Eine Gruppe von Frauen, die eine ukrainische Fahne halten. Eine Gruppe von Frauen, die eine ukrainische Fahne halten.

SICHERHEIT, WIEDERAUFBAU, FRIEDEN: Schritt für Schritt zum Wiederaufbau

Egal ob Tanzstudio oder Mode-Atelier: Kleine Unternehmen geben Ukrainer*innen Hoffnung im Krieg.

© GIZ
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Schritt für Schritt zum Wiederaufbau

Für die Tänzerin Liliya Polyakova hat sich ein Traum erfüllt: Trotz des Krieges hat sie ihr Tanzstudio wiedereröffnet – am neuen Standort in Kiew. Ursprünglich stammt Liliya aus Mariupol. Ihr Studio dort musste sie wegen der Sicherheitslage aufgeben. Der Keller, in dem es lag, wurde zu einem Luftschutzkeller für Angestellte, Mitglieder und Familien umfunktioniert. Schließlich entschied sie sich, Schutz in Kiew zu suchen.

Liliya Polyakova ist eine von rund fünf Millionen Binnengeflüchteten, die laut Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) derzeit innerhalb der Ukraine auf der Flucht sind. Dafür musste sie viel aufgeben. Für Liliya Polyakova bedeutet die Flucht aber auch einen Neuanfang. Ihr eigenes Tanzstudio eröffnete sie einen Monat, nachdem sie in Kiew angekommen war. Unterstützung bot ihr dabei die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH: „Die Minifinanzierung hat dazu beigetragen, dass ich das Tanzstudio wiedereröffnen konnte, damit die Kinder wieder tanzen können“, sagt die Unternehmerin.

Ca. 150 Leute sitzen in einem großen Zelt und schauen auf eine Leinwand, auf der eine Filmszene läuft.

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Jobs geben Menschen in Krisenzeiten Sicherheit und Perspektive

Im Auftrag der Europäischen Union (EU) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ über das EU4Business-Programm in der Ukraine Kleinunternehmen durch Mini-Finanzierungen und Beratungen. Seit Kriegsbeginn und in den kommenden Jahren stellt die GIZ beispielsweise 1.130 Zuschüsse in Höhe von 7,4 Millionen Euro zur Verfügung. Kleinunternehmen haben eine Schlüsselfunktion für die ukrainische Wirtschaft. Sie schaffen Jobs und sichern Einkommen. Vor allem aber gibt eine funktionierende Wirtschaft den Menschen eine Perspektive.

So auch für Liliya Polyakova und ihr Tanzstudio. Mit der Förderung konnte sie nicht nur ihre eigene Existenz wiederaufbauen. Die Kurse im klassischen und modernen Tanz geben auch 40 Schüler*innen neue Freude im Kriegsalltag, drei von ihnen sind auch aus Mariupol geflüchtet. „Das Tanzen ist für die Kinder ein Teil ihres Zuhause“, sagt Liliya Polyakova, „nun können sie wieder ihre Lieblingskurse besuchen“.

Ca. 150 Leute sitzen in einem großen Zelt und schauen auf eine Leinwand, auf der eine Filmszene läuft.

© GIZ

Eine starke Wirtschaft hilft beim Anschluss an die Europäische Union

Die GIZ unterstützt Kleinunternehmen nicht nur dabei, innerhalb der Ukraine weiterzuarbeiten. Sie hilft ihnen auch, Anschluss an den europäischen Markt zu finden. Zum Beispiel mit Mikrofinanzierungen für Investitionen. Expertentrainings eröffnen Unternehmer*innen die Chance, ihre Fähigkeiten weiter auszubauen. Netzwerktreffen ermöglichen es, sich intensiv mit Kund*innen und Investor*innen auszutauschen. Insgesamt hat die GIZ mehr als 20.000 Unternehmen mit rund 3.800 solcher Aktivitäten gefördert.

Dazu zählt auch Yevgeniya Melnyk. Die Designerin reiste mit Unterstützung der GIZ nach Deutschland. Mit fünf weiteren jungen ukrainische Designtalenten zeigte sie ihre Kollektion auf den Fashion Week in Berlin. Die GIZ hat sie mit Medientrainings unterstützt, damit sie zum Beispiel Influencer*innen für sich gewinnen können, um ihre Labels bekannt zu  machen. Mit Erfolg: Die Medien berichteten über die Kollektionen, Einkäufer*innen und Stylist*innen zeigten bereits ihr Interesse.

„Die Modebranche als eine der kreativen Industrien hat großes Potenzial, die ukrainische Wirtschaft durch Exporte zu stärken“, sagt Daryna Dvornichenko. Sie ist Koordinatorin im EU4Business-Programm der GIZ. „Auf der Fashion Week in Berlin können die Jungdesigner wichtige Kontakte knüpfen und so auf dem europäischen Markt sichtbar werden.“ So kann langfristig der Export von ukrainischen Waren, wie zum Beispiel Mode, ins europäische Ausland gestärkt werden. Das schafft nicht nur Jobs, sondern gibt den Menschen eine Perspektive.

Stand: November 2023

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