Sektorvorhaben Antikorruption und Integrität

Projektdetails

  • Projektnummer:2018.2126.3
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: G420 Governance, Menschenrechte
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Peru, Senegal, Tunesien

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die deutsche Entwicklungszuammenarbeit integriert das Antikorruptions- und Integritätskonzept systematisch in ihre Arbeit.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:11 585 103 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2016.2011.1

    Sektorhaben Antikorruption und Integrität

Nachfolger-Projekt

  • 2022.2021.8

    Sektorvorhaben Antikorruption und Integrität

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    15.01.2008 - 31.12.2025
  • Aktuelles Projekt:01.01.2019 - 30.06.2022

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    15113 Korruptionsbekämpfungs-organisationen und -institutionen

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
193 Staaten bekannten sich 2015 zu den 17 Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, darunter auch Deutschland. Nach Schätzung der Vereinten Nationen von 2018 verliert die Weltgemeinschaft 5% des globalen Bruttoinlandprodukts durch Korruption. Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Korruption sind deshalb Voraussetzung um die ambitionierten Ziel der Agenda 2030 zu erreichen.

Korruption ist eines der größten Entwicklungshemmnisse: Sie missbraucht öffentliche Ressourcen für private Zwecke. Sie schwächt die öffentliche Verwaltung, verhindert gerechte Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls und verringert die Qualität der Leistungen für Bevölkerung. Korruption verstärkt zudem konfliktfördernde Ungleichheit in der Gesellschaft, da Mittel für eine langfristig erfolgreiche und sozial inklusive Entwicklung entzogen werden. Sie kann zu einer Bedrohung für staatliche Legitimität sowie für demokratische Institutionen und Reformprozesse werden.

Wirksame Maßnahmen gegen Korruption sind möglich. Neben der direkten Bekämpfung von Korruption durch eine effektive Aufdeckung und Strafverfolgung, umfassen diese Maßnahmen zur Prävention, insbesondere die Stärkung von Transparenz, Partizipation, Rechenschaft und Integrität. Letzteres bezeichnet Verhalten und Handeln von einzelnen Personen und Institutionen, welche mit moralischen und ethischen Prinzipien übereinstimmt und einen Schutzwall gegen Korruption darstellen können.

Antikorruptionsmaßnahmen zu fördern und gute Regierungsführung zu stärken, ist deshalb zentrales Element der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Arbeitsgrundlage dafür liefert das Konzept „Antikorruption und Integrität in der deutschen Entwicklungspolitik" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel des Sektorvorhabens ist es, die Umsetzung des Konzepts international, national, politisch und fachlich in den Strukturen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu unterstützen.


Ziel
Das BMZ, die durchführenden Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und ausgewählte Partner sind hinsichtlich ihrer Umsetzungskompetenz zu Antikorruption und Integrität gestärkt.


Vorgehensweise
Um dieses Ziel zu erreichen arbeitet das Vorhaben zum einen gemeinsam mit dem Auftraggeber und den Durchführungsorganisationen an einer stringenten Verbreitung des Themas durch die Verfahren und Prozesse der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Zum anderen pilotiert das Vorhaben Antikorruptionsansätze in Arbeitsfeldern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wie Forst, Landwirtschaft oder Gesundheit, und unterstützt die Umsetzung der VN Konvention gegen Korruption in Vorhaben, die zum Thema gute Regierungsführung arbeiten. Insgesamt arbeitet das Sektorvorhaben in fünf Handlungsfeldern:

- Das Vorhaben unterstützt das BMZ, Antikorruption und Integrität in nationalen und internationalen Diskussionen zu positionieren,
- es weist die Wirksamkeit von Antikorruptions- und Integritätsansätzen nach
- und schafft die Voraussetzungen für eine stärkere Verankerung von Antikorruption und Integrität als Querschnittsthema.
- Das Vorhaben entwickelt zudem Ansätze für Antikorruption und Integrität in Trend- und Zukunftsthemen.
- und unterstützt Partner in Nord- und Westafrika bei der Umsetzung der Standards der Financial Action Task Force der OECD.

Innerhalb dieser Handlungsfelder entwickelt das Vorhaben Ansätze und erstellt Wissensprodukte zu Themen wie Integrität und Transparenz in verschiedenen Bereichen – darunter Klima, Wald, Land oder Wasser – zu Compliance und Integrität in der öffentlichen Verwaltung sowie zu Risikomanagement und Korruptionsprävention in fragilen oder von Gewalt betroffenen Kontexten.

Um die mit dem Auftraggeber BMZ vereinbarten Ziele zu erreichen, kooperiert das Vorhaben eng mit Partnern wie dem Utstein Anti-Corruption Resource Center (U4), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der UN-Konvention gegen Korruption (UNCAC). Mit dem Sekretariat von Transparency International unterhält das BMZ zudem eine strategische Partnerschaft.


Wirkungen
Der Fokus des Vorhabens liegt auf der Unterstützung im Umsetzungsprozess der BMZ-Antikorruptionsstrategie. Die Beratung des BMZ und die Erarbeitung von methodischen Hilfestellungen haben bereits in den vergangenen vier Jahren dazu beigetragen, das Thema besser in den Steuerungs- und Planungsprozessen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu verankern. Daneben leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Positionierung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf nationalen und internationalen Foren. Dazu gehören unter anderem die Vertragsstaatenkonferenz der UNCAC oder die Internationale Antikorruptionskonferenz (IACC).

Neue Ansätze haben das Integritätsmanagement in Partnerorganisationen in verschiedenen Sektoren gefördert, unter anderem im Energie-, Bildungs- und im Wassersektor. Ein Beispiel aus Kenia zeigt, wie Good Governance (Gute Regierungsführung)-Indikatoren bei Wasserversorgern Anreize für mehr Transparenz geschaffen haben: Das deutsch-kenianische Vorhaben zur Reform des Wassersektors hat zu einer wichtigen Erweiterung des Berichtswesens beigetragen: Jährlich hat die kenianische Regulierungsbehörde des Wassersektors die wichtigsten Kennzahlen der über 100 Wasserversorgungsunternehmen zur Messung ihrer Leistung erhoben. Anhand eines neuen Indikators bewertete die Behörde nun auch gute Regierungs- und Unternehmensführung. Im Zentrum standen hierbei die Aufsichtsräte, die für Transparenz, Bürgerbeteiligung, Integrität und Rechenschaftslegung sorgen müssen. Die Eigentümer der Unternehmen im ganzen Land, die Bezirksregierungen, wurden auf diese Weise angetrieben, die Betriebsabläufe ihrer Wasserversorger besser vor Korruption zu schützen. Die gestärkte Governance kann mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung ermöglichen.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context
In 2015, 193 countries affirmed their commitment to the 17 goals of the 2030 Agenda for Sustainable Development, including Germany. According to an estimate by the United Nations in 2018, the international community loses 5% of global gross domestic product through corruption. Effective measures to combat corruption are therefore a prerequisite for achieving the ambitious goals of the 2030 Agenda.
Corruption is one of the greatest obstacles to development, as it misuses public resources for private purposes. It weakens public administration, prevents equitable decisions from being made for the common good, and reduces the quality of public services. In addition, corruption reinforces inequality that fuels conflicts in society, as resources are taken away from sustainable and inclusive development work. It can weaken the legitimacy of a government and democratic institutions and significantly slow down reform processes.
It is possible to take effective measures to reduce corruption. In addition to directly combating corruption by effectively revealing and prosecuting offences, they include prevention measures, in particular strengthening transparency, participation, accountability and integrity. The latter refers to the behaviour and actions of individual persons and institutions that comply with moral and ethical principles and can provide a protective barrier against corruption.
Supporting anti-corruption measures and strengthening good governance therefore form a central element of German development cooperation. This work is based on the Anti-Corruption and Integrity Strategy of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). The objective of the sector programme is to support the implementation of this strategy at international, national, political and sector-specific level in the German development cooperation structures.
Objective
The capacities of BMZ, implementing organisations in German development cooperation, and selected partners are strengthened with respect to their anti-corruption and integrity implementation expertise.
Approach
One step the programme is taking to achieve this goal is to work together with the commissioning party and the implementing organisations to strongly raise awareness of the issue through the procedures and processes of German development cooperation. In addition, the programme is piloting anti-corruption strategies in German development cooperation fields of action such as forestry, agriculture and health care, and is supporting the implementation of the United Nations Convention against Corruption in projects working on the issue of good governance. Overall, the sector programme is divided into five fields of activity:
• The programme supports BMZ in positioning anti-corruption and integrity in national and international discussions.
• It demonstrates the effectiveness of approaches to achieve anti-corruption and integrity.
• It lays the foundations for more firmly establishing anti-corruption and integrity as a cross-cutting issue.
• The programme is also developing approaches to achieve anti-corruption and integrity in current and future-oriented issues.
• Moreover, it supports partners in North and West Africa in implementing the standards of the Organisation for Economic Co-operation and Development’s Financial Action Task Force.
Within these fields of activity, the programme is developing methods and creating knowledge products for issues such as integrity and transparency in various areas (including climate, forest, land and water), for compliance and integrity in public administration, and for risk management and corruption prevention in fragile contexts or contexts affected by violence.
In order to achieve the goals agreed with the commissioning party (BMZ), the programme is working in close cooperation with partners such as the Utstein Anti-Corruption Resource Center (U4), the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) and the United Nations Convention against Corruption (UNCAC). Moreover, BMZ maintains a strategic partnership with the Transparency International secretariat.
Results
The programme is focusing on providing support for putting the BMZ anti-corruption strategy into practice. Over the past four years, the advisory services provided for BMZ and the development of methodological aids have already contributed towards establishing the issue more effectively in the steering and planning processes of German development cooperation. On top of this, the programme is making an important contribution towards positioning German development cooperation on national and international forums. Among other things, this includes the Conference of the States Parties to the United Nations Convention against Corruption and the International Anti-Corruption Conference (IACC).
New approaches have promoted integrity management in partner organisations in various sectors, including in the energy, education and water sectors. One example from Kenya shows how good governance indicators have given water providers incentives to become more transparent. The Kenyan-German project to reform the water sector has contributed towards an important expansion of the reporting system. Each year, the Kenyan regulatory authority for the water sector has recorded the main key indicators for measuring the performance of more than 100 water utilities in the country. Using one of the new indicators, the authority has now also begun to assess good governmental and corporate governance. The main focus here was on the supervisory boards, which need to ensure transparency, civic participation, integrity and accountability. In this way, the owners of companies throughout the country, the district governments, were impelled to take measures to better protect the operating processes of their water providers against corruption. The improved governance can provide more people with access to clean drinking water and sanitation.