Bioinnovation Afrika für gerechten Vorteilsausgleich

Projektdetails

  • Projektnummer:2018.2235.2
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: G330 Umweltpolitik, Biodiversität, Wald
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., Kamerun, Madagaskar, Namibia, Südafrika

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Europäisch-afrikanische Kooperationen für biodiversitätsbasierte Innovationen und Produkte mit gerechtem Vorteilsausgleich für Biodiversitätserhalt sind ausgebaut.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Partnerministerien

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:9 000 000 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • nicht verfügbar

Nachfolger-Projekt

  • 2021.2298.4

    BioInnovation Afrika II - Afrikanisch-europäische Partnerschaften für Biodiversitätserhalt

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    14.12.2018 - 30.04.2026
  • Aktuelles Projekt:01.01.2019 - 30.01.2023

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Biodiversitätskonvention

    Hauptziel

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Signifikantes Nebenziel

  • Anpassung an den Klimawandel

    Signifikantes Nebenziel

CRS-Schlüssel

    41030 Biodiversität

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation
Afrika verfügt über neun globale Biodiversitäts-Hotspots und beherbergt noch über 60.000 verschiedene Pflanzenarten sowie unzählige Tierarten und Mikroorganismen. Sie werden als Quelle für Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika und medizinische Anwendungen genutzt. Die Nachfrage der europäischen Verbraucher nach biologischen Roh- und Inhaltsstoffen für Produktinnovationen steigt stetig.

Gleichzeitig hat das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt (Convention for Biological Diversity, CBD) ihre Mitgliedstaaten zu einer fairen und gerechten Aufteilung von monetären und nicht-monetären Vorteilen (z. B. des Wissens- und Technologietransfers) verpflichtet. Das große wirtschaftliche Potenzial für die Aufwertung von afrikanischen Produkten auf Biodiversitätsbasis wird momentan noch nicht genutzt, und langfristige Geschäftsbeziehungen im Rahmen des rechtsverbindlichen Nagoya-Protokolls zum Zugangs- und Vorteilsausgleich (Access and Benefit-Sharing, ABS) sind eine Seltenheit. Wertschöpfungsketten für die Herstellung von hochwertigen Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaprodukten bieten insbesondere dadurch, dass sie in den Ländern Mechanismen zum Vorteilsausgleich schaffen, Möglichkeiten für Direktinvestitionen in den Erhalt der Biodiversität. Diese Möglichkeiten zur Förderung der lokalen Entwicklung und zum Schutz der biologischen Vielfalt Afrikas und der zahlreichen bedrohten Ökosysteme sollten genutzt werden.
Der deutsche „Marshallplan mit Afrika" setzt an diesem Punkt an und legt den Schwerpunkt auf die Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung. In diesem Zusammenhang hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Programm BioInnovation Africa beauftragt, das eng mit der ABS Capacity Building Initiative zusammenarbeitet und dabei von ihren umfangreichen Erfahrungen profitiert.

Ziel

Die europäisch-afrikanischen Partnerschaften für Innovationen und Produkte auf der Grundlage der biologischen Vielfalt sind durch den gerechten Vorteilsausgleich für deren Erhaltung und nachhaltige Nutzung gestärkt. Darüber hinaus ist die Privatwirtschaft nachhaltige und für beide Seiten vorteilhafte Geschäftspartnerschaften eingegangen, die auf hohen ethischen, sozialen und ökologischen Standards beruhen.

Vorgehensweise

Das Projekt BioInnovation Africa ist bestrebt, vier afrikanische Länder bei der Umsetzung ihrer nationalen ABS-Systeme zu unterstützen. Zu diesem Zweck fördert es den Abschluss von Vereinbarungen über den Vorteilsausgleich zwischen afrikanischen Anbietern von biologischen Roh- und Inhaltsstoffen und Abnehmern aus Europa. Dabei handelt es sich überwiegend um Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittel, Kosmetika und Arzneimittel sowie um Forschungseinrichtungen. Zu den Maßnahmen gehören Blended-Learning-Kurse, Vertragsberatung und die Entwicklung von IT-basierten Online-Systemen für ABS-Anwendungen, die Verwaltung von Berechtigungen und zur Nachverfolgung.

Die in den Leistungsvereinbarungen festgelegten monetären und nicht-monetären Leistungen tragen zu gender-sensiblen Maßnahmen für eine nachhaltige Nutzung und den Schutz der Ökosysteme in den Partnerländern bei. In diesem Zusammenhang werden Schwachstellenanalysen, Kosten-Nutzen-Analysen und sowie Maßnahmen zum Wissensaustausch zwischen den Partnerländern durchgeführt.

Diese neuen Kooperationsvereinbarungen werden durch Messen, Gesprächsrunden, Besprechungen und Geschäftsverbände öffentlich bekannt gemacht. Auf der Grundlage dieser Vereinbarungen stellt BioInnovation Africa sicher, dass Roh- und Inhaltsstoffe aus den vier afrikanischen Partnerländern, die auf der Nutzung der biologischen Vielfalt beruhen, im Rahmen gerechter Vorteilsausgleichsmechanismen für die Entwicklung von Innovationen und Produkten verwendet werden. Zur Förderung von langfristigen Geschäftsbeziehungen zwischen Anbietern und Abnehmern unterstützt das Projekt verschiedene Formate wie Matchmaking und Austauschplattformen. Ferner fördert BioInnovation Joint Ventures sowie den Technologietransfer, um die lokale Wertschöpfung zu steigern und die Schaffung von Arbeitsplätzen voranzutreiben. 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

Africa bears nine global biodiversity hotspots and is home to over 60,000 different plants and still uncounted numbers of animals and microorganisms. They are the source of food supplements, cosmetics and medicinal applications. The demand by European users for raw biological materials and ingredients for product innovation is increasing steadily.

At the same time, the UN Convention for Biological Diversity (CBD) has committed its member states to the fair and equitable sharing of monetary and non-monetary benefits, like knowledge and technology transfer. The large economic potential for the valorisation of biodiversity-based products in Africa is not yet tapped and long-term business relations under the legally binding Nagoya Protocol on Access and Benefit-sharing (ABS) hardly exist. Value chains for the production of high-value food, cosmetic and pharmaceutical products especially offer opportunities for direct investments into biodiversity conservation by providing countries with benefit-sharing mechanisms. It is therefore important that these opportunities contribute to local development and the conservation of Africa’s biodiversity and the many ecosystems under threat.

The German Marshall Plan with Africa seeks to exploit these opportunities by focusing on the promotion of economic cooperation for sustainable development. In this context, the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) commissioned BioInnovation Africa, which will closely collaborate with the ABS Capacity Building Initiative benefiting from its rich experience.

Objective

The European-African partnerships for biodiversity-based innovations and products have been strengthened with equitable benefit-sharing for conservation and sustainable use of biodiversity. Moreover, the private sector has entered into sustainable and mutually beneficial business partnerships based on high ethical, social and environmental standards.

Approach

The BioInnovation Africa project endeavours to support four African countries in the implementation of their national ABS systems by supporting the conclusion of benefit-sharing agreements between African providers of raw biological materials and ingredients, and users from Europe. These users are predominantly enterprises from the food, cosmetics and pharmaceutical sectors as well as research institutions. Measures involve blended learning trainings, advice on contracts and the development of IT-based online systems for ABS applications, permissions and tracking.

The agreed monetary and non-monetary benefits stipulated by the benefit-sharing agreements contribute to gender-sensitive measures for the sustainable use and protection of ecosystems in the partner countries. In this context, vulnerability assessments, cost-benefit analyses and knowledge sharing between partner countries are conducted.

These new collaboration agreements will be publicly promoted through trade fairs, round tables, meetings and business associations. Based on these agreements, BioInnovation Africa ensures that biodiversity-based raw materials and ingredients from the four African partner countries are used for developing innovations and products under equitable benefit-sharing mechanisms. In order to encourage long-term business relations between providers and users, the project facilitates various formats, such as matchmaking and exchange platforms. Likewise, BioInnovation promotes joint ventures and technology transfer to increase local value addition and job creation.