Verbesserung der Klimaresilienz karibischer Insel- und Küstenstaaten durch systemisches Ressourcenmanagement zu Land und zu Wasser

Caribbean Aqua-Terrestrial Solutions

Projektdetails

  • Projektnummer:2016.2208.3
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Caribbean Community, Antigua+Barbuda, Belize, Dominica, Grenada, Guyana, Haiti, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, Trinidad und Tobago, St. Vincent und die Grenadinen

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Ein systemisches Ressourcenmanagement wird zur Steigerung der Klimaresilienz und als Instrument nachhaltiger Entwicklung in ausgewählten CARICOM-Mitgliedstaaten angewandt.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Caribbean Community Secretariat

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:5 874 776 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    14.02.2017 - 30.09.2021
  • Aktuelles Projekt:14.02.2017 - 30.09.2021

Sonstige Beteiligte

  • Arge Consulaqua Hamburg Beratungs-

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Biodiversitätskonvention

    Hauptziel

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    41010 Umweltpolitik und -verwaltung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Die Karibik ist weltweit eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen. Die Erhaltung der Ökosysteme und ihrer Biodiversität sind von zentraler Bedeutung für die langfristige Entwicklung der karibischen Insel- und Küstenstaaten. Negative Auswirkungen betreffen vor allem den Tourismus, die Fischerei und die Landwirtschaft. Doch die in diesen Bereichen tätige Bevölkerung verfügt kaum über Anreize und Anleitungen, ihre Produktionsverfahren zu ändern, um damit ihre Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu erhöhen.
Zwar gibt es praktische Ansätze zur umweltverträglichen Nutzung der Ressourcen aus Meer und Boden, doch diese sind in der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) bislang nur in Pilotansätzen in einzelnen Ländern verbreitet. Das sogenannte systemische Ressourcenmanagement für eine bessere Anpassung an den Klimawandel ist in den Staaten der Karibischen Gemeinschaft noch nicht fest verankert.

Ziel

Ausgewählte Mitgliedsstaaten der Karibischen Gemeinschaft setzen ein systemisches Ressourcenmanagement in Meeresschutzgebieten und Ökosystemen an Land um.

Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt einen integrierten landschafts- beziehungsweise ökosystembasierten Managementansatz zur Klimaanpassung und zum Erhalt der Biodiversität. Es arbeitet dafür mit der Caribbean Public Health Agency sowie verschiedenen staatlichen und zivilen Partnern zusammen. Konkret fördert das Vorhaben die Einführung und den Einsatz von standortgerechten Anbau- und Nutzungspraktiken entlang der wassernahen Landschaften. So unterstützt das Projekt beispielsweise Agro-Forstsysteme und die umweltverträgliche Nutzung tropischer Wälder.
Analog hierzu werden im marinen Bereich neue Existenzgrundlagen geschaffen, um die Armut der Fischer und ihrer Familien zu verringern. Dafür sollen Bootsliegeplätzen saniert oder Fischsammelgeräte und Kühlmöglichkeiten angeschafft werden. Auch die Entwicklung von Tourismusinitiativen ist geplant. Ziel ist es, das Bewusstsein der Bevölkerung für die wirtschaftliche Bedeutung der marinen Schutzgebiete zu fördern.
Im Sinne des Managementansatzes sind weiterhin Maßnahmen zur besseren Anpassung an den Klimawandel vorgesehen. Diese adressieren die Verbesserung der Trinkwasserversorgung sowie die institutionelle und organisatorische Stärkung von nationalen Wasserversorgungsbetrieben.
Dadurch gelingt es, die Bedürfnisse der Bevölkerung sicherzustellen und gleichzeitig Ziele und Ergebnisse zu realisieren, die für externe Akteure, wie nationale Regierungen oder regionale Gemeinschaften, wichtig sind.

Wirkungen

Das Vorhaben hat in den von ihm betreuten Meeresschutzgebieten bereits eine Reihe von Wertschöpfungsketten und damit Einkommensquellen geschaffen bzw. gestärkt. Durch gezielte Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen einschließlich der Fischpökelung und Lagerung in Kühlketten können die Bewohner*innen von Fischerdörfern jetzt regelmäßig „Fish Fry Events" an Wochenenden veranstalten. Diese finden bei der Bevölkerung regen Zuspruch und verschaffen den Beteiligten beträchtliche Zusatzeinkünfte. Gleiches gilt für die Kühlung der Fischprodukte, die nun über längere Zeiträume hinweg nachfragegerecht geliefert werden können. Im Offshore-Bereich (bis zu 50 km) werden nunmehr Fischsammler eingesetzt. Fischer können diese dank der erhaltenen Ausbildung im Einsatz von GPS-Geräten gezielt ansteuern. Dadurch werden die Fischbestände in den küstennahen Meeresschutzgebieten geschont und die Fangmengen auf See durch sichere Navigation gesteigert. Durch den Einsatz von Kameradrohnen werden die Schutzgebiete sowohl zu Wasser als auch an Land erfolgreich überwacht und ein präziseres Umweltmonitoring ermöglicht.

Analog hierzu wurden im Hinterland der Meeresschutzgebiete erfolgreich landwirtschaftliche Produktionsketten geschaffen. Aus verschiedenen lokalen landwirtschaftlichen Rohstoffen produziert die Bevölkerung zum Beispiel Knuspermüsli, Wein, Fruchtsäfte und Speiseeis sowie Gewürze. Über Landwirtschaftsschulungen konnten erfolgreich neue Bewässerungsverfahren in Musterbetrieben eingeführt werden. Schulgärten und landwirtschaftliche Betriebe mit biologischem Anbau wurden aufgebaut und klimaresistente Sorten eingeführt. Dadurch konnte das Anbaurisiko insbesondere während Dürrephasen verringert werden. Auch Einträge von schädlichen Chemikalien (Düngemittel, Herbizide, Pestizide) ins Gewässernetz sind gesunken.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

Worldwide, the Caribbean is among the regions most affected by climate change. Preserving ecosystems and their biodiversity is critical for long-term development in the Caribbean island and coastal states. Failure to do so would adversely affect tourism, fishing and agriculture in particular. However, the population working in these sectors has virtually no incentives to change their production processes in order to increase their adaptability to climate change, and they lack guidelines on how to do so.
Although practical approaches for environmentally friendly use of marine and terrestrial resources do already exist, to date they have only been piloted in individual countries of the Caribbean Community (CARICOM). The CARICOM states have not yet mainstreamed systemic resource management for more effective adaptation to climate change.

Objective

Selected CARICOM member states implement systemic resource management in marine protected areas and onshore ecosystems.

Approach

The project takes an integrated landscape- and ecosystem-based management approach to climate change adaptation and biodiversity conservation. To accomplish these goals, it is working with the Caribbean Public Health Agency and various state and civil partners. Specifically, the project promotes the introduction and use of location-appropriate farming and land use practices throughout the waterside landscapes. For example, the project supports agricultural and forestry systems and promotes environmentally friendly use of tropical forests.
Similarly, the project is helping to create new livelihoods in the marine sector to mitigate poverty among fisherfolk and their families. To accomplish this, boat moorings are to be refurbished, and fish aggregating devices and refrigerating equipment are to be purchased. The project also seeks to develop tourism initiatives. The aim is to raise awareness among the population for the economic importance of the marine protected areas.
As part of this management approach, further measures to improve adaptation to climate change have been planned. They involve improving the drinking water supply and promoting institutional and organisational capacity building among national water supply companies.
This approach will meet the needs of the population while achieving the goals and results that are important to external stakeholders such as national governments and regional communities.

Results

The project has already created and consolidated a series of value chains and, as a result, sources of income in the marine protected areas it supports. Targeted education and training measures, including fish curing and storage in refrigeration chains, enable the residents of fishing villages to hold regular ‘fish fry events’ at weekends. These events are popular among the population and provide those involved with significant additional income. The same applies to refrigeration of fish products, allowing them to be delivered on demand over extended periods. Fish aggregating devices are now used in offshore areas (up to 50 km). As the fisherfolk have been trained in the use of GPS devices, they can navigate directly to the devices. This protects the fish stocks in the coastal marine protected areas and increase the catches at sea through reliable navigation. Camera drones are being used to monitor the protected areas both at sea and on land and to make environmental monitoring more precise.

Similarly, agricultural production chains have been successfully created in the hinterland of the marine protected areas. For example, the population produces granola, wine, fruit juices, ice cream and spices from various local agricultural raw materials. Agricultural training courses have allowed new irrigation processes to be introduced on model farms. School gardens and agricultural enterprises using organic farming methods have been established, and climate-resistant varieties introduced. This has mitigated the cultivation risk, especially during drought phases. Moreover, the amount of harmful chemicals (fertilisers, herbicides, pesticides) released into the water network has been reduced.