Verbesserung des Rechtsrahmens und Kapazitäten einer leistungsfähigen Justiz

Projektdetails

  • Projektnummer:2020.2039.4
  • Status:Projekt beendet
  • Zuständige Organisationseinheit: 2A00 Asien I
  • Ansprechpartner: Transparenzteam 
  • Partnerländer: Mongolei

Zusammenfassung

  • Ziele:

    Die Leistungsfähigkeit der Justiz in der Mongolei ist gesteigert.

  • Auftraggeber:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Projektpartner:

    Justizministerium

  • Finanzier:

    nicht verfügbar

 

Auftragsvolumen

  • Aktuelles Projekt:3 497 114 Euro

Kombifinanzierung

  • nicht verfügbar

 

Vorgänger-Projekt

  • 2016.2210.9

    Absicherung des Rechtsrahmens für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Nachfolger-Projekt

  • nicht verfügbar

 

Laufzeit

  • Gesamtvorhaben:
    (inklusive aller vorangegangenen, aktuellen und nachfolgenden Projektphasen, soweit vorhanden)
    11.07.2008 - 08.01.2024
  • Aktuelles Projekt:01.09.2020 - 08.01.2024

Sonstige Beteiligte

  • nicht verfügbar

 

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseitenicht verfügbar

 

Entwicklungspolitische Kennungen

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

    Signifikantes Nebenziel

  • Demokratische und inklusive Regierungsführung

    Hauptziel

CRS-Schlüssel

    15130 Entwicklung von Recht und Gerichtswesen

Evaluierung

nicht verfügbar

 

Projektbeschreibung (DE)

Ausgangssituation

Die mongolische Justiz hat in den letzten 25 Jahren einen umfassenden Veränderungsprozess durchlaufen. Justizreformmaßnahmen dienten dem Ziel, die Korruption einzudämmen und die Justiz in einer demokratischen Gesellschaft zu verankern. Es gibt insgesamt 90 erstinstanzliche Gerichte, an denen insgesamt 369 Richter*innen arbeiten. Daneben sind im mittleren Dienst der Gerichte noch 420 Justizfachangestellte (JFA) tätig, die Aufgaben der Gerichtsverwaltung übernehmen. Eine systematische Aus- und Fortbildung für den mittleren Justizdienst gibt es bisher nicht. Für neue JFA existiert lediglich ein 90-tägiger Vorbereitungskurs, der nur begrenzt auf die hohen Anforderungen vorbereiten kann. Daher beabsichtigt die mongolische Regierung für JFA einen eigenständigen Ausbildungsgang aufzubauen.

Das begrenzte Personal in der mongolischen Justiz führt vor allem bei rechtsstaatlichen Strafsachen zu sehr langen Verfahren: 25 Monate von der Strafanzeige bis zum erstinstanzlichen Urteil. 2018 wurde das IT-System e-Justice an allen Polizeistationen, Gerichten, Staatsanwaltschaften und Strafvollzugsanstalten eingerichtet. Es ist geplant, durch die zunehmende Nutzung des Systems die strafrechtliche Verfahrensdauer deutlich zu verkürzen. Mit diesem System ist in der Verfolgung von Straftaten eine rasche und sichere Datenübermittlung zwischen den angeschlossenen Institutionen möglich. Das e-Justice-System bietet somit Potenzial, die Verfahrensdauer in der Strafjustiz deutlich zu senken.

Die Stärkung der personellen und der technischen Kompetenzen der Gerichte sowie die Schaffung eines stabilen Rechtsrahmens bilden die Grundlage für eine leistungsfähige Justiz. Der mongolische Staat kann jedoch die notwendigen Ressourcen dafür nicht immer bereitstellen. Angesichts der geschilderten Herausforderungen bestehen trotz bereits erzielter Fortschritte bei der Umsetzung der Rechts- und Justizreformen nach wie vor Defizite hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Effizienz der Justiz.

Ziel

Die Leistungsfähigkeit der Justiz in der Mongolei ist gesteigert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern, um die mongolische Justiz leistungsfähiger zu gestalten.
Der erste Schritt gilt dem Ausbau eines Ausbildungsgangs für JFA im mittleren Justizdienst. Die Ausbildung soll in einem dualen System mit schulischen und praktischen Modulen angeboten werden. Das Vorhaben berät bei der Erstellung von Lehrplänen und unterstützt durch die bestehenden Justizpartnerschaften mit Hessen und Bayern. Zudem ist ein enger Austausch mit dem Obersten Gerichtsrat der Mongolei geplant. Besonders die Gleichstellung der Geschlechter im mittleren Justizdienst soll dabei gefördert werden. Des Weiteren unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH landesweit Fortbildungen für Richter*innen.

Das zweite Handlungsfeld konzentriert sich auf die Digitalisierung der Justiz. Dafür schafft das Vorhaben eine gemeinsame, mit Behörden außerhalb der Justiz vernetzte IT-Stelle. Diese nimmt übergreifende IT-Aufgaben für die Gerichtsbarkeit, die Staatsanwaltschaften sowie den Justizvollzug und die Polizei wahr. Für Mitarbeiter*innen und Kund*innen soll sie außerdem effiziente Dienstleistungen anbieten. Die digitalen Justizdienstleistungen werden um ein Bürgerportal erweitert, das Bürger*innen ohne Rechtskenntnisse den Zugang zu Informationen erleichtert. Auf diese Weise macht das Portal Verfahrensabläufe transparenter, schneller und verständlicher. Die IT-Stelle bündelt administrativ-technische Aufgaben relevanter Justizbereiche, wie Systemwartung und -fortentwicklung sowie Anwenderschulungen, um effizienter agieren zu können.

Im dritten Handlungsfeld arbeitet das Vorhaben an den Voraussetzungen zur Umsetzung der Rechtsreformen. Dies betrifft besonders die zivil- und wirtschaftsrechtliche Gesetzgebung. Damit unterstützt das Vorhaben die Regierung dabei, den Aktionsplan für wirtschaftsrechtliche Gesetzesvorhaben unter der Beteiligung der Öffentlichkeit umzusetzen. Ziel ist es, das Vertrauen der wirtschaftlichen Beteiligten und der Bürger*innen in eine leistungsfähige Justiz zu erhöhen sowie transparente und effektive rechtliche Verfahren zu etablieren. Auf Grundlage der aktuellen Verfassungsänderung soll eine Reihe von relevanten Gesetzen angepasst werden. Das Vorhaben soll diesbezüglich zur Gesetzgebung beraten. Weiterhin widmet sich das Handlungsfeld Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption in der mongolischen Justiz – in enger Abstimmung mit den Maßnahmen des Governance-Fonds.
 

 

Projektbeschreibung (EN)

Context

Over the past 25 years, the Mongolian judiciary has undergone a comprehensive process of change. Judicial reform measures have helped curb corruption and firmly embed the judicial system in a democratic society. In all there are 90 courts of first instance with a total of 369 judges. Besides these, another 420 judicial clerks work at the intermediate level of the courts and are responsible for court administration. As yet, there is no systematic training for this intermediate level of the judiciary. The only training new judicial clerks receive is a 90-day preparatory course, which provides limited preparation for the important demands placed on them. The Mongolian Government is therefore planning to set up a dedicated training course for the judicial clerks.

The limited number of staff in the Mongolian judiciary results first and foremost in very lengthy proceedings, especially in criminal cases under the rule of law: 25 months from the time a criminal complaint is filed to the first-instance ruling. In 2018, the IT system eJustice was installed at all police stations, courts, public prosecutor’s offices and prisons. Increasing use of this system should significantly speed up criminal proceedings by enabling data in criminal prosecutions to be transferred swiftly and securely between the institutions. The eJustice system therefore potentially offers significant reductions in the duration of criminal justice proceedings.

Better qualified staff and greater technical competence at the courts, plus the creation of a stable legal framework, form the bases for an efficient judiciary. However, the state does not always have the necessary resources to achieve this. Given the challenges described above, despite the progress already accomplished in implementing legal and judicial reforms there is still room for improvement in the performance and efficiency of the judicial system.

Objective

The performance capability of the justice system in Mongolia has been improved.

Approach

The project is working in three fields of action to make the Mongolian judicial system more efficient.
The first step is to develop a training course for judicial clerks at the intermediate judiciary level. This will be a sandwich course consisting of theoretical and practical modules. The project is advising on the curricula and providing support through the existing partnerships with the judiciary in the German federal states of Hesse and Bavaria. In addition, it is planning to set up an exchange with the Judicial General Council of Mongolia. One particular objective in this respect is to promote gender equality at the intermediate judiciary service levels. The Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH also supports advanced training courses for judges throughout the country.

The second field of action focuses on the digitalisation of the judicial system. To this end, the project is creating a joint IT unit networked with authorities outside the judiciary. This will perform overarching IT tasks for the courts, public prosecutors, law enforcement agencies and the police. It will also offer efficient services for employees and clients. The digital judicial services will furthermore include a citizens’ portal which will provide easier access to information for citizens with no legal knowledge. The portal will thus make procedures more transparent, faster and easier to understand. The IT unit will bundle the administrative and technical tasks for the judicial sectors concerned, such as system maintenance and evolution and user training, in the interests of greater efficiency.

In a third field of action, the project is working on the prerequisites for implementing the legal reforms, especially in civil and business law. In doing so, the project is helping the Government implement its action plan for drafting business legislation with public participation. The aim of this is to increase the trust of commercial stakeholders and citizens in an efficient judiciary and to establish transparent and effective legal procedures. A series of relevant laws are to be adapted on the basis of the current constitutional amendments. The project will provide advice on legislation in this respect. This field of action is also concerned with combating corruption in the Mongolian judicial system – in close coordination with measures supported by the Governance Fund.