Programm Agrarpolitik und Ernährungssicherung

Agricultural Policy and Food Security

Project details

  • Project number:2016.2017.8
  • Status:Projekt beendet
  • Responsible Organisational unit: G530 Globale Agenden für Ernährungssicherung
  • Contact person:Ousmane Djibo 
  • Partner countries: Globale Vorhaben, Konventions-/Sektor-/Pilotvorh., ZZZ

Summary

  • Objectives:

    Aktuelle Konzepte der Agrarpolitik und Ernährungssicherung (inkl. nutrition) sind in nationalen und internationalen Prozessen und Ansätzen der Entwicklungszusammenarbeit positioniert.

  • Client:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung

  • Project partner:

    Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

  • Financing organisation:

    not available

 

Project value

  • Total financial commitment:16 349 184 Euro
  • Financial commitment for this project number:5 004 116 Euro

Cofinancing

  • not available

 

Previous projects

  • 2013.2222.1

    Programm Agrarpolitik und Ernährungssicherung

Follow-on projects

  • 2019.2016.4

    Sektorvorhaben Agrarpolitik und Ernährungssicherung

 

Term

  • Entire project:11.12.2012 - 30.09.2022
  • Actual project:01.05.2016 - 30.04.2019

other participants

  • not available

 

Contact

  • Project websitesnot available

 

Policy markers

  • Partizipative Entwicklung und Gute Regierungsführung:Projekt ist nicht auf PD/GG ausgerichtet bzw. lässt sich (noch) nicht einstufen
  • Umwelt- und Ressourcenschutz, ökologische NachhaltigkeitProjekt nicht auf Umwelt-/Ressourcenschutz gerichtet bzw. (noch) nicht zu kennzeichnen
  • Gleichberechtigung der GeschlechterProjekt hat nachweislich positive Wirkung auf Gleichberechtigung
  • ArmutsorientierungÜbergreifende Armutsbekämpfung auf Makro- und Sektorebene

CRS code

  • Landwirtschaftspolitik und -verwaltung

Evaluation

not available

 

Project description (DE)

Ausgangssituation
Der Anteil unterernährter Menschen an der Weltbevölkerung ist im Jahr 2014 auf 12,9% gegenüber durchschnittlich 23,3% Anfang der 1990er Jahre gesunken. Die absolute Zahl unterernährter Menschen hat sich im gleichen Zeitraum aufgrund des hohen Bevölkerungs¬wachstums deutlich weniger verringert. Im Jahr 2015 litten 795 Mio. Menschen - primär in Entwicklungsländern - an Unter¬ernährung. Zudem sind 2 Mrd. Menschen, vor allem Kinder, von Mikronährstoffmangel, dem "versteckten Hunger", betroffen. Neben kurz- und mittelfristigen Einflussfaktoren sind vor allem strukturelle Faktoren für die anhaltend hohe, eng an Armut gekoppelte Anzahl unter- und fehlernährter Menschen verantwortlich.
Die Förderung des Agrarsektors mit dem Ziel der Ernährungssicherung und einer inklusiven agrarbasierten Wirtschaftsentwicklung des ländlichen Raums ist eine Voraussetzung, um Armut zu reduzieren, Einkommen zu erhöhen und die Verfügbarkeit und die Verwertung von Nahrungsmitteln zu verbessern. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, mehr Menschen den Zugang zu angemessenen Nahrungsmitteln zu ermöglichen. Agrarpolitische Konzepte sollten zentrale Entwicklungshemnisse, wie beispielsweise eine niedrige Produktivität der Landwirtschaft sowie dysfunktionale lokale und regionale Agrar- und Nahrungsmittelmärkte, adressieren. Dies gewinnt vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln und Agrarrohstoffen durch die wachsende Weltbevölkerung sowie die fortschreitende Urbanisierung weiter an Bedeutung. Bei der Ausgestaltung von Politiken, Programmen und Instrumenten sind sowohl die soziale und wirtschaftliche Differenzierung der Zielgruppen im ländlichen Raum als auch die unterschiedlichen Ausprägungen und Dynamiken des ländlichen Strukturwandels zu berücksichtigen. Agrarpolitik stellt dabei ein wichtiges Instrument zum Umgang mit ländlichem Strukturwandel dar.
Für eine umfassende Ernährungssicherung, die auch die Verbesserung des Ernährungsstatus mit einbezieht, ist Agrarentwicklung eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung. Eine effektive Ernährungssicherung bedarf eines multisektoralen Ansatzes. So sind neben einer bedarfsgerechten Agrarwirtschaftsförderung auch sozialpolitische Sicherungsprogramme nötig, die benachteiligte Bevölkerungsgruppen, insbesondere Frauen und Kleinkinder, adressieren.
Der intensive entwicklungspolitische Diskurs der letzten Jahre zur zentralen Bedeutung von Ernährungssicherung und Agrarentwicklung hat sich in hohen finanziellen Zusagen der internationalen Gebergemeinschaft, insbesondere der deutschen Bundesregierung, niedergeschlagen. Darüber hinaus sind zahlreiche internationale Prozesse und Vereinbarungen initiiert sowie Konzepte der Agrarpolitik und Ernährungssicherung weiterentwickelt worden. Das Kernproblem ist, dass diese jedoch nicht ausreichend aufgearbeitet und in nationalen und internationalen Prozessen und Ansätzen der EZ positioniert sind.

Ziel
Das Modulziel des Sektorvorhabens ist: Aktuelle Konzepte der Agrarpolitik und Ernährungssicherung (inkl. nutrition) sind in nationalen und internationalen Prozessen und Ansätzen der Entwicklungszusammenarbeit positioniert.

Vorgehensweise
Kernaufgabe des Vorhabens ist die Beratung des BMZ auf der Basis der vom Sektorvorhaben (weiter)entwickelten Konzepte und Ansätze zur Positionierung in nationalen und internationalen Prozessen. Diese greifen die deutsche und internationale Fach-Debatte auf sowie Erfahrungen aus der Umsetzungspraxis der Entwicklungszusammenarbeit. Sie werden über Fortbildungen systematisch und nach¬frageorientiert in Programme der Entwicklungs- und der Internationalen Zusammenarbeit sowie in internationale Organisationen und Partnerinstitutionen verbreitet. Dazu arbeitet das Vorhaben in drei eng miteinander verbundenen Handlungsfeldern zu den Themenfeldern Agrarpolitik und Ernährungssicherung (inkl. nutrition):
1) Beratung und Positionierung von BMZ,
2) Weiterentwicklung von aktuellen Konzepten und Ansätzen,
3) Förderung von Lernen und Innovation.
Die Aktivitäten des Vorhabens zielen darauf ab, dass relevante Aspekte der Agrarpolitik und der Ernährungssicherung sowohl in deutsche und internationale Prozesse, wie z.B. G7, G20, Scaling up Nutrition Prozesse sowie auf überregionaler Ebene, wie z.B. in das Comprehensive African Agricultural Development Programme (CAADP) eingespeist werden. Ein entscheidender internationaler Prozess ist die deutsche G20 Präsidentschaft Jahr 2017, zu dem das Sektorvorhaben das BMZ im Rahmen der Entwicklungsarbeitsgruppe der G20 fachlich berät. Das Vorhaben unterstützt das BMZ darüber hinaus bei entscheidenden Rechenschaftslegungsprozessen, wie z.B. beim jährlich erscheinenden Global Nutrition Report (GNR), bei der Berichterstattung zur Umsetzung der gemeinsamen Verpflichtungen zu Ernährungssicherung von EU-Kommission und Mitgliedsstaaten sowie bei der inhaltlichen Ausgestaltung eines Monitoringsystems der G7 Arbeitsgruppe zu Ernährungssicherung im Nachgang der deutschen Präsidentschaft im Jahr 2015.
Das Vorhaben beteiligt sich an bestehenden regionalen und internationalen Fach-Netzwerken (vor allem: Fachverbund SNRD Africa), gestaltet Fachveranstaltungen, Konferenzen und fachliche Netzwerke und kooperiert mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen. In diesem Rahmen werden Ansätze, Konzepte und Praxisbeispiele aufgearbeitet und in der Fachöffentlichkeit diskutiert und kritisch bewertet. Von ausgewählten Vorhaben in Partnerländern werden Konzepte und Ansätze zu Agrarpolitik und Ernährungssicherung getestet, Praxiserfahrungen aufbereitet und weiterentwickelt. Ein besonderer Fokus wird dabei auf gender-sensitive Maßnahmen gelegt. Erfolgreiche Ansätze werden dann in Programmkonzeptionen verankert. Ein Kernkonzept, dass im Rahmen des Projektes weiterentwickelt wird, bezieht sich auf die Ausgestaltung von ernährungssensitiven Ansätzen zur Förderung der Landwirtschaft (nutrition-sensitive agriculture). Im Rahmen des Im Rahmen der Aktivitäten des Arbeitskreises Welternährung unter der Leitung von BMZ und BMEL, arbeitet das Sektorvorhaben mit deutschen Organisationen der Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Privatwirtschaft und der Öffentlichkeit zu Themen der Ernährungssicherung zusammen.
Empfänger von Finanzierungen sind z.B. internationale Organisationen, Nichtregierungs-organisationen, Forschungs- und Fortbildungsinstitutionen. Finanzierungen dienen der Konzeptentwicklung, der Durchführung von Studien, Dialogveranstaltungen, Fortbildungen und der Erprobung innovativer Ansätze.

Wirkungen
Aufbauend auf den Wirkungen des Vorgängerprojektes soll im Rahmen des Vorhabens das BMZ darin beraten und unterstützt werden, sich in den Themenfeldern Agrarpolitik und Ernährungssicherung auf politischer Ebene in nationale und internationale Prozesse einzubringen und zu positionieren. Die vom Sektorvorhaben entwickelten Konzepte und Ansätze finden im Zuge dessen nationale und internationale Verbreitung und Verankerung. Darüber hinaus finden weiterentwickelte Ansätze und Konzepte über eine gezielte Zusammenarbeit mit Vorhaben Eingang in Projekte in Partnerländern. Breitenwirksamkeit wird erreicht, indem über Fortbildungsmaßnahmen und aktive Beteiligung an Fachnetzwerken, die auf ein breites Spektrum an Akteuren und Mittlern ausgelegt sind, die konzipierten Inhalte international auf unterschiedlichen Ebenen in Entscheidungsprozesse einfließen.
 

 

Project description (EN)

Context
Worldwide, the prevalence of undernourishment has been reduced from around 23.3 per cent in the early 1990s to 12.9 per cent in 2014. However, the absolute number of undernourished individuals has fallen much less over the same time period due to high global population growth. In 2015, 795 million suffered from undernourishment, primarily in developing countries. Furthermore, two billion people, in particular children, are affected by micronutrient deficiencies, known as ‘hidden hunger’. The persistently high number of undernourished or malnourished people is closely linked to poverty and is caused not only by short and medium-term factors but also, and most importantly, by underlying structural problems.
In order to reduce poverty, to increase incomes and to improve the availability and utilisation of food, it is important to promote the agricultural sector with the aim of achieving food security and inclusive, agriculture-based economic development in rural areas. This will create the necessary conditions to enable more people having access to appropriate food. Agricultural policies and concepts in need to address fundamental development constraints, such as low productivity and dysfunctional agricultural and food markets at local and regional level. This is becoming all the more important given the rising demand for food and agricultural raw materials as a result of global population growth and the continuing trend of urbanisation. When designing policies, programmes and instruments, involved stakeholders need to differentiate between various social and economic target groups and take into account dynamics and implications of rural transformation.
Sustainable agricultural development is a vital prerequisite for global food security and improved nutrition, but is not in itself sufficient. Effective food and nutrition security policies require a multi-sectoral approach. Hence, alongside respective agricultural promotion activities, social protection programmes are required that address the specific needs of marginalised population groups, especially women and young children.
In recent years, there has been active debate in development policy circles about the prime importance of food security and agricultural development. This has prompted the international donor community, and in particular the German Federal Government, to make major financial commitments in this area. Moreover, numerous international processes and agreements have been launched, and various strategies for agricultural policy and food security have been further developed. However, the core problem is that these are not sufficiently refined and integrated into national and international development cooperation processes and approaches.

Objective
State-of-the art strategies for agricultural policy and food and nutrition security are integrated in relevant national and international development cooperation processes and approaches.

Approach
The sector project provides advisory services to the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) based on the strategies and approaches it has designed and refined, with a view to integrating them in national and international processes. These strategies and approaches take up the German and international expert debate and draw on the lessons learned in the course of the implementation of development cooperation activities. They are disseminated by thematic networks and via capacity development measures to international cooperation programmes, international organisations and partner institutions. To this end, the project is engaged in three closely interrelated fields of activities in agricultural policy and food and nutrition security:
1) advising and positioning of BMZ,
2) developing and refining state-of-the-art strategies and approaches, and
3) promoting learning and innovation.
Project activities are designed to ensure that relevant aspects of agricultural policy and food and nutrition security are fed both into German and international processes such as the G7, G20 and Scaling Up Nutrition (SUN) movement efforts and into schemes at supra-regional level such as the Comprehensive African Agricultural Development Programme (CAADP). A crucial international process is the German presidency of the G20 in 2017, for which the sector project will be advising BMZ in the context of the G20 Development Working Group. The project is also supporting BMZ on key accountability processes such as the annual Global Nutrition Report (GNR), reports on the implementation of food and nutrition security commitments undertaken jointly by the European Commission and EU Member States, as well as the conceptual development of a renewed accountability framework for the G7 Food Security Working Group following the German presidency of the G7 in 2015.
The project engages in existing regional and international expert networks (especially the GIZ Sector Network Rural Development, Africa), organises thematic events and conferences, and cooperates with national and international research institutes. Within this context, approaches, strategies and case studies are analysed, discussed and critically assessed in professional fora. Selected projects in partner countries apply strategies and approaches to agricultural policy and food and nutrition security; the practical experiences gained serve as a basis for further conceptual development. Here, there is a particular focus on gender-sensitive measures. Successful approaches are subsequently mainstreamed into programme designs. A core concept that is being developed by the project is the design of nutrition-sensitive approaches to agriculture. As part of the activities of the Working Group on Global Food Security jointly led by BMZ and BMEL (German Federal Ministry of Food and Agriculture), the project is also collaborating with German organisations from civil society, academia, the private and public sector on issues relating to food and nutrition security.
Recipients of financial support include international organisations, non-governmental organisations, research and training institutes. Funding is meant to develop concepts and strategies, to carry out research studies, to organise dialogue events and training and to pilot innovative approaches.

Results
Building on the results achieved by its predeceasing project, this sector project is advising and supporting BMZ on how to contribute and position itself in the areas of agricultural policy and food and nutrition security at political level in national and international processes. In the course of this work, strategies and approaches developed by the sector project are being disseminated and mainstreamed in national and international contexts. Through targeted cooperation, the refined approaches and strategies are also being incorporated into projects in partner countries. They are achieving broad impact at various levels in international decision-making processes through their dissemination by means of training measures and active participation of the sector project in expert networks that bring together a wide range of stakeholders.