Klimaresiliente und nachhaltige Energieversorgung in der Karibik
Projektdetails
- Projektnummer:2017.2066.3
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: 2C00 Lateinamerika, Karibik
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Caribbean Community, Antigua+Barbuda, Belize, Dominica, Grenada, Guyana, Haiti, Jamaika, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen
Zusammenfassung
- Ziele:
Ausgewählte Länder in der Karibik setzen Maßnahmen zur nachhaltigen und klimaresilienten Energieversorgung wirksam um
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Caribbean Community Secretariat
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:15 300 000 Euro
Kombifinanzierung
Europäische Union (EU): 9 000 000Euro
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
- nicht verfügbar
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 09.10.2017 - 30.10.2022 - Aktuelles Projekt:09.10.2017 - 30.10.2022
Sonstige Beteiligte
- Arge GOPA-International Energy
- Energynautics GmbH
- GFA Consulting Group GmbH
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Demokratische und inklusive Regierungsführung
Signifikantes Nebenziel
- Anpassung an den Klimawandel
Signifikantes Nebenziel
- Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen
Signifikantes Nebenziel
CRS-Schlüssel
23110 Energiepolitik und -verwaltung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Die Karibischen Staaten verfolgen unter Leitung der CARICOM (Caribbean Community) einen strategischen Entwicklungsansatz. Dieser beinhaltet die Förderung von Klimaresilienz im Energiesektor, vor allem durch Maßnahmen im Bereich Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Dabei geht es im Wesentlichen darum, Energiesysteme widerstandsfähig gegen Auswirkungen durch den Klimawandel zu machen. Fast alle Staaten haben zudem nationale Beiträge zur Reduzierung der Treibhausgase (Nationally Determined Contributions) beim UN-Klimasekretariat gemeldet. Um den langfristigen Ausbau nachhaltiger Energiesysteme in den Karibikstaaten zu fördern, haben die CARICOM-Mitgliedsländer im Jahr 2013 eine Roadmap und regionale Strategie für nachhaltige Energie (Caribbean Sustainable Energy Roadmap and Strategy) verabschiedet. Diese schafft einen Orientierungsrahmen für die Ausrichtung nationaler Politiken. Strategische Ziele sind dabei Versorgungssicherheit und die Ausweitung des Energiemixes. Die Strategie sieht bis 2027 einen Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugungskapazität von 47 Prozent sowie eine Senkung der Energieintensität um 33 Prozent in der CARICOM-Region vor.
Mangelhafte Regulierung der meist kleinen Energiemärkte, das Abwandern qualifizierter Arbeitskräfte und hohe Zugangshürden zu Finanzierungsmöglichkeiten erschweren jedoch privatwirtschaftliche Investitionen in eine nachhaltige Energieversorgung. Zudem sind die Energiesysteme der Karibikstaaten besonders anfällig gegenüber Naturkatastrophen wie zum Beispiel Hurrikans und Überschwemmungen, die sich als Folge des globalen Klimawandels tendenziell verstärken. Die Energiesysteme sind nicht auf Extremwetterereignisse ausgelegt und es kommt in Katastrophenfällen teilweise zu monatelangen Stromausfällen.
Das Potenzial zum Einsatz nachhaltiger und klimaresilienter Energiesysteme in der Region ist jedoch enorm. Neben Geothermie können alle weiteren konventionellen erneuerbaren Energie-Technologien wie Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft und Biomasse meist auch wirtschaftlich eingesetzt werden. Investitionen in Energieeffizienz zahlen sich durch die Einsparungen innerhalb kurzer Zeit aus und sind oft hoch wirtschaftlich. Zukünftig soll eine besser geplante und besser an Extremwetterereignisse angepasste Energieinfrastruktur die Kosten im Schadensfall deutlich reduzieren und die Zeiten der Wiederinstandsetzung verkürzen.
Ziel
Ausgewählte Länder in der Karibik setzen Maßnahmen zur langfristigen und klimaresilienten Energieversorgung wirksam um.
Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt das Sekretariat der karibischen Gemeinschaft (CARICOM) sowie weitere regionale Schlüsselinstitutionen wie etwa die Karibische Entwicklungsbank, den CARICOM-Entwicklungsfonds, den Verband der Energieversorger und die Karibische Regionalorganisation für Standards und Qualität dabei, Strategien zur Förderung Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz umzusetzen.
Es versetzt politische Entscheidungsträger*innen von Energieministerien und anderen relevanten Fachministerien sowie Regulatoren für den Energiesektor ausgewählter Karibikstaaten in die Lage, länderspezifische Aktionspläne für ein klimaresilientes Energiesystem zu entwickeln. Durch Analysen der Störanfälligkeit erhalten an der Planung beteiligte Entscheidungsträger*innen einen Überblick über die Widerstandsfähigkeit ihrer Energiesysteme hinsichtlich Extremwetterereignissen und können so Maßnahmen zur Stärkung des Energiesystems entwickeln und umsetzen.
Das Vorhaben unterstützt zudem die Entwicklung eines langfristig wirksamen, regionalen Beratungs- und Dienstleistungsangebots des neugeschaffenen Karibischen Zentrums für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Dieses stellt unter anderem ein Energieinformationssystem und - wissenszentrum bereit, bietet Schulungen an und unterstützt bei der Projektentwicklung für die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen im Energiebereich.
Durch individuelle Beratung und Trainingsangebote stärkt das Vorhaben regionale und nationale Finanzdienstleister und Projektentwickler darin, nachhaltige Energieprojekte umzusetzen. Im Fokus steht dabei die Ausarbeitung von bankfähigen Projektvorschlägen, um eine Finanzierung der Projekte zu ermöglichen. Darüber hinaus verbessert das Vorhaben den Zugang zu Finanzierung von Maßnahmen im Bereich nachhaltige Energien für kleine und mittlere Unternehmen. Energieversorger werden beraten, zukünftig neben reinen Stromlieferungen auch weitere Energiedienstleistungen, wie zum Beispiel den Austausch von energieintensiven Klimaanlagen oder Beleuchtungssystemen, ihren Kunden anzubieten, um zukunftsfähig zu bleiben.
Projektbeschreibung (EN)
Context
Member States of CARICOM take a strategic approach to development through the guidance of the Caribbean Community (CARICOM) Secretariat. This includes promoting climate resilience in the Energy Sector, primarily by applying measures in the areas of renewable energies and energy efficiency. This process involves making energy systems resilient to the effects of climate change. Virtually all Member States have also reported nationally determined contributions towards reducing greenhouse gases to the UN Climate Change Secretariat. In order to promote the long-term development of sustainable energy systems in Caribbean countries, CARICOM Member States have adopted the Caribbean Sustainable Energy Roadmap and Strategy (C-SERMS) in 2013. This forms a framework for national policies. Strategic objectives in this process concern security of supply and expanding the energy mix. The strategy includes reaching a 47 per cent share of renewable energy in electricity generation capacity by 2027 and a 33 per cent reduction in energy intensity in the CARICOM region.
However, inadequate regulation of the generally small energy markets, the exodus of qualified workers and high access barriers to financing are making it difficult for the private sector to invest in a sustainable energy supply. Furthermore, the energy systems of the Caribbean countries are particularly vulnerable to natural disasters such as hurricanes and floods, which tend to intensify as a result of global climate change. The energy systems are not designed for extreme weather events and, in the event of disasters, power cuts can sometimes last for months.
However, the Region has enormous potential for using sustainable and climate-resilient energy systems. In addition to geothermal energy, all other conventional renewable energy technologies such as photovoltaics, wind power, hydropower and biomass can usually be used economically. Investments in energy efficiency pay for themselves within a period thanks to savings, and are often extremely economical. In the future, the energy infrastructure should be carefully planned and adapted to extreme weather events, which would significantly reduce costs in the event of damage and shorten repair times.
Objective
Selected Caribbean countries effectively implement measures to achieve a long-term and climate-resilient energy supply.
Approach
The project supports the Caribbean Community (CARICOM) Secretariat and other key regional institutions such as the Caribbean Development Bank (CDB), the CARICOM Development Fund (CDF), the association of energy providers and the Caribbean Regional Organisation for Standards and Quality (CROSQ) in implementing strategies to promote renewable energies and energy efficiency.
It enables political decision-makers from energy ministries and other relevant ministries, as well as regulators of the energy sector in selected Caribbean states, to develop country-specific action plans for a climate-resilient energy system. Analyses of the vulnerability to disruption provide decision-makers involved in the planning process with an overview of the resilience of their energy systems to extreme weather events. This enables them to develop and implement measures to strengthen the energy system.
The project also supports the development of an effective, long-term regional advisory and service offering by the newly created Caribbean Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency. Among other services, it offers an energy information system and knowledge centre, provides training, and supports project development in the implementation of suitable measures in the energy sector.
The project also includes individual advice and training services that support regional and national financial service providers and project developers in implementing sustainable energy projects. The focus here is on drawing up project proposals that meet banking requirements to secure funding for the projects. The project also improves access to financing for sustainable energy measures for small and medium-sized enterprises. Energy suppliers are advised to offer their customers not only electricity supply but also other energy services, such as replacing energy-intensive air conditioning systems or lighting systems, in order to remain viable for the future.