiert und darin unterstützt werden, diese Rechte einzufordern. Über die großen Unternehmerverbände der Bekleidungs-, und Lederindustrie arbeiten die Projektexperten direkt mit dem Management von Fabriken zusammen, um Sozial- und Umweltstandards zu verbessern. Die Inklusion von Menschen mit Behinderung wird über ein eigens gegründetes Jobcenter vorangetrieben. Das Vorhaben knüpft an die Aktivitäten des Vorgängerprojekts an.

Wirkungen
für den Zeitraum Januar 2010 bis Juni 2019:
• Mehr als 1.000 Partnerfabriken haben mithilfe des PSES-Programms für die Textil- und Ledererzeugnisbranche messbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erzielt.
• Mehr als 270.000 Arbeiter*innen, die meisten davon Frauen, wurden in Frauencafés über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt, um den sozialen Dialog und die Arbeitsbeziehungen in der Textil- und Ledererzeugnisbranche zu verbessern.
• Mehr als 10.000 Streitigkeiten zwischen Arbeiter*innen und dem Management der jeweiligen Textilfabrik konnten in einem Frauencafé gütlich beigelegt werden.
• Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde eine kleine Betriebsfeuerwehr aufgebaut, um nachzuweisen, dass mit gut ausgerüsteten professionellen Brandbekämpfer*innen, die direkt in den Industriegebieten bereit stehen, eine effektive Brandbekämpfung möglich ist und die Risiken für die Arbeiter*innen verringert werden.
• Mehr als 300 Menschen mit Behinderungen wurden bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz in einer Fabrik unterstützt.
• Mehr als 2.100 Personen haben im Rahmen einer Schulung berufliche Qualifikationen erworben, um eine Beschäftigung in der Bekleidungs- und Textilindustrie zu finden. Darunter waren 286 Menschen mit Behinderungen.
• Mehr als 300 Fabriken haben ihre Umweltstandards in Bereichen wie Abfall- und Abwassermanagement, elektrische Sicherheit oder Chemikalienmanagement verbessert und ihren Wasser- und Energieverbrauch verringert.
• In Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde (Department of Environment) wurden nationale Normen und Richtlinien zur Schlammentsorgung erarbeitet.
• Die International University of Business Agriculture and Technology (IUBAT) bietet jetzt einen Lehrgang zum Thema Abwassermanagement an, bei dem Toolkits, Trainingsmodule und Schulungen der GIZ zum Einsatz kommen.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Background
Despite statutory requirements for compliance with social and environmental standards, many businesses are still not able to fulfil them. Regulatory frameworks are weak and government actors need expertise and personnel to enforce the legislation, while factories and tanneries require knowledge and qualified staff familiar with social and environmental standards.
Objective
The project "Promotion of Social and Environmental Standards in the Industry (PSES)" supports the government, private sector and civil society to pursue a course of sustainable growth in the textile, Ready-Made Garments (RMG) and leather industries in Bangladesh.
Approach
PSES focuses on developing sectoral strategies for sustainable growth as well as legislation and standards for safeguarding the environment and the rights of workers, including provisions for the inclusion of persons with disabilities. The project is assisting to enhance safety, create a healthy working environment, and reduce pollution.
As a partner to business, government and civil society, PSES contributes to strengthening the systemic competitiveness of Bangladesh’s textile, RMG and leather industries in sustainable economic, social and environmental dimensions. PSES contributes to achievement of the government’s vision of further growth through building business associations’ capacities on strategy development and implementation. Another focus is facilitating key public, private and civil society actors to implement shared responsibility cooperation models, for example in enabling workers, especially women, to participate in sustainability monitoring in the industry, in areas like operational safety, environmental issues or social standards.
Additionally, the project works with national NGOs to provide injured workers and persons with disability a chance to re-enter the workforce through the Inclusive Job Centre (IJC), which provides counseling, training and job referral services.
Cumulative Results (from January 2010 to June 2019)
• Over 1,000 partner factories attained measurable improvements in their working conditions through PSES’ factory improvement programme
• More than 270,000 workers, mostly female, provided information about their rights and responsibilities through women’s cafés, for improving social dialogue and industrial relations
• Over 10,000 disputes between workers and management in the garments sector have been resolved amicably through women’s cafes
• A pilot mini fire station showing the effectiveness of locating professional fire response teams and resources directly in industrial areas, reducing the risks to workers
• About 930 persons with disabilities registered at the IJC for counseling, job retention and referral support, of which more than 300 have received support in successfully finding a suitable job in a factory.
• Over 2,300 women trained on vocational qualifications to obtain employment in the garment and textile industries, including 286 women with disabilities.
• Over 300 factories improved their environmental standards in solid waste and wastewater management, electrical safety, water reduction, chemical management and energy consumption
• National standards and guidelines for sludge management have been developed jointly with the Department of Environment (DoE)
• The International University of Business Agriculture and Technology now offers a certificate course on wastewater management using toolkits, training modules and training provided by GIZ