Erosionsschutz, Rückgewinnung und Interwertsetzung degradierter Flächen, Anpassung an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Erosionsschutz, Rückgewinnung und Interwertsetzung degradierter Flächen, Anpassung an den Klimawandel
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burkina Faso
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und Wasserbau (MAAH)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019 

Burkina Faso. Vorbereitung von Baumaßnahmen zum Erosionsschutz © GIZ

Ausgangssituation

Burkina Faso ist stark vom Klimawandel bedroht. Unangepasste Landnutzungsmethoden und ein auf Grund des Bevölkerungswachstums steigender Nutzungsdruck auf die natürlichen Ressourcen haben zu einer starken Degradierung landwirtschaftlicher Nutzflächen geführt. Die Degradierung wird von den Auswirkungen des Klimawandels und von extremen Wetterereignissen, wie der ungünstigen Verteilung der Niederschläge in Zeit und Raum, langen Trockenperioden und Starkregen, noch verstärkt.

Ein Großteil der von der Landwirtschaft lebenden ländlichen Bevölkerung ist vom Schwund anbaufähiger Flächen sowie der Abnahme von Bodenfruchtbarkeit und Produktivität bedroht. Gleichzeitig geht die Artenvielfalt zurück sowie die Möglichkeit der Wildsammlungen von Nahrungsmittelpflanzen, das heißt Pflanzen an ihrem natürlichen, vom Menschen weitestgehend unbeeinflussten Wuchsstandort zu sammeln. Der Nutzungsdruck verstärkt die Konkurrenz um Ackerflächen; Konflikte um die Ressourcen Wasser und Boden nehmen merklich zu. Die lokale Bevölkerung verfügt nicht über ausreichende Kenntnisse und Ressourcen, ihre Anbautechniken an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.

Ziel

Die lokale Bevölkerung im Südwesten Burkina Fasos kann sich besser an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen.

Burkina Faso. Steinreihe mit wiedergewonnener Anbaufläche © GIZ

Vorgehensweise

Die deutsche und die burkinische Regierung haben das Projekt „Erosionsschutz, Rückgewinnung und Inwertsetzung degradierter Böden, Anpassung an den Klimawandel“ initiiert. Es wird durch den Energie- und Klimafonds der Bundesregierung finanziert.

Das Vorhaben arbeitet vor allem lokal und regional. In den Dörfern im Südwesten Burkina Fasos wendet sich das Vorhaben an Frauen, Männer und Kinder, die Landwirtschaft und Viehhaltung betreiben. Kooperationspartner sind außerdem die Kommunen, technischen Dienste, Organisationen und Forschungseinrichtungen, die Dienstleistungen zur Anpassung an den Klimawandel anbieten.

Die Bevölkerung wird technisch und finanziell dabei unterstützt, Anpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels in ihre Anbaumethoden zu integrieren. Dabei geht es zum Beispiel um Schutzmaßnahmen gegen Bodenerosion, etwa durch Steinreihen, die Verbesserung der Bodenqualität durch Kompostherstellung oder einfache Methoden zur Speicherung von Regenwasser.

Im Auftrag des Vorhabens berät AFC Agriculture and Finance Consultants die ausgewählten ländlichen Kommunen dabei, unfruchtbare und erodierte Flächen wieder urbar zu machen und sie vor weiterer Erosion zu schützen. Die Bevölkerung kann dadurch besser auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren. Kommunen und Dienstleister werden bei der Integration von Anpassungsmaßnahmen in kommunale Entwicklungspläne und Dienstleistungsangebote unterstützt.

Wirkungen

28 Kommunen im Südwesten Burkina Fasos wurden vom Vorhaben erfolgreich dabei unterstützt, Anpassungsmaßnahmen in die landwirtschaftliche Praxis zu integrieren, Erosionsschutzanlagen dauerhaft zu betreiben und zurückgewonnene Agrarflächen wieder landwirtschaftlich zu nutzen. Rund 7.500 Personen wurden im praktischen Erosionsschutz geschult und etwa 11.000 Personen zur Anpassung an den Klimawandel beraten.

Der von den Bauern erreichte Ertragszuwachs durch Kompostanwendung auf erosionsgeschützten Flächen beträgt beispielsweise bei Mais im Durchschnitt 972 Kilogramm pro Hektar, was Perioden des Nahrungsmangels um fast einen Monat im Jahr verkürzt.

330 Kilometer Erosionsschutzanlagen wurden neu angelegt oder instandgesetzt und mit 170.000 Agroforstpflanzen begrünt. Bislang konnten so rund 18.000 Hektar Wassereinzugsgebiete zurückgewonnen oder geschützt werden.

Burkina Faso. Vorbereitung der Begrünung © GIZ