Nationales Abfallwirtschaftsprogramm

Projektdetails

  • Projektnummer:2018.2158.6
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 3600 Nordafrika
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Ägypten

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sind Rahmenbedingungen für die Umsetzung des nationalen strategischen Plans für integrierte Abfallwirtschaft unter Einbeziehung der Privatwirtschaft verbessert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Ministry of Environment

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:7 247 118 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2006.2121.9

    Nationales Abfallwirtschaftsprogramm

Nachfolger-Projekt

  • 2020.2056.8

    Nationales Abfallwirtschaftsprogramm

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    26.01.2007 - 31.05.2026
  • Aktuelles Projekt:01.04.2019 - 09.01.2023

Sonstige Beteiligte

  • ARGE CDM-CES-Kocks-AHT-AAW

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    14050 Abfallwirtschaft und -entsorgung

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)


Die Abfallwirtschaft in Ägypten verbessern

https://www.giz.de/de/weltweit/22230.html

• Abfallwirtschaft
• Recycling
• Privatwirtschaft

Das Projekt unterstützt Ägypten dabei, die Infrastruktur für eine bessere Abfallwirtschaft zu schaffen.

Nationales Abfallwirtschaftsprogramm (NSWMP)
National Solid Waste Management Programme

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ägypten

Ägyptisches Umweltministerium
Ministry of Environment (MoE)

2019 bis 2022
18.2158.6-001.00
Ruth Erlbeck, ruth.erlbeck@giz.de


Ägypten ist mit etwa 95 Millionen Einwohner*innen das bevölkerungsreichste Land im Nahen Osten. Das häusliche Abfallaufkommen lag 2016 bei rund 21,7 Millionen Tonnen pro Jahr. Die geschätzte jährliche Steigerung durch Bevölkerungswachstum und Veränderung der Konsumgewohnheiten liegt bei 3,4 Prozent. Der Ausbau von Dienstleistungen und Infrastruktur zur Abfallwirtschaft hält mit diesen Wachstumsraten nicht Schritt.

Zurzeit werden nur etwa 60 Prozent der erzeugten Abfälle eingesammelt, davon werden weniger als 20 Prozent ordnungsgemäß deponiert oder wiederverwertet. Während in einigen Städten die öffentlichen Räume sauber sind, ist die Situation in anderen Teilen des Landes prekär. Ein beachtlicher Teil der Abfälle wird in Kanälen, Flüssen oder Straßen und auf offenen Flächen ohne umweltbezogene Vorsorgemaßnahmen entsorgt. Dies führt zu erheblichen Umweltrisiken für Wasser, Boden und Luft und verunstaltet die Landschaft. Hinzu kommen erhebliche Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier sowie die Beeinträchtigung der Wirtschaft, vor allem des Tourismus.

Die für die Sammlung und Entsorgung von Abfällen zuständigen Institutionen kommen ihren umfassenden Aufgaben trotz internationaler Unterstützung nicht nach. Es gibt keinen ausreichenden rechtlichen Rahmen und keine strategische Planung, die Zuteilung von Verantwortlichkeiten und Aufgaben ist unklar. Die Abfallentsorgung ist deutlich unterfinanziert und hat einen enormen Bedarf an nachhaltigen Investitionen und Dienstleistungen.

Die ägyptische Bevölkerung profitiert von Verbesserungen des Abfallwirtschaftssystems. Die Privatwirtschaft ist in die Prozesse miteinbezogen. Ressourcen-, Gewässer- und Klimaschutz haben sich verbessert.

Das Nationale Abfallwirtschaftsprogramm (NSWMP) wird als gemeinsames Vorhaben mit der KfW-Entwicklungsbank umgesetzt und in Kooperation mit der Europäischen Kommission und dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft durchgeführt. Zum einen trägt es zum Aufbau der notwendigen Strukturen auf nationaler Ebene bei, zum anderen unterstützt es – ergänzend zu Beiträgen aus der finanziellen Zusammenarbeit – die Errichtung von abfallwirtschaftlicher Infrastruktur in vier Gouvernements. Dabei werden Modellansätze für die Abfallwirtschaft durch angepasste technische Lösungen bei einer langfristig gesicherten Finanzierung erprobt. Die vor Ort vorhandene Kompetenz und Leistungsfähigkeit werden gefördert. Auf nationaler Ebene hilft das Vorhaben dabei, den notwendigen institutionellen, strategischen und rechtlichen Rahmen zu schaffen.

Das Programm unterstützt den Aufbau der Egyptian Waste Management Regulatory Agency (WMRA). Sie wird in Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren neue Leistungen für die Abfallwirtschaft anbieten. Hierzu gehören Politik- und Strategieerarbeitung, Unterstützung und Supervision der Gouvernements sowie die Schaffung nachhaltiger Finanzierungsmodelle.
Die Koordination zwischen den verschiedenen Institutionen wird verbessert. Akteure aus öffentlichen und privaten Einrichtungen, Universitäten und Zivilgesellschaft sind in die Planung und Entscheidungsfindung sowie die Umsetzung von Prozessen eingebunden und besser miteinander vernetzt.

Die Maßnahmen des Programms trugen maßgeblich zur Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Reformprozesses im Abfallsektor bei.

In den vier Gouvernements wurden spezielle Abfallwirtschaftsabteilungen eingerichtet und personell ausgestattet. Von sechs neu eingeführten Modellen für verbesserte Sammlung und Recycling von Abfällen profitieren mehr als 29.000 Haushalte.
Eine Vernetzung privater und öffentlicher Akteure im Abfallsektor Ägyptens wurde durch eine Konferenz zur Kreislaufwirtschaft gezielt unterstützt und gefördert.
Die virtuelle Plattform Wasteportal Egypt wurde aufgebaut, um den Austausch über die vom Programm organisierten Netzwerkevents hinaus zu fördern und den Wissensaustausch internationaler und nationaler Kammern und Verbänden zu stärken.
Investitionsmöglichkeiten im Abfallsektor wurden erarbeitet und in die ägyptische Investitionskarte des Ministeriums für Investitionen und internationale Zusammenarbeit kartiert.
15 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Abfallsektor haben an einem Wachstumsentwicklungsprogramm teilgenommen. Sie konnten hierdurch ihr Geschäft weiterentwickeln und haben teilweise externe Finanzierungen für ihre Expansionsstrategien erhalten.
Das Bewusstsein für die Rolle der Privatwirtschaft im Abfallsektor hat bei Entscheidungsträgern und in der Öffentlichkeit aufgrund des digitalen Info-Materials für soziale Medien zugenommen.

 

 

Projektbeschreibung (EN)

Improving waste management in Egypt

Project description
Title: National Solid Waste Management Programme (NSWMP)
Commissioned by: German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ)
Country: Egypt
Lead executing agency: Ministry of Environment (MoE)
Overall term: 2019 to 2022
Context
With about 95 million inhabitants, Egypt is the most populous country in the Middle East. In 2016, around 21.7 million tonnes of municipal solid waste was generated. Driven by population growth and changing patterns of consumption, waste generation is expected to increase at a rate of 3.4% per year. Waste management services and infrastructure are unable to keep pace with these growth rates.
Only around 60 per cent of the waste produced is actually collected at the moment, and less than 20 per cent of this is properly disposed of or recycled. While public spaces in some cities are kept clean, the situation in other parts of the country is problematic. A significant portion of the overall waste is disposed of in canals, rivers, streets or open areas without any preventive measures to reduce the impact on the environment. This results in major environmental risks such as water, soil and air pollution, and disfigures the landscape. It also poses a serious risk to human and animal health and negatively impacts the economy, especially the tourism sector.
Despite international support, the institutions responsible for waste collection and disposal are not performing their wide-ranging functions properly. The legal framework is inadequate, there is no strategic planning, and the allocation of responsibilities and tasks remains unclear. The waste disposal sector is significantly underfinanced and there is an enormous need for sustainable investment and services.
Objective
The population of Egypt benefits from improvements in the waste management system. The private sector is involved in the relevant processes. Protection of resources, water bodies and the climate has improved.
Approach
The National Solid Waste Management Programme (NSWMP) is being implemented jointly with the KfW Development Bank and in cooperation with the European Commission and the Swiss State Secretariat for Economic Affairs. It is working to establish the structures required at national level and – in addition to the contributions provided within the framework of financial cooperation – is also supporting the development of waste infrastructure in four governorates. Model waste-management approaches that are based on adapted technical solutions are being implemented with secure, long-term financing. Local expertise and capacities are being developed. At national level, the programme is helping to put in place the necessary institutional, strategic and legal frameworks.
The programme is supporting the establishment of the Egyptian Waste Management Regulatory Authority (WMRA), which provides new services for the waste sector in cooperation with existing actors. These include policy and strategy development, support for and supervision of the governorates, and the creation of sustainable financing models.
Inter-institutional coordination is being improved. Stakeholders from public and private bodies, universities and civil society are involved in planning, decision-making and implementation processes, and networking between these groups has been improved.
New, decentralised approaches for waste collection and recycling will create ‘green jobs’ and promote the efficient use of resources.
Results
The programme measures have made a substantial contribution to the establishment of the statutory framework for the implementation of waste sector reform.
Dedicated waste management departments have been set up and staffed in the four governorates. Over 29,000 households are benefiting from the six newly introduced models for improved waste collection and recycling that include the informal sector or else formalise its involvement.
Networking of private and public actors in the waste sector in Egypt has been fostered in a targeted manner by means of a conference on recycling management.
The Waste Portal Egypt virtual platform has been set up to encourage exchange beyond the confines of the network events organised by the programme and to strengthen the sharing of knowledge between international and national chambers and associations.
Investment opportunities in the waste sector have been identified and included on the investment map of the Egyptian Ministry of Investment and International Cooperation.
Fifteen small and medium-sized enterprises (SMEs) in the waste sector have participated in a growth development programme. As a result, they have grown their business and, in certain cases, been able to secure external financing for their expansion strategies.
Digital information materials for social media have increased awareness among decision-makers and the general public of the role of the private sector in waste management.