Kultur und Kreativwirtschaft
Projektdetails
- Projektnummer:2017.2176.0
- Status:Projekt beendet
- Zuständige Organisationseinheit: G120 Nachhaltige Wirtschentw, Digitalisierung
- Ansprechpartner: Transparenzteam transparenz@giz.de
- Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Jordanien, Kenia, Libanon, Senegal, Südafrika
Zusammenfassung
- Ziele:
Die Voraussetzungen für die Nutzung wirtschaftlicher, bildungs- und gesellschaftspolitischer Potentiale der Kultur und Kreativwirtschaft sind in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und ausgewählten Partnerländer Afrikas und des Nahen Ostens sind verbessert.
- Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
- Projektpartner:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Finanzier:
nicht verfügbar
Auftragsvolumen
- Aktuelles Projekt:8 474 706 Euro
Kombifinanzierung
nicht verfügbar
Vorgänger-Projekt
nicht verfügbar
Nachfolger-Projekt
2019.2364.8
Globalvorhaben Kultur- und Kreativwirtschaft
Laufzeit
- Gesamtvorhaben:
(inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden) 29.12.2017 - 30.07.2024 - Aktuelles Projekt:01.01.2018 - 30.07.2020
Sonstige Beteiligte
- nicht verfügbar
Weitere Informationen
- Projekt-Webseitenicht verfügbar
Entwicklungspolitische Kennungen
- Gleichberechtigung der Geschlechter
Signifikantes Nebenziel
- Handelsentwicklung
Hauptziel
CRS-Schlüssel
25010 Geschäftspolitik und -verwaltung
Evaluierung
nicht verfügbarProjektbeschreibung (DE)
Ausgangssituation
Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat das Potenzial, Entwicklung voranzutreiben und langfristig positiv zu beeinflussen. Der Zusammenhang zwischen Kultur und Entwicklung ist bereits in der Agenda 2030 verankert und findet sich in verschiedenen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) wieder – vor allem in den Zielen 4, 8 und 11. Kultur ist neben der sozialen, wirtschaftlichen und der Umweltdimension das vierte Element ganzheitlicher Entwicklung. Sie ist zudem fester Bestandteil der Zukunftscharta des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Marshallplan mit Afrika.
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein Vorreiter der Arbeitswelt von morgen: wissensbasierte Ökonomie, internetbasierte Kommunikations- und Kooperationsformen sowie hohes Innovationspotenzial stellen grundlegende Charakteristika dar. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist auf dem Weg zur Querschnittsbranche, die zu den Wertschöpfungsketten vieler anderer Entwicklungsbereiche beiträgt.
Ziel
Die Voraussetzungen für die Nutzung wirtschafts- und entwicklungspolitischer Potenziale der ausgewählten Kreativbranchen in den sechs Partnerländern in Afrika und dem Nahen Osten sowie in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind verbessert. Dabei finden benachteiligte Bevölkerungsgruppen besondere Berücksichtigung.
Vorgehensweise
Mit diesem Projekt nutzt das BMZ erstmals das Potenzial der Kreativbranche, entwicklungspolitische Prozesse zu beeinflussen. Die Kultur- und Kreativwirtschaft in den Partnerländern soll strukturell gestärkt werden. Dadurch werden Lebensperspektiven sowie Beschäftigungs- und Bleibeperspektiven verbessert. Gleichzeitig soll die Innovationskraft in den Ländern unterstützt und der soziale Zusammenhalt gefestigt werden.
Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in den Ländern Irak, Jordanien, Kenia, Libanon, Senegal und Südafrika. Um kreativ wirtschaftliche Potenziale aufzudecken, sollen zunächst Unterstützungsmodelle erprobt werden.
Das Vorhaben unterstützt Kultur- und Kreativschaffende durch Finanzierung, Beratung und Fortbildung. Dabei erfahren Frauen sowie benachteiligte Bevölkerungsgruppen eine besondere Berücksichtigung. Diese Aktionen sind in den Ländern sehr unterschiedlich: Im Libanon fördert das Projekt beispielsweise die Professionalisierung von Designer*innen (Designresidenz), in Kenia hat das Projekt eine Crowdfunding-Kampagne für Kreativschaffende angestoßen, in Südafrika wird die Umsetzung eines Digitalisierungsfestivals (des Fak’ugesi Festival for African Digital Innovation) unterstützt.
Des Weiteren fördert das Projekt die Gründung beziehungsweise den Ausbau von Interessenvertretungen in den verschiedenen Kreativbranchen sowie die Kooperationsbereitschaft der Kreativen untereinander. Es geht dabei vor allem um den Austausch mit staatlichen Institutionen. Die Kreativbranche tritt meist wenig organisiert auf. Dies soll sich durch die Unterstützung des Vorhabens verändern.
Außerdem berät das Projekt das BMZ zu entwicklungspolitischen Maßnahmen und zum entwicklungspolitischen Gestaltungsanspruch des Ministeriums im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dazu sind beispielsweise Austauschformate zwischen Kreativschaffenden und dem BMZ vorgesehen.
Das Projekt wird gemeinsam mit dem Goethe-Institut umgesetzt.
Wirkungen
Das Projekt hat bis Ende Oktober 2019 rund 38 Aktivitäten erfolgreich umgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel Workshops, Netzwerktreffen, Onlineplattformen, Lern- und Lehrveranstaltungen und Förderinitiativen. Bisher haben 12.200 Menschen direkt und weitere 25.000 Menschen indirekt profitiert.
Kreative und Kulturschaffende fangen an, sich stärker zu organisieren: So hat sich bei der Designresidenz in Jordanien ein Kollektiv von Designer*innen gegründet. In Kenia ist ein regelmäßiger runder Tisch mit Regierungs- und lnteressensvertreter*innen, Kreativen wie auch Unternehmer*innen entstanden. Darüber hinaus wurde die Online-Austauschplattform wabunifu aufgebaut, die über relevante Veranstaltungen in der Branche informiert, Artikel veröffentlicht und Kreativschaffende, Lobbyist*innen und Anwält*innen miteinander verbindet.
Projektbeschreibung (EN)
Context
The cultural and creative industries have the potential to drive development and influence it positively in the long term. The link between culture and development forms part of the 2030 Agenda and is reflected in a number of the Sustainable Development Goals (SDGs), especially SDG 4, SDG 8 and SDG 11. Culture is the fourth dimension of holistic development alongside its social, economic and environmental dimensions. This means that it is an integral part of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) Charter for the Future and its Marshall Plan with Africa.
The cultural and creative industries demonstrate what tomorrow’s world of work will look like, with a knowledge-based economy, online forms of communication and cooperation, and substantial potential for innovation. The cultural and creative industries are becoming a cross-cutting sector that contributes to the value chains in many other areas of development.
Objective
The conditions for harnessing the economic and development policy potential of the selected cultural and creative industries in six partner countries in Africa and the Middle East and in German cooperation development have improved. The project focuses particularly on disadvantaged population groups.
Approach
BMZ is using this project to break new ground in using the potential of the cultural and creative industries to influence development policy processes. It seeks to strengthen the cultural and creative industries in our partner countries in structural terms and to improve individuals’ employment prospects and the likelihood that they will remain in their home country. At the same time, it supports innovativeness in partner countries and strengthens social cohesion.
The priority regions for project activities are Iraq, Jordan, Kenya, Lebanon, Senegal and South Africa. The first stage in tapping into creative economic potential is to identify models for support.
The project supports those working in the cultural and creative industries through financing, advisory services and skills development. There is a particular focus on women and disadvantaged population groups. Activities vary widely from country to country. In Lebanon, for example, the project promotes the professionalisation of designers through the Design Residence. In Kenya, it has launched a crowdfunding campaign for creative professionals. And in South Africa, it has supported organisation of a digitalisation festival, the Fak’ugesi African Digital Innovation Festival.
The project also promotes the establishment or development of interest groups in the various creative industries and boosts creative professionals’ willingness to cooperate with each other. The main priority is to facilitate dialogue with state institutions. The creative sectors are mostly unorganised, and the project aims to change this.
It also advises BMZ on development policy measures and BMZ’s aspirations to shape development policy in the area of the cultural and creative industries. For example, it plans dialogue formats between creative professionals and BMZ.
The project is being implemented in cooperation with the Goethe Institute.
Results
—By the end of October 2019, the project had successfully implemented almost 40 activities. These include workshops, network meetings, online platforms, learning and teaching events, and promotional initiatives. So far, 12,200 people have benefited directly and a further 25,000 indirectly.
—Professionals working in the creative and cultural industries are also beginning to organise themselves more formally. A designer collective has been set up at the Design Residence in Jordan, for example. Kenya regularly hosts a round table with representatives of the Government, interest groups, creative professionals and entrepreneurs. An online dialogue platform, wabunifu. org, has also been developed to provide information about relevant sector events, publish articles and link up creative professionals, lobbyists and lawyers.
—BMZ is well aware of the potential of the cultural and creative industries. The project has successfully provided advice and helped with planning on a number of occasions. For example, the project devised and organised a panel discussion on crowdfunding at re:publica 2019 in Berlin.